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Satire

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Tom Rodig lässt den Blick in die politische Zukunft der Stadt schweifen. Foto: privat

Rodig reflektiert: Im Sumpfenland nichts Neües

Es ward kalt im Ostland. Am Knusenhof des Sachsensargon Günther treibt’s die Schafsschachteln in Zuhülfenahme seiner Juckelknechte vorm dräuenden Gaskastanienwinter in die Knusenknäste. Juckelknecht Karsten gerüchtelt, es würde würklich ein harter Winter kommen, denn wer nun bereits die Knauserigkeiten aus den Ärmeln der Kapitalgehirne geschüttelt bekomme, wüsste überhaupt nicht mehr, ob hoch oder runter, hin […]

Rodig reflektiert: Über den heißen Wutwinter

Heiter züngelnd brennt das Sachsenland. Das ist eigentlich keine Neuigkeit, sind die Menschen aus dem Elbländle doch seit eh und je von einem Feuer erfüllt. Ihnen brennts im Herzen und unter den Nägeln, die Wut auf den Hegemon. Der da oben, der herrschende Geist ist ihnen ein Balken im Auge, denn er täte alles umwerfen, […]

Tom Rodig lässt den Blick in die politische Zukunft der Stadt schweifen. Foto: privat

Rodig reflektiert: Über den Neid

Achtung, liebe Leserschaft, es dräut Ihnen eine Neiddebatte. Doch bitte, keine Sorge, es geht nicht um Ihren Wohlstand. Weder ihr neues Lastenrad, noch das frischgepresste Telefon, auch nicht die polierte Flasche Schampus, schon gar nicht der anstehende Bali-Urlaub will ich Ihnen neiden. Es ist sogar noch viel besser: Ich neide Ihnen überhaupt gar nichts. Nichts […]

Rodig reflektiert: Über die Krähe im Taubenpelz

Heute, liebe Leserschaft, muss ich Sie warnen: Es wird schmutzig. Sehr schmutzig. Als sächsischer Landesfürst in spe habe ich Dinge zu berichten, die sich wie Abgründe vor einem auftun, wenn man ganz nah rangeht an die Klippenkante. Ich beabsichtige heute, Sie an die Hand zu nehmen um auf das Elend zu schauen, das sich darbietet, […]

Rodig reflektiert: Das Elend der Demokratie

Sie denken vielleicht, diese PARTEI-Arbeit sei ein Zuckerschlecken: Man lässt sich gemütlich volllaufen, während man am Tresen hängt und ulkige Sprüche klopft, die den Gesamtunsinn aufzeigen und ins Lächerliche ziehen. Mit fortgeschrittener Stunde werden die Ideen immer absurder, vieles davon wird zum Glück am nächsten Morgen vergessen sein. Das Schlimmste ist der Kater tags drauf. […]

Krieg und Frieden

„Sach ma, wasn nun mit der Ukraine und so?“. Mehmet steht in seinem Bart Simpson-Schlafanzug im Hausflur und pult sich genüsslich in der Nase. Was für ein kluges Kind, denke ich noch etwas gebauchmietzelt, dass er mir diese schwierige Frage stellt, als er nachhakt. „Zum Fasching geh ich als Putin, Papa hat gesagt, das geht […]

Rodig reflektiert: Ungern in Ungarn

Ihr Kolumnist hat sich auf den Weg in das Land der Magyaren gemacht, da wo, Sie haben es sicherlich mitbekommen, die Demokratie nicht im allerbesten Zustand ist. Um den demokratischen Anschein zu wahren, will Viktator Orbán am 3. April eine (womöglich letzte) Wahl veranstalten lassen. Das Parlament wird gewählt, und die Chancen stehen nicht schlecht, […]

Rodig reflektiert: Neue Sächsische Rundschau

Nachdem die letzte Kolumne des Sie, liebe Leserschaft, verehrenden Reflektors auf den staubigen Dachboden der Möglichkeiten vom Tun überhaupt gestiegen war, habe ich mir heute den Schmutz vom Leib pusten lassen, um frisch poliert und herrlich duftend Ihnen eine Kolumne zu servieren, die sich ganz eindeutig hat waschen lassen. Komm’se mit, wir bestaunen heute die […]

