So langsam ist die Luft ja raus. Nein, nicht für die „Spaziergänger“, die haben eine coronagerechte Art der gemeinsamen Freizeitgestaltung entwickelt und stiefeln jetzt so lange gegen das System, bis diese verdammten Reptiloiden unsere Scheibenwelt Richtung Gorgonien und die gefangenen Kinder Bill Gates Keller verlassen. Oder sie wieder ins Fußball-Stadion dürfen und dringend in den Urlaub fliegen müssen – erholen von der ganzen Spaziererei. Ich finde ja, man sollte die jetzt mal einfach machen lassen, bis Teufel Covid sie holt. Der Rest landet eh irgendwann in der Klappse oder als Studiengegenstand bei den Extremismusforschern. Ich meine die Impfpflichtdebatte.

Erledigt für Familie Yildrim nebenan, für Klaus auch und für Ilse sowieso. Wie für 75 Prozent aller Freunde der Natur ist die dritte Impfrunde rum und wenn noch was ist – machen wir als staatstreue Arschkriecher auch noch eine vierte oder fünfte mit.Denn, und das muss einem deutlich mehr Sorgen machen, als ein Rudel Spaziergänger auf der Suche nach ihrer Souveränität, es ist eine gewisse Apathie eingekehrt, auch bei mir. Warum soll man den Rest, der partout nicht will, noch impfen?

Verstehen Sie mich, die Impfpflicht und die Impfgegner richtig: es geht doch gar nicht mehr um die Impfquote an sich – auf keiner der beiden Seiten. Die Impfgegner werden auch mit Bußgeldern stur bleiben und der Staat kassiert dann einfach nur eine Gebühr für seine besonderen Aufwendungen mit ihnen, wie Polizeieinsätze, Beatmungsgeräte und Intensivpflegepersonal.

Und sterben müssen wir alle mal. Die Impfgegner halt etwas früher und die anderen später. Der Tod an sich ist ja gar nicht das Problem, es ist eher der letzte Schritt dahin. Und da gilt seit Menschengedenken: wer keine Angst vorm Tiger hat, wird eher gefressen als der, der schnell rennen kann. Und wenn schon Darwin davon ausging, dass der Mangel an Anpassungsfähigkeit die Dümmeren deutlich öfter über die Klinge spazieren lässt, als die Pfiffigen, pfeift sich Eure Ilse doch lieber eins.

Und schaut den anderen – selbst frisch geboostert und gelassen – bei der dörflichen Rudelbildung zu.

„Impfpflicht“ erschien erstmals am 28. Januar 2022 in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Zeitung (LZ). Unsere Nummer 98 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Lustiger Artikel.

Jedoch, der Kern der Sachlage ist ja nicht, dass wir jeden auf Teufel komm raus genau vor demjenigen schützen wollen.
Es geht um die Vitalität unseres Gesundheitssystems, einem Sozialsystem für Soziale und eben auch Asoziale.
Deswegen wäre mein Vorschlag der, welcher in Paraguay praktiziert wird: Geimpfte haben in Krankenhäusern Vorrang.

Schreiben Sie einen Kommentar