Der Eindruck könnte entstehen, wenn man die Pressemitteilung der WVL – Wählervereinigung Leipzig vom 30. Mai liest. Diese hat den Titel: „FREIE WÄHLER Leipzig nominieren Dirk Thärichen als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2027“. In der PM heißt es weiter: „Die Mitglieder der WVL – Wählervereinigung Leipzig (FREIE WÄHLER) e.V. haben auf ihrer Mitgliederversammlung am 30. Mai 2026 den parteilosen Leipziger Dirk Thärichen als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2027 nominiert. Mit dieser Entscheidung spricht die Wählervereinigung ihre Wahlempfehlung für einen Kandidaten aus, der Verantwortung für diese Stadt übernehmen will, langjährige wirtschaftliche Expertise mitbringt und Verlässlichkeit und klare Prioritäten in sachorientierte Kommunalpolitik investiert.“

Wir haben Dirk Thärichen gefragt, ob er jetzt noch als parteiloser Kandidat oder als Kandidat der Freien Wähler bei der Wahl zum Oberbürgermeister antritt. Die Antwort lautet:

„Die Wählervereinigung Leipzig und die FREIEN WÄHLER finden meinen Ansatz überparteilicher Kandidat für Leipzig anzutreten sehr gut. Sie unterstützen mich, in dem sich mich am Samstag als ihren OBM-Kandidaten 2027 nominiert haben – ich werde aber immer parteilos und unabhängig bleiben.“

So kann man es auch bei LinkedIn lesen.

Dirk Thärichen zur Nominierung auf LinkedIn. Screenshot LZ

Was bedeutet das?

Die Freien Wähler, bzw. die WVL, tritt nicht selbst mit einem Kandidaten bei der Oberbürgermeisterwahl 2027 an. Sie unterstützt die Kandidatur des unabhängigen Kandidaten Dirk Thärichen. Das ist nicht wirklich außergewöhnlich bei Personenwahlen.

Letztendlich wird das auch ziemlich am Ende der Pressemitteilung klar ausgedrückt:

„Mit der Nominierung von Dirk Thärichen setzen die Wählervereinigung Leipzig und die FREIEN WÄHLER auf einen überparteilichen Kandidaten, der die Interessen der Stadt und ihrer Bürger über parteipolitische Erwägungen stellt. In den kommenden Monaten wird Dirk Thärichen seine programmatischen Vorstellungen weiter konkretisieren und den Dialog mit den Leipzigerinnen und Leipzigern suchen.“

Auf jeden Fall wollen die Wählervereinigung Leipzig und die Freien Wähler seinen Wahlkampf aktiv unterstützen. Das wird Dirk Thärichen, der ja keine Partei hinter sich hat, freuen.

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Es gibt 8 Kommentare

Hallo Lutz, es gibt ja noch andere “einheimische” Kandidaten. Da muss es ja kein EX-Kader des MFS sein. Ok, ich bin voreingenommen. Wegen dieses Vereins habe ich zwei Wochen im “Verlies” gesessen. Nur, weil ich ein Flugblatt des neuen Forums beu mir hatte.

@C. Auch, wenn seine Chancen nicht sehr groß sind, werde ich mach jetzigem Stand Alexander Türpe unterstützen.

@Mistral: Ja, die Olympiabewerbung und alles, was damit und mit seiner Person zusammenhing, sollte man sich noch einmal zu Gemüte führen, auch die personellen Kontinuitäten im Umfeld der Olympiabewerbung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht auch Personen gibt, die integrer sind und vor allem das Wohl der Stadt im Auge haben.

@Thomas: Sagen wir mal so. Er war ein 3ender beim MFS mit durchgeplanter Anschlussperspektive. Er hätte ja auch ganz einfach zur NVA gehen können. Aber das MFS hat wohl die beste “Perspektive” geboten. Ich hatte damals auch die Wahl und habe mich nicht für diesen Verein entschieden.
Was seine Qualitäten betrifft, habe ich diese direkt bei der Olympiabewerbung der Stadt Leipzig erlebt. Er ist halt jemand, der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist. Und das sehe ich als nicht gut für Leipzig.

er war ein 3ender, wie so viele und hat an Denkmälern und anderen Einrichtungen Wache geschoben, waren die langen Kerl‘s, manche auch blond, angefangen hat das unter Friedrich II. und dem altpreussichen Infanterieregiment 6

Ich hoffe, werter “Mistral”, Sie haben obendrein auch substantielle Einwände gegen Dirk Thärichen. Sein Name wurde schon 1990 in der Lokalpresse sensationslüstern breitgetreten. Seine Wachregimentsangehörigkeit während seines Wehrdienstes langweilt nur noch. Diesbezüglicher Grusel ist wohlfeil. Gibt es also noch stichhaltige Einwände? Mich spricht er als OBM-Kandidat bisher nicht an, übrigens. Seine Arbeit bei der Konsum-Genossenschaft ist überraschend zuende gegangen, ich als Mitglied dieser Genossenschaft habe die Ränke nicht kapiert. Aber allzu einfach wollen wir es uns doch bitte nicht machen beim “Schlümmschlümm”-Rufen.

Ich finde es schlimm, dass ein ehemaliger Kader des MFS unser neuer OBM werden könnte.

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