„Alles ist möglich.“ Mit diesem denkbar einfachen Satz zog die AfD in Sachsen-Anhalt in den Landtagswahlkampf 2026. Ein philosophisches Chamäleon, denn was kann und soll es bedeuten – Hoffnung oder Warnung? Spitzenkandidat Ulrich Siegmund formulierte noch weiter: „Alles ist möglich, wir müssen es nur machen.“ Sachlich steckt darin erstaunlich wenig. Was ist möglich? Wer ist „wir“? Was genau sollen wir machen?

Und dennoch macht Siegmund damit einen Aufschlag, der wirkt. Der Rechtsextremismusforscher Matthias Quent bezeichnete den Slogan bereits vor der Wahl als ein „Versprechen politischer Selbstwirksamkeit“. Siegmund vermittelt seinen Anhängern damit das Gefühl: Du kannst etwas verändern.

Und damit zeigt sich eine Schwäche unserer deliberativen Demokratie.

Was hören wir eigentlich?

Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun unterscheidet vier Facetten einer Nachricht: 1) Was wird sachlich gesagt? 2) Was verrät der Sprecher über sich? 3) Welche Beziehung stellt er zum Gegenüber her? Und: 4) Was soll der Angesprochene tun?

Bei Siegmunds Satz lässt sich hören: 1) Sache: Veränderung ist möglich. 2) Selbstkundgabe: Ich glaube daran. 3) Beziehung: Du gehörst zu denen, die etwas verändern können. 4) Appell: Mach mit.

Machen wir die Gegenprobe mit einem häufigen Satz demokratischer Kommunikation: „Wir nehmen Ihre Sorgen ernst.“ Auch er transportiert einiges: 1) Meine Sorgen sind angekommen. 2) Der Politiker kennt das Problem. 3) Ich werde wahrgenommen. 4) Der Appell kann jedoch unterschiedlich ausgelegt werden. Der Sender meint vielleicht: Vertrau uns – wir kümmern uns. Beim Empfänger kann jedoch etwas ganz anderes ankommen: Ich werde mit meiner Sorge allein gelassen.

Beteiligung – was kann sie bewirken?

Diese Frage beschäftigt auch uns nach fast zehn Jahren Bürgerbeteiligung an der Entwicklung eines Tagebaufolgesees im Leipziger Neuseeland.

Dabei wäre es falsch, zu behaupten, es habe dort keine Bürgerbeteiligung gegeben. Es gab Bürgerveranstaltungen, einen Projektbeirat und formelle Beteiligungsverfahren. Unser Verein beteiligte sich mit einer Petition mit fast 5.000 Unterschriften, Stellungnahmen, offenen Briefen, Demonstrationen, Naturbeobachtungen und Planungsvorschlägen.

Es wurde also gehört. Doch was hat dieses Gehörtwerden verändert?

Diese Frage stellen wir nicht erst jetzt zu dieser AfD-Wahlspruch-Analyse. Nach einem zehnjährigen Beteiligungsprozess veröffentlichten wir einen Offenen Brief. Darin akzeptieren wir ausdrücklich, dass Bürgerbeteiligung nicht bedeutet, dass sich jede Forderung durchsetzt. Unsere Frage war aber: Was hat unsere Beteiligung eigentlich bewirkt?

Vielleicht gibt es durchaus gute Antworten. Vielleicht wurden aufgrund der Bürgerbeteiligung Dinge verändert oder verbessert. Dann sollte genau das sichtbar werden. Die entscheidende Frage lautet ja nicht: Warum haben sich all unsere Forderungen nicht durchgesetzt? Sondern: Welche konkrete Planungsentscheidung wäre ohne die Bürgerbeteiligung heute anders?

Beteiligung ist nicht Selbstwirksamkeit

Die Politikwissenschaft kennt den Begriff „political efficacy“, politische Selbstwirksamkeit. Vereinfacht geht es um die Erfahrung, Politik zu verstehen, sich zu beteiligen und mit dem eigenen Handeln etwas bewirken zu können.

Damit lässt sich eine wichtige Unterscheidung treffen: Beteiligung ist nicht dasselbe wie Selbstwirksamkeit. Ein Mensch kann Veranstaltungen besuchen, Stellungnahmen schreiben und über Jahre angehört werden – und sich am Ende trotzdem politisch wirkungslos fühlen. Aus der Ohnmacht und Frustration kann auch Wut entstehen oder Resignation.

Nüchtern von außen betrachtet, könnte man die Differenz zwischen angebotener Beteiligung und der für den Beteiligten erkennbaren Wirkung seines Handelns als demokratische Selbstwirksamkeitslücke bezeichnen. Die subjektiven Gefühle, die dabei entstehen, sind häufig negative – genau jene Ohnmacht und Frust, auf Dauer Wut oder Resignation.

Politische Selbstwirksamkeit erwartet dabei nicht: Ich beteilige mich – also bekomme ich meinen Willen. Sie bedeutet häufig etwas viel Bescheideneres: Ich kann erkennen, welchen Unterschied meine Beteiligung gemacht hat.

AfD-Wahlplakat mit Ulrich Siegmund bei Reuden/Elsteraue. Foto: Frank Beutner
AfD-Wahlplakat mit Ulrich Siegmund bei Reuden/Elsteraue. Foto: Frank Beutner

Und dann kommt Ulrich Siegmund

Vor diesem Hintergrund klingt „Alles ist möglich, wir müssen es nur machen“ anders. Siegmund bietet seinen Anhängern kommunikativ genau das an, was in langwierigen demokratischen Prozessen verloren gehen kann: unmittelbare Handlungsfähigkeit.

Interessant ist der Vergleich mit anderen führenden AfD‑Politikern. Alice Weidels Kommunikationsstil ist mehr anklagend und lässt sich eher als Empörung vernehmen. Tino Chrupalla setzt stärker auf Verständnis: Ich kenne eure Probleme. Siegmund geht den entscheidenden Schritt: Du kannst mit uns etwas verändern und verschiebt damit die emotionale Belohnung in Richtung Selbstwirksamkeit. Gerade Letzteres ist für politisch erschöpfte Menschen attraktiv.

Vom demokratischen Burnout

Vor einiger Zeit haben wir politische Erschöpfungsprozesse mit dem Bild eines „demokratischen Burnouts“ beschrieben. Die zehnjährige Erfahrung am Störmthaler See war dafür ein Ausgangspunkt.

Menschen engagieren sich, investieren Zeit und entwickeln Vorschläge. Bleibt über längere Zeit unklar, was dieses Engagement bewirkt, werden manche müde. Sie ziehen sich zurück und sagen irgendwann: Es bringt doch sowieso nichts.

Das führt nicht zwangsläufig zur Radikalisierung. Aber es stellt eine interessante Frage: Was geschieht, wenn jemand diesen politisch erschöpften Menschen plötzlich wieder Selbstwirksamkeit verspricht? Dann steht der komplizierten demokratischen Realität – Beteiligung, Abwägung, Kompromiss und begrenzte Ergebnisse – ein denkbar einfaches Versprechen gegenüber: „Alles ist möglich, wir müssen es nur machen.“

Das eine ist demokratisch ehrlicher. Das andere psychologisch verführerisch einfach.

Ein ungewöhnlicher Friedrich Merz

Vielleicht erklärt das auch, warum Friedrich Merz am Tag nach dieser Wahl ungewöhnlich nachdenklich wirkte.

