Am Sonntag, 13. September, ist wieder Tag des offenen Denkmals. Leipzig legt im Jubiläumsjahr der Grundsteinlegung Grünaus den Fokus zum Tag des offenen Denkmals auf die Großwohnsiedlung im Leipziger Westen: Zum Aktionstag am Sonntag, 13. September, können Besucherinnen und Besucher nicht nur die Kulturdenkmale von Leipzigs jüngstem Stadtteil erkunden – sondern auch das umfangreiche Erfassungs- und Vermittlungsprojekt zur baubezogenen Kunst kennenlernen, das die Stadt Leipzig und die Wüstenrot-Stiftung gemeinsam erfolgreich auf den Weg gebracht haben.
Baubürgermeister Thomas Dienberg eröffnet den Aktionstag um 11 Uhr in der Bibliothek in Grünau-Mitte (Stuttgarter Allee 15). Gemeinsam mit Nadine Schäfer von der Wüstenrot-Stiftung stellt er das Projekt vor. Anschließend gibt es mehrere Rundgänge zum Thema durch den Stadtteil. 14 Uhr lädt der Baubürgermeister zu einer Radtour mit dem Titel „Gibt’s ja gar nicht?! – Denkmale in Grünau“. Um 18 Uhr widmet sich eine Diskussion in der Leipziger Modellschule (Alte Post, Stuttgarter Allee 32) dem „[…] Leben mit der Kunst im Bau – Stimmen zu baugebundener Kunst in Leipzig-Grünau“.

„NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“
Das Jahresmotto des Aktionstages lautet „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Baubürgermeister Thomas Dienberg erläutert: „Dabei geht es nicht nur um Denkmale der Infrastruktur – etwa Bahnhöfe und Wasserstraßen –, sondern auch um die menschlichen Netzwerke der Denkmalpflege: die Vereine und Stiftungen, die Eigentümer, Architekten, Restauratoren und Denkmalpfleger, die bei der Erhaltung von Kulturdenkmalen zusammenwirken.“
So wird der Robert-Koch-Park in Grünau mit seinen Bauten anhand zahlreicher Vereins- und städtischer Aktivitäten dargestellt und trägt so zum Jubiläumsprogramm des Stadtteils bei. Doch auch außerhalb von Grünau gibt es Denkmale der Infrastruktur zu entdecken: etwa die Parkeisenbahn am Auensee oder den Wasserturm in Rückmarsdorf. Geöffnet werden aber auch Wasserwerke und -mühlen, Bibliotheksbauten, zahlreiche Kirchen und fast vergessene Kulturdenkmale wie Schlohbachshof. Rundgänge zu Parkanlagen und einzelnen Vierteln ergänzen das vielfältige Programm.
Mit der Ausgrabung zum ehemaligen Zwangsarbeiterlager in der Diezmannstraße, der städtischen Arbeitsanstalt und der Zentralen Hinrichtungsstätte der DDR, wird jedoch auch an die anti-demokratischen, düsteren Kapitel der Leipziger Stadt- und Baugeschichte erinnert.
Eine interaktive Karte und eine Liste der Veranstaltungen sind bereits auf den Webseiten der Stadt Leipzig abrufbar, unter www.leipzig.de/offenes-denkmal
Geschichte hautnah erleben: Liebertwolkwitz zum Tag des offenen Denkmals
Unter dem bundesweiten Jahresmotto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ öffnet auch die Museumsscheune in Liebertwolkwitz (Museumsscheune, Alte Tauchaer Straße 1, 04288 Leipzig, OT Liebertwolkwitz) am Sonntag, 13. September, von 10 bis 17 Uhr ihre Tore. Der Interessenverein „Völkerschlacht bei Leipzig 1813“ e. V. und seine Fachgruppe „Wolkser Geschichtswerkstatt“ laden alle Bürger, Familien und Geschichtsinteressierten zu einem abwechslungsreichen Gesamtprogramm bei freiem Eintritt ein.

