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Ein Café in der Innenstadt und eine Pizzeria in Lindenau waren in der Nacht kurz hintereinander durch Sprengstoff-Explosionen beschädigt worden. Die Polizei ermittelt und ist bezüglich weiterer Informationen schmallippig. Wir haben mit dem Inhaber der Pizzeria gesprochen. Am Südplatz ist am Abend eine Straßenbahn mit einem Pkw kollidiert. Und: Die 23 Meter hohe Riesenfontäne im NEO – dem früheren Karstadt in der Petersstraße – kann endlich wieder sprudeln. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, dem 10. Juli 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Ermittlungen nach Explosionen in Leipzig
Es ist ein Bild der Verwüstung. Nur noch in Fetzen hängt die zerrissene Markise über dem Eingangsbereich der Gaststätte „La Migliore Pizza“ in der Georg-Schwarz-Straße. Die gläserne Tür zum Lokal ist komplett zerborsten. Scherben überall. Die Explosion war dermaßen heftig, dass sie die Glassplitter im gesamten Gastraum verteilte und zudem einige Möbel umwarf. Gegen 3:15 Uhr hat es den großen Knall gegeben – mitten in der Nacht.
„Mein Nachbar hat mich angerufen: ‚Komm her, an deinem Laden ist alles kaputt!‘“, erzählt der Ladeninhaber Osama Abdullah der L-IZ. Es seien wohl nur kleine, aber offenbar sehr zerstörerische Sprengkörper gewesen, die vor seinem Lokal gezündet worden waren. „Das ist alles in vielleicht 20 Sekunden passiert“, so der Pizzeria-Chef. Dann war alles vorbei – und zerstört. Es ist zu spüren, wie sehr die Geschehnisse der Nacht noch an ihm nagen. Und so richtig weiß er gerade selbst noch nicht, was als nächstes zu tun ist. Ob ihm dieser Vorfall Angst mache, frage ich. „Natürlich habe ich Angst“, gibt Osama Abdullah zu. „Aber ich schaffe das!“
Die Georg-Schwarz-Straße war während der polizeilichen Spurensicherung im Bereich zwischen Uhland- und Spittastraße komplett gesperrt. Die Straßenbahn-Linie 7 konnte dadurch erst gegen Mittag wieder über die wichtige Magistrale im alten Westen bimmeln. Doch es war ja gar nicht der einzige Sprengstoff-Vorfall in dieser Nacht gewesen (die L-IZ berichtete). Mitten in der City war keine halbe Stunde nach der Tat in Altlindenau ebenfalls die Scheibe eines Cafés pulverisiert worden. Auch hier ist augenscheinlich eine hohe Sprengkraft angewendet worden, eine, die sogar eine massive Holzbank beschädigte.
Die Polizei steckt nun in umfangreicher Ermittlungsarbeit. Frühestens am Montag ist von Seiten der Polizeidirektion mit neuen Informationen zu rechnen. „Wir stehen noch am Anfang der Ermittlungen, das ist ja gerade erst letzte Nacht passiert“, bittet Pressesprecher Chris Graupner um Verständnis. „Die Spuren müssen jetzt ausgewertet und bewertet werden. Das ist ja kein kleines Graffiti, wo es mit Ausmessen und einem Foto erledigt ist.“ Zudem halte man sich aus ermittlungstaktischen Gründen über Ermittlungsdetails zurück. Eine Aussage dazu, ob die beiden Sprengstoff-Delikte miteinander in Zusammenhang stehen, kann daher aktuell auch nicht getätigt werden.
Nur in einem Punkt sind sich die Ordnungshüter relativ sicher: Die dritte Explosion dieser Nacht steht mit den beiden anderen wohl in keinem Zusammenhang: Ein 18-Jähriger hatte bereits kurz vor Mitternacht auf der Eutritzscher Straße mit Pyrotechnik hantiert und sich bei deren Detonation so schwere Verletzungen zugefügt, dass er dadurch sogar eine Hand verlor.