Nach der schweren Niederlage seiner CDU trat ein Politiker vor die Presse, der sonst gern Entschlossenheit demonstriert – diesmal wirkte er beinahe demütig. Merz akzeptierte ausdrücklich die Entscheidung der Wähler und räumte ein, dass es der CDU und ihm nicht gelungen sei, einen ausreichenden emotionalen Zugang zu den Menschen zu finden.

Vielleicht liegt darin aber auch mehr als nur ein Kommunikationsproblem. Denn Menschen wollen nicht nur, dass Politik ihnen ihre Entscheidungen besser erklärt. Sie wollen auch nicht nur gehört werden. Sie wollen tatsächlich auch noch etwas bewirken können.

Genau hier berühren sich plötzlich die große Politik in Magdeburg und Berlin und unsere kleine Erfahrung am Störmthaler See. Nach fast zehn Jahren Beteiligung an der „Östlichen Grunaer Bucht“ haben wir eine einfache Frage gestellt: Was hat unsere Beteiligung eigentlich bewirkt? Eine Antwort darauf will einfach nicht kommen.

Vielleicht wäre diese Frage auch nach einer historischen Landtagswahl gar nicht die schlechteste Frage an die demokratischen Parteien: nicht nur, warum immer weniger Menschen ihnen zuhören – sondern ob Menschen noch selbst merken, dass es einen Unterschied macht, wenn sie sich demokratisch einmischen.

Ulrich Siegmund und die AfD haben darauf eine verführerisch einfache Antwort gefunden: „Alles ist möglich, wir müssen es nur machen.“ Auf ihren Wahlplakaten wird die AfD in ihrem Appell dann eben doch sehr konkret: „Hol Dir Dein Land zurück“ oder „Abschieben ab Minute eins“ oder „Bürokraten vom Acker jagen“. Das klingt nach schmerzhaften Situationen.

Die demokratische Antwort ist natürlich nicht, dass tatsächlich alles möglich wäre – das ist das Dilemma. Gewaltenteilung, Minderheitenrechte, Gerichte und Kompromisse begrenzen politische Macht aus gutem Grund. Aber in demokratischen Antworten sollte für Bürger dennoch wahrnehmbar sein, was möglich ist – und welchen Unterschied die Beteiligung des Einzelnen dabei macht.

Eine Demokratie, die ihre Bürger hört, ihnen aber ihre Wirkung nicht widerspiegelt, überlässt das Versprechen politischer Selbstwirksamkeit mehr und mehr ihren Gegnern.

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Es gibt 37 Kommentare

Auf Dr. Külow einprügeln und dann angesichts nicht unwesentlicher Fakten beleidigt das MfS wiederbeleben, so einfach kann man es sich machen, „EarlGrey“. Lobhudelei? Denkmal? Verschränkte Arme? Jünger? Ich bitte Sie! Ohne Dr. Külow wollen wir uns bitte noch lange nicht unseren Stadtrat vorstellen müssen.

Bei all der Lobhudelei hat Ursimursi doch glatt das Kapitel Bernau und Ostap vergessen. Ohaaa, fast hätte ich den Beton angerührt um Külow ein Denkmal zu setzen – mitten in die Einfahrt vom Garagenhof.
Die LVZ würde tags drauf titeln: „Das Lügendenkmal“. Und seine Jünger stehen mit verschränkten Armen drumrum (klar, das Foto käme wieder vom Kempner).

Versuchen wir es einfach mal mit, bei Ihnen lese ich immer nur Ukraine Krieg. Während ich die ganze Welt betrachte.

Hallo fra,
macht es Sinn, nochmal nach der Blase zu fragen, in der ich mich befinden würde, und rein interessehalber, in welcher Blase Sie sich selbst verorten? Oder wird es nicht substanzieller?
Manchmal hilft ein bißchen Helmut Schmidt anzugucken. Die Äußerungen zum staatlichen Miteinander, zu Interessen von Staaten, da sind schon einige interessante Gegenentwürfe zur aktuellen Politik. „Europa sollte sich nicht aufspielen“ und „wir werden auch mit Staaten auskommen müssen, deren Werteordnung wir nicht teilen“ sind zwei freie Zitate, die ich gerne teile.

Das ist keine qualifizierte Meinung, einem der aktivsten, dem sozialen Ausgleich wie kaum ein anderer verpflichteten Stadträte nicht unbösartig als „völlig Ahnungslosen“ zu denunzieren, zumal noch mit Frieden und Diplomatie zu verhöhnen. Was glauben Sie, „EarlGrey“, ist vor Jahrzehnten in Leipzig nicht alles an Grundstücken fahrlässig privatisiert worden, die nun eben nicht mehr für Ausweichschulen eingesetzt werden können? Nicht zuletzt waren Schulen mit Fördergeld abgerissen worden. „Greisensprecher“ und „Garagenversteher“? Geht’s noch? Was ist mit den Erhaltungsgebieten, für die Dr. Külow beträchtliche Verdienste hat? Und was mit dem Alarm vor einem Jahr, daß die hunderten Millionen Miese bekanntwerden konnten, durch die überwälzten Sozialausgaben? Während nahezu 70 andere Stadträte die Texte nicht zuende gelesen hatten, war es Dr. Külow, dem zuerst dämmerte, was nun Gemeingut ist: Leipzig ersäuft in den Miesen, und es wird der Kommune den Garaus machen, wenn es so weitergeht. Aber vom hohen Roß des Weltenretters und Vorkämpfers gegen das Automobil als solches spottet es sich schön über einen vermeintlichen Dampfplauderer. Genau solcher Hochmut treibt die Leute zur AfD. Und ansonsten will ich schwer hoffen, daß Sie einstmals aktiven Wehrdienst geleistet haben, so daß Ihnen klar genug ist, wie es ohne Diplomatie gehen kann, so daß Sie also persönlich geeignete Fertigkeiten in die Waagschale zu werfen imstande wären. Weltfrieden? Pah, wenn es doch auch anders geht!

Hallo Sebastian,
da ist schon wieder Ihre Blase, für sie gibt es nur den Ukraine Krieg. Die restlichen Kriege klammern Sie geflissentlich aus. Das stört wahrscheinlich Ihr Weltbild.
Aber leider sterben fast auf jeden Kontinent Zivilisten, was bedauerlicher weise nicht in unseren Medien so präsent ist.

Dass weltweit Zivilisten in Kriegen sterben, bestreitet vermutlich niemand; das ist auch nicht gut.
Und das Problem ist vielleicht weniger, dass es zu wenig Diplomatie gibt, als dass wir hier unter einem Artikel über demokratische Selbstwirksamkeit inzwischen über Ukraine, weltweite Kriege, Zivilistentote und Verkehrspolitik diskutieren…
Ich hätte auch noch ein spannendes Thema: Rüstungsproduktion in Leipzig, da wird ja schon heftig gejammert und protestiert.

PS:
Mehr Diplomatie ist zunächst ein allgemeines Prinzip. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie sie in einem konkreten Konflikt aussehen soll/kann und ob die jeweiligen Konfliktparteien überhaupt zu Kompromissen bereit sind. Noch dazu, wenn manche Parteien permanent Kriegsverbrechen begehen, die nicht geahndet werden können.