Das diesjährige Hauptprojekt widmet sich dem nachhaltigen Erhalt historischer Stätten im Flächendenkmal „Südliches Schlachtfeld 1813“. Ein besonderes Highlight für die Region ist die Präsentation der Ausarbeitung des Landesamtes für Archäologie Sachsen (LFA) mit dem Titel „BAB38 – Eine Autobahn macht Geschichte“. Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie moderne Infrastrukturprojekte unerwartete historische Schätze ans Tageslicht bringen.
Fachvortrag zu regionalen Grabungsfunden: Um 11 Uhr erwartet die Besucher ein rund 40-minütiger Fachvortrag von Frau Linda Seifert (Landesamt für Archäologie Sachsen). Sie berichtet exklusiv über die spannenden archäologischen Funde und Ausgrabungen in den Gemarkungen Liebertwolkwitz, Großpösna und Seiferthain.
Neben dem Vortrag bietet ein großer Infostand historische Publikationen und Informationsmaterialien.
Die Vereinsmitglieder stehen den Gästen den gesamten Tag über für einen fachlichen Austausch und Fragen zur Verfügung. Die Veranstaltung findet wetterunabhängig in der gemütlichen Atmosphäre der Museumsscheune statt; für das leibliche Wohl vor Ort ist gesorgt. Die Veranstaltung ist ein offizieller Beitrag zum Tag des offenen Denkmals bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stadt Leipzig.
Tag des offenen Denkmals in Leipziger Kirchen
Auch zahlreiche Leipziger Kirchen beteiligen sich am Aktionstag, öffnen ihre Türen und laden zu einem Blick hinter die Kulissen ein. Nachfolgend eine Auswahl:
11–17 Uhr, Emmauskirche Sellerhausen, Wurzner Str. 160: Offene Kirche zum Tag des offenen Denkmal mit Turmbesteigung mit Besichtigung des historischen Glockenstuhls und des alten Uhrwerks + 360 Panoramablick über die Dächer Leipzigs, offene Kirche mit Kirchenkaffee und Gelegenheit zum Verweilen und Begegnen, Kirchenführungen zur vollen Stunde mit spannenden Einblicken in Geschichte, Architektur und Ausstattung der Emmauskirche, 5 Minuten Orgelmusik zur halben Stunde, kurze musikalische Impulse an der Kreutzbach-Jehmlich-Orgel, kleiner Basar und Büchertisch, Mitmachaktion „Sellerhausen ist Vielfalt“ vor dem Hauptportal für Groß und Klein, Verspendung von Orgelpfeifen und Teilen des alten Orgelspieltisches. Und schon um 10 Uhr Gottesdienst mit der Band Ostlicht.

11 Uhr Stadtteilzentrum Westkreuz – Heilandskirche Plagwitz, Weißenfelser Straße 16: Festgottesdienst, Ehemalige Mitglieder der Jugendmusiziergruppe „Michael Praetorius“ Leipzig, Pfarrerin Uta Gerhardt,
12–18 Uhr, Philippus Leipzig, Philippus-Ensemble, Aurelienstraße 54: Steine behauen am Denkmal – Mitmachaktion mit Steinmetz und Steinbildhauer
12 Uhr Architekturführung zur denkmalgerechten Sanierung mit Christiane Domke
13 Uhr Workshop Tetrapack-Druck auf dem Kirchvorplatz
14 Uhr Konzert am Kanal – Nadiya Velychko mit dem Programm „Der Klang Leipzigs“
15 Uhr Workshop Tetrapack-Druck auf dem Kirchvorplatz
15 Uhr Orgelführung für Kinder – Erleben und Ausprobieren in der Kirche
16 Uhr Konzert Angel‘’’s Share im Philippus-Garten
20 Uhr Konzert am Kanal – Niels Gade Chamber Orchestra, Programm „Klangdenkmäler“ mit Kunst-, Licht- und Visualperformance