Straßenbahn-Unfall am Südplatz
Eine Straßenbahn der Linie 11 ist heute Abend auf der Karl-Liebknecht-Straße auf Höhe Südplatz mit einem Pkw zusammengestoßen. Ein Anwohner berichtete uns, gegen 19:15 Uhr den Knall der Kollision gehört zu haben. Daraufhin seien sofort mehrere Personen zu dem verunfallten Wagen geeilt, um der Person am Steuer zu helfen. Nur wenige Minuten später trafen auch die Rettungskräfte vor Ort ein.
Glück im Unglück: Die Person konnte das Auto selbständig verlassen – wurde dann aber auf eine Trage gelegt und von den Rettungskräften weiter versorgt. Inzwischen ist der Verkehr an der Unfallstelle wieder freigegeben.
Riesenfontäne sprudelt wieder
Vor zwanzig Jahren hatte sie ihren ersten großen Auftritt – und sprudelte sich schnell in die Herzen der Leipzigerinnen und Leipziger: Die 23 Meter hohe Riesenfontäne im damaligen Karstadt-Warenhaus in der Petersstraße. Doch als das Kaufhaus 2019 seine Pforten dauerhaft schloss, versiegte auch das Wasserspektakel. Fast wäre es sogar für immer gewesen. Doch als sich die ec Advisors GmbH im Auftrag des Eigentümers ab 2021 an den Umbau des Gebäudes machte, ergab eine Umfrage den klaren Wunsch der Menschen nach Weitersprudeln.
Und so war es Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) persönlich, der schließlich Ende November 2025 das Wasserspiel symbolisch wieder in Betrieb nahm. Doch allzu lange hielt die Freude zunächst nicht. Wegen notwendiger Bodenbelagsarbeiten musste der Springbrunnen für einige Monate wieder abgeschaltet werden. Doch auch das ist jetzt überstanden. Heute vermeldete das Unternehmen, dass „der Brunnen nun wieder uneingeschränkt sprudeln und mit seinen beeindruckenden Wasser- und Lichtinszenierungen begeistern“ kann.
Der beliebte Springbrunnen im Inneren des NEO, wie das Gebäude inzwischen heißt, hat sogar eine eigene kleine Internetseite. Dort sind auch die aktuellen Uhrzeiten zu finden, zu denen die Wasser- und Lichtshows starten. Aktuell ist das montags bis samstags jeweils um 12:30 Uhr und um 18 Uhr.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Der Stadtrat tagte: Kommen jetzt wenigstens die Planungen für das „Kino der Jugend“ in Gang?
Hallo Leipzig: So startet Freitag, der 10. Juli 2026
Machbarkeitsstudie: Die Linie 10 könnte über die Travniker Straße zum S-Bahnhof Wahren fahren
Coburg an einem Tag: Mit Luther auf der Krone Frankens
Was sonst noch wichtig war:
Ausschließlich mit den Stimmen der schwarz-roten Koalition ist heute im Bundestag das umstrittene Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung beschlossen worden. Das Ziel ist, Beitragserhöhungen zu verhindern. Doch Versicherten drohen so unter anderem höhere Zuzahlungen zu Medikamenten. Auch der Bundesrat hat diesen Plänen bereits zugestimmt.
Auf dem Flug einer Ryanair-Maschine von Thessaloniki nach München ist kurz nach dem Start eine Fensterscheibe zerbrochen. Durch den entstehenden Sog drohte der dort sitzende Passagier, aus dem Fenster gezogen zu werden. Nachdem bereits Kopf und Schulter hinausgeragt hatten, gelang es Mitreisenden, den Mann wieder ins Innere des Flugzeuges zu ziehen, berichtete ein Augenzeuge.
Aus Enttäuschung über das Ausscheiden Marokkos bei der Fußball-WM, haben Fans in Düsseldorf für Krawalle gesorgt. Gestern Abend hatte die bis dahin letzte im Turnier verbliebene afrikanische Mannschaft gegen Frankreich mit 0:2 verloren. Danach gab es Randale: herausgerissene Verkehrsschilder, umgeworfene Container, Böller und sogar Molotow-Cocktails. Drei Polizisten wurden verletzt, zwei Fans in Gewahrsam genommen.
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