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Kinderpsychologie und schönes Wetter bestimmen den Wochenstart in Leipzig. Und Baustellen. Dinge verschleißen und müssen erneuert werden. Auf die Idee, das mit Plänen von vorgestern tun zu können, sind mehr als 40 Prozent der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt gekommen. Ob eine Regierungsbildung für die Wahlgewinner so einfach wird wie das Sammeln von Wählerstimmen, ist ungewiss.

Kommt Anhalt mit einem Blauen Auge davon?

Bevor wir uns den Baustellen im Leipziger Straßenverkehr widmen, schauen wir hier zunächst auf eine, die sich in direkter Nachbarschaft befindet – und uns vermutlich noch deutlich länger beschäftigen wird, als eine zeitweilige Vollsperrung der Prager Straße in Leipzig.

Was in einigen Pressestimmen als Wahlbeben bezeichnet wird, verändert die politische Landschaft (das aber wenig überraschend). Die AfD ist als klare Siegerin aus der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hervorgegangen und bestätigte mit ihrem Ergebnis die bisherigen Prognosen. Nach dem vorläufigen Endergebnis erhielt die Partei 43,8 Prozent der Stimmen und erzielte damit ihren bislang höchsten Stimmenanteil bei einer Landtagswahl überhaupt.

Mit deutlichem Abstand folgt die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze auf dem zweiten Platz. Sie erreichte 17,2 Prozent und musste damit ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hinnehmen. Der große Abstand zwischen AfD und CDU macht deutlich, wie stark sich die politischen Kräfteverhältnisse im Land gegenüber der vorherigen Wahl verschoben haben. Dass sich alle Parteien, die neben der AfD in den nächsten Landtag einziehen, auf eine gemeinsame Koalition einigen könnten, gilt als ausgeschlossen.

Ob das bundespolitisch im Bereich der Bedeutungslosigkeit operierende Bündnis von Ex-Kommunistin Sahra Wagenknecht (BSW) der rechtsextremen AfD zur Mehrheit verhelfen und damit zur Regierungsbildung beitragen wird – ungewiss. Wegen der Annäherungsversuche der Parteigründerin an die Rechtspopulisten haben kürzlich mehrere prominente Vertreter des BSW ihre Mitgliedschaft aufgekündigt.

Die Angaben zur Sitzverteilung basieren auf den Zahlen der Landeswahlleitung von Montag Morgen 9:30 Uhr.

Die politischen Konstellationen liegen im Vagen. Klar ist jedoch, wie es nun ganz pragmatisch erst einmal weitergeht: Ab heute laufen Prüfung und endgültige Feststellung der Wahlergebnisse in Sachsen-Anhalt. Zunächst kontrollieren die Kreiswahlleiterinnen und Kreiswahlleiter die Wahlniederschriften der Wahlvorstände auf Vollständigkeit und Ordnungsmäßigkeit.

Spätestens am 14. September 2026 kommen die Kreiswahlausschüsse zu öffentlichen Sitzungen zusammen, in denen nach den Berichten der Kreiswahlleiterinnen und Kreiswahlleiter die endgültigen Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise ermittelt und festgestellt werden. Dabei können die Ausschüsse rechnerische Feststellungen der Wahlvorstände korrigieren, fehlerhafte Zuordnungen gültig abgegebener Stimmen berichtigen und bei der Beurteilung der Gültigkeit von Stimmen zu abweichenden Entscheidungen gelangen.

Zugleich stellen die Kreiswahlausschüsse fest, welche Bewerberinnen und Bewerber in den jeweiligen Wahlkreisen gewählt worden sind. Anschließend werden die Gewählten von den Kreiswahlleiterinnen und Kreiswahlleitern benachrichtigt. Auf Landesebene prüft die Landeswahlleiterin die Niederschriften der Kreiswahlausschüsse und die darin festgehaltenen Wahlkreisergebnisse. Am 22. September 2026 tritt der Landeswahlausschuss in öffentlicher Sitzung zusammen, um nach dem Bericht der Landeswahlleiterin das Gesamtergebnis der Wahl nach Landeswahlvorschlägen zu ermitteln und festzustellen.

