2.6 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Crowdfunding für ein besonderes Glücklicher-Montag-Buchprojekt

Mehr zum Thema

Mehr

    5.000 Euro werden gebraucht – für ein Buch mit dem ganz und gar nicht unverfänglichen Titel „Nicht gesellschaftsfähig – Alltag mit psychischen Belastungen“. Im September soll es herauskommen. Und den Aufruf gestartet dazu haben der L-IZ-Lesern bekannte Leipziger Grafiker Schwarwel und Sandra Strauß von der Agentur Glücklicher Montag. Es soll ein Buch werden, das auf lockere Art all die psychischen Belastungen thematisiert, unter denen heutzutage immer mehr Menschen leiden.

    Es soll ein Buch-Projekt werden, das mit vielen Stimmen spricht und psychische Belastungen sowohl stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt und zur Enttabuisierung und Entstigmatisierung beiträgt als auch für Betroffene, Freund/-innen, Familie, Angehörige, Bekannte, Verwandte und Arbeitgeber/-innen eine Hilfestellung bietet.

    „In unserem Almanach im Magazin-Style widmen wir uns auf eine für alle zugängliche, lockere und ansprechende Art den Themen-Komplexen: Depression, Angst- und Zwangsstörung, Panikattacken, Phobien, Posttraumatische Belastungsstörung, Sucht, Alkoholsucht, Essstörung, Borderline, Hypochondrie, Schizophrenie, Persönlichkeits- und Entwicklungsstörungen, Dissoziative Identitätsstörung, Schlafstörung, Suizid(-gedanken), Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in der Kindheit und Jugend“, kündigen Schwarwel und Sandra Strauß an.

    Im Kopf haben sie das Buch ja schon fast fertig, auch wenn noch die geplanten persönlichen und autobiografischen Texte und Beiträge von Journalist/-innen, Psychater/-innen und Psycholog/-innen, Wissenschaftler/-innen und Fachleuten fehlen. Es soll Interviews, Beschreibungen von Alltagserlebnissen, Erfahrungsberichte, Illustrationen, Comics und Cartoons geben, dazu Erklärbärtexte, Checklisten/Fragebögen und Kreativ-Mitmach-Seiten, die den (geplagten) Zeitgeist widerspiegeln.

    Dabei sollen auch Musik, Serien, Filme, Literatur, Kunst und Kultur nicht zu kurz kommen. Jessica Jones, Star Wars, Star Trek sollen ebenso Thema werden wie Serien- und Massenmörder.

    „Unser Buch spricht auch deshalb mit vielen Stimmen, weil sowohl Betroffene als auch die, die täglich auf die verschiedenen Art und Weisen in-it sind, zu Wort kommen und auch die, die ,an sich nicht tagtäglich mit psychischen Belastungen konfrontiert sind, sondern #nichtgesellschaftsfähig unterstützen, weil es wichtig ist“, betonen die beiden Initiatoren des Projekts.

    „Das ist genau die Mischung, die wir möchten, weil genau auch das zur Enttabuisierung beiträgt und die Angst für alle nimmt. Die Angst davor, #nichtgesellschaftsfähig zu sein, sich nicht offen zu seinen psychischen Belastungen ,bekennen zu dürfen‘ und zu können, weil es gesellschaftlich so ,abseitig‘ anmuten mag und keiner darüber spricht, und die Angst davor, mit psychischen Belastungen konfrontiert zu sein.“

    Sandra Strauß und Schwarwel verstehen sich als Herausgeber/-in und die, die die Fäden zusammenhalten und die gesamte Buch-Produktion umsetzen können – von der Idee bis zum fertig gedruckten Buch.

    „Und weil wir wissen, dass ein derartiges Buch und die Enttabuisierung existenziell notwendig sind und uns ,abseitige‘, schwere Themen ohnehin liegen. Meint: Wir uns in unserem Glücklicher Montag-Alltag vor diesen nicht scheuen, sondern diese angehen. Ganz im Sinne von: ,The Devil You Know‘. Und mit unserer neuen Graphic Novel ,Gevatter‘, die die Initialzündung und quasi Grundlage für #nichtgesellschaftsfähig war und ist, stecken wir ohnehin ganz tief im Thema.“

    Bleibt noch die Frage: Warum haben die beiden sich für genau diesen Titel entschieden?

    „,Nicht gesellschaftsfähig‘ ist ein provokanter Titel, der Aufmerksamkeit auf das Projekt lenken soll“, sagen sie. „Nach eigenen Erfahrungen wird jemand mit psychischen Belastungen noch viel zu oft von der Gesellschaft, die ihn umgibt, als nicht ,ganz normal dazugehörend‘ wahrgenommen und nicht als integrativer Bestandteil dieser Gesellschaft, sondern eher wie ein Sonderling behandelt oder gar gemieden, denn viele Menschen sehen sich davon überfordert, einen normalen Umgang mit Menschen mit psychischen Belastungen zu pflegen, da ihnen das soziale Handwerkszeug fehlt, kritische Situationen im Umgang zu meistern.

    Dadurch tritt oftmals ein Umkehreffekt ein: In der eigenen Wahrnehmung empfindet man sich selbst als nicht gesellschaftsfähig, weil man sich den Belastungen, in dieser Gesellschaft existieren und bestehen zu müssen, nicht gewachsen sieht. Man scheint ,die geheimen Regeln‘ im sozialen Umgang dieser Gesellschaft nicht zu kennen oder versucht nach unangenehmen Erfahrungen zu vermeiden, sich in eine Gesellschaft zu begeben, in der man sich nicht willkommen oder aufgehoben fühlt.Wissensvermittlung, Erfahrungsaustausch und Achtsamkeit helfen, Barrieren im Umgang miteinander abzubauen und mit den eigenen psychischen Belastungen und denen der anderen leben zu lernen.“

    Erscheinen soll „Nicht gesellschaftsfähig“ im Verlag Glücklicher Montag – wenn es schnell geht, schon im Mai oder Juni, alternativ im September 2020.

    Und Unterstützer hat das Projekt schon jetzt eine Menge. Man findet sie alle auf der Support-Seite, die jetzt freigeschaltet ist. Dort erfährt man auch, wie man helfen kann und welche Beträge noch gebraucht werden, um das Buch spätestens bis September drucken zu können.

    Verhandlung: Schwarwels intensive Frage nach dem richtigen Leben vor dem Sterben

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

    Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

    Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

    Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

    Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