Hallo fra,
immer wenn Wörter wie „Narrativ“ fallen, dann wird es spannend. Danke für die Einladung!
Sind wir uns nun also doch einig, dass es nicht an „zu wenig Diplomatie“ liegt, dass noch Krieg dort herrscht? Weil darum ging es ja ursprünglich in Ihrem Kommentar.
–
In welcher Blase befinde ich mich Ihrer Meinung nach, und wo befinden Sie sich?
Sind wir uns darin einig, dass der Krieg von Russland begonnen wurde?
Denken Sie auch, dass die Angriffe der Ukraine auf zivile Ziele „außerhalb der Ukraine“ enden würden, wenn der Krieg vorbei wäre?
Vermuten Sie, dass es ein Selbstzweck der Ukraine ist, im Westen und sonstwo auf der Welt um Waffen und Unterstützung zu bitten und sich dafür zu verschulden?
Falls nein, was könnte der Grund nach Ihrer Meinung sein?
Ich denke, es geht der Ukraine nicht um die Unterjochung Russlands. Sehen Sie das auch so?
–
Und zum Schluss:
Kennen Sie die Rede von Präsident Putin zu Beginn des Krieges?
„Das Problem besteht darin, dass auf den an uns angrenzenden Gebieten – ich betone, auf unseren eigenen historischen Gebieten – ein uns feindlich gesinntes Anti-Russland geschaffen wird.“
–
Ich bin gespannt auf den Diskurs.

Wenn Sie mal aus Ihrer Blase rauskommen würden, würden Sie sehen das die ganze Welt schon brennt. Es ist aber immer so schön einfach in allen nur den Ukraine-Konflikt zu sehen. Dann müsste man sich nicht mit der riesigen Menge von toten Zivilisten beschäftigen, die außerhalb der Ukraine sterben. Da würde ja vielleicht das eigene Narrativ zerfallen.

Hallo fra,
> „Was ist denn an „mehr Diplomatie“ so schlimm.“
Nichts. Aber schlimm ist, wenn bestimmte Leute ignorieren, dass es jede Menge Diplomatie vor dem Krieg gab, nicht erst seit 2014. Bis hin zur Kanzlerin, die vor Ort per Labrador gedemütigt werden sollte. Noch schlimmer ist, dass von bestimmten Leuten nur für sich allein gebucht wird, dass sie den Frieden herbeisehnen und „die Anderen“ die waffengeilen Kriegstreiber seien. Es ist exakt so, wie EarlGrey sagt: Der erkennbare Wille fehlt aufseiten Russlands.
–
Hallo Christian,
ich wollte gar nicht so sehr in Zweifel stellen, wie gut und fundiert die Quellen zum Klimawandel und seinen Ursachen sind. Ich wollte darstellen, wie der Verlauf ins Abstrakte geht, wenn man von der puren Feststellung, DASS sich etwas ändert, zu den Ursachen und den persönlichen Behebungsmöglichkeiten geht hin zu den Möglichkeiten, was sich überhaupt ändern ließe. Das hat dann, ich versuche zum Artikel zurück zu kommen, mit dem persönlichen Auftreten und Sichtbarmachen zu tun und den Reaktionen darauf.

Hallo Sebastian,

* „Das Klima verändert sich“ – da gehe ich mit.

* „Der Mensch ist daran Schuld“ – im Grundsatz richtig, aber zu übervorsichtig.
Es handelt sich nicht mehr um eine bloße Hypothese.
Der IPCC hat das eindeutig formuliert. Von 2010-2019 wird die Erwärmung auf ca. 0,8…1,3°C beziffert. Davon sind ca. +/-0,1°C natürlichen Ursprungs.
Gerade weil die Wissenschaft die historischen Kalt- und Warmzeiten versteht (und die physikalischen Mechanismen dahinter), kann sie die heutigen Veränderungen konkretisieren.
Das ist also keine Glaubensfrage mehr und auch kein 50/50-Streitfall zwischen wissenschaftlichen Erklärungen.

* Ich denke, Sie sollten aus der wissenschaftlichen Unsicherheit über das konkrete Ausmaß keine Unsicherheit über den grundsätzlichen Zusammenhang machen.
Erstere ist erheblich, letztere nicht.
Dass Deutschland allein das Weltklima nicht rettet, ist korrekt. Daraus folgt aber nicht, dass weniger CO2 keinen Unterschied macht.
Ich stimme zu: Aus dem Fakt, dass der Klimawandel menschengemacht ist, folgt nicht automatisch dass jede Maßnahme, die als Klimaschutz verkauft wird, sinnvoll oder verhältnismäßig ist.
Da muss man für jede Maßnahme einzeln diskutieren.

Und zu Ihrem Henne-Ei-Problem: Wenn jeder sagt, ich mache erst was, wenn die anderen etwas tun, macht am Ende niemand was. Deutschland kann allein das Weltklima nicht retten, aber das heißt nicht, dass unsere Emissionsreduzierungen wirkungslos sind. Wir können aber gern darüber diskutieren, welche Maßnahmen wie viel bewirken und was sie kosten.

„Mehr Diplomatie“ (es ist ja nicht so, als gäb die es nicht) hätte einen Sinn, wenn beim Gegenüber ein gewisser Willen zu erkennen wäre.
Aber der eine will die Ukraine. Anderen wollen den Garagenhof. Ende dieser Geschichte.

Was ist denn an „mehr Diplomatie“ so schlimm. Ich für meinen Teil bevorzuge Zeiträume wo Menschen nicht wegen irgend etwas zu Tode kommen.

Klar will der Külow ein „gutes gesellschaftliches Miteinander“. Als völlig Ahnungsloser will man ja auch den „Weltfrieden“ und „mehr Diplomatie“.
Was Külow nur vergessen hatte zu erwähnen, war, wo denn dann die Grundschule gebaut werden soll. „Irgendwo an der Autobahn“ blieb dann halt weiter im Raum. Aber als Greisensprecher und Garagenversteher seiner Partei: Woher soll er das denn auch wissen? Und sein Wahlkreis isses auch nicht mal. Aber dampfplaudern. Das hilft ganz bestimmt. Auch beim Weltfrieden.

Die Garagenhöfe eignen sich augenscheinlich allerbestens, Ewiggestrige dingfest zu machen. Denn wer kann schon gegen Schulen sein!? Immerkünftige haben es sozusagen allerleichtestens, die Garagenverschwörung als solche herauszudestillieren. Denn alles liegt auf der Hand, und die Schuldfrage ist längst geklärt, wie in einer Nußschale sind die Faktenfeinde Külow (dem der Ehrentitel ‚Blindgänger‘ zuteil wird), Weickert und Siegmund versammelt, in flagranti. Die Medizin muß bitter schmecken, sonst wirkt sie nicht, die Sünder müssen mit dem Gesicht zur Ecke stehen und wimmern, sonst keine Weltenrettung, keine konsekutive Fahrzeugverschrottung, Trendumkehr, das ganze Lied. Der fließende Verkehr läßt nach? Hurra, nun muß der ruhende attackiert werden, Flächengerechtigkeitslyrik in Umlauf gebracht, Superblöcke herbeigeschwafelt und das Diktum von der ‚Diktatur des Auto‘ in den Ventilator geworfen werden. Das mag erfolgsversprechend erscheinen, ruiniert aber das gesellschaftliche Zusammenleben. Kann man das wollen? Dr. Külow etwa will gutes gesellschaftliches Miteinander, soviel kann ich verraten.

