Zwei Jahre nach dem schweren Bus-Unglück am Schkeuditzer Kreuz steht heute der damalige Fahrer vor Gericht. Die Lufthansa-Piloten streiken an diesem Freitag erneut, haben aber gute Nachrichten für Passagiere im Nahen Osten. Die Linke hat ihre Kandidatin für die Neuwahl des Oberbürgermeisteramtes auf einem Stadtparteitag nominiert. 77,5 Prozent der anwesenden 314 Parteimitglieder votierten für die derzeitige Kulturdezernentin Skadi Jennicke.
Prozessauftakt um Bus-Unglück
Vier Menschen starben am 27. März 2024, nachdem ein Busfahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hat. Auf der Fahrt von Berlin nach Zürich driftet der FlixBus mit 54 Passagieren ab und stürzt neben der Autobahn auf die Seite.
Das Amtsgericht Eilenburg verhandelt heute die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen den 64-jährigen Fahrer. Die wirft ihm fahrlässige Tötung in vier und fahrlässige Körperverletzung in 46 Fällen vor. Einfluss von verbotenen Substanzen konnte im Zuge der Ermittlungen nicht nachgewiesen werden. Auch habe es laut übereinstimmenden Medienberichten keine Verletzung der gesetzlichen Ruhezeiten oder technische Mängel an dem Fahrzeug gegeben.
Das Strafgesetzbuch sieht unter § 229 StGB folgende Strafen vor, sollte das Gericht der Anklage folgen: „Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“ (§229). Ein Urteil wird noch für den ersten Verhandlungstag erwartet. Vom Prozess berichtet unser Reporter Lucas Böhme.

Lufthansa-Streik verschont Leipzig – ein bisschen
Über den Wolken gibt es derzeit noch immer eher arbeitsrechtliche Differenzen, denn Freiheit. Im deutschen Luftverkehr erreichen heute die Arbeitskämpfe am zweiten Tag in Folge mehr als 5.000 Pilotinnen und Piloten der Lufthansa-Kerngesellschaft, von Lufthansa Cargo und der Regionaltochter Lufthansa CityLine. Deren Gewerkschaft hatte zum zweitägigen Streik aufgerufen.
Seit Donnerstag bis 23.59 Uhr am Freitag sind vor allem Starts von deutschen Flughäfen ausgefallen oder waren stark eingeschränkt – ein Arbeitskampf, der den Passagierverkehr ebenso wie das Frachtgeschäft betrifft.
Am Flughafen Leipzig/Halle ist vom Pilotenstreik heute nach aktueller Lage voraussichtlich nur der Mittagsflug nach Frankfurt betroffen. Die restlichen Verbindungen, insbesondere anderer Airlines, sollen regulär stattfinden. Wer genau diesen Lufthansa‑Flug gebucht hat, muss mit Annullierung oder Umbuchung rechnen. Alle anderen Reisenden ab Leipzig/Halle dürften vom Streik kaum etwas spüren.
Bundesweit ausgenommen vom Streik sind Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie die Vereinigten Arabischen Emirate. Die zum Streik aufrufende Pilotengewerkschaft Cockpit hat wegen der aus dem Iran-Krieg resultierenden Notfälle ausdrücklich darauf hingewiesen, den Rückholmaßnahmen nicht mit einem aktuellen Arbeitskampf im Weg stehen zu wollen.

Linke nominiert OBM-Kandidatin
Auf ihrem gestrigen Stadtparteitag hat die Linke ihre Kandidatin für die bevorstehende Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr gekürt. 314 der 5000 Mitglieder des Leipziger Stadtverbandes versammelten sich im geschichtsträchtigen Felsenkeller im Stadtteil Plagwitz. 77,5 Prozent von ihnen schlossen sich dem Wahlvorschlag des Stadtvorstandes der Partei an und schicken Skadi Jennicke ins Rennen um das höchste Amt der Stadt.
Die studierte Diplomdramaturgin wurde 1977 in Leipzig geboren und promovierte 2009 zum Doktor der Philosophie. Als Dramaturgin arbeitete sie an den Theatern in Chemnitz, Halle und Leipzig. Seit 2016 ist sie Bürgermeisterin und Beigeordnete für Kultur der Stadt Leipzig. Neben Mitgliedschaften in unzähligen Stiftungsräten und Kuratorien amtiert sie als Aufsichtsratsvorsitzende der Zoo Leipzig GmbH. Jennicke ist Vorsitzende des Kulturausschusses beim Deutschen Städtetag.
Eine Neuwahl des Oberbürgermeisterpostens wird nötig, weil die Dienstzeit von Amtsinhaber Burkhard Jung 2027 endet. Er selbst tritt nicht erneut zur Wahl an. Am 7. März hatte bereits das BSW seinen Kandidaten Eric Recke vorgestellt, als erster Bewerber hatte sich am 13. Februar der parteilose Lars Kulesch der Öffentlichkeit vorgestellt.
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