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Leipzigs Musikerbe-Stätten sollen das Europäische Kulturerbe-Siegel erhalten

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    Eine von der Europäischen Kommission eingesetzte unabhängige Jury hat Leipzigs Musikerbe-Stätten für das Europäische Kulturerbe-Siegel nominiert. Insgesamt hat das Gremium neun historische Stätten, die die Ideale und Werte, die Geschichte und die Integration Europas verkörpern, für das Siegel auserwählt.

    Oberbürgermeister Burkhard Jung: „Das musikalische Erbe Leipzigs ist bis heute prägend für die Stadtgesellschaft. In keiner anderen europäischen Metropole ist der genius loci spürbarer als hier: Die beiden historischen Kirchen im Stadtzentrum, die Komponisten- und Verlagshäuser sowie die Ausbildungsorte und Konzerthäuser lassen auf engstem Raum die Musiktradition unserer Stadt lebendig werden. Ich freue mich über das Europäische Kulturerbe-Siegel, das die große Bedeutung der Musikerbe-Stätten würdigt. Mit diesem Siegel wird sich die internationale Wahrnehmung Leipzigs weiter verstärken.“

    Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke sagt: „Leipzigs Musikerbe-Stätten sind ein Kristallisationspunkt musikalischer Innovation und ein Bekenntnis zum europäischen Gedanken: Hier lebten und arbeiteten Komponisten von Weltruhm, die durch Reisen und Korrespondenzen Netzwerke in ganz Europa knüpften, hier wurde das Musikverlagswesen als materieller Ausdruck eines gemeinsamen musikalischen Erbes in Europa begründet, hier entstanden international ausstrahlende Ausbildungs- und Konzertstätten. Bis heute findet die Aufführungspraxis von Orchestern und Chören auf höchstem Niveau statt. Mein herzlichster Glückwunsch an Leipzigs Musikerbe-Stätten!“

    Europäische Tradition der Musik und des zivilen Engagements

    Die Leipziger Bewerbung schließt einen Verbund von neun Musikstätten ein, zu dem Thomas- und Nikolaikirche, die Nikolaischule, das Bach-Archiv, das Mendelssohn-Haus, die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“, das Schumann-Haus, das Musikverlagsgebäude C. F. Peters mit Grieg-Begegnungsstätte sowie das Gewandhaus zu Leipzig gehören.

    Verbunden mit diesen Institutionen sind herausragende Persönlichkeiten: Johann Sebastian Bach wirkte 27 Jahre als Thomaskantor und Director musices in der Stadt. Felix Mendelssohn Bartholdy war Gewandhauskapellmeister und Begründer der ersten Musikhochschule Deutschlands. Robert Schumann gründete die älteste noch existierende Musikzeitschrift „Neue Zeitschrift für Musik“ als Sprachrohr für die Moderne. Kurt Masur wirkte fast 30 Jahre lang als Gewandhauskapellmeister und rief während des politischen Umbruchs 1989 zu Gewaltfreiheit auf. Maßstäbe setzten auch so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Clara Schumann oder Richard Wagner, die eng mit Leipzigs Musikgeschichte verbunden sind.

    Europäische Notenspuren – Von Leipzig nach Europa

    Wichtiger Teil der Bewerbung ist das Projekt „Europäische Notenspuren – Von Leipzig nach Europa“ des Notenspur Leipzig e.V. Es zeigt, wie sich Leipzig zum Anziehungsort und Impulsgeber für den musikalischen Nachwuchs in Europa entwickelte. Zahlreiche Absolventen Leipziger Musikausbildungsstätten begannen nach ihrem Studium in ihren Heimatländern eine bedeutungsvolle Musiktradition, wie Edvard Grieg (Norwegen), Leoš Janáček (Tschechien) oder Mikalojus Čiurlionis (Litauen). In ihrem musikalischen Schaffen wirkten europäische und nationale Einflüsse wechselseitig ergänzend. Mit Wanderausstellungen, Kultur- und Musikprogrammen sowie Schüler- und Bürgerprojekten soll die europäische Verflechtung der Leipziger Musikgeschichte und -gegenwart erlebbar werden. Das Projekt ist zugleich ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018.

    Das Europäische Kulturerbe-Siegel

    Die weiteren acht nominierten historischen Stätten sind: Große Synagoge in der Dohány utca (Ungarn); Festung Cadine (Italien); Heiligengeistkirche Javorca (Slowenien); Ehemaliges Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager (Frankreich und Deutschland); Gedenkstätte Sighet (Rumänien); Bois du Cazier (Belgien); Schengen (Luxemburg) und Vertrag von Maastricht (Niederlande).

    Die 19 teilnehmenden Mitgliedstaaten hatten in diesem Jahr 25 Kulturerbestätten für die Vorauswahl vorgeschlagen, aus der die neun Stätten ausgewählt wurden. Die Kommission wird diese Auswahl im Februar 2018 offiziell bestätigen. Im März 2018 wird das Kulturerbe-Siegel bei einer Zeremonie in Bulgarien offiziell verliehen.

    Der EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, Tibor Navracsics, erklärt: „Die Europäische Union gründet sich auf Werte wie Frieden, Freiheit, Toleranz und Solidarität. Diese Werte dürfen nicht als selbstverständlich betrachtet werden – wir müssen uns Tag für Tag für sie einsetzen. Alle Stätten, die das Europäische Kulturerbe-Siegel tragen, fördern diese Werte und erinnern uns an all jene Menschen, die für die Werte und ihren Schutz gekämpft haben. Ich freue mich, dass wir diese neun Stätten im Europäischen Jahr des Kulturerbes 2018 zu der Liste hinzufügen können.“

    Das Europäische Kulturerbe-Siegel ist per EU-Ratsbeschluss vom 6. November 2011 eingerichtet worden und basiert auf den Erfahrungen einer zwischenstaatlichen Initiative gleichen Namens, an der Deutschland ebenfalls beteiligt war. Mit dem neu geschaffenen Siegel der EU sind europaweit mittlerweile 38 Stätten ausgezeichnet worden, darunter in Deutschland das „Hambacher Schloss“, „Die Rathäuser von Münster und Osnabrück – Stätten des Westfälischen Friedens“ sowie 2018 das „Ehemalige Konzentrationslager Natzweiler und seine Außenlager“ (Frankreich und Deutschland) und „Leipzigs Musikerbe-Stätten“.

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