Hallo Christian,
dass die Leute sich trotz der vielen lenkenden Einschränkungen und Maßnahmen auf den Straßen inkl. PR auf den Bahnen („zusammen halten wir den Klimawandel auf“) weiter private PKWs kaufen, hatte ich nicht bestritten. Mein Punkt war „die Zahl der pro Tag fahrenden Autos pro Straße“, also die Ergebnisse der Zählstellen. Auf Basis dieser geringer werdenden Tageszahlen wurden in der Vergangenheit Spurzusammenlegungen und andere Umbauen mit gerechtfertigt. Und dann gabs plötzlich Stau. Beispiele gibts genug.
–
> „Ich finde, Ihr Vergleich mit den Straßen und Bahngleisen hinkt.“
Der war ja auch bewusst Quatsch. Aber eben allein schon deswegen, weil im ersten Wortlaut „den lieben Autofahrern“ der Vorwurf gemacht wurde, sie hätten die Wasserdecke der Harkortstraße abgenutzt. Was ja so ungefähr der zu erwartende Effekt ist, wenn eine Straße genutzt wird. Oder wenn ein Zug eine Schiene befährt. Irgendwann ist sie halt hin.
–
> „Widerspruch zu einer politischen Entscheidung ist keine Faktenfeindlichkeit. Widerspruch zu überprüfbaren Tatsachen dagegen schon.“
Da kann ich mich gut anschließen. Eine Grauzone wird es aber auch da geben, Beispiel Klimawandel.
1) DASS sich etwas verändert, scheint mir einfach darzulegen. Extremwetter häufen sich, Blühzeiträume in der Natur verlegen sich im Jahr nach vorn, es wird vermehrt nach Klimaanlagen verlangt etc.
–> Es gibt auch da Leugner der Fakten, aber die Masse ist es nicht. Die Leute merken es ja.
2) Dass wir SCHULD sind mit unserem Handeln, das ist schon etwas abstrakter. Es gibt Studien dazu, die darlegen, dass 200+ Jahre Kohlenstoffverbrennung durch den Menschen etwas mit der Atmosphäre tun.
–> Anhand der vielen Wechsel an Warm- und Kaltzeiten in der langen Erdgeschichte „kennt“ man den Effekt und hält ihn für plausibel, aber unser Zutun wird stellenweise angezweifelt. Aber es ist auch vielen Leuten plausibel geworden, dass die Erwärmung gerade in dieser hohen Geschwindigkeit auf unser vergangenes und aktuellen Handeln zurückgeht.
3) Dass wir in der jetzigen Situation, wir in der Westwelt oder konkret wir in Deutschland, oder der kleinen Stadt Leipzig, durch Veränderungen unseres Handelns HEUTE etwas am Effekt DEMNÄCHST ändern, die Kipppunkte also umschiffen und die möglicherweise katastrophalen Folgen verhindern können, dazu muss man schon deutlich mehr Glaube und Hoffnung haben. Bestimmte Annahmen vorausgesetzt (genug Länder machen mit, genug Länder folgen, die Berechnungen und Vorhersagen stimmen) wird es eine bessere Zukunft geben können.
–> Der Sinn für „Veränderungsstress“ und Komforteinbußen wird von vielen Leuten nicht gesehen. Viele Ungläubige, viele Zweifler. Mindestens klimatische Agnostiker sind viele und haben keine Lust.
–
Die Faktenlage ist von 1) bis 3) gegeben, folgt man „der Wissenschaft“. Aber bißchen dünner wird es nach hinten hin schon. Wenn wir jetzt alle die, die „der Faktenlage“ nicht in jedem Punkt folgen direkt abstempeln und wegtun, dann wird uns als Gesellschaft einiges an Kraft flöten gehen. Dafür haben wir dann aber Tempo-30-Zonen überall durchgesetzt, um im Bild zu bleiben. Kann aber gut sein, dass es dann genauso heiß sein wird also ohne, weil unser ganzer Zoff und Zersetzen nichts fürs Klima gebracht haben. Und wenn sich Leute sichtbar machen, wenn sie ihre Meinung äußern und die Stempellei in den Medien und anderswo losgeht, dann macht das eben was mit einem. Und wehe, man verschränkt dann noch die Arme auf dem Pressebild.

Hallo Sebastian,

es werden in Leipzig tatsächlich mehr Autos, statt weniger.
Die Kfz werden auch permanent größer (breiter), durch die PKW selbst und durch die Zunahme von gewerblichen Fahrzeugen.
Auch gibt es in letzter Zeit recht viele, und auch größere Baustellen und Sperrungen in Leipzig.
Das wären für mich ziemlich schlüssige Gründe für Staus.
Welche Zahlen stehen für Ihre Vermutung?

Benzinpreise würde ich jetzt nicht in Zusammenhang mit dem Aus des VW-Werks sehen.
Zudem denke ich, dass eine permanente künstliche Absenkung dieser Preise die „fehlende Erzählung“ und ein resultierendes Handeln (sehe ich auch so) in Deutschland nicht ansatzweise kompensieren kann. Maximal etwas unterstützen könnte man dadurch.

Ich finde, Ihr Vergleich mit den Straßen und Bahngleisen hinkt.
Während Straßen zu einem Großteil durch den MIV strapaziert werden, sind Gleise einem sehr effizienten Verkehrssystem zuzuordnen.

Was mir beim Lesen der Kommentare noch auffiel:
Widerspruch zu einer politischen Entscheidung ist keine Faktenfeindlichkeit.
Widerspruch zu überprüfbaren Tatsachen dagegen schon.

Generell finde ich es wenig hilfreich, wenn Menschen mit einer sachlich berechtigten Kritik schnell in Schubladen wie „Ewiggestrige“, „Freaks“ oder „Faktenfeinde“ gesteckt werden; allerdings ebenso wie umgekehrt jede unbequeme Tatsache als Ideologie von Altparteien abzutun.
Man muss dem anderen nicht recht geben, aber man sollte ihm wenigstens zugestehen, dass er mit sachlichen Argumenten ernsthaft mit am Tisch sitzt.

Hallo EarlGrey,
> „…dann sind das einfach Faktenfeinde.“
Trotz dass seit Jahren die Straßennutzungszahlen mindestens in unserer Stadt sinken, also die Zahl der pro Tag fahrenden Autos pro Straße geringer wird, entsteht zunehmend Stau. Was uns gesagt wird ist, dass das nicht an den letzten Umbauten der Straßen liegt, sondern an den Autos selbst. Sie seien zu viele; sie seien der Stau.
Wie gehen wir denn nun mit diesen Leuten um, die wir beide als „Faktenfeinde“ identifizieren?
Fakten gibt es unendlich viele. In Ihrer Sache werden sie bestimmte Fakten wichtiger priorisieren als andere Leute das tun. Ihr Bewertungsmaßstab für „sind doch bloß Greise“ sowie „die Guten“ hält wenig stand. Ich habe beim Lesen Ihrer Texte oft das Gefühl, Sie sind ähnlich frustriert wie die Leute, die sich „breitbeinig vom Kempner ablichten“ ließen. Abgesehen davon, dass auf dem Bild nur einer breitbeinig steht… irgendwie eine wenig realitätsnahe Vorstellung, dass sich Männer vor dem Fotografen positionieren und ihm sagen, wie er sie ablichten soll. Wozu dieses Übertreiben des eigenen Stereotyps? Boomerhass?
–
Dass die AfD völlig irre am Rad des Populismus dreht, dass sie den Hass auf „die da oben“ anheizt und eigentlich selbst dazu gehört, dass es die potentiellen Wähler nicht stört, wenn der „Zugezogene“ Höcke die Simson-Ost-Identität fürs Rattenfangen nutzt, dass sie mit stumpfen Ideen wie „raus aus Europa“ und „Migranten weg“ noch kein einziges schlüssiges Konzept für die unterschiedlichsten Themen hat, nervt mich genauso. Es wird alles nur noch schlimmer machen, was man simpel an einigen Fakten erklären kann. Aber eine gute Erzählung, schlüssige Ideen der „Altparteien“ zwischen Alternativ und Konservativ wären eben auch mal eine gute Maßnahme, um die 44 % zu senken. Und während Polen ein Gesetz zustande bringt, was den Sprit halbwegs wirksam deckelt, und überhaupt rund um uns herum der Sprit günstiger ist, freuen sich hierzulande einige Leute, dass der VW baden geht. Ich hab noch nicht so ganz verstanden, welche Art Job diese Leute haben, aber es scheint mir Teil des Problems zu sein.

