Irene Burillo aus Spanien hat das ITF-Turnier der Leipzig Open für sich entschieden. Doch die eigentliche Überraschung der Turnierwoche stand ihr im Finale gegenüber. Die gerade einmal 15-jährige Ida Wobker aus Osnabrück – per Wildcard ins Starterfeld gerückt – sorgte für ein vielversprechendes Funkeln am deutschen Tennis-Himmel. Nach der entscheidenden Partie am Sonntag – 7:6, 4:6, 0:6 – hat sie mit der LZ über ihre Eindrücke gesprochen.
Nicht nur das Tennis-Sternchen funkelte an diesem Sonntag, dem 9. August – auch der große Stern Sonne schickte reichlich Licht und Sommerwärme auf den Center Court des Leipziger Tennisclub 1990 ins Sportforum. Auf der Anlage hatten bereits eine Woche lang die Leipzig Open stattgefunden. Ein inzwischen traditionelles Tennis-Event mit mehreren Turnieren, wie beispielsweise den Internationalen Sächsischen Meisterschaften (ISM). Aushängeschild ist dabei allerdings klar das ITF-Turnier der Damen. Auf Initiative des Verbandes war das für 2026 erneut mit höheren Preisgeldern versehen und auf den Status W75 hochgestuft worden.
Insgesamt 60.000 Dollar gab es für den geschickten Umgang mit dem gelben Filzball diesmal abzugreifen. ITF-Finalsiegerin Irene Burillo durfte sich über exakt 8.277,80 Euro aus diesem Topf freuen. Da hat sich die Anreise aus Spanien definitiv gelohnt. Im Laufe ihrer Karriere hat die erfahrene 29-Jährige zusammengerechnet schon weit über eine halbe Million Dollar Preisgelder erspielt. Dafür muss ihre jugendliche Final-Gegnerin Ida Wobker noch einen langen Weg gehen. Immerhin wanderten durch ihre Final-Teilnahme erkleckliche 4.397,40 Euro Taschengeld aufs Konto der deutschen Tennis-Hoffnung.

Es dauerte dennoch eine ganze Weile, bis sie ihre Enttäuschung über das verlorene Leipzig-Finale aus den Klamotten geschüttelt hatte. Im Tie-Break hatte Wobker den ersten Satz mit 7:6 gewinnen können und bot im zweiten Durchgang beim 4:6 erbitterte Gegenwehr. Erst im dritten und entscheidenden Satz war der Klasse und Routine von Irene Burillo nichts mehr entgegenzusetzen, er ging glatt mit 0:6 in die Binsen. Nach der Siegerehrung stand Ida Wobker der Leipziger Zeitung dennoch Rede und Antwort:
Ida, wie geht es dir nach dem Finale mit einem zweiten Platz?
Es war ein hartes Match. Klar, hätte ich lieber gewonnen. Aber wenn ich das ganze Turnier sehe, dann war es ein gutes Turnier. Ich kann mich nicht beschweren, hab gut gespielt, habe mich gesteigert und dazugelernt. Ich ziehe Positives daraus.
Du bist mit einer Wildcard ins Turnier eingezogen. Was waren im Vorhinein deine Ziele, was dachtest du, wo du landen könntest?
Ich bin dankbar, dass ich die Wildcard überhaupt bekommen habe, denn letztes Jahr habe ich die erste Runde verloren. Ich habe von Runde zu Runde geschaut, mein Bestes zu spielen. Es ist wie Training für mich. Sonst spiele ich ja nicht so häufig gegen so hoch Platzierte, deswegen habe ich einfach nur in jedem Spiel mein Bestes versucht und das versucht umzusetzen, was ich im Training mache. Und ja, es war ganz gut, ist gut gelaufen.
Was ging in deinem Kopf vor, als es diesmal Runde für Runde immer wieder geklappt hat und du plötzlich im Finale standest?
Ich habe mich an dem Tag darüber gefreut, aber dann musste man sich ja auch schon auf die nächste Runde fokussieren. Freude war da, aber ich weiß, wenn ich gut spiele, kann auch mehr gehen.
Du bist ja noch sehr jung – wie gelingt es dir einerseits, auf dem Boden zu bleiben, und was sind andererseits deine Ziele, die ja sicherlich noch etwas höher hinaus gehen?
Klar, auf dem Boden bleiben ist wichtig. Ich versuche jetzt, bei den Damen weit zu kommen, gut zu spielen und paar Punkte zu holen, und dann auch bei den Junior Grand Slams mal reinschnuppern. Mal schauen was wird – immer versuchen, das Beste zu geben, jetzt gut trainieren und Positives aus der Woche ziehen. Mal gucken, wo es noch hingeht.

Was sind deine Stärken, warum klappt das gerade so gut?
Ich würde sagen, ich bin im Kopf relativ gut. Ich habe ein Spiel, in dem ich sehr druckvoll spiele und dementsprechend auch öfter mal Fehler mache. Aber ich bleibe im Kopf stabil. Das ist, denke ich, meine größte Stärke.
Wie würdest du das Turnier in Leipzig insgesamt einschätzen?
Das ist ein unglaublich schönes Turnier. Man merkt, wie viel Mühe sich hier gegeben wird. Das Publikum war unglaublich. Es war megaschön, hier zu spielen. Es war eine megageile Atmosphäre. Die Plätze sind gut, Ballkinder gut, Schiedsrichter gut – es war wirklich perfekt, ich komme immer gerne wieder.
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