Die Zeppelinbrücke ist heute für Fußgänger und Straßenbahnen gesperrt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst untersucht ein Fundstück, bei dem es sich um Kriegsmunition handeln könnte. Weil zunehmend Fachpersonal in Pflege und Gesundheitswesen fehlt, lädt das Deutsche Rote Kreuz heute zur Berufsberatung auf seinen Campus ein. Und am Abend geht es für RB Leipzig um den Einzug ins Halbfinale des DFB-Pokals.

Sperrung und Umleitungen an historischem Kriegsschauplatz

Es liegt am Fuße der Leipziger Zeppelinbrücke. Und scheint dort nicht hinzugehören. Um was genau es sich handelt, soll heute bis 16:00 Uhr ein Team des Kampfmittelbeseitigungsdienstes klären. Schon vor einigen Tagen hatte die Stadt mitgeteilt, es sei während der laufenden Sanierungsarbeiten eine „Anomalie“ an den Traggerüsten des Bauwerks gefunden worden. Zu Größe und Aussehen der Fundsache äußerte sich die Stadt bisher nicht.

Für die Arbeiten, inkl. Einrichtung und Durchsetzen eines Sperrkreises, sind im Moment 8 Stunden veranschlagt. In dieser Zeit fahren keine Straßenbahnen über die Brücke, die Gehwege auf und unter ihr an den Ufern des Elsterflutbeckens können in einem Umkreis von 100 Metern nicht genutzt werden.

Die Straßenbahnlinien 3, 7, 8 und 15 werden ab 8 Uhr über Westplatz, Käthe-Kollwitz-Straße und Felsenkeller umgeleitet. Die Haltestelle Sportforum Süd wird nicht bedient. Am Waldplatz und der Leibnizstraße hält nur die Linie 4. Wichtig für Autofahrer: Die Marschnerstraße und die dort befindliche Tankstelle sind von dem Sperrgebiet NICHT betroffen.

Visualisierung des geplanten Sperrkreises rund um die Zeppelinbrücke. Grafik: Stadt Leipzig
Visualisierung des geplanten Sperrkreises rund um die Zeppelinbrücke. Grafik: Stadt Leipzig

Der Radius ist so gering, dass man das Geschehen sowohl von der Landauer Brücke (Hans-Driesch-Straße) als auch vom Palmgartenwehr beobachten kann. Sperrkreise in dieser Größenordnung werden eingerichtet, wenn es sich mutmaßlich um Hand- oder kleinere Mörsergranaten handelt. Bei kleineren Fliegerbomben beginnt der Mindestradius bereits bei 250 Metern.

Die Zeppelinbrücke war am 18. April 1945 Schauplatz der letzten Kriegshandlungen in Leipzig. Von Westen kommend waren amerikanische Soldaten der 2. und der 69. Infanteriedivision bis in den Bereich um den Straßenbahnhof Angerbrücke vorgerückt und hielten u.a. eine strategisch wichtige Stellung im Gebäude Jahnallee 61, dem heutigen Capa-Haus. Ihnen gegenüber standen Reste von Wehrmachtsverbänden und dem sogenannten „Volkssturm“ auf der Zeppelinbrücke.

Das Capa-Haus trägt seinen Namen zu Ehren des Kriegsreporters Robert Capa, der neben dem weltberühmten Foto des im Gebäude gefallenen Soldaten Raymond J. Bowman auch die Kämpfe auf und um die Brücke herum dokumentierte. Es beherbergt eine Gedenkstätte, die sowohl an den bekannten Fotografen, als auch an die Ereignisse am 18. April 1945 erinnert.