Na wir nähern uns des Pudels Kern. Konkret: Auf den oft zitierten beiden Garagenhöfen in Anger-Crottendorf gibt es 179 Garagen. Keine Ahnung, wie viele Autos da überhaupt drin stehen. Auch keine Ahnung, wie viele Pächterinnen und Pächter dahinter stehen. Aber unter diesen gibt es welche, mit denen man wunderbar reden kann. Die haben sogar Argumente. Toll!

Es gibt aber auch in Anger-Cottendorf (oder in der Katzmannstraße oder wo auch immer) exakt eine handvoll Leute, die, wie in der Studie von Schmidt-Lux zu Garagenhöfen als Sozialräumen auch herausgearbeitet, sehr laut sind, sich in Unwahrheiten und Verschwörungsmythen ergehen. Und sie sind auch fünf Jahre nachdem sie sich vom Kempner in der Einfahrt des Garagenhofs breitbeinig haben ablichten lassen, kein bisschen schlauer. „Es gibt keine Kinder in Anger-Crottendorf.“ „Grundschule ja, aber nicht auf dem Garagenhof, gern irgendwo an der Autobahn.“ „Mit Grundschule wird es einen Verkehrsinfarkt geben.“ „Wo soll ichn dann parken.“ „Die Grünen nehmen uns das Auto weg und zwingen uns aufs Fahrrad.“ „Das wird hier eine linksgrüne Umvolkung im Schatten der Pandemie.“ Ja, es kann doch nicht sein, dass sich vor Ort was verändert. Die Welt steht schließlich still. Steht sie natürlich nicht. Aber wenn man sowas öffentlich von sich gibt, kann es schon sein, dass einem dann unterstellt wird, man interessiere sich gar nicht für das eigene Umfeld, sondern nur für sich selbst. Und wenn das bei dieser handvoll Leute auch noch fünf Jahre später so ist, dann sind das einfach Faktenfeinde.

Und in dieser Gemengelage sind Blindgänger wie Külow keine Hilfe, der in irgendeinem Vorwahlkampf ans andere Ende der Stadt reist und den Pächterinnen und Pächtern das Blaue vom Himmel verspricht. Seine „Parteifreundin“ (keine Knechtin!), deren Wahlkreis Anger-Crottendorf ist, steht während seiner Rede neben ihm, übrigens genau so wie Schmidt-Lux, und sagt kein Wort. Sie weiß eben ganz genau, dass man mit gewissen Leuten einfach nicht reden braucht. Denn die wissen eh alles besser. Und Külow hat das eben noch mal, verklausuliert zwar, bestätigt. Das Beispiel zeigt: Külow ist Weickert ist Siechmund. Das am Ende Menschen von Politik enttäuscht sind, weil sie fürs eigene politische Fortkommen verarscht wurden, ist mir klar.

Fazit: Solche Leute (ob auf Garagenhöfen, der Straße oder im Kommentarbereich der Facebook-Seite der LVZ), die trotz intensiver Bemühungen aus Verwaltung (zig Bürgerinformationen), etc. immer noch Faktenfeinde bleiben wollen, haben sich für einen Diskurs disqualifiziert. Oder wie Schmidt-Lux 2024 schrieb: „Grundbedingung [für eine Debatte] ist intensive, offene und verlässliche Kommunikation von allen Beteiligten, kombiniert mit wechselseitigem Vertrauen. Das klingt nach Binsenwahrheit, ist nach unseren Beobachtungen jedoch derzeit durchaus eine Baustelle. Ohne hier in Details gehen zu wollen: Zu oft stießen wir auf Zuschreibungen und Unterstellungen von A gegenüber B, auf das Absprechen von legitimer Mitsprache, auf grundsätzliches Misstrauen gegenüber demokratischen Prozessen. Ohne eine solches Fundament werden kaum die einfachsten Probleme zu lösen sein, noch wird es mit darüber hinausreichenden Ideen etwas werden. Das gilt nicht zuletzt deshalb, weil hier mit Vergangenheit umgegangen werden muss, zugleich aber auch über – notwendig offene – Zukunft gesprochen und geplant wird.“

Und um ganz zum Schluss mal noch auf den Beitrag zukommen, unter dem wir hier kommentieren: Ja, es gibt doch wirklich Parteien (nicht nur eine), die das „grundsätzliche Misstrauen gegenüber demokratischen Prozessen“ anheizen und für sich nutzen. Und wer darin der Bessere ist, bekommt auch 44% in ST.

Hallo Rudi,
Hier ging es nicht um die Gutshofstraße. Und in dem Artikel von damals, den Sie verlinken, ging es nicht um „noch mehr“ Stellplätze, sondern um weniger durch die Maßnahme.
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Hallo EarlGrey,
Ich habe verstanden: Sie meinen all das Geätze gegen Alte, Dieseldieter und die ganzen Fritzen gar nicht generell und verallgemeinernd, sondern bezeichnen ausschließlich diejenigen Leute so, die sich in ihren Augen selbst „disqualifiziert“ haben. Wovon eigentlich disqualifiziert?
Fakten zu benennen und mit Fakten zu argumentieren ist eine gute Grundlage zum diskutieren. Aber auch wenn ein sehr beliebter linker Themeneinstieg „Studien besagen, dass…“ ist, bleibt es immer eine Sache der Politik und damit der Abwägung, wie man die „Fakten“ gewichtet und auslegt. Und über Themen wie Braunkohle, Sonderzeichen in Wörtern oder Mehrzylindermotoren werden alle Seiten ganz viele dieser Fakten kennen und präsentieren. Dass Sie der Meinung sind, die einzigen und richtigen Fakten zu kennen, wird wohl weiter Stoff für Diskussionen bieten. Wahrscheinlich auch mit und über Ihre „lieben Autofahrer“, die die Dreistigkeit besitzen die Straßen zu befahren und damit die Wasserdecke zu strapazieren…
Sind Sie eigentlich auch auf die Bahnfahrer sauer, wenn mal wieder an Gleisen gebaut werden muss?

Die Diskussion um die Gutshofstraße habe ich nie verstanden. Dort gibt es massig freie und kostenlose Stellplätze. Wesentlich mehr als Bedarf besteht. Warum genau hätte man dort noch mehr Stellplätze schaffen sollen? Jetzt hat man eine gut nutzbare Straße, die den tatsächlichen Bedürfnissen wesentlich näher kommt als vor der Sanierung.
https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2022/07/der-stadtrat-tagte-keine-extrawurst-fuer-die-gutshofstrasse-in-boehlitz-ehrenberg-video-461805

Wie ich zu solchen „garstigen Kategorien“ komme? Durch Erfahrung. Leider. Gegen Bauchgefühle kann ich mit Fakten nicht anargumentieren. Kann auch niemand in Sachsen-Anhalt.