13–18 Uhr, Gethsemanekirche Lößnig, Raschwitzer Str. 10: Offene Kirche zum Tag des offenen Denkmals, Ausstellung mit Schülerarbeiten zum Paul-Gerhardt-Lied „Geh aus, mein Herz“
13–18 Uhr, Paul-Gerhardt-Kirche Connewitz, Selneckerstraße: Offene Kirche zum Tag des offenen Denkmals, 14 und 16 Uhr Kirchenführungen, Besteigung des Turms möglich
14 Uhr, Kirche und Pfarrscheune Gundorf, Gundorfer Kirchweg 2: Tag des offenen Denkmals, Offene Kirche und Pfarrscheunencafe
17 Uhr, Benefizkonzert für die kirchlichen Baudenkmäler zu Gundorf mit der Songpoetin Maria Schüritz

14 Uhr Peterskirche, Schletterstraße 5: Kirchenführung. Kostenpflichtig. Veranstalter: Leipzig Details
14–16.30 Uhr, Versöhnungskirche Gohlis, Franz-Mehring-Straße/Viertelsweg: Offene Kirche zum Tag des offenen Denkmals
15 und 16 Uhr Kurzführungen mit Turmbesteigung (Kirchenmodelle und Aussichtsplattform)
14–17 Uhr, Taborkirche Kleinzschocher, Windorfer Straße 49: Offene Kirche mit Turmbesteigung zum Tag des offenen Denkmals
17 Uhr Orgelkonzert zum Tag des Offenen Denkmals, Jacobus Gladziwa – Orgel, Eintritt: 10 € / ermäßigt 8 € / Leipzig-Pass 5 €
15 Uhr, Kirche Liebertwolkwitz, Kirchstr. 3: Tag des offenen Denkmals, Orgelführung
15 Uhr, St.-Moritz-Kirche Taucha, Kirchstraße 3: Chorkonzert zum Tag des Liedes, Chorgemeinschaft Gutenberg, Ellah Five, Grünauer Frauenchor Leipzig, UniSono Leipzig. Der Eintritt ist frei, Spenden zur Unterstützung der Veranstaltung sind herzlich willkommen. Weitere Informationen: www.leipziger-chorverband.de
17 Uhr, Auenkirche Markkleeberg-Ost, Kirchstraße 27: Konzert zum Tag des offenen Denkmals mit Instrumentalmusik für Orgel und Ensembles, Tasten, Pfeifen, Blasebalg – eine musikalische Orgelührung mit dem Kinderchor
Die neue Konsumzentrale lädt zu Führungen und Denkmal-Quiz
Anlässlich des bundesweiten Tags des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, öffnet die neue Konsumzentrale Leipzig (Industriestraße 95) ihre Türen. Das stromlinienförmige Architekturdenkmal im Leipziger Westen wurde vom Architekten Fritz Höger entworfen, der u. a. mit dem Chilehaus in Hamburg berühmt wurde.
Der Klinkerbau erinnert an einen Ozeandampfer: Gewölbte Scheiben, ein flaches Dach wie eine Kommandobrücke sowie grüne Fliesen und ein Reling-Geländer im Treppenhaus prägen das Gebäude. Im Zuge der fortlaufenden Revitalisierung und Entwicklung durch die MIB AG, die das Projekt für den Investor und Erbbaurechtsnehmer steuert, ist das 33.000 Quadratmeter große Areal am Aktionstag hautnah erlebbar.

Die neue Konsumzentrale ist ein Projekt der MIB AG in der Industriestraße 95 in Leipzig. Auf 33.000 Quadratmetern entsteht in einem denkmalgeschützten, von Fritz Höger entworfenen Gebäude ein Ökosystem aus Büro, Handel, Produktion und Gastronomie – ergänzt durch Events und Community-Formate, die den Standort zu einem lebendigen Treffpunkt machen.
Zwischen 10 und 14 Uhr bietet das Team vor Ort gestaffelte 60-minütige Führungen an. Unter dem Motto „Denkmal drüber nach!“ wartet zudem ein digitales Denkmal-Quiz mit Verlosung auf die Gäste. Für Erfrischung sorgt ein regionaler „Klinker-Drink“ aus Plagwitz.
