Mit dem Regen kommt die Hoffnung: Die LVB wollen im Tagesverlauf erste reparierte Abschnitte des Tram-Netzes wieder in Betrieb nehmen. Die Stadt bietet ab heute kommunale Grundstücke als privates Bauland an, das Katasteramt hat falsch bemessene Grenzen korrigiert – und auf dem Augustusplatz kann heute jeder üben, wie man mit lebenserhaltenden Maßnahmen Menschen rettet.
Wiederaufnahme Tram-Betrieb verzögert sich
Sie tun, was geht – und trotzdem kann noch nichts fahren. Die Leipziger Verkehrsbetriebe kämpfen seit Sonnabend mit massiven Schäden im Gleisbereich, die so gravierend sind, dass das gesamte Straßenbahnnetz stillgelegt werden musste. Die Hoffnung bestand, ab heute Morgen wieder fahren zu können, doch sie erfüllte sich nicht (LZ berichtete). Trotz des Einsatzes aller zur Verfügung stehenden Kräfte war das Ziel der Wiederinbetriebnahme nicht zu erreichen.
Die außergewöhnlich hohen Temperaturen hatten nach Angaben der LVB dazu geführt, dass sich die Fugengussmasse aufweichte. Dabei handelt es sich um ein bitumenhaltiges Dichtmaterial zwischen Asphalt und Schiene, das normalerweise verhindert, dass Schmutz in die Gleisanlagen eindringt. So gelangte der klebrige Brei an zahlreichen Stellen in Schienen und Weichen, wo er verklumpte. Dadurch wurden nicht nur die Gleisanlagen beeinträchtigt: Auch Straßenbahnen, die durch die haftende Substanz fuhren, waren von den Auswirkungen betroffen. Alle Handwerker sind seit Sonnabend rund um die Uhr im Einsatz – sowohl an den Gleisanlagen als auch in den Depots, um die verklebten Fahrwerke der Straßenbahnen zu reinigen.
Im Tagesverlauf soll es nun erste schrittweise Freigaben geben. Welche Abschnitte das wann betrifft, wollen die Verkehrsbetriebe im Verlauf des Tages mitteilen. Über die dann wieder möglichen Verbindungen informieren auch die Website der LVB und die Handy-App LeipzigMove.
Hand auf´s Herz
Gerade bei diesen extremen Temperaturen ist die Gefahr groß, dass es Menschen einfach die Beine „wegzieht“, sie ohnmächtig werden, kollabieren und im Extremfall auf Maßnahmen der Wiederbelebung angewiesen sind. Deshalb wird der Augustusplatz heute zum großen Ersthelferkurs. Rettungsdienste, die Berufsfeuerwehr Leipzig, Leipziger Hilfsorganisationen, das Universitätsklinikum Leipzig, das Herzzentrum Leipzig sowie das Klinikum St. Georg vermitteln Grundlagen der Laienreanimation und üben mit allen Interessierten lebensrettende Sofortmaßnahmen.
Ziel der Veranstaltung ist es, möglichst vielen Menschen diese Kenntnisse zu vermitteln. Denn – ehrlicherweise: Die meisten Inhaber eines Führerscheins haben sich mit diesem Thema zuletzt während der Fahrschule beschäftigt. Neben den Übungsstationen erwartet die Besucher ein weiteres Programm mit Mitmachaktionen. Um 11 Uhr wird in einem Live-Szenario die gesamte Rettungskette vom Auffinden einer bewusstlosen Person über den Notruf 112 und die Laienreanimation bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes demonstriert. Außerdem begleiten Leipziger Sportvereine und Sportler den Aktionstag mit einer Team-Challenge.
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Hingehen, sich informieren, ins Gespräch kommen – und vielleicht auch beherzt zupacken.

Die richtigen Grenzen kennen
Wer sich verzählt und verzeichnet, muss mit Korrekturen nachbessern. Diese Aufgabe kam aufgrund von Paragraf 14 Absatz 3 des Sächsischen Vermessungs- und Katastergesetzes (SächsVermKatG) auf das Amt für Geoinformation und Bodenordnung der Stadt Leipzig zu. In neun Gemarkungen erwiesen sich die Grenzverläufe von Grundstücken als fehlerhaft.
Für die Neuberechnung der Grenzpunkte wurden sämtliche verfügbaren Katasterunterlagen ausgewertet. Betroffene Eigentümer und weitere Beteiligte können sich ab heute bis zum 27.07.2026 zum Grenzverlauf äußern oder Rückfragen stellen. Ansprechpartner ist das Amt für Geoinformation und Bodenordnung unter der Telefonnummer 0341/123 5057 sowie per E-Mail an ff@leipzig.de.
Nach Abschluss des Verfahrens wird das Ergebnis bekannt gegeben. Um welche Flurstücke es sich im Verwaltungsbereich der Stadt handelt, können Grundstücksbesitzer nun online unter diesem Link recherchieren.
Platz fürs eigene Haus
Um Träume vom Eigenheim erfüllen zu können, öffnet die Stadt jetzt ihr Schatzkästlein freier Flächen. Ab heute können sich Interessierte um elf kommunale Grundstücke für den Bau von Einfamilienhäusern in Leipzig bewerben. Erstmals besteht dabei die Wahl zwischen dem Erwerb eines Grundstücks zu einem festen Verkaufspreis und einem Erbbaurecht mit einer Laufzeit von bis zu 99 Jahren bei einem jährlichen Erbbauzinssatz von 3 Prozent. Über die Vergabe entscheidet nicht der höchste Preis, sondern ein Auswahlverfahren nach sozialen Kriterien, von dem insbesondere Familien profitieren sollen. Auch Mehrgenerationenhaushalte sowie Menschen mit ehrenamtlichem Engagement werden bei der Vergabe berücksichtigt.
„Wir möchten Menschen, die in Leipzig bleiben wollen, eine Perspektive für ein Eigenheim eröffnen. Mit dem neuen Verfahren schaffen wir mehr Flexibilität und setzen bewusst nicht auf die Maximierung des Kaufpreises, sondern auf soziale Kriterien. Besonders Familien mit Kindern, Mehrgenerationenhaushalte und Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, werden dabei berücksichtigt“, erklärt Clemens Schülke, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft, Arbeit und Digitales. Sämtliche Informationen zur Bebauungsplanung, den Auswahlkriterien und dem Ablauf des Verfahrens stehen ab heute unter www.leipzig.de/eigenheime bereit.
Die Grundstücksexposés und Bewerbungsunterlagen sind unter www.baupilot.com/leipzig verfügbar. Bewerbungen werden bis zum 24. August 2026 entgegengenommen. Das Liegenschaftsamt bietet für jedes Grundstück zwei Besichtigungstermine an. Die Termine werden ebenfalls auf www.leipzig.de/eigenheime veröffentlicht. Nach Abschluss der Bewerbungsfrist beginnen die Vertragsverhandlungen mit den jeweils Erstplatzierten. In den kommenden Jahren will das Liegenschaftsamt insgesamt 50 Einzelgrundstücke in gewachsenen Einfamilienhausgebieten in mehreren Tranchen vermarkten.
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