Die zweite Verhandlungsrunde der Gewerkschaft ver.di mit der Tarifgemeinschaft der Länder ist beendet, es wurde von den Arbeitgebern kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, heißt es. Bereits am 28. Januar gab es einen Warnstreik der Beschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder, am 29. gab es den bundesweiten Streiktag Bildung.
Am 2. Februar streikten die Nahverkehrsunternehmen, in Leipzig die LVB und auch fĂĽr den 9. und 10. Februar rief ver.di zum Warnstreik auf.
Aufgerufen waren die HGB, die HTWK, die Universität, das Universitätsklinikum, das Studentenwerk, die Landesdirektion, die Sächsische Akademie der Wissenschaften und andere Einrichtungen.

Worum geht es?
Es geht in erster Linie um mehr Geld für die Beschäftigten, Auszubildenden, Praktikant:innen und studentischen Hilfskräfte. Weiterhin geht es um einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte (TV Stud) und anderes. Einige Forderungen haben wir bereits beschrieben, in den nächsten Tagen folgt dazu ein ausführlicher Artikel.
Am Dienstag, dem 10. Februar war das Streiklokal im STUK, NĂĽrnberger StraĂźe ab 05.00 Uhr besetzt, die Streikenden trafen sich, trugen sich in die Streiklisten ein und es gab fĂĽr uns die Gelegenheit, mit einigen Teilnehmenden zu sprechen.
Ein Schwerpunkt wurde von einem Mitarbeiter des Universitätsklinikums angesprochen. Seinen Namen und sein Foto möchte er lieber nicht veröffentlicht sehen.

Warum bist Du heute hier?
Ich bin Pfleger auf der internistischen Intensivstation der Uniklinik Leipzig und heute streike ich hier für bessere Arbeitsbedingungen mit dem Ziel, dass ich meinen Job besonders gut machen kann und meinen Patienten gegenüber gerecht werde und die auf den Weg bringe, der dafür sorgt, dass die ihre Rehabilitation starten können und wieder zurückkommen ins Leben.
Es ist leider so, dass wir häufiger schlechter besetzt sind als heute. Diese Notdienstbesetzung, die wir beschlossen und unterschrieben haben gemeinsam mit ver.di, garantiert das. Wir geben uns Mühe, dass unsere Patienten auch wirklich eine gute Chance haben, wieder am Leben teilzunehmen.
Wir wollen das gerne regelmäßig machen, wir wollen das gerne auf 100 % machen, aktuell sind die Bedingungen und der Rahmen einfach nicht gegeben, deswegen wird gestreikt in der Hoffnung, dass es in den nächsten 10 Jahren besser aussieht.
Du meinst also, dass die Regelbesetzung teilweise schlechter ist, als die Notbesetzung beim heutigen Streik?
Besser hätte ich es nicht zusammenfassen können.
Wir haben weitere Stimmen eingefangen, diese sind im Video zu hören.
Gegen 8.00 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Bewegung, es ging in Richtung Innenstadt. Auf der Karl-Liebknecht-Straße gab es vor dem LVZ-Gebäude ein kurzes Statement der Moderatorin, sie wies darauf hin, dass ein großer Teil der verschobenen Operationen, die im gestrigen Artikel thematisiert wurden, nicht mit dem Streik zusammenhingen. Die meisten OPs, die verschoben werden, sind dem Personalmangel geschuldet. Dazu später, im Interview, noch ausführlicher.
Weiter ging es zum Wilhelm-Leuschner-Platz, wo eine Zwischenkundgebung stattfand. Hier stießen auch Mitarbeitende der AOK dazu. In den Redebeiträgen sprach Christian, Pfleger im Springerpool des UKL, über Teilzeitarbeit und die Höhe eines Inflationsausgleichs. Max Leurle, Gewerkschaftssekretär bei ver.di, sprach zu den Löhnen und Verträgen der Mitarbeitenden des Studentenwerks.

Durch die Innenstadt ging es weiter zum Burgplatz und der Abschlusskundgebung. Es wurden weitere Ansprachen gehalten. Wir nutzten die Zeit, um Isabella, eine UKL-Mitarbeiterin, nochmals zum Thema der ausgefallenen OPs zu befragen.
Mit mehreren Redebeiträgen ging die Abschlussveranstaltung zu Ende. Die dritte Verhandlungsrunde steht kurz bevor, ob es ein besseres Angebot als „Inflationsausgleich mit einem Schnaps obendrauf“ gibt, können wir nur hoffen. Ansonsten wird es wohl weitere Streiks geben.
Zu den Forderungen der Beschäftigten der Universität Leipzig, des Studentenwerks und der „TV Stud“ können Sie am Donnerstag hier lesen.
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