Charles Dickens’ „Eine Weihnachtsgeschichte“ [7 plus] erzählt vom geizigen Weihnachtsmuffel Ebenezer Scrooge und seiner Bekehrung durch die drei Geister der Weihnacht. Der fast 200 Jahre alte Bestseller hat über die Jahre nicht an Aktualität verloren und zeigt noch heute, dass Miteinander, Solidarität und Fürsorge wichtig sind. Vor 32 Jahren war das Stück zum letzten Mal auf dem Spielplan des Leipziger Kinder- und Jugendtheaters.

Karsten Dahlem bringt den Weihnachtsklassiker nun in einer eigenen Neufassung mit viel Musik und Humor auf die Bühne des Theaters der Jungen Welt. Am Sonntag, dem 26. November, um 18 Uhr feiert das Stück am Lindenauer Markt Premiere.

Der Regisseur

Nach dem Publikumserfolg „Zwei Monster“ vor zehn Jahren kehrt Karsten Dahlem jetzt wieder an das Theater der Jungen Welt zurück. Als Theaterregisseur inszenierte Karsten Dahlem am Maxim Gorki, an den Staatstheatern Nürnberg und Oldenburg, an den Theatern Linz, Essen, Bremen, Oberhausen und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seine Arbeiten erhielten den österreichischen Theaterpreis „Stella“, den Oberhausener Theaterpreis oder den JugendStücke-Preis des Heidelberger Stückemarkts.

Seine Kinodrehbücher „Freier Fall“ und „Fremde Tochter“ wurden international ausgezeichnet. 2016 debütierte Dahlem als Filmregisseur: „Princess“ war für den Max-Ophüls-Kurzfilmpreis nominiert und auf vielen internationalen Festivals eingeladen.

Dahlems Langfilmregiedebüt „Die Geschichte einer Familie“ (SWR/WDR), für den er das Drehbuch geschrieben hat, erhielt 2022 den Hofer-Goldpreis für die beste Regie. Die Hauptdarstellerin des Films Anna Maria Mühe wurde 2023 mit dem bayrischen Filmpreis ausgezeichnet.

Eine Weihnachtsgeschichte

Ebenezer Scrooge (Martin Klemm) kann so gar nichts mit dem gefühlsverklebten Weihnachten anfangen. Für Wärme und Zwischenmenschlichkeit fehlt ihm die Zeit. In seinem eisigen Kontor muss er wichtige Geschäfte machen. Und von seinem Gewinnen will er auch an Weihnachten nichts abgeben. Wofür gibt es den Staat, die Wohlfahrt und die Kindergrundsicherung? Sollen die Menschen doch arbeiten gehen, anstatt mit diesem allzu menschlichen Weihnachten zu nerven.

Als Scrooge aber am Weihnachtsabend drei Geister  (Sonia Abril Romero, Millie Vikanis und Philipp Zemmrich) erscheinen und ihm eindrücklich zeigen, was dieses Weihnachten bedeuten kann, bekommt selbst sein hartes Herz einen Riss. Wäre es nicht richtig zu teilen? Wäre es nicht schön, einem Menschen eine Freude zu bereiten? Gibt es nicht auch für den miesesten Abzocker die Chance, mildtätig zu werden?

Insgesamt 30 Vorstellungen sind bis Ende Dezember im Spielplan des TDJW.

Am 28. Dezember wird das Stück als Pay-what-you-can-Vorstellung angeboten.

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