Auch der Landeswahlausschuss darf rechnerische Berichtigungen an den Feststellungen der Kreiswahlausschüsse vornehmen. Mit dem Gesamtergebnis wird zugleich bestimmt, welche Bewerberinnen und Bewerber der Landeswahlvorschläge gewählt sind und wer als Ersatzperson geführt wird. Die Landeswahlleiterin informiert anschließend die über die Landeswahlvorschläge gewählten Bewerberinnen und Bewerber. Nach der Sitzung des Landeswahlausschusses werden die endgültigen Resultate öffentlich bekannt gemacht.

Auch nach der endgültigen Feststellung ist eine Überprüfung der Landtagswahl möglich. Der Landtag prüft bei etwaigen Einsprüchen sowohl die Gültigkeit der Wahl als auch den Erwerb der Mitgliedschaft im Landtag. Einspruch einlegen können jede wahlberechtigte Person und jede Gruppe von Wahlberechtigten; auch eine Einlegung in amtlicher Eigenschaft ist möglich. Der Einspruch muss schriftlich begründet und beim Landtag von Sachsen-Anhalt, Domplatz 6-9, 39104 Magdeburg, eingereicht werden. Dafür gilt eine Frist von einem Monat nach der Bekanntmachung des endgültigen Wahlergebnisses im Ministerialblatt.

Über einen Einspruch entscheidet der Landtag. Dessen Entscheidung kann anschließend beim Landesverfassungsgericht Sachsen-Anhalt angefochten werden.

Wasser braucht saubere Leitungen

Auch heute müssen sich Verkehrsteilnehmer wieder auf neue Einschränkungen einstellen. Besonders umfangreiche Arbeiten beginnen auf der Prager Straße zwischen Gerichtsweg und Ostplatz. Die Leipziger Wasserwerke sanieren dort vom 7. September bis Mitte Dezember 2026 die Trinkwasser- und Abwasserinfrastruktur. Hintergrund sind nach Angaben der Wasserwerke wiederholte Havarien in diesem Straßenabschnitt.

Der Mischwasserkanal wird ebenso saniert wie drei Schachtabdeckungen und Trinkwasserleitungen. Der stadteinwärtige Verkehr wechselt auf die normalerweise stadtauswärts genutzte Fahrbahn und wird am Knoten Prager Straße/Gerichtsweg wieder auf seine reguläre Fahrbahn geführt. Von der Prager Straße kann weiterhin in den Gerichtsweg eingebogen werden, gesperrt ist dagegen die Fahrspur des Gerichtswegs in Richtung Prager Straße.

Die Gehwege bleiben während der gesamten Bauzeit nutzbar. Straßenbahnen und Busse sollen regulär fahren. Beim Einbinden einzelner Hausanschlüsse kann es kurzzeitig zu Unterbrechungen der Trinkwasserversorgung kommen; betroffene Haushalte sollen vorher informiert werden.

Zuletzt legte im April ein Wasserrohrbruch die Prager Straße lahm. Foto: Benjamin Weinkauf

Eine neue Sperrungsphase beginnt im Bereich Klingerweg/Könneritzstraße. Die Baustellenübersicht der Leipziger Gruppe weist dort eine Vollsperrung vom 7. September 2026 bis 16. April 2027 aus. Anders als bei der Prager Straße beginnt das zugrunde liegende Bauprojekt jedoch nicht erst heute: Die Leipziger Wasserwerke arbeiten bereits seit dem 7. Juli 2026 zwischen Klingerweg und Könneritzbrücke an der Wasserinfrastruktur, seit dem 24. August läuft der zweite Bauabschnitt.

Die Könneritzstraße zwischen Könneritzbrücke und der Einmündung Anton-Bruckner-Allee ist bereits für Kraftfahrzeuge gesperrt. Seit dem 24. August empfehlen die Wasserwerke Radfahrern, über die Karlbrücke auszuweichen; im Bereich Könneritzstraße/Anton-Bruckner-Allee steht seit diesem Tag außerdem eine temporäre Fußgängerampel. Die Anton-Bruckner-Allee bleibt grundsätzlich in beiden Richtungen befahrbar, die Könneritzbrücke bleibt für Fußgänger erreichbar. Die Straßenbahnlinien 1 und 2 sollen während der Bauzeit grundsätzlich regulär verkehren.

