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Neben mehr als 90 weiteren Einrichtungen lädt das Stadtbad am Wochenende zum Tag des offenen Denkmals – und spendiert Geburtstagskuchen. Für den Plagwitzer Bahnhof werden Bauvisionen vorgestellt, auf der Naunhofer Straße tritt die Umsetzung runder Ideen in Kraft. Und im Süden von Leipzig bieten sich Jobs hinter Türen, die in der Regel verschlossen bleiben.

Mehr Verkehrssicherheit für alle

Der Verkehr auf der zwischen mächtigen Platanen liegenden Naunhofer Straße ist nicht nur eine runde Sache, sondern ab heute sogar zwei. Bereits erfolgreich installiert wurde an der Kreuzung Schönbachstraße ein Kreisverkehr, der nicht nur den Nutzern der Bauumleitungen im Zuge der Arbeiten auf der Prager Straße mehr Sicherheit gibt, sondern auch den Schülerinnen und Schülern der Neuen Nikolaischule mehr Ruhe beim Überqueren des Zebrastreifens verschafft.

Ab heute kommt etwa 300 Meter weiter an der Ludolf-Colditz-Straße ein zweiter Kreisel hinzu. Die Bauarbeiten für beide Anlagen hatten am 20. Juli 2026 begonnen, als Abschluss der Gesamtmaßnahme war von der Stadt der 11. September 2026 vorgesehen. Rund 267.000 Euro werden für das Vorhaben aufgewendet. Zum Umfang gehören unter anderem Fahrbahnbau, Asphalt- und Pflasterarbeiten sowie Markierungen, Beschilderung, Verkehrsinseln und Leitelemente.

Der Knoten Naunhofer Straße/Ludolf-Colditz-Straße galt schon lange als Unfallschwerpunkt. Die Umgestaltung steht außerdem im Zusammenhang mit der künftigen Funktion der Naunhofer Straße im Leipziger Radverkehrsnetz. Für deren südlich anschließenden Abschnitt bis zur Kolmstraße ist für 2027 die Markierung einer Fahrradstraße vorgesehen. Kurzlebig sollen die schnell und als Interimsprojekte errichteten Anlagen nicht sein. Nach Angaben aus dem Mobilitäts- und Tiefbauamt sei für sie keine zeitliche Befristung geplant; vorgesehen ist eine Nutzung über mehrere Jahre. Perspektivisch könnten die Leitborde und Kreisinseln durch feste Bordanlagen ersetzt werden.

Der neue Kreisverkehr an der Schönbachstraße ist bereits in Betrieb. Foto: Benjamin Weinkauf

Ideen-Werkstatt zum Plagwitzer Bahnhof

Einst schnauften hier schwere Dampflokomotiven, wurden Güter aus den Plagwitzer Fabriken verladen und hier kamen auch die Kohle und Rohstoffe für deren Produktion an. Güterverkehr und Industrie sind in diesem Leipziger Stadtteil längst Geschichte. Geblieben sind Flächen und Gebäude, die mehr als drei Jahrzehnte nach dem Ende der DDR noch auf eine neue Nutzung warten.

So auch das Gelände des einstigen Plagwitzer Bahnhofs. Wie es mit dem künftig weitergehen könnte, lässt sich heute in einer „Gläsernen Werkstatt“ verfolgen. Von 14 bis 20 Uhr werden Entwürfe dreier Architekturbüros vorgestellt und diskutiert. Hinter der heutigen Veranstaltung steht ein längerer Planungs- und Beteiligungsprozess für eine der stadtentwicklungspolitisch umkämpften Flächen im Leipziger Westen.

Das Plagwitzer Bahnhofsgelände um 1918. Quelle: Wolfram Sturm: Eisenbahnzentrum Leipzig. Pro Leipzig e. V., Leipzig 2003, ISBN 3-9807201-9-5, S. 32

Das aktuelle Qualifizierungsverfahren wird von der LEWO AG und dem Stadtplanungsamt der Stadt Leipzig durchgeführt. Die Eigentümerin LEWO AG hatte das konkrete Wettbewerbsverfahren mit Unterstützung des Stadtplanungsamtes Anfang Juni auf den Weg gebracht. Zunächst waren sieben Architekturbüros mit Entwürfen beauftragt worden, drei davon arbeiten inzwischen weiter und präsentieren heute ihre Vorstellungen. Eine Jury soll im November 2026 abschließend über die Entwürfe entscheiden. Das Planungsgebiet umfasst rund 2,5 Hektar.

WICHTIG: Die Vorstellung der Entwürfe findet NICHT auf dem künftigen Baugelände, sondern im Technologiezentrum „VDI GaraGe“, Karl-Heine-Straße 97, statt, direkt gegenüber vom Jahrtausendfeld, das als Industriebrache selbst in den vergangenen Jahren für harte Diskussionen um eine künftige Bebauung sorgte (LZ berichtete).

