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Zum Wiehern! Die Pferderennbahn Scheibenholz wird heute zum riesigen Comedy-Club. Im soziokulturellen Zentrum ANKER startet am Abend das diesjährige Sommertheater und beweist, dass Lehrer manchmal Recht haben, wenn sie an Schüler, in dem Fall eine Schülerin, glauben. Die sächsischen Tafeln haben heute noch die Chance auf Fördermittel – und ein Seniorenstift holt ein wenig Kulturerbe in die Stadt, stufenweise.
Fördergeld für die Tafel-Helfer
Dass es sie überhaupt geben muss, ist traurig. Aber dass es sie gibt, ist dann eben doch begrüßenswert und für viele Menschen eine alltägliche Hilfe: die „Tafeln“. Ausgabestellen für Lebensmittel an Bedürftige, die zuvor von Handel, Herstellern und weiteren Partnern bereitgestellt wurden. Der Freistaat fördert dieses Engagement, heute endet die entsprechende Antragsfrist.
Einrichtungen können ihre Unterlagen bei der Sächsischen Aufbaubank (SAB) einreichen. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich digital per E-Mail, HIER an das zuständige Postfach der SAB, ein Präsenztermin ist damit nicht verbunden. Das Land Sachsen stellt für das Förderprogramm insgesamt 400.000 Euro zur Verfügung.
Unterstützt werden Investitionen unter anderem in Fahrzeuge und Logistik, Räumlichkeiten, Energieeffizienz, Arbeitsschutz sowie Maßnahmen zur Einhaltung von Hygiene- und sonstigen Vorschriften. Je Vorhaben sind Zuschüsse zwischen 2.500 und 30.000 Euro möglich. In Sachsen arbeiten derzeit 44 Tafeln, die überschüssige Lebensmittel an Menschen mit geringem Einkommen weitergeben.
Die Leipziger Tafel zählt nach aktuellen Angaben etwa 25.000 Kundinnen und Kunden. Rund 6.000 Menschen nutzen ihre Lebensmittelausgaben innerhalb einer Woche. Ziel der Tafeln ist es, noch genießbare Lebensmittel vor der Vernichtung zu bewahren und zugleich Menschen in schwierigen finanziellen Situationen zu unterstützen.
Die Leipziger Tafel verweist darauf, dass sie auf die Unterstützung zahlreicher Sponsoren sowie vieler Betriebe aus Handel und Wirtschaft angewiesen ist, um ihre Arbeit dauerhaft aufrechterhalten zu können. Die bis heute zu beantragende Förderung soll dazu beitragen, die notwendige Infrastruktur der Tafeln zu erhalten und Investitionen in Logistik, Ausstattung und Räumlichkeiten zu ermöglichen.
Zwangsheirat in Leipzig-Möckern
Beziehungsstatus: schwierig. Denn Lucky ist so gar nicht lucky. Premiere für das neue Sommertheater im Leipziger ANKER! Heute feiert die Produktion „Offline verknallt“ ab 20 Uhr ihre Uraufführung im Innenhof des soziokulturellen Zentrums an der Renftstraße 1 in Möckern. Einlass ist bereits ab 19 Uhr. Die Inszenierung von Marco Runge ist eine gemeinsame Produktion des Regisseurs und des ANKER Leipzig, die bis Ende August mehrfach auf die Bühne zurückkehrt.
Nach den ersten Vorstellungen heute und morgen folgen weitere Termine vom 22. bis 26. Juli, vom 29. bis 31. Juli sowie vom 19. bis 23. August und vom 26. bis 30. August. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Prinzessin Lucky, die gegen ihren Willen verheiratet werden soll und sich den Plänen ihrer Familie widersetzt. Das Stück verbindet Märchenelemente mit einem augenzwinkernden Blick auf Liebe und Beziehungen in einer zunehmend digital geprägten Welt. Auf der Bühne stehen Elena Maria Pia Lorenzon, Lili Marleen Huth und Michael Rousavy.
Spannend: Lili ist die Tochter von KIKA-Legende Alex Huth, der selbst einige Jahre als Moderator auf der ANKER-Bühne im Stadtteil Möckern stand. Die Rolle aber hat sie nicht der väterlichen Tradition zu verdanken, sondern dem Umstand, dass Regisseur Marco Runge einst ihr Lehrer war und vor langer Zeit sagte: „Wenn Du alles gibst, wird aus Dir mal eine richtige Schauspielerin“. Sich schließende Kreise.
