Eine positive Jahresbilanz 2011 zieht das Bach-Archiv Leipzig. Neben der erfolgreichen Erweiterung der Sammlung und zahlreichen, die aktuellen Forschungsergebnisse des Hauses widerspiegelnden Publikationen, erzielte das Bachfest Leipzig mit 73.000 Gästen im Jahr 2011 einen Besucherrekord.

Zu einem Höhepunkt des Musikfestivals geriet die Aufführung der verschollen geglaubten Oper “Zanaida” Johann Christian Bachs, deren Partitur als Bestandteil der umfangreichen Privatsammlung Elias N. Kulukundis im Bach-Archiv Leipzig verwahrt wird. Neben zwei viel beachteten Kabinettausstellungen im Bach-Museum Leipzig wurden ein Interpretations-Meisterkurs und zahlreiche Kammerkonzerte im Sommersaal des Bach-Museums Leipzig realisiert. Die Gerda Henkel Stiftung sagte eine umfassende Förderung für das Forschungsprojekt “Bachs Thomaner” zu, das pünktlich zum Thomana-Jubiläum 2012 startet.

Das neu gestaltete Bach-Museum Leipzig begrüßte seit Januar 2011 über 43.000 Besucher aus aller Welt. Zu den Gästen gehörten Bobby McFerrin, Nadja Michael und Martin Stadtfeld. Das Bosehaus am Thomaskirchhof 16, in dem sich das Bach-Archiv Leipzig mit dem Bach-Museum befindet, gehört zu den schönsten Bürgerhäusern Leipzigs.

“300 Jahre Bosehaus” zeigte vom 15. April bis zum 31. Juli 2011 Streiflichter aus 300 Jahren und erzählte von der bewegten Geschichte des Hauses und seiner Nutzer. Eine weitere Kabinettausstellung des Bach-Museums Leipzig präsentierte vom 2. September bis 1. Dezember 2011 die Bildnis-Sammlung Carl Philipp Emanuel Bachs. Der zweitälteste Sohn Johann Sebastian Bachs war einer der am meisten geschätzten Komponisten seiner Zeit und leidenschaftlicher Sammler von Musikerporträts. Erstmals wurden wichtige Teile dieser Sammlung der Öffentlichkeit präsentiert, darunter zahlreiche Pastelle, Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Staatsbibliothek zu Berlin.

Im barocken Sommersaal des Museums fanden 17 Konzerte statt. Einen viel beachteten Auftakt erfuhr die Reihe Konzerte aus der Himmelsburg mit dem Neuen Bachischen Collegium Musicum, das zum “Ensemble in residence des Bach-Museums Leipzig” ernannt wurde. Das Kammerorchester musiziert in dieser Reihe Bachs Weimarer Kantaten aus der Himmelsburg von der Galerie des Sommersaals aus, was die besondere Akustik des Raumes mit seiner Schallkammer zur Geltung bringt.Zu einem Höhepunkt der museumspädagogischen Arbeit des Hauses geriet das von der 68. Mittelschule Leipzig entwickelte Theaterstück “Die Geschichte von Jonny S. Krach oder wenn Bach heute leben würde”, das im Rahmen des Bachfestes auf der großen Open-Air-Bühne am Leipziger Markt uraufgeführt wurde. Die Schüler hatten sich zuvor ein Jahr lang unter Anleitung von Museumsmitarbeitern dem Thema Bach angenähert. Im Mai 2011 besuchte Kulturstaatsminister Bernd Neumann erstmals nach der Sanierung des Bosehauses das Bach-Archiv Leipzig. Neben einer Führung durch das nach umfangreicher Rekonstruktion wiedereröffnete Bach-Museum und einer Besichtigung der Bibliothek, besuchte der Minister auch den museumspädagogischen Bereich der Stiftung und trug sich in das Gästebuch des Bach-Archivs Leipzig ein.

Das Bachfest Leipzig 2011 fand vom 10. bis 19. Juni statt und endete mit einem Besucherrekord. Rund 73.000 Gäste, darunter zahlreiche Musikfreunde aus aller Welt, besuchten die insgesamt 111 Veranstaltungen in Leipzig und Umgebung. Neben hochkarätig besetzten Konzerten an den authentischen Bachstätten sorgten zahlreiche kostenfreie Open-Air-Veranstaltungen während des Bachfest-Zeitraums auf dem Leipziger Markt für Festivalflair von Barock bis Breakdance.

Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist es, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Die besondere Stärke des Bach-Archivs liegt in dem Perspektivenreichtum, den es im Zusammenwirken von Forschungsinstitut, Bibliothek, Bach-Museum, künstlerischem Betriebsbüro und Servicefunktionen auf eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der europäischen Kulturgeschichte richten kann.

www.bach-leipzig.de

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