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Alle lieben Rosi! Die 15-jährige Dackel-Seniorin wurde bei der zweiten Dackelparade im „Bayerischen Bahnhof“ zur eindeutigen Siegerin gekürt. Ebenfalls siegreich war Skateboarderin Lilly Stoephasius. Die zweimalige Olympia-Teilnehmerin holte sich bei den Deutschen Meisterschaften in Grünau erneut den Titel in der Kategorie Park. Als Edelstein in der Berliner Olympia-Bewerbung, bezeichnete Leipzigs Sport-Bürgermeister Rosenthal seine Stadt – und hatte beim gestrigen Olympiaball ein Versprechen dabei. Zudem hat Sachsen-Anhalt gewählt. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 5./6. September 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Dackel-Dame Rosi erobert die Herzen
Eine Seniorin ließ die anderen alt aussehen. Denn Dackel-Dame Rosi eroberte bei der Dackelparade im Biergarten des „Bayerischen Bahnhofs“ die Herzen der zahlreichen Zuschauer im Sturm. Wobei sie selbst nicht mehr ganz so stürmisch unterwegs sein kann. Denn mit ihren bereits 15 Jahren war die Vierbeinerin am Samstag die älteste Teilnehmerin im 24-köpfigen Starterfeld.
„Wir haben diesmal gedacht, da sie schon etwas älter und träger ist, dass die Jungen den Vorrang haben“, war Herrchen Hans-Peter Wittor vom erfolgreichen Ausgang des Wettbewerbs positiv überrascht. „Aber sie genießt auf ihre alten Tage noch ihren Triumph, dass sie so beliebt ist und die Leute mit ihrem Wesen so berührt.“ Und das tat sie eindrucksvoll: Auf über 90 der rund 300 abgegebenen Stimmzetteln, tauchte der Name Rosi auf. Hören konnte sie ihren Siegerapplaus leider nicht mehr, denn seit zwei Jahren ist der Zwergrauhaardackel taub. „Aber sie ist mit den Augen sehr aufmerksam und reagiert auf Handzeichen“, erklärt Hans-Peter Wittor.

Auf Platz zwei wählte das Publikum den vierjährigen Rüdiger – ebenfalls ein Zwergrauhaar – der in einem Seniorenheim als Therapiehund im Einsatz ist. Dritter wurde Gustav. Mit seinen erst zwei Jahren ist der Kurzhaardackel eher noch ein Greenhorn, war jedoch längst nicht jüngste Teilnehmer dieser Dackelparade. Mit ihren erst fünf Monaten war das die kleine Anni, ein lustige gefleckter Amerikanischer Zwergdackel – laut Frauchen Milla ein echtes „Knutschfussel“.
„Ich finde, es ist immer ein sehr fairer Wettkampf“, freute sich hinterher auch Organisatorin Lea Heinzel über eine gelungene Veranstaltung. „Alle haben Spaß und es geht irgendwie gar nicht ums Gewinnen, sondern nur um die gute Laune und jeder hat einfach Freude daran.“ Die 23-jährige Reservierungskoordinatorin des Gasthauses hatte die Dackelparade zum zweiten Mal auf die Beine gestellt. Premiere war im letzten Jahr zum 25. Geburtstag des „Bayerischen Bahnhofs“.
Olympia-Lilly siegt in Grünau
Drei Jahre war es her, dass am Heizhaus in Leipzig-Grünau zum ersten Mal die Deutschen Meisterschaften im Skateboard-Fahren ausgetragen wurden. Damals hatte die Kategorie Park ihre olympische Premiere noch gar nicht lange hinter sich gebracht. Sowohl dort – Tokio 2021 – als auch 2023 in Grünau war die Berlinerin Lilly Stoephasius am Start gewesen. Bei der DM in Grünau holte sie sich ungefährdet den Titel und ließ im Jahr darauf in Paris ihre zweite Olympia-Teilnahme folgen.
Am heutigen Sonntag schließlich kämpfte die inzwischen 19-Jährige in Grünau auch wieder um die Deutsche Meisterschaft. Mit Erfolg. Doch ein Spaziergang war es diesmal ganz und gar nicht. „Vor drei Jahren war es für mich noch recht einfach, hier Deutscher Meister zu werden. Dieses Mal – das hat man auch an den Scores gesehen – war der Contest spannender, weil inzwischen mehr Mädchen Skateboard fahren und ich mehr Konkurrenz habe“, sieht sie eine positive Entwicklung ihres Sports.
Doch die einzige weibliche Skateboarderin, die bisher jemals für Team Deutschland Olympia-Erfahrung sammeln durfte, hat sich in den letzten Jahren auch weiterentwickelt, vor allem mental: „Ich bin beim Skaten sehr viel selbstbewusster geworden und kann mit Drucksituationen besser umgehen“, verriet sie der LZ. „Das musste ich hier auch: Es kam auf meinen letzten Run an, ich musste den gut stehen. Daher hatte ich schon Druck, denn ich wollte Deutsche Meisterin werden. Das habe ich dann geschafft. Je öfter solche Situationen kommen, umso besser kann man damit umgehen. Hätte ich jetzt nicht zwei Olympische Spiele als Erfahrung gehabt, wäre das vielleicht anders gewesen.“

