An einem Umspannwerk beim sächsischen Graustein im Landkreis Görlitz wurden weitere in Eigenregie hergestellte Sprengsätze gefunden. Insgesamt 21 der Vorrichtungen wurden geborgen und unschädlich gemacht. Außerdem: Zu den gestrigen Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kursieren diverse Betrugsgerüchte in den sozialen Medien. Die LZ berichtet, was am Montag, dem 7. September in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Sprengvorsätze an sächsischem Umspannwerk
Nachdem am vergangenen Freitag an einem Umspannwerk in der Oberlausitz Sprengvorrichtungen gefunden worden waren, sind am heutigen weitere neun entdeckt und unschädlich gemacht worden. Das teilten die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das Landeskriminalamt Sachsen in einer gemeinsamen Erklärung mit.
Insgesamt wurden 21 dieser selbst hergestellten Sprengvorrichtungen im unmittelbaren Bereich von Hochspannungstrassen südlich des Umspannwerkes Graustein in der Nähe von Schleife (Landkreis Görlitz) gefunden. Zu dem Fall ermittelt nun die Zentralstelle Extremismus Sachsen (ZESA) bei der Generalstaatsanwaltschaft Dresden und des Landeskriminalamtes Sachsen.
Durch Kurzschlüsse sollten Schäden an der Strominfrastruktur verursacht werden. Ähnliche Fälle hatte es in der letzten Woche auch in Nordrhein-Westfalen und in Brandenburg gegeben. In ersterem Fall ist die Polizei derzeit noch auf der Suche nach einem tatverdächtigen Mann, der auch hinter einem Bekennerschreiben stecken soll. In dem Schreiben hätten sich auch Hinweise gefunden, die nach Sachsen führten.
Gefakter Wahlbetrug?
Rund um die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kursierten und kursieren in den sozialen Medien Gerüchte, dass der Wahlvorgang manipuliert worden sei. So solle eine absolute Mehrheit der AfD verhindert worden sein. Laut Tagesschau seien dies Falschbehauptungen. Es gebe keine Beleg für die Vorwürfe.
Konkret ging es um die Ergebnisse der Briefwahl, welche im Netz als nicht korrekt bezeichnet wurden. So behaupteten User*innen, dass es schier unmöglich sei, dass die AfD weniger Stimmen durch die Briefwahl als an der Wahlurne erlangt habe, während es bei allen anderen Parteien genau andersrum aussah.
Die AfD allerdings zeigt selbst seit Jahren Vorbehalte gegen die Briefwahl. Es ist außerdem nicht die erste Wahl, bei welcher die Partei weitaus mehr Stimmen an der Urne, als durch die breiflich zugestellten Stimmzettel, einfuhr.
Auch kursierte bereits in den Tagen vor der Wahl ein Video, welches von einem Account mit nur einem weiteren Beitrag stammte, in welchen der CDU vorgeworfen wurde, Wahlbriefe zu manipulieren, sodass die Stimmen nicht mehr zählten. Ebenso erschienen Clips, in welchen behauptet wurde, die CDU würde jährlich 50 Millionen Euro ausgeben, um gezielt Desinformationen über Ostdeutschland und seine Bewohnenden zu verbreiten.
Rollstuhlfahrer ausgeraubt
Die Polizei berichtete heute von einem Fall, welcher sich bereits in der vergangenen Woche am Dienstag ereignet hatte: Am Nachmittag war ein 66-jähriger Rollstuhlfahrer im Schönauer Park von drei Jugendlichen angesprochen und aufgefordert, Zigaretten und Bargeld herauszugeben. Als der Mann verneinte, trat einer der Teenies gegen den Rollstuhl.
Daraufhin übergab der 66-Jährige den Tätern seine Geldbörse, aus welcher das Trio mehrere hundert Euro entnahm. Anschließend flüchteten sie. Der Rollstuhlfahrer blieb unverletzt.