„Der Tag des offenen Denkmals ist die perfekte Gelegenheit, die beeindruckende Architektur von Fritz Höger zu erleben und zu sehen, wie historische Substanz in ein lebendiges Quartier transformiert wird“, so die Geschäftsführung der Konsumzentrale.
Das Museum im Stasi-Bunker feiert 30‑jähriges Jubiläum
Das Museum im Stasi-Bunker beteiligte sich erstmals am 8. September 1996 am Tag des offenen Denkmals und konstituierte sich ab dann als einzigartiger Besichtigungs- und Lernort im Leipziger Landkreis.
Am 12. und 13. September 2026 feiert das Museum nun sein 30-jähriges Jubiläum. An beiden Tagen ist von 10 bis 16 Uhr geöffnet und der Eintritt erfolgt – anders als sonst – lediglich auf Spendenbasis. Start bildet ein kleiner Festakt am Samstag, 12. September, 13 Uhr, den der Vorstandsvorsitzende des Bürgerkomitees Leipzig e. V., Tobias Ulbricht eröffnen wird und für den der Landrat des Leipziger Landes, Henry Graichen, der Macherner Bürgermeister, Herr Frosch, und der stellvertretende Geschäftsführer der Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Herr Riesel, als Grußwortredner eingeladen sind.
Außerdem gibt es ständig Rundgänge durch die Bunkeranlage und im Besucherzentrum der Bunkeranlage wird die Sonderausstellung „Geschützt – Gerettet – Saniert. Kulturdenkmale der Landkreise Nordsachsen und Leipzig“ präsentiert.
Weitere Informationen findet man unter www.runde-ecke-leipzig.de.
Auch der Leipziger Süden lädt ein
Bergbautechnik-Park, Am Westufer 2, Großpösna: ab 10 Uhr Vorführungen und Einblicke hinter sonst verschlossene Bereiche. Das Schaufelrad des Schaufelradbaggers setzt sich in Bewegung und auch die Gleisrückmaschine wird vorgeführt. Eintritt: 9 €, erm. 6 €, Familienkarte 18 €

Fahrradkirche Zöbigker; Dorfstraße 2, Markkleeberg, 10–18 Uhr geöffnet, 16 Uhr Führung zur Geschichte der Kirche und des Stadtteils
Kirchenruine Wachau, Kirchplatz 1, Markkleeberg: ab 15.30 Uhr Kaffee, Kuchen & Getränke, Turmführungen, 16 Uhr „Frederick & Alexander“, Theater der Jungen Welt, Eintritt: 10 €, erm. 6 € | 16 € (1 Erw. + 3 Ki.) | 23 € (2 Erw. + 3 Ki.), bei Regen im Gemeinderaum, 19 Uhr Regio Brass & Madrigio: begeistert mit kraftvollem Blechbläsersound und vielseitigem Repertoire, das von klassischer Musik über Filmmusik bis zu modernen Arrange ments reicht, Eintritt: 6 €, bei Regen in der Kirche Störmthal.
Torhaus Markkleeberg, Kirchstraße 40, Markkleeberg; 14–17 Uhr. „Wir öffnen unser Museum kostenlos für Sie. Kommen Sie außerdem in unsere Biwakschule und schauen unser Schaubiwak an. Unsere Kaffeestube hat geöffnet.“
Wassermühle Dölitz, Vollhardtstraße 16, Leipzig: 13–18 Uhr – Führungen, Gastronomie, Eintritt frei.
Weißes Haus, Raschwitzer Straße 13, Markkleeberg; 11 Uhr: Brigitte Wiebelitz lädt zu einer besonderen Führung durch das geschichtsträchtige Gebäude und den umliegenden agra-Park ein. Treff: Parkeingang, kostenfrei, Anmeldung Tel. (0341) 3541418 oder antje.hamel@markkleeberg.de
Zinnfigurenmuseum im Torhaus Dölitz, Helenenstraße 24, Leipzig: 10–17 Uhr, ermäßigter Eintritt für alle!
Weitere Informationen zum Tag des offenen Denkmals findet man unter www.tag-des-offenen-denkmals.de
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