Gern würde Lilly Stoephasius ihren olympischen Erfahrungsschatz auch noch mit Spielen im eigenen Land anreichern. „Olympische Spiele in Deutschland – ganz egal in welcher Stadt – sind mir super wichtig“, versichert die Deutsche Meisterin. Frühestens in Erfüllung gehen könnte dieser Traum möglicherweise 2040. Dann wäre Lilly 33 Jahre. „Olympische Spiele in Deutschland würde ich auf jeden Fall noch mitnehmen – egal wie alt ich bin“, ergänzt sie lachend.
In den anderen drei Wettkampf-Kategorien gab es heute in Grünau folgende Deutsche Meister: Florence Ulrich Adocks (16) bei den Frauen und Justin Sommer (27) bei den Männern gewannen die Kategorie Street. Die Kategorie Park der Männer entschied wie bereits 2023 wieder Viktor Solmunde (19) für sich. Auch er fuhr in Paris olympisch, allerdings für Dänemark. Deshalb ging hier der DM-Titel an den Zweitplatzierten Vinzenz Hoffmann (14).

Rosenthals Sport-Versprechen beim Leipziger Olympiaball
Die Würdigung starker sportlicher Leistungen, olympische Pläne und große Worte – alles das war dabei beim 32. Leipziger Olympiaball am Samstagabend in der Kongresshalle. So wurden insgesamt 28 „Leipziger Sporthelden“ geehrt, von denen 15 ihre Auszeichnung persönlich entgegennehmen konnten. Diese Spitzen- und Nachwuchssportler der Stadt hatten bei den Jugend-EM und -WM sowie den Europa- und Weltmeisterschaften 2025 und den Olympischen Winterspielen 2026 insgesamt 36 Medaillen gesammelt. Das waren 16 x Gold, 14 x Silber und 6 x Bronze.
Apropos Olympia – das war natürlich das allgegenwärtige Thema des Abends. Denn wie bekannt will Leipzig an der Seite von Berlin zur Olympiastadt werden. Dazu muss sich „BERLIN+“ allerdings zunächst erst einmal im eigenen Land gegen die anderen deutschen Bewerberstädte durchsetzen. Ob das gelingt, wird die DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September zeigen. „Berlin war von Anfang an begeistert, dass Leipzig dabei ist. Die Stärke der Bewerbung ist, dass es das einzige authentische One-Village-Konzept ist. Und Leipzig ist das Filetstück der Bewerbung“, legte sich Sachsens Innenminister Armin Schuster ins Zeug.
Leipzigs Sport-Bürgermeister Heiko Rosenthal (Die Linke) bezeichnete seine Stadt gar als den „glänzenden Edelstein in der Berliner Bewerbung“ und freute sich über die durch das sächsische Kabinett zugesagten 60 Millionen Euro für die Sanierung der Quarterback Immobilien Arena sowie den Neubau einer Ballsporthalle. Das riss ihn direkt zu einer euphorischen Ansage hin: „Ich gebe Ihnen heute das Versprechen, dass das Sportforum bis 2035 in neuem Glanz erstrahlen wird“, ließ Rosenthal verlauten.
Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:
Der Stadtrat tagte: Eine neue Patenschaft für Seenotrettung im Mittelmeer
Der Stadtrat tagte: Dürfen Bäder, Fenster und Heizung im Milieuschutzgebiet modernisiert werden?
Der Stadtrat tagte: Stadtratsmehrheit stimmt gegen Ahorn-Erhalt am Wilhelm-Leuschner-Platz
Der Stadtrat tagte: Das ganze Drama um Leipzigs nächsten Doppelhaushalt
Sonntagskirche № 168: Mit klangvoller Silbermann-Orgel – die Stadtkirche zu Oederan
Was sonst noch wichtig war:
Über eine halbe Million Menschen in Sachsen-Anhalt haben bei der heutigen Landtagswahl die vom Verfassungsschutz des Landes als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD gewählt. Das entspricht nach der ARD-Hochrechnung von 21:08 Uhr einem Stimmenanteil von 44 Prozent. Das sind über 23 Prozent mehr als bei der letzten Wahl 2021.
Die CDU hingegen brach um mehr als die Hälfte ein. Sie käme Stand jetzt als zweitstärkste Partei nur noch auf 17,8 Prozent. Die weiteren Hochrechnungsergebnisse: SPD 9,1 Prozent; Linke 8,8 Prozent; Grüne 8,7 Prozent; BSW 5,1 Prozent. Die FDP käme auf 2,4 Prozent und wird damit im neuen Landtag wohl nicht mehr vertreten sein.
Von den insgesamt 83 Sitzen im Landtag, würden demnach 39 an die AfD gehen (vorher 23). Die CDU erhielte noch 16 Sitze (-24), während Linke (-4), SPD (-1) und Grüne (+2) jeweils 8 Sitze hätten. BSW läge bei 4 Sitzen.
Als Reaktion auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt hat es in mehreren deutschen Großstädten Demonstrationen gegeben. In Frankfurt am Main gingen rund 2.500 Menschen auf die Straße, in Berlin mehrere Hundert. Sie forderten ein Verbotsverfahren gegen die AfD. Für die kommenden Tage sind weitere Protestkundgebungen angekündigt. Auch in Leipzig. Unter dem Motto „Zeit zum Handeln: AfD stoppen!“ wird für Samstag, den 12. September um 12 Uhr auf den Marktplatz gerufen. „Kommt am 12.09. auf die Straße, um solidarisch mit den Menschen und der Zivilgesellschaft in Sachsen-Anhalt zu sein und um zu verhindern, dass die AfD weitere Wahlsiege erringt!“, heißt es in dem Aufruf von Leipzig nimmt Platz.
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