Manchmal sind es kleine Schritte, die eine Stadt zunehmend klimafreundlicher machen. So wie die Einführung eines Fahrradkurierdienstes bei der Leipziger Stadtverwaltung im Jahr 2020. Damals spürte man noch die Zweifel der Verantwortlichen, ob sich ein solcher Kurierdienst bewährt. Immerhin hatte man bis dahin alles mit Pkw transportiert. Aber nach über fünf Jahren ist klar: Es funktioniert. Und so meldet das Dezernat Allgemeine Verwaltung nun, dass der Fahrradkurierdienst aufs ganze Stadtgebiet ausgerollt wird.

Was bereits seit fünf Jahren für die Touren im Kernbereich Leipzigs galt, betrifft jetzt auch alle Stadtteile: Die Verwaltung befördert ihr (internes) Postaufkommen ab August ausschließlich mit Lastenfahrrädern – die zuletzt noch eingesetzten vier Elektro-Kfz haben damit für städtische Kurierfahrten ausgedient.

Und die Fahrradkuriere haben noch einen besonderen Vorteil, den Pkw nun einmal nicht haben.

„Lastenräder sind kleiner und wendiger, können Baustellen oder Verkehrsstaus flexibler umfahren und an den Liegenschaften sind sie nicht zwingend auf straßennahen Parkraum angewiesen“, begründet Anja Soisson, amtierende Leiterin des Amtes für Digitales und Organisation im Dezernat Allgemeine Verwaltung, den jetzt vollzogenen Schritt. „Zugleich wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen und unseren Teil zum Erfolg der Verkehrswende in Leipzig beitragen“.

Noch braucht es etliche Sendungen aus Papier

Trotz rückläufigen Analog-Schriftverkehrs bleibt das Aufkommen zwischen den 280 im Kurierdienst vernetzten Objekten (Dienststätten, Behörden, Einrichtungen und Schulen) beträchtlich, so das Verwaltungsdezernat. Im Jahr 2025 hat die Stadt rund eine halbe Million Postsendungen, darunter Briefe und Pakete, zentral erhalten und diese an die jeweiligen Adressaten verteilt.

Ferner wurden anno 2025 rund 2,2 Millionen Sendungen verschickt, welche zum größten Teil via Kurierdienst in die zentrale Poststelle im Neuen Rathaus transportiert und zum Versand durch Logistiker wie LVZ-Post oder DHL vorbereitet werden mussten.

Um alle anfallenden Sendungen in den städtischen Lastenrad-Kurierdienst zu integrieren, schloss die Stadt einen weiteren Vertrag mit dem Leipziger Unternehmen FULMO Kurierunion GbR, welches den Innenstadt-Kurierdienst seit Jahren zuverlässig abdeckt und nunmehr alle Liegenschaften im Stadtgebiet per Lastenrad ansteuert. Insgesamt sind damit ab August für die Stadt Leipzig fünf Kurierfahrerinnen und -fahrer mit fünf Lastenrädern im Einsatz.

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