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Es war vor allem die CDU-Fraktion, die in der letzten Zeit immer wieder die Anpassung der Leipziger Elternbeiträge an die gestiegenen Kosten in den Kindertageseinrichtungen verhindert hat. Nun unternimmt die Stadt einen neuen Versuch, eine moderate Anpassung der Beiträge zu erreichen. Denn die Deckungslücke muss die Stadt selbst tragen. Und dabei geht es jedes Jahr um Millionenbeträge, die den Schuldenberg der Stadt weiterwachsen lassen.
Stark steigende Personal- und Sachkosten, Verbesserung des Betreuungsschlüssels, gestiegener Mindestlohn und nicht zuletzt landesgesetzliche Vorgaben: In Leipzig sollen die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung in Krippe, Kita und Hort erstmals seit zehn Jahren angepasst werden. Die Beitragsbefreiung für Eltern mit geringem Einkommen soll dabei gleichzeitig unverändert bestehen bleiben, betont die Verwaltung.
Der Oberbürgermeister schlägt dem Stadtrat jetzt vor, die Elternbeiträge auf jeweils jährlich 22,5 Prozent (Kita und Hort) sowie 15 Prozent (Krippe) der realen Betreuungskosten anzuheben. Bisher liegt der von den Eltern zu tragende Eigenanteil an den Betreuungskosten deutlich darunter.
Für Familien würde die geplante Erhöhung bedeuten, dass die Kostenbeteiligung beispielsweise für einen Neun-Stunden-Kitaplatz um 26 bis 36 Euro pro Monat steigt, beim Hortplatz voraussichtlich um 10 bis 13 Euro. Die monatliche Kostenbeteiligung bei einem Kitaplatz liegt aktuell bei 130 Euro.
Auch mit der geplanten Erhöhung bewege sich die Stadt Leipzig am unteren Ende der Elternbeiträge, die in anderen sächsischen Kommunen erhoben werden. So zahlen Eltern für einen Neun-Stunden-Kitaplatz in Dresden 215 Euro, in Borna 203 Euro und in Hoyerswerda 190 Euro. Zahlreiche sächsische Kommunen haben ihre Elternbeiträge in den vergangenen zwei Jahren angehoben.
Es geht um Millionen
Folgt der Stadtrat dem Verwaltungsvorschlag, erhöhen sich die monatlichen Elternbeiträge ab dem 1. Januar 2027. Die Berechnung des Beitrags erfolgt auf Grundlage der Betriebskostenabrechnung des Vorjahres und wird im Herbst für das kommende Jahr bekannt gegeben, erklärt die Stadt. Für die Haushaltsjahre 2027 und 2028 rechnet die Stadt voraussichtlich mit Mehreinnahmen von rund 4,35 Millionen Euro beziehungsweise 5,27 Millionen Euro.
„Leipzig bleibt auch mit dieser Erhöhung eine familienfreundliche Stadt. Wir wissen, dass höhere Beiträge eine Herausforderung sind“, kommentiert Oberbürgermeister Burkhard Jung den Vorschlag. „Die Anpassung ist dennoch angesichts der Haushaltslage geboten. Und der Gesetzgeber formuliert klare Vorgaben, in welcher Höhe sich die Eltern an den tatsächlichen Kosten zu beteiligen haben. Angesichts der dramatischen Haushaltslage nicht nur in Leipzig hat das Land klare Erwartungen an uns formuliert, die für die Genehmigung des nächsten Doppelhaushalts Voraussetzung sind. Wir können nicht nur auf unsere Ausgaben schauen – wir müssen auch unsere Einnahmen auf den Prüfstand stellen.“
Die Finanzierung der Kindertagesbetreuung erfolgt gemeinsam durch den Freistaat Sachsen, die Kommune und die Eltern. Seit 2010 ist in Leipzig der tatsächliche Elternanteil von knapp 18 auf neun Prozent im Jahr 2024 gesunken, während der städtische Finanzierungsanteil von 52 auf 59 Prozent gestiegen ist. Seit der letzten Beitragsanpassung 2017 sind die Platzkosten um knapp 73 Prozent in der Krippe, 54 Prozent im Kindergarten und 44 Prozent im Hort gestiegen.
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