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Wer nicht hören will …

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    Da hat eure Ilse ja wieder was bei der „Zeit“ gelesen, was beinahe zu einem Alkoholabsturz geführt hätte. Laut ARD-Deutschlandtrends gaben 38 Prozent aller befragten Ost- und Westdeutschen an, sie sähen „sehr großen Handlungsbedarf“ für Klimaschutzmaßnahmen und „weitere 43 Prozent sahen großen Handlungsbedarf“.

    81 Prozent für den Klimaschutz und das zwei Monate vor DER Wahl! Dem Hochwasser sei Dank! Sie haben es endlich kapiert!Leicht angeschickert gabs einen flotten Ilse-Tanz (mit! Po-Wackeln) durch die Zweiraumbude und am Kühlschrank noch einen Freuden-Likör auf Ex. Am Horizont stieg eine Landschaft mit Magnetschwebebahnen, Radschnellwegen, rankenbeflorten Auen, Windrädern und Wasserkraftwerken empor, Vögel umflatterten das lichte Haar und ganz leise heulte irgendwo in einem dichten Wald ein Wolf Richtung solardachbedeckte Großstadt.

    Die Sache und die Luft schienen so klar, wie 81 Prozent für ein Ende der Vernichtung.

    Das Ich und das Über-Du

    Es hätte ein guter Abend werden können, doch manchmal sollte man Artikel nicht zu Ende lesen. Im gleichen Deutschlandtrend „gewannen Union, SPD und FDP jeweils einen Prozentpunkt hinzu, die Grünen, die AfD und die Linke verloren jeweils einen“. Nein Ilse, das kann nicht sein.

    Doch konnte es und dann wurde es endlich hell.

    Die Leipziger Zeitung, Ausgabe 93. Seit 30. Juli 2021 im Handel. Foto: LZ

    Wem bei „Klimaschutz“ einfällt, irgendwer in den abgesoffenen Gebieten würde dem soeben schwimmenderweise dahingeschiedenen Outo nicht umgehend mit einem Neukauf gedenken, fordern, schon 2030 aus der Braunkohle auszusteigen, Inlandsflüge verbieten wollen und auf eine ökologische und wohnortnahe Agrarwirtschaft schielen, während man das zehnte Paar Schuhe eben ausnahmsweise nicht kauft, liefern und zurückgehen lässt, hat einen optischen Knick bei der Betrachtung der menschlichen Natur.

    Sehfehler linkes Auge: „Klimaschutz“ ist für die meisten nicht erst seit Grimmas zweimaligem Untergang der Bau höherer Mauern, bessere Früherkennungen für öffentlichen Schwimmbad-Partys mit Wasserleiche und der nächste SUV mit höherem Radstand gegen eindringendes Flusswasser. Sehfehler rechtes Auge: Von anderen etwas fordern, ist leicht, schmutzt nicht und verhilft zu einem moralischen Zwischenhoch.

    Sack zu, bleibts halt, wie es war: Auf dem jetzigen CO2-Pfad werden 2040 schon 2 Grad mehr auf der Uhr stehen, etwa 88 Prozent aller Sommer so werden, wie die Dürre 2016 und „Jahrhunderthochwasser“ war bis dahin mehrfach Wort des Jahres. Die reichen Alten hocken dann im Kühlbunker und mümmeln eine 80 Euro teure Kartoffel, während die Küsten absaufen.

    Nicht lustig? Wer sagte was von lustig, Ihr Klimaschützer?

    „Wer nicht hören will …“ erschien erstmals am 30. Juli 2021 in der aktuellen Printausgabe der Leipziger Zeitung (LZ). Unsere Nummer 93 der LZ finden Sie neben Großmärkten und Presseshops unter anderem bei diesen Szenehändlern.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache

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      3 KOMMENTARE

      1. Humor ist, wenn man lacht und nicht weint!
        Der mit dem Dieselproblem war aber ziemlich gut von Ihnen.

        Das mit dem Zeitgeist ist recht häufig, da haben Sie vielleicht recht. Aber aktuell läuft soviel Quark, dem man sich anpassen soll, und die Forderer sind einfach nur laut und/oder schrill statt argumentativ überzeugend. Schnell noch ein englisches Schlagwort hin, da noch einen Hashtag an die Wand (!) geschmiert, hier noch mal ne „Sponti“ und Marco Böhme twittert Mitternachts mal wieder was gegen irgendwen. Aber das reicht irgendwie trotzdem aus, um es hier oder anderswo uneingeordnet zu veröffentlichen, was mich nervt.
        Eine Ausrede, das auch so zu benennen, sehe ich darin nicht. Aber ich meine: Das hier ist ja die Satirerubrik!

      2. Welches System ist denn jetzt Zwanzigerjahre? Gummi-Asphalt? Ja, das ist so 1920. Richtig, stimmt.

        Oder meinten Sie für jedermann eine Privatdrohne (quasi das, was man sich mal als fliegende Autos erhofft hat)?

        Dieselproblem ist, wenn Cola und Bier aus sind.

        Weiß nicht, was Sie immer mit Ihrem Zeitgeist haben. Das ist doch nur eine Ausrede.

      3. Wer sich die Bilder der „abgesoffenen“ Orte angeschaut hat, der hatte sicher auch den Eindruck, dass dort sonst niemand ein Auto braucht, denn in der Region fährt der Bus sicher mindestens halbstündlich in die gängigen Knotenpunkte. Wer sich da wieder ein neues Auto kauft kann nur bekloppt sein.

        Und was eigentlich ist „DAS“ Dieselproblem?
        Dass er (der Vorsprung ist knapper geworden) weniger verbraucht und damit CO2 ausstößt als der Benziner? Dass genug Leute Zeitgeistwörter wie „…Dinosaurier“, „…Stinker“, „…Schleuder“, „…Verpester“, „…die Stadt erstickt“ verwendet haben, bis endlich ein DIESELPROBLEM ausgemacht werden konnte?
        Das geförderte und aufbereitete Lithium erzeugt keine Umweltprobleme, der Ladestrom der Elektroautos ist durchweg grün? Also ich meine, um es im Zeitgeistwortsinn zu beschreiben: „Stammt der Ladestrom etwa nicht auch aus Braunkohledreckschleuderdinosaurierkraftwerken*innen“, die unsere Luft verpesten?

        Ich hab das Gefühl, dem Text von Ilse fehlt ein wenig die weibliche Sichtbarkeit. Liest sich eher wie ein Männertext 😉
        Die Magnetschwebebahn als grünes Idiom zusammen mit Windrädern und Solar. Wusste ich noch nicht. Das Rad-Schiene-System ist ja mal sowas von Nullerjahre…

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