Sachsenweit häufen sich aktuell Beschwerden über unberechtigte Zahlungsaufforderungen der Firma Margot Brands Limited mit Sitz in Hongkong. Betroffene erhalten Rechnungen und Mahnungen für angebliche Jahresabos von Diensten wie „Astrolonova“ (Horoskope), „Fitnovaness“ (Fitnessplaner) oder „Bongochat“ (KI-Assistent), ohne sich an einen bewussten Vertragsabschluss erinnern zu können. Durch hohen Zahlungsdruck und angedrohte Inkasso-Gebühren sowie Schufa-Einträge sollen Verbraucher*innen zu voreiligen Überweisungen gedrängt werden.

„Eine Rechnung allein beweist noch keinen wirksamen Vertrag. Wer sich nicht bewusst zu einer Zahlung verpflichtet hat, sollte die Forderung umgehend schriftlich zurückweisen“, betont Nicole Dahm, Rechtsberaterin der Verbraucherzentrale Sachsen in Görlitz. „Hinter allen drei vermeintlich unterschiedlichen Online-Diensten steht dieselbe Firma aus Hongkong. Betroffene sollten sich von dem drohenden Ton der Schreiben nicht einschüchtern lassen.“

Für einen gültigen Online-Vertrag ist entscheidend, dass die Zahlungspflicht vor dem Absenden der Bestellung klar erkennbar war – etwa durch einen eindeutig beschrifteten Button wie „zahlungspflichtig bestellen“. Fehlt eine solche Kennzeichnung, ist kein wirksamer Vertrag zustande gekommen und die Forderung unberechtigt.

Tipps für Betroffene:

  • Ruhe bewahren: Nicht aus Angst oder Druck voreilig Geld überweisen.
  • Schriftlich widersprechen: Der Forderung per Einschreiben oder E-Mail widersprechen und klarstellen, dass kein kostenpflichtiger Vertrag geschlossen wurde.
  • Beweise sichern: Alle Rechnungen, Mahnungen und sonstigen Schreiben als Nachweis sorgfältig dokumentieren.

Bei Fragen zu unberechtigten Forderungen und untergeschobenen Verträgen unterstützt die Verbraucherzentrale Sachsen. Termine für eine persönliche, telefonische oder Video-Beratung können unter 0341 6962929 oder online unter www.verbraucherzentrale-sachsen.de vereinbart werden.

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