Der ANKER zählt zu den etablierten Kulturzentren im Leipziger Norden und ist regelmäßig Schauplatz von Theater-, Konzert- und Kulturveranstaltungen. Karten für das Sommertheater sind ab 28,20 Euro an der Abendkasse erhältlich. Vorbestellungen sind online bei EVENTIM möglich. Die Anreise ist mit den Straßenbahnlinien 10 und 11 bis zur Haltestelle Möckernscher Markt möglich. Sollte das Wetter nicht mitspielen, wird die Aufführung kurzfristig in den Saal verlegt.
Kulturerbe auch in Leipzig – aber nur mit zwei „p“
Ein kleiner Schritt auf einer Stufe, aber ein großer Schritt für die Gesundheit. Es war der Priester und Heilexperte Sebastian Kneipp, der leidende Menschen zum Treppensteigen ermunterte. Denn das, so Kneipps Erkenntnis, fördere die menschliche Venenfunktion und den Gleichgewichtssinn.
Nach der Eröffnung der ersten Kneipp-Venentreppen Sachsens vor einem Monat im Kurort Bad Lausick erhält heute auch Leipzig seine erste Anlage dieser Art. Im „Cura SeniorenCentrum Angelika-Stift“ in der Bornaischen Straße 82 heißt es seit heute Morgen, in Bewegung zu bleiben. Dass die Anlage ziemlich klein ist, liegt an einer Besonderheit: Anders als klassische Kneipp-Wassertretbecken oder Barfußpfade setzt dieses noch junge Konzept auf gezielte Fersen- und Ballenübungen auf wenigen Treppenstufen. Und passt somit auch prima in kleine Bereiche. Die Leipziger Venentreppe ist zudem keine Treppe im öffentlichen Raum, sondern verbindet diesen mit dem Seniorenzentrum.
Im Anschluss an die Einweihung sind Besucher eingeladen, im Innengarten des Angelika-Stifts das „Anwassern“ im Kneipp-Wassertretbecken zu begleiten. Dieses ist seit einigen Monaten auch für die Allgemeinheit zugänglich – umgeben von Armbecken, Barfußpfad und Kräutergärten. Vor Ort werden unter anderem die Vorsitzende des Kneipp-Vereins Leipzig und Umland e.V., Petra Billwitz, sowie Peter Wolff sein, der seit 25 Jahren bundesweit als „Pfarrer Sebastian Kneipp“ unterwegs ist.
Die Kneipp-Bewegung setzt auf die fünf Säulen Wasser, Bewegung, Heilpflanzen, Ernährung und Lebensordnung. Einrichtungen wie Seniorenheime oder Kitas können eine Kneipp-Zertifizierung erhalten, wenn diese Grundsätze im Alltag umgesetzt werden. Das „Kneippen“ gehört seit zwölf Jahren zum Immateriellen Kulturerbe in Deutschland.
Pferderennbahn ist heute mal ´ne Lachnummer
Mitte der 90er Jahre gab es die nicht uncharmante Idee, das Innere des Scheibenholzes zu einem Golfplatz umzubauen – und den Sport wie in skandinavischen Vorbildern, sogar ins Schulprogramm aufzunehmen. Der mögliche Investor galoppierte jedoch davon. Ob das Nichtzustandekommen an ihm oder der Stadt lag – die Hürden will heute keiner mehr kennen.
Dass die Pferderennbahn trotzdem mehr kann, als Reitsport zu veranstalten, beweist sie ab heute. Mit „Phat Cat Comedy XXL“ gastiert erstmals in diesem Sommer eines der größten Open-Air-Comedyformate im Rahmen der Leipziger Filmnächte auf dem traditionsreichen Gelände am Rennbahnweg. Beginn der Veranstaltung ist um 20 Uhr, der Einlass öffnet bereits um 18.30 Uhr. Wer gute Plätze sichern und Wartezeiten an den Eingängen vermeiden möchte, sollte daher möglichst früh anreisen.
Der Eintritt ist kostenpflichtig. Je nach Vorverkaufsstelle, Platzkategorie und anfallenden Servicegebühren kosten die Tickets derzeit zwischen rund 35 und 55 Euro. Ob am Veranstaltungstag noch Karten an der Abendkasse erhältlich sind, richtet sich nach dem Vorverkaufsstand. Am besten vorher prüfen! Auf der Bühne stehen mehrere bekannte Comedians, darunter Björn von Morgenstern, Maxi Gstettenbauer, Maria Clara Groppler, Roger G und Florentine Osche.
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