Die Polizei sucht nach den Tätern und bittet Zeug*innen um Hinweise. Zwei der Jugendlichen werden wie folgt beschrieben:
1. Person:
- circa 15 bis 17 Jahre alt
circa 1,65 bis 1,70 Meter groß
3-Tage-Bart
kräftige Statur
schwarze kurze Haare
Bekleidung: karierte Stoffjacke | blaue Jeans
2. Person:
- circa 15 bis 17 Jahre alt
circa 1,65 bis 1,70 Meter groß
kein Bart, Flaum am Kinn
schlanke Statur
schwarze, kurze Haare
Bekleidung: dunkelgraue Jogginghose | blaue Turnschuhe | hellgraues Sweatshirt
Hinweise zum Sachverhalt oder zu den unbekannten Tätern können bei der Kriminalpolizei in der Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig oder unter der Telefonnummer (0341) 966 4 6666 gemeldet werden.
Brennende Mülltonnen
Wie die Polizei am Montag mitteilte, mussten Einsatzkräfte am Wochenende sowie in der Nacht zu Montag brennende Mülltonnen in Leipzig-Grünau und im Zentrum löschen. In beiden Fällen wird wegen Sachbeschädigung ermittelt.
Zum einen hatten unbekannte Täter*innen am Sonntagnachmittag drei Mülltonnen in der Rosenstraße im Westen Leipzigs ins Brand gesetzt. Zum anderen brannten in den frühen Montagmorgenstunden gegen 2.40 Uhr zwei Tonnen am Brühl. Ein Passant hatte das Feuer bemerkt und die Polizei alarmiert.
Nur wenige Minuten, gegen 3.15 Uhr, später stand auch eine Mülltonne in der nahegelegenenen Hainstraße in Flammen. Durch die Hitze zersprang die Fensterscheibe eines in der Straße befindlichen Lokals.
Volksverhetzung in Dresdener Imbiss
Am Sonntagmorgen wurden Einsatzkräfte in einen Imbissladen in der Tharandter Straße in Dresden-Löbtau gerufen. Dort hatte eine 58-jährige Frau fremdenfeindliche Parolen gesungen. Gegen sie wird ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung.
Als die Einsatzkräfte die Anzeige aufnahmen, wurden sie von einer jungen Frau gestört. Die 20-Jährige war anscheinend Teil einer etwa 15-köpfigen Personengruppe, die draußen vor dem Imbiss versammelt war.
Als die Polizisten versuchen, sie aus dem Laden zu bringen, versuchte die junge Frau, die Beamten zu schlagen. Die 20-Jährige, bei der ein Promillewert von 1,2 festgestellt wurde, wurde in Gewahrsam genommen.
Wohngeld-Stau und wilde Beleidigungen
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Wohngeld-Stau in Leipzig: Der Antragsberg wird einfach nicht kleiner
Aufruf zu Demos nach Wahl in Sachsen-Anhalt
Was heute außerdem wichtig war: Als Reaktion auf den Wahlsieg der als gesichert rechtsextrem eingestuften AfD in Sachsen-Anhalt hat die Sächsische Linke am Montagabend in Dresden zur Demonstration unter dem Titel „Zeit zum Handeln!“ aufgerufen.
Auch in anderen Städten fanden am heutigen Montagabend Spontandemonstrationen für die Demokratie statt. So unter anderen in Halle (Saale), Potsdam, Berlin, Münster und Heidelberg.
Bereits am gestrigen Wahlsonntag hatte es in zahlreichen Städten Proteste gegeben. Für das kommende Wochenende ist auch in Leipzig eine entsprechende Demo angemeldet (12 Uhr auf dem Marktplatz), genauso wie nochmals in Dresden (13 Uhr auf dem Theaterplatz) und weiteren Städten.
Der Lärmaktionsplan wird umgesetzt: Wie die Verwaltung am Montag mitteilte, wird ab kommender Woche der Abschnitte auf der Lützner Straße zwischen Dürrenberger- und Marktstraße mit einer Tempo-30-Markierung versehen. Dort liegt die liegt die Belastung durch den Verkehrslärm über den sogenannten Auslösewerten von 65 Dezibel tags und 55 Dezibel nachts.
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