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Ist es wirklich nach der großen Hitzewelle, die gerade vorerst vorbei ist, erforderlich über Silvester und die Böllerei zu reden? Ja, das ist notwendig! Genauso notwendig wird es sein Anfang Januar 2027 über Hitzeschutz zu reden. Werden Themen nur aufgerufen, wenn sie akut sind, dann geschieht wenig bis nichts. Also reden wir zur Halbzeit des Jahres über Silvester.
Was macht eigentlich „Deutschlands größte Petition“? Ja, Sie haben richtig gelesen, die Petition „Bundesweites Böllerverbot, jetzt!“ hat mit aktuellem Stand 3.366.245, in Worten drei Millionen dreihundertsechsundsechzigtausendzweihundertfünfundvierzig, Unterschriften erreicht und ist somit die wohl am meisten gezeichnete Petition in Deutschland. Diese Petition wurde von der Gewerkschaft der Polizei in Berlin, nach der Silvesternacht 2022/23 gestartet und hatte Anfang 2025 bereits 1,4 Millionen Mitzeichner.
Warum tut sich nichts?
Die Petition läuft auf der privaten Plattform innn.it und richtet sich an die Senatorin für Inneres in Berlin und den Bundesinnenminister, im Klartext heißt das: Solange wie diese nach einer Petitionsübergabe nichts tun bleibt alles so wie es ist.
Ende Dezember 2025 meldete die GdP Berlin: „Am 4. Dezember haben wir in Bremen über 2,2 Millionen Unterschriften an die Innenministerkonferenz übergeben. Das Ergebnis: Die Innenminister:innen wollen mehr rechtliche Spielräume, damit Städte und Gemeinden vor Ort leichter großflächige Böllerverbote erlassen können. Jetzt ist Bundesinnenminister Alexander Dobrindt am Zug.“
Klingt aufregend, ist es aber nicht denn aktuell steht auf der Petitionsseite zu lesen, der Eintrag stammt von Anfang des Jahres: „3 Millionen Unterschriften geknackt – Herr Dobrindt nehmen Sie unsere Petition entgegen!“

Ja, wenn der Bundesinnenminister die Petition nicht entgegennimmt, dann muss er sich auch nicht damit beschäftigen.
Was wäre alternativ möglich?
Eine Bundestagspetition würde, wenn sie in der vorgegebenen Zeit das Quorum erreicht, zumindest eine Behandlung im Petitionsausschuss des Bundestages nach sich ziehen. Die Voraussetzungen für eine Bundestagspetition sind:
„Hier gilt es zu beachten, dass die Petition ein Anliegen von allgemeinem Interesse zum Gegenstand hat, was im Falle des Böllerverbots der Fall ist. Die Petition hat, nach der Veröffentlichung, eine sechswöchige Mitzeichnungsfrist und es muss ein Quorum von 30.000 Unterstützungen erreicht werden.“
Wir haben das im Januar 2026 schon einmal in epischer Breite dargestellt.
Auf die Frage, warum wurde die Petition auf innn.it und nicht auf der Seite epetitionen.bundestag.de gestartet, antwortete Benjamin Jendro für die GdP Berlin im Januar 2025 wie folgt: „Weil wir gemerkt haben, dass das sehr langatmig ist. Es ist ja so: Wenn dort ein bestimmtes Quorum erreicht ist, dann muss sich der Petitionsausschuss damit beschäftigen. Was ist denn dann die Folge? Der Petitionsausschuss des Bundestages übergibt es an die zuständigen Ausschüsse. Also gehen wir doch gleich an den Bundestagsinnenausschuss ran und an das BMI.“
Auch das klingt besser als es ist, ein Jahr später wird der Innenminister aufgefordert die Petition entgegenzunehmen. Ob dann Taten folgen ist weiter ungewiss.
Fazit: Trotz einer Rekord-Mitzeichnung der Petition ist nichts Substanzielles passiert. Es wäre immer noch möglich, eine Bundestagspetition zu starten. Wenn sich die aktuellen Petenten GdP Berlin, Deutsche Umwelthilfe und CAMPACT, die Petitionen auf privaten Plattformen laufen haben, zusammentun und gemeinsam zu einer solchen aufrufen würden, dann wäre das Quorum wohl schnell erreicht.
Das würde eine Behandlung im Petitionsausschuss nach sich ziehen und die Chance für ein böllerfreies Silvester ab 2027/28 verbessern. Für das nächste Silvester ist es wohl schon zu spät.
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