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Leipzig
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Der #Lexit kommt!

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    Es ist soweit, Brüder und Schwestern des Ostens. Leipzig stimmt ab, die Vorbereitungen laufen, die sozialen Netzwerke formieren sich. In oder Out ist die Frage. Wir wollen raus aus der EU! Natürlich nur, um endlich mal die Regeln für unsere schöne Stadt allein verhandeln zu können. „Mehr Basis, alle Macht den Kommunen, Rassisten raus!“ unser Schlachtruf – die stolze Bürgerstadt bricht auf. Denn wir haben eine Menge zu bieten und werden uns gleichzeitig mit London zur neuen Regional-EU zusammenschließen. Der gemeinsame Hashtag #Lexit verbreitet sich rasant, weitere Städte folgen. Ein paar saftige Abwertungen und Schuldzuweisungen gegen andere haben wir auch schon!

    Da wäre zum einen dieses unerträglich rechtsradikale Volk im Umland unserer Perlen an Pleiße und Themse. Mal ganz ehrlich – so etwas ist doch klar wirtschaftsfeindlich, wenn da ständig Asyl-Häuser brennen oder man in England bei den Brexit-Fans ausländerfeindlichen und nationalistischen Parolen nachrennt. Dresden ruiniert uns ja schließlich auch mit, wenn es wieder heißt „Jaja, Sachsen halt“!

    Damit ist es nun vorbei!

    Wenn die mögen, können sie sich ja wie unter August dem Starken gern mit Polen auf den neuen Muff eines nationalfaschistischen Haufens werfen. (Natürlich ohne Warschau, dazu gleich mehr!)

    Schluss damit, Schluss mit der Diktatur der angeblich Eingeborenen über unsere Handels- und Kulturstädte Leipzig und London! Es muss ein Ende haben mit diesem ewigen – die Ausländer sind dies oder das vonseiten der ehemaligen Ausländer frührer Einwanderungen! Da kommen ja die Ausländer irgendwann gar nicht mehr hinterher, wie sie die ständig wechselnden Erwartungen ans Fehlverhalten erfüllen sollen.

    Entlasten wir sie – bei uns dürfen sie wohnen, leben und arbeiten! Die Rassisten fliegen dafür endgültig raus und ziehen ins neu gegründete Dresden–Polen oder aufs Land! Dahin, wo die Gymnasien rar und die Schützenvereine in der Überzahl sind.

    Ausdrücklich einladen hingegen wollen wir hiermit alle fortschrittlich ausgerichteten Großstädte Europas – ganz gleich ob Paris, London, Prag, Moskau, Rom, Berlin, Wien, Warschau oder Brüssel, Madrid, Athen usw. – ihr könnt euch gern samt friedlichem Umland unserer neuen „EU der Städte und Regionen“ anschließen!

    Unsere Kern-Forderungen für den Kampagnenstart

    Keine Steuern mehr an die Nationalregierungen – alles bleibt bei uns! Wir sind in Leipzig und London über alle Steuern hinweg Nettozahler. Also: keinen Cent mehr für die Verschwender, die siechende Landstriche wie Freiluftzoos für den aussterbenden Dorftrampel am Leben halten und dort dumpfe Mehrheiten für ihre Diktatur über uns urbane Stadtmenschen organisieren!

    Wer ohne Zugehörigkeit zur New-EU unsere städtischen Flughäfen nutzen möchte, zahlt satte Gebühren. Die alten Stadtmauern werden wieder errichtet, Zölle auf Waren aus der alten EU werden an den Toren unserer Metropolen erhoben. Unternehmen werden direkt vor Ort versteuert – kein Ausweichen mehr! Wer gut ausgebildete Mitarbeiter will, zahlt gefälligst Steuern für die Kitas, Schulen und Unis, die schließlich alle in unseren wachsenden Städten stehen!

    In Richtung alte EU rufen wir

    Verhandlungen nur auf Augenhöhe! Gemeinsame Sozialstandards und Steuern auf einheitlichem, hohem Mindest-Niveau! Bedingungsloses Grundeinkommen für alle! Und Freiheit für alle Inhaftierten der Krawalle in Frankreich! Nieder mit der Steuerflucht! Frieden mit Ost und West, Süd und Nord! Keine Waffenexporte mit uns (die Buden stehen eh alle irgendwo auf dem Land rum).

    Für unsere Zukunft gilt

    Umverteilung aller Gelder intern nur nach Beliebtheit der Städte und Regionen bei den Touristen! So ist sichergestellt, dass Dresden und andere unfreundliche Gegenden dauerhaft draußen bleiben!

    Ihre Ilse Schnickenfittich
    Selbsternannte Sezessionsführerin der freien Stadt Leipzig!

    Hier kann man unterschreiben. Nicht dass noch jemand denkt, es wäre Satire!

    (Wer ein paar Ausrufezeichen zuviel findet, darf sie gern bei den weiteren Sezessions-Debatten in den kommenden Jahren benutzen.)

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