Und ja klar leben wir über unsere Verhältnisse. Der Globale Norden lebt auf Kosten des Globalen Südens und allgmein zukünftiger Generationen. Aber versuche das mal denen zu erklären, die über „Spritpreise“ jammern.

Echt, das Wort „Pöbel“ fließt Ihnen ohne weiteres aus der Feder, „EarlGrey“? Zu „Faktenfeinden“ haben Sie klare Vorstellungen? Wie kommen Sie zu solchen garstigen Kategorien? Mit denen man Schaden anrichtet und keinen Schritt weiterkommt. Notorisches Verteilen von bitteren Pillen für die Majorität zertrümmert noch jedes Gemeinwesen. Etwa mit dem Impetus, alle hätten über irgendwelche Verhältnisse gelebt. Das stimmt nicht, und selbst wenn es so wäre, wird damit niemand, dem/der/das das vorgehalten wir, aus ganz vielen unterschiedlichen Gründen mit so einer Bezichtigung irgendwie hinter’m Ofen hervorgeholt, oder „abgeholt und mitgenommen“, wie Wiglaf Droste vor Jahren schon spottete. Der stellte einem so überschriebenen Text den Satz voraus: „Ist es wieder soweit, werden wieder Menschen – mitten in Deutschland – abgeholt?“ Man muß nicht einfach glauben, trickreiches Change-Management brächte die Leute überallhin, das ist ja gerade offenduchtlich. Und bemerkenswert erscheint mir noch die unterschwellige Ironie von „Alles ist möglich“. Denn wortwörtlich kann den Spruch nicht mal der verstockteste AfD-Wähler nehmen.

Tjaha, was gabs denn alles für die „reichlich 600.000 Euro“ in der Harkortstraße? Da hat nämlich noch jmd mitgebaut. Dass „zeitnah die Straße verändert werden kann“, ist ein Märchen. Radfahrstreifen hätte man jederzeit aufbringen können. Das wurde aber eben erst gemacht nachdem die Wasserwerke durch und die Fahrbahndecke verschlissen waren (die lieben Autofahrer wieder). Wir wollen ja nicht, dass sich der Wutbürger erregt, dass nach einem halben Jahr neue Fahrbahndecke diese wieder aufgerissen wird für die Wasserwerke. Gell. Achja, Bauleistungen haben sich zudem in den letzten vier Jahren arg verteuert.

Dass es „am Rathaus“ immer noch keine Veränderungen gibt, hat inzwischen auch die CDU-Fraktion verstanden, nachdem sie einen Antrag dazu stellte. Fakt ist, wenn die Planer der Stadt diese Ecke umplanen sollen, rücken andere zu planende Ecken wieder nach hinten. Diese dann neue Reihenfolge müsste man besprechen. Keine Ahung wie das im FA Stadtentwicklung und Bau ausging. Aber ich bin mir sicher, dass es die Leute an den anderen Ecken sicher freuen würde, noch länger zu warten.

Und ja, ich ärgere mich über bestimmte Leute. Diese Leute müssen von mir nicht diskriminiert werden, die haben sich öffentlich selber disqualifiziert. Das sind Menschen, die wenig Ahnung aber viel Meinung haben. Und es sind genau solche Menschen, die Siechmund abholen kann mit seinem inhaltsleeren „Alles ist möglich“.

Ich habe den Eindruck, dass solche Faktenfeinde immer mehr werden. Daran hat sicher auch die, fremdbenannte, etablierte Politik ihren Anteil dran, weil sie nicht mehr erklärt. Erklären kann man auch nicht, wenn man nicht mehr in der Fläche präsent ist. Es hat aber auch der Pöbel eine Mitschuld, weil er nicht mehr nachfragt. Warum auch, er weiß es doch eh viel besser. Schliesslich hat er es im Internet gelesen. Das freut wiederum Siggi.

Hat Ritter Siegmund jetzt schon seine Rouladenkönigin gerettet? Mit Eier machen hat er es ja eher nicht so.

Hallo EarlGrey,
schade, dass Sie sich weiterhin so abfällig ärgern über die Bevölkerungsgruppe, die Sie nicht leiden können. Wenn man eine bestimmte Gruppe aus einer Menge herauspickt und sie pauschal diskriminiert oder beschimpft, da gabs glaube schon einen Begriff dafür, oder?
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Niemals nicht ein Kinderwagen…also selbst wenn es pro Tag zehn Stück wären, und die auch noch entgegengesetzt auf der gleichen Straßenseite dort flanieren würden, kämen die bei Fußwegen mit 2 m Breite locker aneinander vorbei. Auch in 20 Jahren noch. Und ja, es gibt Dinge, die üblicherweise nicht jeder Privatmensch finanziert, sondern der Staatstopf. Was davon weiter finanziert werden soll, und was umverteilt, darüber kann man diskutieren. Aber es ist reine Politik, mehr nicht. Man kann auch diskutieren, wie ein Seeufer aussehen soll und sich daran beteiligen, seine Meinung einzubringen. Aber man kann auch all das ignorieren und die Leute als Freaks, Greise und sonstwie abwerten…
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> „Und wenn das Geld eben nicht reicht, dann muss eine Ampel auch mal un-umprogrammiert bleiben.“
Die Gesamtkosten der Maßnahme Harkortstraße sollen sich auf reichlich 600.000 € belaufen, davon reichlich 40.000 € für die Markierungen. Dass es am Geld lag, dass die Ampel nicht umprogrammiert wurde, halte ich nicht für glaubhaft. Es wurde einfach nicht ernsthaft angepackt, damit zeitnah die Straße verändert werden kann. Und damit hat man es mal wieder halbherzig gemacht. Ärgerlich und unnötig aus meiner Sicht.
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> „Die Autos stehen dann eben in der ersten Woche zwei Kreuzungen weiter. Vielleicht auch noch in der zweiten Woche. Dann ändert sich das, denn man passt sich an.“
Abgesehen davon, dass die Strecke zwischen Neuem Rathaus und der Kreuzung Bebel-Straße so kurz gar nicht ist, sondern mehrere hundert Meter lang, ist Ihre Vermutung zur Anpassung der Leute wenig schlüssig. Bei der Situation Neues Rathaus stadtauswärts gibt es nun seit Jahren Stau, ohne dass die Ampel oder das Verhalten eine Anpassung erfahren. Jahre!

Stimmt. In der Barnecker Straße werden auch noch die nächsten 1000(!) Jahre die Greise wohnen, die heute die Hand in der Tasche ballen.
Da wird sich niemals nicht ein Kinderwagen hinverirren.

Was viele auch nicht verstehen, Städtebau betreibt man nicht für die nächsten fünf Minuten, sondern für mal mindestens die nächsten zwei Generationen. Da sollte man sich überlegen, ob man irgendwo eine vierstreifige Straße durchballert.

Und ja, man kann Auto und Kinder. Wenn doch nur die lieben Autofahrer für einen Stellplatz bezahlen würden. Dann gäbe es beides. Da aber die wahren Kosten nicht übernommen werden wollen, strich die LWB in der Beimler-Straße eben das Mobilitätsdeck unter der Sprothalle der dort entstehenden Schule.

Und siehe da, wie so oft hängt es am Geld. Deshalb bauen wir die Radinfrastruktur nicht auf einmal, sondern nacheinander. Und wenn das Geld eben nicht reicht, dann muss eine Ampel auch mal un-umprogrammiert bleiben. Die Autos stehen dann eben in der ersten Woche zwei Kreuzungen weiter. Vielleicht auch noch in der zweiten Woche. Dann ändert sich das, denn man passt sich an.

