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Es war abzusehen: Die verfügbaren Fördermittel für den Schulhausbau aus Dresden schrumpften in den letzten Jahren immer weiter. Immer mehr Neubauprojekte der Stadt Leipzig kamen unter Beschuss. Die Stadt muss den Gürtel enger schnallen, erst recht vor dem Hintergrund eines völlig aus dem Lot geratenen Haushalts.

Und deshalb richtet die Stadt Leipzig jetzt auch ihre Schulbaustrategie neu aus und verlagert deren Schwerpunkt. Der Fokus liegt künftig darauf, das bestehende Schulnetz zu sichern und die vorhandenen Schulgebäude zu modernisieren. Dafür sollen im kommenden Doppelhaushalt 2027/2028 rund 203 Millionen Euro investiert werden.

„Jeder Euro, der in unsere Bildungsinfrastruktur fließt, ist gut angelegtes Geld“, betonte Schulbürgermeisterin Vicki Felthaus am Donnerstag, dem 24. September. „Es ist ein starkes Signal, dass wir trotz klammer Haushaltskassen weiterhin in den Nachwuchs unserer Stadt investieren. Unsere Kinder und Jugendlichen sollen in einer unterstützenden, barrierefreien und modernen Umgebung lernen.“

Auch die Bedeutung des Schulbaus für die gesamte Stadt hob sie hervor: „Zwischen Unterrichtsschluss am Nachmittag und Schulbeginn am nächsten Morgen stehen unsere Schulgebäude nicht leer. Sie werden aktiv für Freizeit- und Nachmittagsangebote in den Quartieren genutzt. Vereine profitieren von den Sporthallen und offene Schulhöfe sind auch nach Schulschluss beliebte Treffpunkte.“

Moderne Lernorte

Moderne Schulen sind damit weit mehr als die Bereitstellung von Unterrichtsräumen: Sie sind Orte des Lernens, der Begegnung und des gesellschaftlichen Miteinanders – und prägen damit das Leben in unseren Quartieren weit über den Schulalltag hinaus.

Für die kommenden Jahre sind trotzdem weitere Schulneubauten und -sanierungen geplant. 2027 werden die Gemeinschaftsschule Dösner Weg und die neue Sporthalle der Oberschule Ratzelstraße eröffnet. Auch die Sanierungsarbeiten am Schulgebäude Löbauer Straße in Schönefeld, in das die Astrid-Lindgren-Schule einzieht, und der Schule Gundorf sollen abgeschlossen werden. Bereits begonnene Projekte werden fertiggestellt, weitere Vorhaben aufgrund der angespannten Finanzlage teilweise neu terminiert.

Die Investitionen in den Schulbau in Höhe von rund 108 Millionen Euro (2027) und 95 Millionen Euro (2028) fördert der Freistaat nach aktuellem Stand voraussichtlich zu circa 30 Prozent.  Den Löwenanteil trägt also auch 2027/2028 die Stadt.

Die Leipziger Schul- und Kitabaustrategie wurde 2022 durch den Stadtrat beschlossen. 2025 wurden beide Strategien entkoppelt und jeweils fortgeschrieben. Die Schulbaustrategie bündelt und plant Baumaßnahmen von Schulgebäuden, Schulsporthallen, Schulhöfen sowie Spiel- und Sportfreianlagen für Schulen bis in das Jahr 2036.

Einen aktuellen Überblick über laufende Projekte gibt die Seite www.leipzig.de/schulbauprogramm.

Ein paar Peanuts aus dem Sondervermögen

Dass Leipzig überhaupt noch den nötigen Spielraum für Schulinvestitionen hat, hat auch mit dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ des Bundes zu tun, an dem auch der Freistaat Sachsen partizipiert. Ein Teil dieser Mittel fließt auch in sächsische Schulen, kündigte Kultusminister Conrad Clemes am 30. Juni an.

Der Freistaat Sachsen fördere Schulbau-Vorhaben von Schulen in öffentlicher Trägerschaft mit Mitteln aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“ im Umfang von rund 490 Millionen Euro, kündigte er an. Verteilt werden die Gelder über die SAB.

„Das Förderportal ebnet den Weg für zahlreiche Bau-, Sanierungs-, und Modernisierungsvorhaben an Sachsens Schulen“, so Conrad Clemens.

„In den nächsten Jahren investieren Land und Kommunen gemeinsam mindestens 817 Millionen Euro in den öffentlichen Schulbau. Bis zum 1. September können die Städte und Gemeinden ihre Anträge online einreichen. Anschließend sorgen wir dafür, dass das Geld schnell vor Ort ankommt. Im kommenden Jahr ist zudem ein Förderprogramm für die Schulen in Freier Trägerschaft geplant.“

60 Prozent der für den Schulbau vorgesehenen Gelder werden dabei an die Landkreise verteilt, 40 Prozent an die drei kreisfreien Städte.

Das Sondervermögen für Sachsen

Der Freistaat Sachsen erhält rund 4,84 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen „Infrastruktur und Klimaneutralität“. Davon sind rund 490 Millionen Euro für Investitionen in die Förderung von Schulbau-Vorhaben vorgesehen. Zusammen mit dem kommunalen Eigenanteil ergibt das ein Investitionsvolumen für den öffentlichen Schulhausbau von rund 817 Millionen Euro.

Weiterhin erhält die kommunale Ebene im Rahmen des sogenannten „Kommunalinvestitionsbudgets“ 1,74 Milliarden Euro. Im Rahmen dieser Budgets können Kreisfreie Städte, Landkreise und kreisangehörige Gemeinden eigenständig entscheiden, ob weitere Mittel für Investitionen in Schulen und Kindertagesstätten eingesetzt werden.

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