Ist es schon vorbei? Hab ich was verpasst? Och Menno! Immer wieder komm ich zu spät im Leben. War jetzt schon Tag der Einfachheit oder kommt der noch? Bis eben saß ich bei meinem Nachbarn Kamal und hab mit dem Kleinsten die Zahlen von fünf bis zehn geübt. Nach dem Job natürlich, man lebt ja nicht von Liebe allein. War aber auch für ihn nicht leicht, aber wir haben es geschafft. Trotz „Sprachbarriere“ – so von Deutschland nach Syrien. Yandra lernt schnell. Und nun schau ich zum Einschlafen die ganze Zeit „Tag der Deutschen“-Fernsehen im Netz. Eierlikör dabei, aber nur zwei!

Ja, der Lammert macht ne ganz gute, wenigstens anständige Figur (wieso wird der nicht Bundespräsi?). Aber was soll das – Ihr Dresdner? Jetzt mal ganz ehrlich. Ich seh es noch richtig vor mir. Wie wir gemeinsam die erste ausgepackte Milka damals im Konsum in die Luft geworfen haben und sie so in uns hineinfiel. Mit Schmackes, breit oder längs gefressen – egal. Ab nach Mallorca, Videorekorder und Pornos satt.

Es war „der neue Westen“. Es hat geknallt. Und heute? Ja, enttäuscht darf man sein – aber nicht dämlich.

Wenn ich sehe, wie sich bei Euch die Leute aufführen, komme ich echt auf den Gedanken, Sachsen zu verlassen. Im Gegensatz zu vielen von Euch war ich wirklich schon „woanders“, hab nach dem Job bei Robotron das Herz in die Hand und die Welt bei den Hörnern genommen. Und bin wieder hier.

Wegen Euch? Eher nicht. Aber nun bleibe ich genau wegen Euch hier. Soweit kommts noch, dass Ihr Ex-DDR-Fans mich das zweite Mal vertreibt. So lange Ihr “Ich bin davon nicht betroffen”-Dresdner es übrigens zulasst, dass diese zurückgebliebenen Spackos Eure Stadt dominieren, könnt Ihr Euch gern mit Bachmann auf Teneriffa zum gemeinsamen Rudelbumms mit Pickelhaube treffen. Oder Euch weiter vornehm zurückhalten – weil das immer schon eine Wahrheit war, dass der, der nicht auffällt, überall durchkommt.

Aber noch einmal werde ich mir von Diktatorenfreunden und ihren Helfern nicht das Leben versauen lassen. Denn Vögeln war mit Euch eh immer ein sehr ernüchterndes Erlebnis. Das ist auch etwas, an das ich mich gut erinnern kann. Das war dieses verkniffen-angestrengte Gesicht, kurz bevor ich die Mitteilung aus dem Großhirn bekam: Heute keine Zufriedenheit – ein neues Arschloch hat einfach Sex unter Benutzung ihrer Freundlichkeit gemacht.

Dritter Eierlikör. Ab jetzt wollt Ihr nicht mehr wissen, was ich von Euch halte.

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