Zu den schon mehr als 100 rechtsextremen Verdachtsfällen in der sächsischen Polizei sind im zweiten Halbjahr 2025 noch einmal sechs dazugekommen. In einem Fall soll ein Polizist seine eigenen Kolleg*innen angegriffen haben. Außerdem: Die Leipziger Polizei sucht Zeug*innen nach dem Angriff auf einen Ukrainer Ende Januar und Bundesinnenminister Dobrindt beschränkt die staatliche Unterstützung für Integrationskurse. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, 12. Februar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Bei der sächsischen Polizei gibt es sechs weitere Verdachtsfälle bezüglich rechtsextremer Aktivitäten. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Juliane Nagel hervor. Aufgedeckt wurden diese Verdachtsfälle im zweiten Halbjahr 2025. Im ersten Halbjahr hatte es schon neun Verdachtsfälle gegeben.

Es geht dabei um rassistische beziehungsweise ausländerfeindliche Äußerungen, eine strafbare Parole und veröffentlichte Inhalte auf Social-Media-Plattformen.

„In einem Fall geht es um einen Bediensteten, der offenbar privat eine Großveranstaltung besuchte – mit einer Begleitperson, auf deren Kleidung sich ein strafbarer Aufdruck befand“, berichtet Nagel. „Als Polizeikräfte das monierten, soll der Bedienstete gegen seine Kolleginnen und Kollegen vorgegangen sein. Anscheinend wurde es rabiat; die Auseinandersetzung wertet die Staatsanwaltschaft Zwickau als tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte.“

Polizei sucht Zeug*innen

Die Leipziger Polizei hat einen Zeugenaufruf für den Angriff auf einen Ukrainer Ende Januar im Leipziger Osten veröffentlicht. Am 28. Januar gegen 18:35 Uhr wurde der 33-Jährige an der Haltestelle Köhlerstraße in Reudnitz schwer verletzt. Ein Unbekannter soll den Mann mit einem „langen, scharfen Gegenstand“ angegriffen haben. Der Angegriffene flüchtete stark blutend in einen Bus und wurde später im Krankenhaus operiert. Dieses konnte er mittlerweile wieder verlassen.

Zeug*innen und Hinweisgeber*innen sollen sich unter 0341/96646666 bei der Polizei melden. Gesucht werden vor allem jene, die sich zu diesem Zeitpunkt an dem Ort oder im Bus der Linie 70 befunden haben; und besonders natürlich jene, die das Geschehen beobachtet haben beziehungsweise etwas zum Täter sagen können.

Integration unerwünscht

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) stoppt die staatliche Finanzierung von Integrationskursen für bestimmte Gruppen von Geflüchteten. Wer keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis für Deutschland hat, müsse solche Kurse künftig selbst bezahlen. Unter anderem Asylbewerber*innen und Geflüchtete aus der Ukraine sind von den Kürzungen betroffen.

Kritik an der Entscheidung kommt von Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) und der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Natalie Pawlik. Kurzfristig würde man damit zwar Kosten sparen, langfristig aber eher nicht.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

über eine ehrenamtliche Richterin am Landgericht Leipzig,

über den Warnstreik an der Uni Leipzig und

über den letzten Polizeiruf aus Halle.

Was heute außerdem wichtig war: Bundestagspräsidentin Julia Klöckner hat heute als erste deutsche Politikerin seit dem 7. Oktober 2023 den Gazastreifen besucht. Sie war in Begleitung israelischer Soldat*innen. Dass sie dabei nicht mit palästinensischen Vertreter*innen ins Gespräch kam, sorgte anschließend für Kritik.

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