Fragt mich nicht …

Da steht er nun, dieser immer gleiche Russe, der ja angeblich schon seit 1945 vor der Tür stand und linst mir stramm ins Wohnzimmer. Na gut, wir haben angebaut, ein bisschen hier die Veranda verbreitert, da den Geräteschuppen zum Nebengebäude hochgezogen und sicherlich auch an der einen oder anderen Stelle den Zaun ein wenig nach […]

Rodig reflektiert: Wege aus dem Elend

Nichts Neues im Osten. Das Virus durchseucht noch jede Nachricht, Trendsportart Spazierengehen ist der heißeste Scheiß seit 1742 und der Russe will Krieg. Die ewig gleiche Wiederholung des Ewiggleichen wiederholt sich ewig gleich einer ewiglichen Wiederholung. Ihr Kolumnist ist nachhaltig penetriert vom nimmermüden Stampfen der Neuigkeiten, Neuheiten und sogenannten Innovationen, die einen elektrifizierten Schwanz noch neuerer Neuheiten nach sich ziehen.

Impfpflicht

So langsam ist die Luft ja raus. Nein, nicht für die „Spaziergänger“, die haben eine coronagerechte Art der gemeinsamen Freizeitgestaltung entwickelt und stiefeln jetzt so lange gegen das System, bis diese verdammten Reptiloiden unsere Scheibenwelt Richtung Gorgonien und die gefangenen Kinder Bill Gates Keller verlassen. Oder sie wieder ins Fußball-Stadion dürfen und dringend in den Urlaub fliegen müssen – erholen von der ganzen Spaziererei. Ich finde ja, man sollte die jetzt mal einfach machen lassen, bis Teufel Covid sie holt. Der Rest landet eh irgendwann in der Klappse oder als Studiengegenstand bei den Extremismusforschern. Ich meine die Impfpflichtdebatte.

Die legendäre Ur-Umlaufmappe. Foto: LZ

Die Legende von der Umlaufmappe oder Die Erfindung der Behäbigkeit

In alten Tagen, als Papiersparsamkeit noch mit der handschriftlichen Kopie von Vorlagen begründet war, machte ein kluger Mensch, wahrscheinlich in einer Amtsstube einer fürstlichen Verwaltung, einen genialen Neuerervorschlag. Er erfand einen Aktendeckel, in den er die Vorlage legte, darauf schrieb er in der richtigen Reihenfolge die Personen bzw. Abteilungen der fürstlichen Hofhaltung, in denen die Vorlage bearbeitet werden musste und nannte diesen Aktendeckel „Umlaufmappe“.

Tom Rodig lässt den Blick in die politische Zukunft der Stadt schweifen. © privat

Rodig reflektiert: War was? 2021 in Worten

Wie der Übertitel dieser Kolumne bereits verrät, bin ich hier, um zu reflektieren – sie, mich, Leipzig, das Universum und den ganzen Rest. Diese allmonatlichen Reflexionen darf und muss ich durch meine eigene Brille vornehmen (-2,75 rechts, - 6,0 links). Dass meine Sehbehinderung den Begriff „funktional einäugig“ zulässt, hindert mich nicht daran, mit blindem linken Auge zu richten und zu berichten. Kommen Sie also bitte mit, wir hangeln uns flugs durch das Jahr 2021, so wie ich es sah.

Normalitäten

Seien wir mal ehrlich, ausnahmsweise, so kurz vor Weihnachten (sonst gibt’s ja keine Geschenke). Es waren – ein jeder setze nun ein, wie alt er oder sie sich fühle – wirklich schöne Jahre bis hier. Angefangen in der Zeit nach 1945, wo alle sicher waren: nie wieder Krieg und nie wieder … na dieses andere hier, was zum Krieg geführt haben soll.