Hallo TLpz,
für Andere wird auch der Punkt „neue Sporthalle“ kein valider Punkt sein. Ist es nicht höchst persönlich, worüber sich „aufzuregen“ lohnt?
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> „Und ja, wer Autos den Kindern vorzieht ist ein Ewiggestriger.“
Ich lese da den konstruierten Konflikt des „Stadt für Menschen statt für Autos!“. Es geht bei beidem um Menschen, denn die Autos dienen den Besitzern. Und ich bin gar nicht mal grundsätzlich dagegen, dass auch mal ein Garagenhof schließen muss, aber dieser genannte künstliche Konflikt verlangt eben, dass es eine Entscheidung gibt. Kinder ODER Autos. Das stört mich, denn es geht beides, wenn man möchte. In der Praxis nicht für 150 Autos (wie viele waren es?), aber diese grundsätzliche Streichung, die aus der binären Entscheidung „Menschen statt Autos“ folgt, die lehne ich ab. Natürlich kann man eine Schule bauen UND die dann fehlenden Stellplätze versuchen zu teilkompensieren. Wer das fordert ist nicht in der falschen Farbe unterwegs, sondern er sucht ausgewogene Politik! Natürlich kann man die Harkortstraße praxisgerecht mit Radstreifen versehen, aber muss man dann bei der Kreuzung vorm Neuen Rathaus die Hände heben und sagen „so, jetzt kümmert euch halt irgendwie, denn es wurde für Radfahrer entschieden?“ Stadteinwärts stehen die Autos nun bis Kreuzung August-Bebel-Straße. Weil vorn am Neuen Rathaus die wartenden Rechtsabbieger alle Geradeausfahrer auf der einen Spur, die es noch gibt, behindern. Weil die Ampelschaltung weiterhin phasenversetzt geradeaus und rechts schaltet. Wem nützt so ein Dilettantismus? Warum möchte man es nicht ordentlich machen?
Wer hier verspricht „alles ist möglich – Radweg UND Autoverkehr“, der hätte ein deutlich besseres Konzept, wenigstens IM VERSUCH, als die binäre Entscheidung „Garage oder Kinder“. Und was mir noch einfällt: Ein Ewiggestriger ist eine deutlich zutreffendere Beschreibung als der rechte Stumpfsinn, mit dem es sich Mancher einfach machen möchte.
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> „Vielleicht freuen sich ein paar Eltern mit Kinderwagen, dass sie jetzt auf ordentlichen Fußwegen aneinander vorbei kommen?“
Schauen Sie sich die Barnecker Straße gern an, wenn es die Zeit hergibt. Kinderwagen tragen war ein witziges Bild von Ihnen , aber das wäre gar nicht nötig. Solche Wagen gibts dort nur sehr vereinzelt, wenn überhaupt. Es ist eine graue Pflasterwüste links und rechts entstanden, die wenige Leute nutzen, aber die zentrale Regel der Fußwegbreite fand ihre Umsetzung. Aus Prinzip. Nötig ist sie so wenig wie die Größe der Dienberg´schen Radbrücke am Heuweg. Aber da wären wir bei einem neuen Suppenthema der Meinungsäußerung…Frohes Schaffen!

Herr Merz nachdenklich, ach was … Herr Merz hat innerhalb kürzester Zeit alles geschafft, was sein Auftrag war. Den Rest der wirtschaftlichen und sozialen Substanz dieses Landes ans internationale Finanzkapital verschachert und die Weiche Deutschlands auf den direkten Weg in einen Krieg, der keine Gewinner haben wird, gestellt. Mit dem Duktus der Feind steht wieder mal im Osten nicht im Südosten wird der Anschlag auf die strategische Energieversorgung klein gespielt und verschleiert aber der Sender Gleiwitz steht nun mal heute am Leipziger Flughafen. Der Mohr, würden Rechtsradikale behaupten, hat seine Schuldigkeit getan, dass weiß er selbst. Er hängt nicht mehr an seinem Posten, den rückgängig machen kann man seine epochalen Entscheidungen nicht mehr. Er wird demnächst gehen, oder sich zurückziehen, denn geschafft hat er es, eben in kürzester Zeit. Ja dem Schwarzen Mann wird Black Rock schon entsprechend danken. Selbst Angela warnte eins vor ihm, vor ihrem eigenen Blackout.

Sebastian, jetzt löffeln Sie in Ihrer Suppe (deren Farbe mir recht egal ist) und holen den einzig validen Punkt Ihres Eingangsposts heraus, der wirklich etwas krude läuft. Die Parkplatzgeschichte an der neuen Sporthalle ist wirklich nicht durchdacht und der Verweis auf die nahe Haltestelle lebensfremd. Bei den Garagenhöfen allerdings ignorieren Sie geflissentlich, warum diese beräumt werden sollen: Für Schulen. Und ja, wer Autos den Kindern vorzieht ist ein Ewiggestriger. Und wenn in einer sanierten Nebenstraße Parkplätze entfallen, dann ärgern sich die Anwohner zumeist über die direkt vor ihrem Haus entfallen kostenfreien Abstellmöglichkeiten für ihre Privatgegenstände auf öffentlichen Flächen und vergessen, dass es noch andere Verkehrsarten gibt. Vielleicht freuen sich ein paar Eltern mit Kinderwagen, dass sie jetzt auf ordentlichen Fußwegen aneinander vorbei kommen? Ja ich weiß, Sie hätten dafür nur 1,20 m gebraucht oder hätten einen Kinderwagen über den anderen gehoben…

> „einen großen Topf auf den Herd gestellt, einmal umgerührt…“
Hallo EarlGrey,
Starke Geschichte zum Einstieg!
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> „… und es schmeckt irgendwie braun.“
Aber dran naschen wollten Sie trotzdem?
Zur Einordnung: Ihre Gegenrede, die beschriebenen Sachen in meinem Kommentar wären irgendwie „braun“, ist eine gute Fortführung meiner Schilderungen. Quasi ein Livebeispiel. Wer „der Sache“ nicht folgt, der ist ein Faschist, egal ob mit Parteibuch der Linken, oder ob politisch neutral, oder gelegentlicher AFD-Gegenredner. Wenn „ihr“ all das, was es jenseits von links-grün (ich weiß, problematischer Begriff) noch gibt, in die braune Soße tunkt, wird es so derart beliebig, dass es keiner mehr ernst nehmen kann. Das es dann auch zunehmend egal wird, wer wen so bezeichnet.
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> „„Bürgerbeteiligung (bedeutet) nicht, dass sich jede Forderung durchsetzt.““
Komplett wahr. Es wird nur komisch, wenn es über die Jahre einseitig wird, WAS sich so durchsetzt. Und wenn es eine gewisse Menge an Leuten ist, die eine bestimmte Forderung haben, dann wird es eben relevant.
Zu einem Sportturnier kommen die Leute mit ihren ganzen Utensilien. Beginnend bei Bällen, Schuhen, Schlägern, Wechselsachen, Catering, Sitzbänken und Klapptischen. Die Spieler kommen auch nicht mit der Straßenbahn, sobald der Teilnehmerkreis größer als die eigene Stadt ist. Dazu Zuschauer, vielleicht auch ein zwei Schiedsrichter,je nach Sportart und Liga. Sich zu melden und zu sagen, dass dafür eine passende Menge Stellplätze nötig ist, ist keine Frage von Nazi oder Nichtnazi, sondern von einer Anerkennung von Tatsachen. Was daran schmeckt Ihnen nicht, wenn sich die Betroffenen vor Ort so beteiligen, dass sie eben ihre Lebensumstände berücksichtigt sehen wollen?
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> „Vielleicht hat daran auch eine CDU eine Mitschuld…“
Aus meiner Sicht ganz klar! Dass es die blaubraunen überhaupt gibt; dass sie so unglaublich groß geworden sind, ist klar eine Mitschuld der CDU. Und diletantisch was von Zahnarztterminen zu posaunen, oder das oft tatsächlich nervige Stadtbild so zu erzählen, wie es ein Herr Merz machte, hilft absolut nicht den Schaden zu reparieren.

