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Schwarwel

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Schwarwel: Mein Leben ohne Corona. Foto: Ralf Julke

Mein Leben ohne Corona: Was sonst noch so abseits des Kreuz-und-quer-Denker-Theaters passierte

Auch ohne Corona waren die beiden letzten Jahre verrückt. Man vergisst es nur zu schnell, denn ein närrisches Ereignis folgt dem anderen. Unsere Medienwelt ist ein Zirkus. Und nur allzu viele Leute tun alles dafür, um in der Clownsrolle auf offener Bühne ihre Show abzuziehen. Schwarwels zweiter Karikaturen-Band zur Corona-Zeit zeigt, was wir alles schon wieder vergessen haben. Und wir haben uns aufgeregt über all diese Clowns.

Schwarwel: Mein Leben mit Corona. Foto: Ralf Julke

Mein Leben mit Corona: Die frappierenden Karikaturen aus fast zwei Jahren Pandemie und Querdenkerei

Gleich zwei Bände mit Karikaturen hat Schwarwel diesmal gleichzeitig veröffentlicht. Zwei Bände, die zeigen, wie zweigeteilt unser Leben seit zwei Jahren verläuft. In der einen Hälfte spielen das Coronavirus und dessen Leugner die Hauptrollen. In der zweiten geht das verrückte Leben weiter, wie wir es vorher schon kannten. Und nicht nur Schwarwel fühlt sich wie in einer Zeitschleife gefangen. Die Leser dieses Bändchens werden es genauso fühlen.

Sandra Strauß, Schwarwel (Hrsg.): Nicht gesellschaftsfähig. Foto: Ralf Julke

Nicht gesellschaftsfähig: Sandra Strauß und Schwarwel haben im Corona-Jahr ein Herzensprojekt zum Buch gemacht

Eigentlich sollte es eher ein Buch mit 300 Seiten werden – aber dann war so viel Stoff beisammen, dass ein richtig schweres Buch mit 612 Seiten daraus wurde, das sich mit einem der großen Tabu-Themen unserer Zeit beschäftigt: den seelischen Leiden der Menschen, die in unserer Hochleistungsgesellschaft verdrängt und verachtet werden. Obwohl ziemlich viele Menschen davon betroffen sind. Man sieht sie meist nur nicht.

Postkarte zum Crowdfunding für „Nicht gesellschaftsfähig“. Foto: L-IZ

Crowdfunding für ein besonderes Glücklicher-Montag-Buchprojekt

5.000 Euro werden gebraucht – für ein Buch mit dem ganz und gar nicht unverfänglichen Titel „Nicht gesellschaftsfähig – Alltag mit psychischen Belastungen“. Im September soll es herauskommen. Und den Aufruf gestartet dazu haben der L-IZ-Lesern bekannte Leipziger Grafiker Schwarwel und Sandra Strauß von der Agentur Glücklicher Montag. Es soll ein Buch werden, das auf lockere Art all die psychischen Belastungen thematisiert, unter denen heutzutage immer mehr Menschen leiden.

Schwarwel: Nach mir die Sintflut! Foto: Ralf Julke

Nach mir die Sintflut! Schwarwels Cartoons zum Irrsinn des vergangenen Jahres in einem Band

Schwarwels Bücher sollte es eigentlich in der Apotheke geben. Als Ernüchterungsmittel für die immer mehr werdenden Menschen, die mit ihren Stressapparaten in der Hand immer hilfloser, panischer und närrischer werden. Für Politiker sowieso. All die Menschen, die in ihren Blasen leben und gar nicht mehr merken, dass das Chaos in ihrer Blase ihr eigenes Chaos ist, selbst erzeugt, der Spuk in ihrem eigenen Kopf. Kluge Ärzte verschreiben Schwarwel: mindestens 1 x täglich auf nüchternen Magen.

Schwarwel: Gevatter. Kapitel Drei. Verhandlung. Foto: Ralf Julke

Verhandlung: Schwarwels intensive Frage nach dem richtigen Leben vor dem Sterben

Zuletzt, wenn Schwarwel seine Geschichte zu Ende erzählt haben wird, wird „Gevatter“ so etwas sein wie ein gewaltiger Lebens-Comic des Leipziger Zeichners. Denn wer sich so intensiv mit den Ursachen für seine Depressionen beschäftigt, der geht an den Kern seines Lebens. Der erzählt das, was uns wirklich sensibel und aufmerksam macht für das Leben auf diesem einzigartigen Planeten.

