Das BSW hat seinen Fraktionsvorsitzenden im Stadtrat, Eric Recke, zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl im Februar 2027 gewählt. Der 38-Jährige möchte die finanzielle Situation der Kommunen verbessern, Rüstungsausgaben abschaffen und eine „vernünftige“ Handelspolitik mit Ländern wie Russland, China und Iran vorantreiben.
In seiner Bewerbungsrede auf dem Stadtparteitag am Wochenende sagte Recke, dass die Finanzkrise der Kommunen das größte Problem sei. Der amtierende Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) habe sich zwar bemüht, als Städtetagspräsident Verbesserungen zu erreichen, sei aber erfolglos geblieben.
Wäre er Oberbürgermeister, würde sich Recke auf Bundes- und Landesebene dafür einsetzen, dass die Rüstungsausgaben gestoppt werden, eine „vernünftige Energie- und Handelspolitik mit Russland, China und Iran“ betrieben wird und ein „gigantisches Investitionsprogramm“ für Industrie, Bildung und öffentliche Daseinsvorsorge zustande kommt. Er würde auch dafür werben, dass Migrant*innen in Deutschland sofort arbeiten dürfen.
In Leipzig sei unter Jung ein regelrechter „Kleinkrieg“ zwischen den Ämtern entstanden. Die ehemals rot-grüne Mehrheit im Stadtrat habe zudem viel Geld „zum Fenster herausgeworfen“. Er würde sich als OBM auch dafür einsetzen, dass es weniger Vorgaben beim Wohnungsbau gibt.
Recke hat eigenen Angaben zufolge bislang Zusagen für Wahlkampfspenden im „unteren fünfstelligen Bereich“. Er wolle seine Mandate im Stadtrat und Landtag dafür nutzen, um bekannter zu werden.
Seit anderthalb Jahren gehört der BSW-Politiker dem Stadtrat an und ist dort Vorsitzender seiner Fraktion. Im Januar dieses Jahres ist Recke außerdem in die BSW-Fraktion im sächsischen Landtag nachgerückt.
Die Oberbürgermeisterwahl in Leipzig soll am 21. Februar 2027 stattfinden. Burkhard Jung darf aus Altersgründen nach drei Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Recke ist bislang der einzige bekannte Bewerber. Laut LVZ erhielt er auf dem Parteitag ohne Gegenkandidat*in rund 70 Prozent der Stimmen.
Die Leipziger Linken wollen am Donnerstagabend ihre*n Bewerber*in wählen. Der Stadtvorstand will nach LZ-Informationen am Mittwoch seinen Wahlvorschlag bekanntgeben.
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