Der Zustand von Wegen im Leipziger Auwald für Spaziergänger und Radfahrer ist leider immer wieder oder immer noch Diskussionsgegenstand. Der Vergleich zum Zustand der Wege im Auwald bietet sich bei den jetzigen Wetterwechseln geradezu an. Da sind die Wege mit den geschlämmten Wegedecken, die bei Frost durchfrieren, der Schnee und Eis nur langsam auftaut und sich der Weg für einige Tage oder Wochen in eine Matschpiste verwandelt, wie oben im Foto am Auensee.

Und es gibt die asphaltierten Wege im Auwald, die zwar auch vereist, aber deren Oberfläche schon nach relativ kurzer Zeit abgetaut und eisfrei sind, siehe das untere Foto vom Damm an der Neuen Luppe. Beide Fotos sind zur gleichen Zeit am 2. Februar 2026 am Auensee entstanden.

Gerade im Winter und in den Übergangszeiten ist der Zustand der Wege im Auwald entscheidend dafür, ob diese begangen werden können oder ob Ausweichrouten über die Wiesen oder im Wald gesucht werden. Dabei geht es vielen Nutzern, Fußgängern, Sportlern und Radfahrern wegen der Herstellung einer wetterfesten Oberfläche von Wegen nicht um alle Wege im Auwald, sondern es geht um die Asphaltierung von den viel begangenen und viel befahrenen Wegen.

Es geht um einige der Hauptrouten, die durch den Auwald führen. Zum miserablen Zustand werden immer wieder genannt: die durchgefahrene Schotterpiste entlang der Radrennbahn, der Küchenholzradweg, der Radweg zwischen Schleußiger Weg und Teilungswehr und so manch anderer viel genutzter Weg.

Dammweg an der Neuen Luppe. Foto: Christof Korth
Dammweg an der Neuen Luppe. Foto: Christof Korth

Gerade für die Verbesserung der Oberfläche vom Weg am Elsterflutbett (Schleußiger Weg zum Teilungswehr) gab es in den vergangenen Jahren mehrmals Anregungen von der SPD-Fraktion zur Asphaltierung dieser ausgefahrenen Strecke. Für das Jahr 2024/25 wurde eine Verbesserung vom Amt für Stadtgrün und Gewässer für dieses Wegstück 2024 schon mal zugesichert.

Aber wie so oft: Entweder es fehlt am Geld oder es gibt Vorbehalte. Oder fehlt es am Willen? Und das war 2020 schon so. Und auch schon 2017. Die Aussage vom Amt lief schon 2025 darauf hinaus, dass die erforderlichen Mittel im Haushalt 2025/2026 nicht darstellbar sind, siehe LZ vom 11. Januar 2025.

Kommt der Ausbau doch noch 2027/28 oder vielleicht doch erst später oder vielleicht überhaupt nicht …

Wege nach Kassenlage?

Inzwischen wird die Kassenlage der Stadt auch nicht besser, sondern eher schlechter. Durch die Stadtverwaltung werden für 2026 überall, wo es geht, Gelder zusammengestrichen. Aber trotzdem müssen für bestimmte Aufgaben die erforderlichen Gelder bereitgestellt werden: Das gilt für die Sanierung von Brücken, für die Aufrechterhaltung des ÖPNV, für den Ausbau von wichtigen Straßen und die Reparatur von Straßen, aber sollte auch für den Unterhalt und den Ausbau von bestimmten viel genutzten Wegen im Auwald gelten.

Immerhin sind auch Fußgänger, Sportler und Radfahrer Einwohner dieser Stadt. Auch deren Belange sollten Berücksichtigung bei der Verteilung der Gelder finden. Sie sind nur nicht so lautstark und haben kaum Lobbyvertretungen, die sich für ihre Belange einsetzen.Sie haben bei dem Matschwetter nur nasse oder schlammige Schuhe bzw. Räder oder gehen dann zu diesen Zeiten gar nicht mehr in den Auwald.

Das kann es aber auch nicht sein. Der Auwald sollte auch im Winter ein Ort zur Erholung sein.

Asphaltierte Wege haben zudem den Vorteil, dass mit geeigneten Fahrzeugen Schnee und Eis beräumt werden könnten, neben den anderen Verbesserungen der Bewirtschaftung. Aber diese Argumente wurden schon mehrfach mit den zuständigen Ämtern der Stadt ausgetauscht. Und es gibt genügend Vorschläge u. a. vom ADFC für Änderungen und Verbesserungen.

Gerade beim Amt für Stadtgrün und Gewässer scheint es aber massive Vorbehalte gegen Verbesserungen zu geben. Wenn der Druck zu groß wird, kommen immer mal Einwände, die zu berücksichtigen wären, wie die Einholung eines Gutachtens zum Bestand der Linden am Wege des Elsterflutbettes oder fehlende finanzielle Mittel, vielleicht auch keine auskömmlichen Angebote von Firmen.

Aber zu einer Verbesserung des haltlosen Zustandes kommt es nicht. Wichtig wäre eine Prüfung, ob wenigstens für 2027/2028 Gelder für den Ausbau der Wege vorgesehen sind.

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Zum einen sollte man festhalten, dass diesen Winter auch die asphaltierten Wege am Damm in Möckern nicht beräumt wurden.
Zum anderen sind die wenigen Asphaltierten Wege im Norden des Auwalds nicht direkt im oder am Auwald. Es ist der Radweg auf dem Damm und der Radweg Richtung Böhlitz/Leutzsch zwischen Scherbelberg, Nahle, Luppe zwischen den Deponiegeländen. Nach dem Protzbau von Brücke über die Nahle geht es auch nicht asphaltiert weiter.

Von daher kann ich für den Norden nur weiter hoffen, dass dieses Thema tief in den Akten versunken bleibt.

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