Identitätsstiftung

Für alle LeserWenns in Sachsen braun wird, ist Sachsen zumindest mal wieder in aller Munde. Da verstehen die staatlichen PR-Profis hier vor Ort was von. „Haste gesehen, Tagesschau berichtet auch schon“. „Klar Alder, Sachsen rulez! Krawall und Remmidemmi!“ Ansonsten kennt man das ja: im Freistaat klatscht man nicht nur zu Helene Fischer in die Hände, sondern vor allem Ausländer, Schwule, Obdachlose und Linke. Je geringer die Besiedlungsdichte, umso größer dabei der „Beifall“. Ein mittlerweile deutschlandweiter Trend. Was mich aber stutzen ließ, war die kurze Kommentierung aus sächsischen LKA-Kreisen zur eigentlichen Herkunft des schicken Fast-NS-Logos im neuen Überlebens-Panzer für die ganz speziell eingesetzten Kommandopolizisten.

Das freundliche Signet mit den stilisierten Schwingen um den Ährenkranz und der auch in Gruftikreisen so beliebten Frakturschriften wäre nachwendlich 1991 aus Baden-Württemberg herübergekommen. Und sei nun, nach so langer Nutzung bereits, „identitätsstiftend“ bei den rabiaten Polizeijungs mit den großen Wummen. Na holla! dachte ich mir, wie weit wird es wohl mit der Identität und Manneskraft sein, wenns einen Reichsadler auf einem Autositz braucht?

Und vor allem: Wie viele von den Milchbubis haben sich das schöne Logo auf den Rücken oder Arsch tätowieren lassen vor lauter Identitätssuche? Und wer lässt so etwas eigentlich mit einem „Survivor“-Fahrzeug zukünftig auf Demonstranten und Fußballfans los? Halt! Es geht um Terrorabwehr! Und das ist richtig so, denn der Islamist kommt bekanntermaßen in Europa schon immer in voller Mannschaftsstärke vorgefahren, um sich der offenen Feldschlacht zu stellen. Da braucht es großes Gerät. Also einen Panzer, der nicht aussieht wie einer.

In jedem Fall aber scheint die frühkindliche Findungsphase in allen Militär-Einheiten dieses Landes schon länger zu dauern, immerhin spielte man bei der Bundeswehr bis vor Kurzem noch im Ausland mit Schädeln Fußball. Mindestens seit der Zeit vor 1991 im schönen BaWü, die Schriftart deutet jedoch für diese Phase eher auf ein ganzes Jahrhundert der Suche hin. Seltsame Schriftarten und Selbstbewusstsein jedenfalls scheinen mir überhaupt eine diametrale Verbindung eingegangen zu sein, die Nichteingeweihten fremd erscheint.

Was uns zur Größe von Fahrzeugen und der gleichen Frage zu dieser komplexen Beziehung bringt

Es ist jetzt nicht überliefert, ob der mittlerweile weggetretene Innenminister Sachsens mal wieder einen bisschen härteren Knüppel zwischen den dünnen Beinchen hatte, als der blaue Panzer für den urbanen Großstadtkampf auf ihn zurollte. Aber Vorwürfe, er sei auf dem rechten Auge früherblindet, kann man ihm nun wirklich nicht machen – der Mann ist Träger der Theodor-Heuss-Medaille!

Und somit ordensgeschmückter Demokrat. Nur ein bisschen blöd halt auch; kein Schriftkundiger in alter Zeichensprache eben.

Am Ende, wie gewohnt, ein Vorschlag: Wir bauen neue Sitze mit bunten Einhörnern als Logo ein, auf dem Turm des Survivors verbasteln wir einen ordentlichen Geschützturm und für die Jungs mit der geilen Frakturschrift gibt’s ein DuDu. Und wenn dann noch jemand aufmuckt, wird scharf geschossen. Testgebiete, wenn sich der Terrorist mal wieder zu viel Zeit bis zum nächsten Anschlag lässt: Demonstrationen, Fußballspiele, sonstige Krawalle. Bevor noch eine echte Schlägerei entsteht, die bis ins komplett nazifreie Baden-Württemberg zurückreicht.

Obwohl? Vielleicht wäre genau das sehr identitätsstiftend?

Ärger um Ulbigs Survivor: Seltsame Logos und unklare Bewaffnung des Kampffahrzeuges der Polizei + Video

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