Alles was recht ist, aber Dr. V. Külow mit U. Siegmund quasi gleichzusetzen, werter „EarlGrey“, ist sehr ungezogen, gelinde gesagt, es ist grotesk und nicht akzeptabel. Während der Autor und ein paar andere konstruktiv reflektieren, zeigen Sie in eingeübte Richtungen. Es reicht im gesellschaftlichen Zusammenleben einfach nicht, etwa die lokale Kohlendioxidemission als Generalkriterium für Entscheidungen aller Art anzusehen und nun auf Garagenhöfen rumzureiten, auch wenn dort u.a. die nun ins Gerede gekommenen Summis am Laufen gehalten werden.

Was drückt es, um das Thema etwas zu erweitern, eigentlich aus, wenn das Bachfest irgendwo am Störmthaler See einige Hektaren an Aufforstungsfläche zur Kompensation der Anreisewege der Bachfestgäste quasi für sich verbuchen zu müssen glaubt? Die schiere Angst, den Hintern angesichts drohender Vorwürfe nicht rechtzeitig an eine nächstliegende Wand zu bekommen? Was für ein moralischer Verschiebebahnhof, für eine virtuelle Verrückung!

Und ja, Beteiligungsformate werden unausgewogen bespielt, ob sich das ohne weiteres ändern läßt, wird sich zeigen.

Ach, und ich vergass zu erwähnen. Wie meinte die CDU-Fraktion kürzlich: Zu Bürgerbeteiligung kommen eh immer nur die „falschen Menschen“.

Ohje, jetzt hat hir im Kommentarbereich aber jemand einen großen Topf auf den Herd gestellt, einmal umgerührt und es schmeckt irgendwie braun.

„Bürgerbeteiligung (bedeutet) nicht, dass sich jede Forderung durchsetzt.“
Danke für diesen Satz! Den haben viele nämlich noch nicht verstanden. Der Vorkommentator nicht, die Freaks aus Böhlitz und vom Garaganhof in Anger-Crottendorf nicht. Volker Kühlow nicht, der in diesem Zusammenhang nicht besser ist als Siechmund mit „Alles ist möglich“.
Klar kann man 35 Jahre pennen und die Bedarfe einer wachsenden Stadt aktiv ignorieren, dann rumweinen, man „werde nicht gehört“ und schliesslich die blaubraunen wählen.

Vielleicht hat daran auch eine CDU eine Mitschuld, die die Leute lieber malochen schicken will, statt ihnen einräumt, Zeit zu haben sich fürs eigene Umfeld zu interessieren. Analog: „Vertrau uns – wir kümmern uns.“ Ist das nicht der Leitsatz der sächsichen CDU?

Der Fal lStörmtaler See ist allerdings mit den hier o.g. Fällen absolut nicht zu vergleichen.

> „Nach der schweren Niederlage seiner CDU trat ein Politiker vor die Presse, der sonst gern Entschlossenheit demonstriert – diesmal wirkte er beinahe demütig.“
Das war auch mein Eindruck, ohne ein großer Fan von ihm und seiner Wortwahl in den verschiedenen Situationen zu sein. Auch in der Sächsischen Zeitung kamen diese Art Kommentare als Reflektion seiner Reaktion. Um so mehr wunderte mich, wie sich Ihr Kollege Köhler hier mal wieder an ihm abarbeitete:
https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2026/09/43-bis-60-prozent-der-waehler-in-sachsen-anhalt-fuehlten-sich-von-friedrich-merz-emotional-abgeholt-ein-kommentar-669815
Nebst Kommentaren zu seiner Frisur nebst weiblich-machung seines Genders seitens der Chefetage in einem anderen Artikel. Aber gut, so bleibt es hier Pluralistisch und insofern danke für Ihren Beitrag, der gut tut.
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Überhaupt finde ich ihn als eine interessante Analyse zur Unzufriedenheit. In Böhlitz-Ehrenberg wird eine kleine Nebenstraße nach den zentralen Maßstäben des fernen Neuen Rathauses saniert, mit 2,5 m breiten Fußwegen, ungeachtet der Wünsche und Bedürfnisse der Leute, die dort leben und sich zu Wort melden. Eine Sporthalle dort wird neu gebaut mit viel zu wenig Parkplätzen, ungeachtet der Sportler und potentiellen Nutzer, die sich melden, mit Hinweis auf die nahe Straßenbahnhaltestelle seitens der Planer. Garagenhofmieter protestieren gegen die Kündigung und den Abriss, und werden in der Luft zerrissen als Ewiggestrige, als Dieseldieter und Halbnazis („sagt eine Studie“). Selbst die Stadtratsfraktion, die sich dort mal umhört und irgendwie Verständnis entwickelt, wird beschimpft und sonstwie verdächtigt.
Der Radfahrer, der seit 10 Jahren in dieser Stadt fährt und überall hinkommt, der darf sich am Besten auch nicht beteiligen, wenn er nicht 100 % hinter jedem neuen überbreiten Radweg steht. Denn er ist kein guter Radfahrer, er ist „gegen die Sache“.
Bei der Umfrage auf Arbeit, wer unter den Kollegen noch für die Senkung der tariflichen Arbeitszeit von 38 auf 35 Stunden ist, wird vonseiten der Fragenden nicht gewollt, dass es auch Stimmen für bleibend „hohe“ Arbeitszeit gibt. Das ist im gewerkschaftlichen Kontext einfach nicht vorgesehen, so wie es anderswo im Verkehrssektor, Verzeihung: neuerdings Mobilitätssektor, nicht vorgesehen ist, dass die politische Richtung eventuell auch andere Wege kennen könnte, als das, was Andere als „zeitgemäß“ vorgeben.
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Das haben Sie erlebt, Herr Beutner, und das haben auch Leute erlebt, die nach einer Petition im Stadtrat abgewiegelt wurden, oder nach Engagement im Stadtbezirksrat. Die AfD wird von diesen Dingen wahrscheinlich genau gar nichts besser machen. Aber um Sachgründe gehts bei Frustration, und speziell beim Protestwahlverhalten eben nicht, genau wie Sie das wirklich gut an einem Aspekt erklären.

Die Enttäuschung der Menschen, die sich immer wieder beteiligt haben, die 10 Jahre lang auf eine längst fällige Veränderung am Störmthaler See gewartet haben, kann ich gut verstehen. Allerdings gibt es nicht einen einzigen Grund, eine rechtsextreme Partei, nämlich die AfD, zu wählen. Deren Ziele kann man nämlich nachlesen. Das sollten die enttäuschten Menschen unbedingt tun. Kann man denn vergessen, welches Unglück der Rechtsextremismus über die Menschheit gebracht hat?

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