Die Zeppelinbrücke am 18. April 1945. Amerikaner sind auf ihr vorgerückt, Angehörige von Wehrmacht und Volkssturm ergeben sich, von Osten kommend. Foto: Robert Capa/International Center of Photography/Magnum Photos

Tag der Ausbildung beim Roten Kreuz

Gerade im Pflegebereich mangelt es oft an geschultem Personal. Die Akademie des DRK lädt daher heute zum Kennenlernen von Berufen im sozialen Bereich ein. Auf dem Campus im Stadtteil Plagwitz stehen von 10 bis 14 Uhr Lehrkräfte und Auszubildende Rede und Antwort, informieren über mögliche Praktikumsplätze, den Alltag an ihrem Schulzentrum und die fachspezifische Berufsausbildung.

Seit 2014 betreibt das Deutsche Rote Kreuz an diesem Standort eine eigene Akademie mit 600 Lehrplätzen. Absolventen können nach einer 3-jährigen Vollzeitausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann, Krankenpflegehelfer/in, Medizinische Technologen für Funktionsdiagnostik, Physiotherapeut/in, Notfallsanitäter/in, Erzieher/in, Sozialassistent/in, Rettungssanitäter/in arbeiten.

Den nächsten Tag der Ausbildung gibt’s am 14. März. Der Campus des Deutschen Roten Kreuzes befindet sich in Leipzig in der Naumburger Straße 26.

Das Rote Kreuz betreibt in Leipzig eine eigene Ausbildungsstätte. Foto: DRK Sachsen

K.o.-Runde für RB Leipzig auf Münchner Rasen

Alles oder nichts – Viertelfinale um den DFB-Pokal! Heute Abend stehen die Leipziger Rasenballer dem FC Bayern München gegenüber – und es geht um nichts weniger, als den Einzug ins Halbfinale. Wer die Partie verliert, ist raus aus dem Wettbewerb, an dessen Ende ein überdimensionaler Krug aus vergoldetem Sterlingsilber in die Höhe gehalten werden kann.

In die etwa 6 Kilogramm schwere Trophäe sind ringsum grüne Turmaline, Bergkristalle und kleine Diamanten eingelassen. In den massiven Sockel sind die bisherigen Preisträger graviert, weswegen der Pokal auch nicht behalten werden darf, sondern vor der nächsten Ausrichtung an den Deutschen Fußballbund zurückgegeben werden muss.

Der überlässt ihn dann der traditionsreichen Silbermanufaktur Koch & Bergfeld in Bremen zur Gravur. Die wird per Hand vorgenommen. Wenn der Platz auf einem Sockelring ausgeschöpft ist, wird ein neuer ergänzt und damit die Siegerliste fortgeführt. Auf diese Weise wächst der Pokal im Laufe der Jahrzehnte mit seiner Geschichte.

Der Sieger erhält jedoch dauerhaft eine Replik der Auszeichnung. Die meisten solcher Nachbildungen stehen in der Sammlung der Bayern. Die haben seit 1969 bereits zwanzig Mal das Turnier gewonnen. Den Vorläufer des DFB-Pokals („Tschammerpokal“) gewannen Leipziger Spieler schon einmal in den 30er Jahren. Allerdings die des VfB, der noch heute unter dem Namen 1. FC Lokomotive aktiv ist.

Würden die Fußballer von RB Leipzig heute Abend dem Pokal näherkommen (den sie schon zweimal, 2022 und 2023, eroberten), wäre das beim heutigen Gegner ein Glücksfall. Von 24 direkten Duellen mit den Bayern (20 in der Bundesliga, 2 im DFL-Supercup und 2 im DFB-Pokal) haben sie bisher nur 3 Spiele gewonnen, wie der das Fachmagazin kickeri n einer Statistik aufzählt. Der Einlass in die Münchner Allianz Arena beginnt 18:30 Uhr, Spielbeginn ist um 20:45 Uhr. Die ARD überträgt das Viertelfinale live. Das Spiel selbst ist ausverkauft.

In der Liga setzte es für RB gegen die Bayern in dieser Saison zwei deftige Niederlagen – erst vor dreieinhalb Wochen unterlag man zu Hause mit 1:5 – hier eine Aktion von Upamecano. Foto: Jan Kaefer

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