Warnstreiks betreffen heute Hochschulen und das Universitätsklinikum. Zugleich beginnt die dritte Verhandlungsrunde zwischen dem Land als Arbeitgeber und der gewerkschaftlichen Arbeitnehmervertretung. Die LVB müssen auf der Ratzelstraße bauen, was zu Umleitungen und Schienenersatzverkehr führt. Und es startet die Bewerbungsfrist für den Louise-Otto-Peters-Preis für Verdienste um Frauenrechte.

Wieder Streik! Dritte Runde im ver.di-Arbeitskampf

Es ist noch nicht zu Ende. Vor dem Beginn der dritten Verhandlungsrunde um den neuen Tarifvertrag für die Beschäftigten der Länder hat die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für heute erneut zum Warnstreik aufgerufen. Der Aktionstag wurde mit einer Auftaktveranstaltung um 07:30 Uhr im Kulturzentrum Nürnberger Straße begonnen. Seit halb neun findet im Volkshaus auf der Karl-Liebknecht-Straße eine sogenannte „Streik-Uni“ statt. „Da wir derzeit einen Mitgliederzuwachs verzeichnen, stellen wir Räume bereit und bieten den gesamten Tag über Seminare an, die sich mit dem Themenschwerpunkt Streik befassen“, erklärt ver.di-Bezirksgeschäftsführer Sebastian Viecenz gegenüber der LZ. Dabei geht es u.a. um das Streikrecht an sich, aber auch um Fragen zu den Tarifverhandlungen und deren Inhalten. Viecenz zeigt sich kämpferisch: „Die bisherigen Verhandlungen haben keine annehmbare Entwicklung gezeigt. Wir beginnen jetzt die dritte Verhandlungsrunde, eine vierte wird es nicht geben!“ Übersetzt heißt das: Noch steht auf den Schildern das Wort Warnstreik. Was ein umfassender Streik bedeutet, wissen auch die Verhandlungspartner auf der Arbeitgeberseite. Zur heutigen Arbeitskampfmaßnahme sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Hochschulen und dem Uniklinikum aufgerufen. Weitere öffentliche Einrichtungen können auch betroffen sein (z. B. Dienststellen der Landesverwaltung), weil sich der Warnstreik auf den öffentlichen Sektor Sachsens bezieht. Das Leipziger Universitätsklinikum teilt auf seiner Webseite mit: „Sollte es aufgrund einer Streikbeteiligung zu Verschiebungen von planbaren Behandlungen kommen, werden unsere Patient:innen vom Behandlungsteam darüber informiert, soweit dies zeitlich möglich ist. Wir bitten um Verständnis, dass es in Ambulanzen und Diagnostikbereichen zu längeren Wartezeiten kommen kann.“

Mini-Baustelle auf der Ratzelstraße legt Verkehr lahm

Wer in den Westen will, muss mit Schwierigkeiten rechnen. Zumindest, wenn er mit der Straßenbahn auf der Leipziger Ratzelstraße unterwegs ist. Ab heute wird dort die Gleisüberfahrt Höhe Rothenburger Straße saniert. Das hat Folgen für drei LVB-Linien und den Autoverkehr in diesem Bereich. Die Linie 1 fährt verkürzt bis zur Ersatzendstelle Hermann-Meyer-Straße. Wen es trotz frostiger Temperaturen dennoch an den Strand des Kulkwitzer Sees zieht, der kann sich auf den Schienenersatzverkehr zwischen Hermann-Meyer-Straße und Lausen verlassen, verspricht der Plan der Verkehrsbetriebe. Linie 2 verkehrt nur zwischen Naunhofer Straße und Wilhelm-Leuschner-Platz. Montag bis Samstag fährt sie anschließend weiter als Linie 8 über Westplatz und Angerbrücke bis Grünau-Nord. Linie 3 verkehrt ebenfalls verkürzt und endet an der Ersatzendstelle Angerbrücke. Außerdem wird der Schienenersatzverkehr SEV 3 im Abschnitt ab Adler bis Angerbrücke (Straßenbahnhof) verlängert. Linie 8 fährt Montag bis Samstag im Abschnitt Grünau-Nord bis Wilhelm-Leuschner-Platz trotz der Schulferien im 10-Minuten-Takt. Ergänzend dazu verkehrt Linie 61 Montag bis Freitag zwischen Lausen und Schönauer Ring ebenfalls im 10-Minuten-Takt. Die Nachtlinie N17 fährt im Abschnitt Lausen bis Hauptbahnhof als Bus. Wie immer gilt: Beeinträchtigungen und daraus resultierende Abfahrtszeiten gibt’s am besten auf der LVB-App „LeipzigMOVE“.
Kleine Kreuzung – große Wirkung. Wegen Bauarbeiten auf einer Siedlungszufahrt an der Ratzelstraße kommt es ab heute zu Umleitungen und Schienenersatzverkehr. Grafik: LVB
Kleine Kreuzung – große Wirkung. Wegen Bauarbeiten auf einer Siedlungszufahrt an der Ratzelstraße kommt es ab heute zu Umleitungen und Schienenersatzverkehr. Grafik: LVB

Jetzt um Frauenrechtspreis bewerben

Seit 2015 erinnert die Vergabe des Louise-Otto-Peters-Preises der Stadt Leipzig an die Gründung des „Allgemeinen Deutschen Frauenvereins 1865“. Jetzt können Bewerbungen um den mit 5.000 Euro dotierten Preis eingereicht werden. Dieser wird zum zwölften Mal verliehen. Im letzten Jahr erhielt ihn der Sidekick Leipzig e.V., der einen Gegenpol zu den meist männlich geprägten Strukturen in den Bereichen Kampfsport und Selbstverteidigung schafft. Besonders angesprochen werden Menschen, die in traditionellen Sportangeboten häufig Diskriminierung oder Ausgrenzung erfahren. Alles rund um den Preis und das Nominierungsverfahren steht unter leipzig.de/louise-otto-peters-preis zur Verfügung. Die vollständige Bewerbung kann per E-Mail bis zum 30. April 2026 an gleichstellung@leipzig.de oder postalisch an die Stadt Leipzig, Referat für Gleichstellung von Frau und Mann, 04092 Leipzig, gesandt werden. Louise Otto-Peters, Namensgeberin des Preises, wurde 1819 in Meißen geboren und starb 1895 in Leipzig. Sie gilt als eine der wichtigsten Wegbereiterinnen der deutschen Frauenbewegung. 1848 gründete sie mit der „Frauen-Zeitung“ die erste politische Zeitung von Frauen für Frauen. Sie war Mitbegründerin des in Leipzig ansässigen „Allgemeinen Deutschen Frauenvereins 1865“.
Aktivistin für die Rechte von Frauen. Louise Otto-Peters (1819–1895). Foto: Verlag Rothbarth Leipzig 1907

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