Noch hat der Leipziger Stadthafen offiziell nicht geöffnet, doch der Betrieb beginnt sich langsam warmzulaufen. Kleine Bootstouren waren schon mal möglich. Und: Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP, musste sich auf dem Parteitag jedoch mit einer unerwarteten Gegnerin auseinandersetzen. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, dem 30. und 31. Mai 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Stadthafen: Die ersten Boote ziehen ihre Runden
Bei schönstem Sonnenschein mit ein paar harmlosen Wölkchen – zumindest was den Samstag betrifft – drehten schon die ersten Boote ihre Runden: Der neue Leipziger Stadthafen hat kurz vor seiner offiziellen Eröffnung am kommenden Freitag bereits eine Woche zuvor seinen Probebetrieb aufgenommen. Zwischen 09:45 Uhr und 19:00 Uhr können bereits wassertouristische Angebote gebucht und genutzt werden.

Die Abläufe sollen sich schrittweise einspielen: „Im Probebetrieb ist noch nicht alles ganz fertig. Wir verfeinern weiter für unsere Gäste die Abläufe, bevor mit der offiziellen Freigabe am 6. Juni das komplette gastronomische Angebot im DOCK 20 zur Verfügung steht“, so Jan Benzien, Geschäftsführer der Stadthafen Leipzig GmbH (SHL). Ab 1. Juni sollen die Liegeplätze für Elektroboote peu à peu freigegeben werden, von kommendem Samstag an startet auch die Gastronomie ihren Betrieb.
Die Einweihungsfeier des Geländes in der Schreberstraße findet am Freitag, dem 5. Juni, um 14:15 Uhr statt und lädt Interessierte herzlich ein. Der zentrumsnahe Stadthafen gilt als „Tor zum Leipziger Neuseenland“. Mit der 2023 begonnenen Aushebung und 2025 erfolgten Flutung des Hafenbeckens soll nun ein modernisierter Ort mit maritimem Flair entstehen, der Nachhaltigkeit, Sport, Freizeit, Erholung und Gastronomie verbindet.
Für den Rest des Jahres sind bereits ein Hafenfest im Juli, ein Herbst- und Weinfest Ende September sowie eine Weihnachtskulisse an zwei Adventswochenenden geplant.
Überraschende Kampfabstimmung auf FDP-Bundesparteitag: Kubicki soll’s jetzt richten
Die FDP? Ach ja, war das nicht was …? Sie spielt in Umfragen derzeit kaum eine Rolle und ist auch nicht im aktuellen Bundestag vertreten. Jetzt soll mit Wolfgang Kubicki ein altes „Schlachtross“ die Liberalen in die Zukunft führen: Der 74-Jährige wurde auf dem Bundesparteitag der Liberalen in Berlin am Samstag zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge des zurückgetretenen Christian Dürr (49) an.
Überraschend war der Verlauf der Wahl insofern, als dass mit Marie-Agnes Strack-Zimmermann kurzfristig eine innerparteiliche Konkurrentin ihren Hut in den Ring warf. Die profilierte Europapolitikerin erhielt in einer Kampfabstimmung 259 Stimmen (39 Prozent), Kubicki 390 (59 Prozent). Eine kleine Minderheit der Delegierten enthielt sich oder wollte keinem der Kandidaten das Vertrauen schenken.
Das schwache Abschneiden Kubickis – Guido Westerwelle († 2016) hatte 2009 bei der Vorsitzendenwahl 95,8 Prozent geholt, Christian Lindner 2021 gar rekordträchtige 98,3 Prozent – wird vielfach als Ausdruck einer tiefen Spaltung der Liberalen gedeutet, unter anderem zur Frage des Umgangs mit der AfD. Und auch jetzt sieht es so aus, als ob sich die 68-jährige Strack-Zimmermann und ihr Rivale nichts schenken wollen. Kommt es zur Einigung, eskaliert der Krach weiter, oder gibt es einen Burgfrieden, der die angeschlagene FDP wieder nach vorn bringt? Die Zukunft wird’s zeigen.
Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:
Oberbürgermeisterwahl 2027 in Leipzig: Ist Dirk Thärichen jetzt bei den Freien Wählern?
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Midbringsl: Ein Quartett voller Edelsteine aus der sächsischen Mundart
Was sonst noch so los war:
Teile des Leipziger Südens müssen für heute einige Tage auf Fernwärme verzichten.
Sachsen erwartet womöglich eine Unwetterfront.
Jubel bei den Handballerinnen des HC Leipzig: Nach einem Sieg (37:24) gegen den 1. FSV Mainz 05 steht nun nach neun Jahren die Rückkehr in die Bundesliga bevor.
In Chemnitz wird wegen eines Tötungsdelikts ermittelt: Ein 45-Jähriger steht im Verdacht, zwei Frauen (38, 20), bei denen es sich um Angehörige handeln soll, tödlich verletzt zu haben. Der Verdächtige wurde in Tschechien gefasst und soll nach Deutschland zurücküberstellt werden.
Das kleinste EU-Land wählte ein neues Parlament – Überraschungen werden auf Malta aber nicht erwartet.
Kalenderblatt: Vor 215 Jahren stürzt der „Schneider von Ulm“ in die Donau – und den sozialen Abgrund
Beharrlich verfolgte er den uralten Menschheitstraum vom Fliegen – doch er wurde als „Schneider von Ulm“ zur tragischen Witzfigur und zum vermeintlichen Betrüger, obwohl er das nie sein wollte: Am 31. Mai 1811 scheitert Albrecht Ludwig Berblinger mit seinem Versuch, vor großem Publikum per selbstgebautem Hängegleiter von der Ulmer Adlerbastei aus die Donau zu überfliegen. Nach nur wenigen Sekunden stürzt der talentierte Schneidermeister und Tüftler ins kalte Flusswasser.

Zum Verhängnis wird ihm fehlendes Wissen über die Gesetze der Thermik und des Auftriebs, obwohl sein Fluggerät unter günstigeren Umständen durchaus funktioniert hatte. Berblinger überlebt den physischen Absturz, nicht aber den sozialen: Er wird zum Gespött der ganzen Stadt und als Lügner hingestellt, stirbt 1829 mit 58 Jahren völlig verarmt und ausgezehrt in einem Spital.
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