Schwarwel: Gevatter. Kapitel Zwei: Zorn. Foto: Ralf Julke

Zorn: Schwarwels Held Tim taucht in die Ängste seiner Kindheit ein

Das zweite Heft in der Reihe „Gevatter“ ist zwar schon vor einem Weilchen erschienen. Aber auch wenn es wie ein Periodikum erscheint, ist „Gevatter“ im Grunde eine lange Graphic Novel, in der sich der Comic-Zeichner Schwarwel mit den wirklich wichtigen Themen im Leben beschäftigt: der Trauer, dem Tod, der Wut, der Sehnsucht, der Liebe, dem Verlust. Aber um sich daran noch zu erinnern, muss man das Kind in sich bewahrt haben. Das Kind, das sich noch mit aller Kraft fürchten kann. Wer sich nicht mehr fürchtet, ist eigentlich schon tot.

Karikatur: Schwarwel

Hubraum for Future! + Video “How dare You”

Angesichts der Hybris einerseits, mit der nun alle zu Klimarettern werden (müssen) und der erwartbar harten Reaktion derer, die darauf so gar keine Lust haben, kann man derzeit erleben, was schon Donald Trump, Ukip und die AfD zu ungeahnten Wahlsiegen führte. Eine geradezu gnadenlos geführte Debatte, in der kein Fäkalwort unausgesprochen, kein Vorwurf unerwähnt und natürlich auch kein Spott- bis Hassbildchen ungepostet bleiben darf. Man ahnt, hier wird demnächst die Freiheit mit 130 Sachen bei der fröhlichen Radfahrer-Hatz in der Innenstadt verteidigt.

Schwarwel: Gevatter, Kapitel 1: Verleugnung. Foto: Ralf Julke

Verleugnung: Wie wir den Tod kennenlernen und doch so tun, als wäre er nicht da

Wer keine Selbstzweifel kennt, wird kein großer Künstler. Der weiß einfach nicht, wie schnell ein Mensch in seelische Nöte kommt und was einen tatsächlich berührt, verzehrt, umhaut oder fühlen lässt, am Leben zu sein. Keiner weiß das wohl besser als Schwarwel, der schon im August den ersten Teil einer Graphic Novel veröffentlichte, die während des heute startenden Festivals „Stadt der Sterblichen“ ihre Fortsetzung findet.

1989. Lieder unserer Heimat. Foto: Ralf Julke

1989, Lieder unserer Heimat: Ein kompaktes Buch über das Jungsein am Ende der DDR

So fliegt die Zeit: 2014 war das, als Schwarwel seinen ersten großen Trickfilm zum Jahr 1989 herstellte: „1989. Unsere Heimat sind nicht nur die Städte und Dörfer“. Wenig später ließ er mit Mitstreiterinnen und Mitstreitern gemeinsam ein ganzes Buch zum Film folgen. Fast schon ein Lesebuch für die Schulen. Denn 25 Jahre waren vergangen seit der Friedlichen Revolution. Höchste Zeit, die Erinnerungen festzuhalten. Aber auch die Erinnerungen an das, was die DDR mal gewesen war, beginnen zu verschwinden.

Schwarwel: Die Demokratie den Demokraten! Foto: Ralf Julke

Schwarwels neuer Karikaturen-Band: Die Demokratie den Demokraten!

Das Jahr ist rum. Und wieder hat Leipzigs emsigster Karikaturist Schwarwel jeden Tag gezeichnet, jeden Tag die Weltereignisse in ein Bild komprimiert. Und es ging ihm nicht allein so, dass er an manchen Tagen nur noch so ein Gefühl wie Blutwurst und Sauerkraut hatte, so ein deutsches Eintopfgefühl, weil sich deutsche Politikdarsteller nur noch in nationaler Krachlederpose inszenierten. So viele Witze kann man ja gar nicht zeichnen über diese besorgten Deutschhütchenträger. Oder?

1989 - Lieder unserer Heimat. Szenenbild: Schwarwel

Heute Nacht erstmals im MDR-Programm zu sehen: 1989 – Ein flimmerndes Geschichtsbuch

In der Doppelvorpremiere am sächsischen Buß- und Bettag warten im jeweils gut gefüllten Kinosaal des Leipziger Werk II die Zuschauer zwischen 7 und 77 gespannt auf den Film aus dem Hause „Glücklicher Montag“. 29 Jahre nach der politischen Wende von 1989 erscheint der neue Film von den Leipziger Trickfilmmachern um Schwarwel und Sandra Strauß: „1989 – Lieder unserer Heimat: Trickfilme von Schwarwel zwischen Diktatur und Demokratie, Schießbefehl, Mangelwirtschaft und Friedlicher Revolution“.

Abschied. Karikatur: Schwarwel

Die Wände ist nah!