Bereits ab 4.30 Uhr ändert sich heute zudem die Linienführung des Busses 74 im Leipziger Westen. Grund sind Leitungsarbeiten in der William-Zipperer-Straße. Die LVB haben die Einschränkung vom 7. September, 4.30 Uhr, bis zum 18. September, 23.59 Uhr, angekündigt. Betroffen ist die Linie 74 in Richtung Leutzsch, Straßenbahnhof. Ab Lindenauer Markt fahren die Busse mit einer örtlichen Umleitung zur Uhlandstraße.

Die Haltestelle Erich-Köhn-Straße wird während der Arbeiten ersatzweise in der Friesenstraße bedient; als betroffen weisen die LVB außerdem Lindenauer Markt und Uhlandstraße aus. Für die Gegenrichtung lässt sich aus den veröffentlichten Angaben keine entsprechende Umleitung ableiten.

Den kleinen Wüterich lieben und mit ihm leben

Bei all den Wirr- und Ärgernissen kann man durchaus an die Belastbarkeitsgrenze des Nervennetzes kommen. Und wenn dann das eigene Kind, für das man eigentlich alles tun würde, nicht über die Türschwelle findet, weil der Schuh die falsche Farbe hat und das vierte Haar von hinten links gezählt in der falschen Richtung liegt – dann ist oft zwar nicht die Kacke am Dampfen, aber die Geduld am Verglühen.

Wie Eltern mit Wutanfällen und anderen starken Gefühlen ihrer Kinder umgehen können, steht heute im Mittelpunkt eines Angebots in der Stadtbibliothek Leipzig. Die Veranstaltung beginnt um 15 Uhr. Treffpunkt ist der Raum „Huldreich Groß“ im 4. Obergeschoss der Stadtbibliothek am Wilhelm-Leuschner-Platz 10–11, 04107 Leipzig. Der Eintritt ist frei.

Der Workshop dreht sich um Wutanfälle, Tränen und Streit sowie um die Frage, was hinter der Wut eines Kindes stehen kann. Besprochen werden soll außerdem, wie Kinder den Umgang mit ihren Emotionen lernen und wie Eltern sie bei großen Gefühlen begleiten können. Dabei richtet sich der Blick aber auch auf die Erwachsenen selbst: Thema ist, wie sie mit ihren eigenen Emotionen umgehen und in schwierigen Situationen handlungsfähig bleiben können, ohne die Verbindung zum Kind zu verlieren.

Für Eltern, die ihre Kinder während der Veranstaltung betreuen lassen möchten, stehen nach Angaben des Veranstalters zwei Nachbarschaftshelferinnen zur Verfügung.

Bockig ist blöd. Damit umzugehen, kann man lernen. Foto: Allan Mas / Pexels

Noch ´ne Extrarunde Schwimmen

In Leipzig ging am Wochenende die Saison der Freibäder zu Ende. Doch weil man bei besonderen Vergnügungen Ausnahmen machen kann, bleiben zwei von ihnen noch geöffnet und gehen bis zum Ende dieser Woche in die Schwimmverlängerung.

Während das Sommerbad Kleinzschocher bis kommenden Sonntagabend täglich von 10 bis 18 Uhr öffnet, können Besucher das Schreberbad am Stadthafen täglich von 12 bis 19 Uhr nutzen. Zugleich verbinden die Sportbäder die zusätzliche Freibadwoche mit einer Sonderaktion: Vom 7. bis 13. September dürfen Besitzer einer Sportbäder-Karte jeweils eine weitere Person kostenlos mit in die beiden Bäder nehmen.

Mit dem Ende der Freibadsaison verlagert sich der Betrieb nun wieder stärker in die Schwimmhallen. Das Stammpersonal der Sportbäder wechselt dorthin zurück, zugleich kehren die Hallen in ihren üblichen Turnus zurück. Ab Montag, 14. September, sollen alle Schwimmhallen auch an den Wochenenden wieder regulär geöffnet sein.

Eine Woche später als die verlängerte Freibadsaison beginnt außerdem wieder der Saunabetrieb: Sowohl die Sauna im Sportbad an der Elster als auch die Sauna in der Grünauer Welle öffnet ab dem 14. September. Weitere Angaben zu den Öffnungszeiten der Schwimmhallen veröffentlichen die Leipziger Sportbäder auf ihrer Internetseite.

Die pure Freude! Freibad Kleinzschocher und das Schreberbad bleiben noch ´ne Woche offen. Foto: Benjamin Weinkauf

 

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