Das Areal im Leipziger Westen bietet Raum für kreative Ideen. Quelle: Bürgerinitiative „Bürgerbahnhof Plagwitz erhalten“

Dieser Job ist krisensicher

Es zieht Sie ins Gefängnis, allerdings nur in Verbindung mit der Option, nach Dienstschluss wieder nach Hause gehen zu können? Für Pflegefachkräfte, die sich für eine Tätigkeit im Haftkrankenhaus der Justizvollzugsanstalt Leipzig interessieren, endet heute die Bewerbungsfrist. Das Land Sachsen sucht unter der Kennziffer JVAL-E2404/37/5 bzw. 163/2026 Pflegefachkräfte (m/w/d) für eine unbefristete Beschäftigung, die zum nächstmöglichen Zeitpunkt aufgenommen werden soll und sowohl in Voll- als auch in Teilzeit möglich ist.

Vorgesehen ist eine Bewerbung per E-Mail. Lebenslauf, Abschlussnachweise, Qualifikationsnachweise und Arbeitszeugnisse sollen vollständig eingereicht und die Anlagen in einer PDF-Datei zusammengefasst werden. Zu den Aufgaben der gesuchten Pflegefachkräfte zählen unter anderem die pflegerische Versorgung erkrankter Gefangener sowie Tätigkeiten im Bereich der Krankenhaushygiene und Infektionsprävention. Die Beschäftigten nehmen zudem am Drei-Schicht-System teil.

Die Vergütung richtet sich, abhängig unter anderem von den persönlichen beruflichen Vorerfahrungen, nach Entgeltgruppe KR7 oder KR8 TV-L und wird durch eine Pflegezulage ergänzt. Zusätzlich sieht die Ausschreibung eine monatliche Vollzugszulage von 82,67 € ab dem zweiten und 165,34 € ab dem dritten Jahr vor; bei einer Teilzeitbeschäftigung werden diese Beträge anteilig gewährt.

Das Leipziger Justizvollzugskrankenhaus verfügt über 80 Betten. Davon entfallen 50 auf eine psychiatrisch-psychotherapeutische und 30 auf eine somatische Abteilung. Nach früheren Umbauten und Modernisierungen des alten Klinikgebäudes ließ der Freistaat ab 2017 einen Neubau errichten. Dieser wurde am 15. Juli 2022 eingeweiht. Die Investition belief sich nach Angaben des Justizministeriums auf rund 21,5 Millionen Euro.

Genesung hinter Gittern. Einweihung des neuen Haftkrankenhauses 2022 mit der damaligen Justizministerin Katja Meier. Foto: Anja Jungnickel / Sächsisches Staatsministerium der Justiz

Geburtstagskuchen in Leipzigs ältestem Badehaus

Wer das Leipziger Stadtbad einmal jenseits von Veranstaltungen und regulären Führungen erkunden möchte, bekommt dazu am Sonntag, 13. September 2026, Gelegenheit. Zum Tag des offenen Denkmals öffnet das historische Gebäude an der Eutritzscher Straße 21 von 11 bis 15 Uhr seine Türen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich, Fotografieren ist erlaubt.

Besucher können sich auf ausgewiesenen Wegen selbstständig durch Teile des Stadtbads bewegen. Schautafeln informieren dabei über die Geschichte des Hauses, im Foyer stehen Vertreter der Förderstiftung Leipziger Stadtbad für Fragen zur Verfügung. Einen festen Zeitplan für Gruppenführungen gibt es für diesen Tag nicht. Damit unterscheidet sich das Sonderprogramm von den regulären Stadtbad-Führungen, die normalerweise am ersten Sonntag des Monats angeboten werden, etwa eine Stunde dauern, 19 Euro kosten und eine vorherige Ticketbuchung erfordern.

Zum Denkmaltag sollen nach Angaben des Stadtbads sowohl die stillgelegten „Lost Places“ als auch die Eventflächen zugänglich sein. Zu den architektonisch bemerkenswerten Bereichen des Gebäudes gehören die ehemalige Männer- und Frauenschwimmhalle sowie die denkmalgeschützte Damensauna im maurischen Stil mit Säulen, Bögen, Ornamenten, Goldverzierungen und Wandmosaiken. In der früheren Männerschwimmhalle befand sich eine Wellenanlage, die bis zu etwa einen Meter hohe Wellen erzeugen konnte. Das Stadtbad gibt an, dass sie bei Inbetriebnahme die erste Anlage ihrer Art in Europa gewesen sei.

Sauna 1. Klasse im Stadtbad. Foto: Förderstiftung Leipziger Stadtbad, M. Fey.
Die Architektur des Stadtbades gleicht einem Traum aus 1001 Nacht . Foto: Förderstiftung Leipziger Stadtbad, M. Fey.

Eröffnet wurde der Gebäudekomplex nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 1916 nach Entwürfen des Leipziger Architekten und Stadtbaurates Otto Wilhelm Scharenberg. Und weil im Sinne der Historie der Sonntag auch ein wenig als Geburtstagsfeier des Stadtbades gedacht ist, gibt’s für die ersten 110 Besucher anlässlich des 110. Jahrestages der Einweihung 110 Stück Geburtstagskuchen. Um 11 Uhr beginnt der Einlass.

Bundesweit präsentieren sich am 13. September mehr als 5.500 Denkmale bzw. denkmalgeschützte Gebäude. Was in Leipzig alles besichtigt werden kann, hat die Stadt HIER ONLINE zusammengefasst.

In Leipzig können am Sonntag fast einhundert historische Gebäude besichtigt werden. Foto: Benjamin Weinkauf

 

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