Es war genauso zu erwarten und das Deutschlandticket hat dem noch Rückenwind gegeben: Zum zweiten Mal in Folge konnten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nach den drastischen Fahrgastrückgängen in den 1990er Jahren einen neuen Fahrgastrekord verzeichnen. Mit 171,2 Millionen beförderten Personen wurde der Vorjahreswert nochmals um 4,3 Millionen (+2,6 Prozent) übertroffen und seit den 1990er Jahren erstmals die Schwelle von 170 Millionen beförderten Fahrgästen überschritten.

Damit liegt das Wachstum deutlich über dem Bevölkerungswachstum der Stadt und über dem Branchendurchschnitt in Deutschland, melden die LVB.

„Dieses Kundenplus belohnt unsere Anstrengungen und die Strategie der Stadt Leipzig. Die Maßnahmen aus dem Nahverkehrsplan zeigen Wirkung. Neben dem Finanzierungsbeitrag von Stadt und Leipziger Gruppe machen die Einnahmen und interne Kostensenkungen dieses Wachstum möglich“, erklärt Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe.

Insbesondere die umgesetzten Angebotsverbesserungen, wie die Erweiterung des 10-Minuten-Taktes und neue Bus- und Straßenbahnlinien sowie flankiert von zahlreichen erfolgreichen Vertriebs- und Marketingaktivitäten rund um das Deutschlandticket und das neue Kundenbindungsprogramm BonusMove sorgten nach Einschätzung der LVB für eine gesteigerte Nachfrage bei Kunden. So wurde Ende 2025 die zweite Stufe des „Liniennetzes der Zukunft“ mit folgenden Verbesserungen umgesetzt:

Verlängerung der Straßenbahnlinie 14 bis Klinikum St. Georg,

Taktverdichtung der Buslinie 79 zwischen Connewitz und Paunsdorf durch Einführung einer neuen Verbindung nach Sommerfeld,

Taktverdichtung der Buslinie 67 (vormals 130) zwischen Angerbrücke und Rückmarsdorf,

sowie Gebietserweiterungen in allen Flexa-Bediengebieten.

Daneben entfalteten die im Laufe des Jahres 2024 in der Stufe 1 des „Liniennetzes der Zukunft“ umgesetzten Maßnahmen im Jahr 2025 erstmals über ein volles Kalenderjahr ihre Wirksamkeit. Besonders erfolgreich war nach Einschätzung der LVB die Verlängerung der Linie 74 von Lindenau nach Leutzsch: Binnen eines Jahres stieg die Fahrgastzahl der Linie 74 um 26 Prozent von 3,35 auf 4,21 Millionen. Damit ist die Linie 74 zur drittstärksten Buslinie nach den Linien 70 und 90 aufgestiegen.

Immer mehr D-Ticket-Nutzer in Leipzig

Die positive Entwicklung der Linieneinnahme wird auch gestützt durch einen weiteren Kundenzuwachs trotz Preisanpassung im Deutschlandticket zum 1. Januar 2025. Die LVB verzeichnen einen Zuwachs von 6.000 Abonnenten und damit insgesamt 159.000 Abonnenten für das Deutschlandticket im Jahr 2025 und damit den höchsten Kundenbestand seit Einführung.

Weiterhin konnten die LVB 3.000 zusätzliche Abonnenten für das Bildungsticket gewinnen. Der Einbau der neuen mobilen Automaten Anfang 2025 wirkte sich ebenfalls positiv auf die Einnahmeentwicklung aus, so die LVB. Und nicht zu vergessen: das Bevölkerungswachstum der Stadt, verbunden mit einem sich langsam wandelnden Mobilitätsverhalten der Leipziger, die deutlich weniger Autos kaufen und dafür verstärkt den Umweltverbund – zu dem der ÖPNV gehört – nutzen.

Gerechnet haben die LVB 2025 zumindest schon mit 170 Millionen Fahrgästen. Bis 2020 wollen sie eine Fahrgastzahl von 182,5 Millionen erreichen. Dazu freilich sind dann auch die neuen, etwas breiteren Straßenbahnen notwendig, die eigentlich schon 2025 zum Testbetrieb auf die Strecke gehen sollten, nun aber durch die Turbulenzen bei der Heiterblick GmbH mit Verspätung ins Netz rollen werden.

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