Es kommt Bewegung in das Kandidatenfeld für die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig. Diese findet zwar erst Anfang 2027 statt, aber langsam werfen immer mehr Kandidatinnen und Kandidaten ihre Hüte in den Ring. Allerdings ist der Frauenanteil, mit einer von jetzt sieben, leider sehr gering. Der Kandidat der SPD heißt, was nicht viele überraschen wird, Dirk Panter und ist in der aktuellen sächsischen Landesregierung Staatsminister für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz.
Dirk Panter ist Jahrgang 1974, geboren in Achern/Baden, lebt seit 31 Jahren in Leipzig und arbeitete bis 2020 bei internationalen Finanzunternehmen. Mehr findet sich auf seiner Website.
Am 28. Mai wurde Dirk Panter durch den Stadtvorstand Leipzig als Kandidat für die OBM-Wahl 2027 nominiert und muss noch am 26. September formell auf einer Wahlkonferenz von den Mitgliedern der SPD Leipzig aufgestellt werden. Am 29. Mai wurde der nominierte Kandidat bei einem Pressegespräch vorgestellt. Die Vorstellung übernahm Christina März, Co-Vorsitzende des Stadtverbandes der SPD Leipzig. Nach einem kurzen Abriss über die Kandidatenfindung führte sie aus:
„Dirk Panter ist aus unserer Sicht ein mehr als nur geeigneter Kandidat. Das ist eine sehr gute Wahl, er ist mit Leib und Seele Leipziger. Sie haben sicherlich in den letzten Jahren seinen Weg verfolgt. Er hat immer wie ein Löwe für Leipzig im Landtag gekämpft und hat viele Projekte hier in die Stadt geholt. Wir freuen uns, dass er als studierter Verwaltungswissenschaftler mit den entsprechenden Erfahrungen, nicht nur theoretischer Natur, sondern auch durch seine Arbeit in einem internationalen Konzern, vor seiner Tätigkeit in der SPD, neue Impulse in der Stadtverwaltung setzen wird. Daneben ist er natürlich ein profilierter Wirtschafts- und Finanzpolitiker.“

Dirk Panter setzte in seiner Vorstellungsrede den Fokus auf Finanzen und Wirtschaft, damit die sozialen Herausforderungen gemeistert werden können.
„Die Finanzsituation ist schwierig nicht, weil schlecht gewirtschaftet wurde, sondern weil wir einerseits in einer wirtschaftlichen Krise stecken und andererseits die Soziallasten immer größer werden. Das heißt, wir werden uns natürlich mit unserem Programm noch weiter beschäftigen und dieses im September auf dem Parteitag vorlegen. Das ist alles geplant. Für jetzt kann ich aber inhaltlich schon mal sagen, dass natürlich wirtschaftliche Stärke und sozialer Aufschwung ganz wichtige Punkte sind. Wir müssen die Chancen nutzen, die Leipzig bei den Zukunftstechnologien hat, sei es in der Biotechnologie, Gesundheitswirtschaft, in der Logistik, Energie- und Umwelttechnik, KI, Digitalisierung. Das sind alles Möglichkeiten, wo wir uns entwickeln können, wo Unternehmen sich entwickeln können, damit sie gute Arbeitsplätze zur Verfügung stellen können. Und wodurch wir auch Gewerbesteuereinnahmen haben, weil die Stadt die braucht um diese wachsende Stadt unterstützen zu können. Genauso wie es auch beim Sozialen hilft. Wir brauchen das Geld um sicherzustellen, dass hier weiterhin Wohnen bezahlbar bleibt, dass Mobilität möglich und bezahlbar bleibt, dass wir Menschen in Arbeit bringen. Das entlastet am Ende die Stadtkasse, wenn wir Menschen in die Lage versetzen, dass sie von ihrer Hände Arbeit selber leben können.“
Natürlich gab es Raum für Fragen, das Dirk Panter schon gesagt hatte, der Wahlkampf würde in der Freizeit neben seinem Ministeramt, welches er mit voller Kraft weiter ausüben will, stattfinden, fragten wir ihn nach seiner Fitness.
„Ehrlicherweise fühle ich mich sehr fit. Ich durfte vorhin gerade schildern, dass ich mich auch einiger Kilos entledigt habe in letzter Zeit. Das hilft immer. Davon mal abgesehen ist mir bewusst, dass es eine Doppelbelastung wird. Das ist ja auch gar keine Frage. Ich will auch genau diese beiden Aufgaben klar trennen weil, das auch nicht anders geht, das bin ich der Bevölkerung schuldig. Ich habe aktuell ein Amt und das werde ich auch genau so weiterführen und werde das mit aller Kraft tun, weil die Zeiten sind wie sie sind. Da gibt es für mich auch kein Vertun. Deshalb werde ich den Wahlkampf, der auch in diesem Jahr sicherlich immer stärker anlaufen wird, in meiner Freizeit führen. Im nächsten Jahr heißt das dann aber halt: Urlaub nehmen und Wahlkampf führen. Aber ich fühle mich fit und denke, dass ich das hinkriege.“
Bei den Fragen ging es auch wieder um Wirtschaft und Finanzen, aber auch um die zunehmende Spaltung der Gesellschaft. Dirk Panter will auf die Menschen zugehen, moderieren und Kompromisse suchen. Auf jeden Fall ist er bereit Verantwortung zu übernehmen.
„Für mich hat das Thema Herausforderungen eine sehr positive Konnotation. Churchill hat mal gesagt: „Never let a good crisis go to waste“, also verschwende niemals eine gute Krise. Es gibt so viele schöne Sprüche, wie der mit den Zitronen die einem geliefert werden und der Limonade die man daraus macht. Ich will einfach sagen, ich übernehme gerne Verantwortung und versuche etwas zu gestalten. Das heißt nicht, dass alles klappt. Ich habe in meinem Leben schon viele Fehler gemacht, das gehört dazu, weil wenn man nichts macht, dann wird es für einen gestaltet. Und das finde ich nicht gut. Ich finde, wir sollten das gemeinsam machen, wir sollten die Verantwortung übernehmen und das Beste daraus machen. Damit Leipzig das bleibt, was es ist, nämlich etwas Besonderes.“

Das war selbstverständlich nur ein kurzer Abriss, wir werden im Laufe des Wahlkampfes mehr von ihm hören. Nach dem allgemeinen Teil hatten wir die Gelegenheit einige Fragen zu stellen. Da geht es um fairen Wahlkampf, Sozialpolitik, Wirtschaftspolitik und ob Dirk Panter auch mal mit der Faust auf den Tisch hauen kann. Das Interview sehen Sie im Video.
Dir Panter ist bis jetzt der siebente Bewerber für das Amt des Oberbürgermeisters. Wir werden im Laufe des Wahlkampfes auch mit weiteren Kandidaten sprechen. Gewiss auch noch einmal mit Dirk Panter.
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