Seien Sie ehrlich! Sie mussten heute sofort an das Gebrüll der vergangenen drei Jahre denken, oder? Dieses „Märgäl muss wägg! Märgäl muss wägg!“. So niedlich … na, zuckt es in den Händen oder klatscht da schon jemand? Nun ist endlich einmal Mitleid angebracht. Nein, nicht mit Muddi. Die „ewige Kanzlerin“ ahnte schon 2017 um ihre letzten Handlungen und den nötigen Übergang in der vierten Periode. Und das alles wird sich noch ziehen, sie verteilt jetzt die ersten Häppchen. Es geht hier um die armen Schweine da in Dresden, Cottbus und Chemnitz. Ja, um dich und das Schild in deiner Hand.

Schwarwel: Das Unbuch des Jahres. Foto: Ralf Julke

Schwarwel zieht eine bittere Bilanz für das Jahr der erfolgreichen Größenwahnsinnigen und Tabu-Brecher

Man merkt es Schwarwels neuem Buch mit politischen Karikaturen aus einem irre gewordenen Jahr an: Er ist mit dieser Entwicklung unglücklich. Es macht ihn ratlos, wie erwachsene Menschen mit Schulabschluss und Lebenserfahrung so viele schreckliche und sichtlich durchgeknallte Politiker in Spitzenämter und Parlamente wählen können. Die ganze Welt starrt ja wie gebannt auf das Monster im Weißen Haus: Welches Unheil richtet es morgen an?

Karikatur: Schwarwel

Identitätsstiftung

Wenns in Sachsen braun wird, ist Sachsen zumindest mal wieder in aller Munde. Da verstehen die staatlichen PR-Profis hier vor Ort was von. „Haste gesehen, Tagesschau berichtet auch schon“. „Klar Alder, Sachsen rulez! Krawall und Remmidemmi!“ Ansonsten kennt man das ja: im Freistaat klatscht man nicht nur zu Helene Fischer in die Hände, sondern vor allem Ausländer, Schwule, Obdachlose und Linke. Je geringer die Besiedlungsdichte, umso größer dabei der „Beifall“. Ein mittlerweile deutschlandweiter Trend. Was mich aber stutzen ließ, war die kurze Kommentierung aus sächsischen LKA-Kreisen zur eigentlichen Herkunft des schicken Fast-NS-Logos im neuen Überlebens-Panzer für die ganz speziell eingesetzten Kommandopolizisten.

Karikatur: Schwarwel

Wer hat uns verraten?

Ist Politik gerecht? Ich hab da so ein Mimimi im Ohr, das pfeift und röhrt nun schon den ganzen Tag still vor sich hin. Nein, die FDP wollte nie unter der schwarzen Witwe regieren (gibt’s da eigentlich trotzdem Wahlkampfkostenrückerstattung?), die SPD auch nicht mehr mit ihr. Und glaubt mir: Die Grünen hatten die Hosen auch schon gestrichen voll. Aber warum auch regieren, so lange Mutti noch will? Und wie die will und zwar mit Schmackes.

Machs wie Bono. Sei frei. Karikatur: Schwarwel

Paradies? Globalisierung für alle!

Leute! Was für ein Stress. Telefonate, Mails, Entscheidungen. Ein Gerenne und Gewimmel in manch bescheidener Hütte. So auch in meiner. Natürlich hätte ich auch alles auf Malta und den Bermudas lassen können, ist ja alles legal. Aber wer will schon ganz offiziell als reich gelten? Jetzt faseln die ersten dieser Schmierfinken ja schon vom „Paradies“ auf Erden. Nicht mal ein Jahr nach Panama also mal wieder: Briefkasten abschrauben, einpacken und woanders wieder anschrauben. Auf nach Delaware! In die USA wollte mein Geld schon immer mal. Es ist so demokratisch und global veranlagt.

Karikatur Schwarwel. Text Ilse Schnickenfittich

Es war einmal …

Es war einmal eine Zeit, in der Fackelaufzüge die Straßen hell erleuchteten und sich Menschen, die brennende Feuer und Fahnen mit Kreuzen nicht tragen wollten, hinter Gardinen und geschlossenen Fenstern vor dem aufziehenden Dunkel zu schützen suchten. Sie wurden alle gefunden und in den Krieg, in Lager, in den Tod geschickt. Es war einmal eine Zeit, da versuchten SPD und KPD mit roher Gewalt auf den Straßen der Weimarer Republik das zurückzudrängen, was sich da voller Selbstgerechtigkeit, Gier und Hass den Weg bahnte. Es war einmal eine Zeit, in der dies alles misslang.

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