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Am 1. Januar 2026 trat die im Dezember beschlossene Hundesteuersatzung für Leipzig in Kraft. Heiß diskutiert, auch weil die Stadt ein dringendes Interesse daran hatte, möglichst alle in Leipzig registrierten Hunde mit Chips zu versehen, sodass die Steuererhebung digital leichter möglich wurde. Doch was die angebotene Ermäßigung beim Chippen der Hunde für Folgen haben würde, das hat die Verwaltung dann doch völlig überrascht. Obwohl das Angebot nur zu verführerisch war. In der Ratsversammlung am 2. Juli hat SPD-Stadträtin Christina März nachgefragt.

Natürlich wollte sie wissen, warum es da nach Auskunft der Stadtkämmerei auf einmal so einen riesigen Rückstau bei der Bearbeitung der Registrierungen für die in Leipzig gehaltenen Hunde gab. Immerhin haben 23.251 Hundehalter zum Stichtag 1. Juli 24.513 Hunde angemeldet. Das sind rund 1.000 weniger als noch im Januar.

Aber nicht das war das Überraschende, sondern die Tatsache, dass tatsächlich 10.234 Hunde zur Ausstattung mit einem Chip angemeldet wurden.

Damit hätte auch Finanzbürgermeister Torsten Bonew nicht gerechnet: „Das hat uns einfach überrannt.“ Aber die Leipziger sind ja nicht wirklich reich. Wenn es die Chance gibt, bei der Hundesteuer ein bisschen zu sparen, dann ergreifen sie diese auch.

Den mit der Hundesteuersatzung hat der Stadtrat im Dezember auch beschlossen: „Für gechippte Hunde ermäßigt sich die Steuer um 30,00 Euro auf 120,00 Euro. Mit der Regelung wird die freiwillige Kennzeichnung von Hunden mittels Mikrochip bis einschließlich 2029 gefördert. Hunde, die nachweislich gemäß § 7 Absatz 3 dauerhaft gekennzeichnet sind und deren Halter der Nutzung der Transponderdaten zu steuerlichen Zwecken zustimmen, werden steuerlich begünstigt.

Entsprechend dem Antrag des Stadtrates (VII-A-07070-NF-03) wird die Hundesteuersatzung um den Befreiungstatbestand für Assistenzhunde ergänzt, sowie die rückwirkende Steuerbefreiung nach Antragstellung geregelt. Nicht selten sind Betroffene mit Behinderungen mit vielen bürokratischen und organisatorischen Anforderungen konfrontiert, sodass sich Anträge z. B. durch Unterstützungsbedarf beim Ausfüllen von Formularen oder mangelnder Assistenz verzögern können.“

Ein unerwarteter Ansturm

Logisch, dass die Stadt diesen Ansturm auf Chips und die damit verbundene Steuervergünstigung nicht einfach abfedern konnte. Zum 1. Juni waren demnach noch 4.223 Anträge auf diese Steuerermäßigung unbearbeitet. Das klingt viel. Aber die über 6.000 schon bearbeiteten Anträge lassen ahnen, welches Pensum die Verwaltung da tatsächlich bereits bewältigt hat. Torsten Bonew sprach von einer Lernkurve.

Auch Leipzig-Pass-Inhaber/-innen können einen Antrag auf Ermäßigung der Hundesteuer stellen. 340 haben das auch getan.

Der Chip ermöglicht dann auch eine leichtere Kontrolle der Hunde durch den Stadtordnungsdienst. „Im ersten Halbjahr 2025 wurden seitens der Abteilung 32.5 Stadtordnungsdienst 300 Hundekontrollen durchgeführt. Diese Zahl wird aufgeteilt auf 259 Kontrollen nach eigener Feststellung und auf 41 Kontrollen nach diversen Hinweisen (Bürgerhinweise etc.)“, erläuterte die Stadtkämmerei in ihrer Antwort an die SPD-Fraktion.

„Im ersten Halbjahr 2026 wurden bisher 173 Kontrollen durchgeführt. Diese verteilen sich auf 136 Kontrollen nach eigenen Feststellungen und auf 37 Kontrollen nach Hinweisen.

Bei diesen Kontrollen werden die Steuermarke oder die steuerliche Anmeldung regelmäßig mitgeprüft. Diese Kontrollen dienen jedoch nicht nur der Umsetzung der Hundesteuersatzung, sondern sie wurden auf Basis begangener Ordnungswidrigkeiten aus der Polizeiverordnung der Stadt Leipzig oder des SächsGefHundG durchgeführt. Eine belastbare Aussage zur Umsetzung der Hundesteuersatzung kann daraus nicht getroffen werden.“

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