Coburger Straße in Markkleberg. Foto: LZ

Kluft zwischen Wort und Tat: Anzeige wegen Wahlbetrugs …

… erstatte ich natürlich nicht. Denn zur Wahl gehören das Flunkern, der Interpretationsspielraum, das je nach Standpunkt Auslegbare, Verformbare genauso dazu, wie die „normale Figur“ in der Partnerschaftsanzeige. Oder das „Jünger-Aussehend“. Da könnte ich mich noch heute aufregen! Ich meine, wegen der Wahl, der zum Bundestag. Was denn sonst?

Neu-PARTEI-Mitglied Kretschmer

Kennste, kennste? Nachdem uns Mario Barth auf diesem Einstiegspfad ins Thema geholfen hat, das Text-Niveau als stark kellerlastig und damit dem Anlass angemessen tieffliegend zu klären, hier das Lied dazu, was mir seit heute nicht mehr aus dem Kopf geht. „Die Partei, die Partei, die hat immer recht …“. Ja, was für die „Alten“ wie uns, mit DDR-Migrationshintergrund und Pionierzeitsozialisation.

Rodig reflektiert: Tirade der Gewalt

Es ist Sonntag und aus dem Radio trällert Barbara Peters zu Georg Kreislers Klavierspiel. „Wir sind Terroristen gegen die Liebe, gegen die Faulenzer, gegen die Diebe, aber nicht einer gegen den Staat.“ Nun, gegen Staat und Kapital, da regt sich noch etwas – die sogenannte linke Szene. Der regional passende Code dafür lautet, in mühevoller Kleinholzarbeit erlangt und durch die bundesweite Presse etabliert, bekanntermaßen: Connewitz. Als linksradikale Trutzburg stilisiert, wo morgens schon der Duft zerbrochener Sterniflaschen, kokelnder Mülltonnen und Wutschweißreste nächtlicher Plenumse durch die Straßen weht. Man möcht’s glatt zum Geruch der Freiheit romantisieren.

Rodig reflektiert: Vielleicht doch lieber Nünchritz

Eine Superwahl! Eine Jahrhundertwahl! Eine Klimawahl! Und eine Schicksalswahl war es auch! Zudem „die wichtigste Wahl jemals“ (gängiger Superlativ) und überhaupt kam es diesmal ganz enorm darauf an. Und bloß nicht verwählen, das hätte erneut Stillstand, Stagnation oder wahlweise den allerendgültigsten Niedergang bedeutet. Doch heute, am Tag nach der Wahl, an dem ich in meiner Kemenate hocke und übers Wählen reflektiere, heute steht die Welt noch, sie fühlt sich sogar ziemlich genauso an wie gestern. Nur etwas verkaterter.

Sachsenliebe

Karin hat geschrieben, kurz nach der Wahl, aber regelrecht fröhlich. „Hallo Ilse, komm doch mal wieder in die schöne Oberlausitz, auf der Rehwiese kann man noch immer fein rodeln, im Sommer gibt’s Himbeeren hinterm Haus und wir könnten noch mal vom Nonnenfelsen ins weite Land schauen. Und vielleicht ein paar Steine ins Tal schmeißen, wie früher. Sag Bescheid, ich richte gern das Gästezimmer für Dich her. Deine Karin. PS: Karl ist letzten Sommer gestorben, Du kannst also gern Deinen Mann mitbringen, wenn Du noch einen hast. Ohne wär schöner.“

Wenn die eigentlichen Ungerechtigkeiten sich nicht ändern ... Foto: LZ

Schwester Bruni und die Gehaltserhöhung (Ein Schriftsatz zum Europäischen Tag der Sprachen am 26. September)

„Sehr geehrter Herr Verwaltungsdirektor, hiermit beantrage ich eine Lohnangleichung. Mein Einkommen als Krankenschwester liegt 300 Euro brutto unter dem meiner männlichen Kollegen. Deshalb beantrage ich …“ - Schwester Brunhilde – sag einfach Bruni – arbeitet nämlich in einer Klinik, die leistungsgerecht entlohnt, wie es in der Stellenanzeige geheißen hatte, das heißt übersetzt: weit unter Tarif. Wenige Tage, nachdem sie ihren Antrag auf Gehaltserhöhung eingereicht hatte, kam die unmissverständliche Ablehnung.

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