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BUND Sachsen rät: Wildkätzchen im Wald lassen

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    Nicht nur Rehe, Wildschweine und Füchse bekommen in diesen Monaten Nachwuchs. Auch von der Europäischen Wildkatze gibt es nun Jungtiere in den Wäldern. Das betrifft vor allem die kleine Wildkatzenpopulation im Leipziger Auwald. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) appelliert daher an Spaziergänger, die Wildkätzchen nicht anzufassen oder gar mitzunehmen, auch wenn sie scheinbar allein sind. „Das Muttertier ist in der Regel nicht weit weg, gerade kurz auf Mäusejagd oder versteckt sich in unmittelbarer Nähe“, erklärt Theresa Warnk, Projektkoordinatorin im Rettungsnetz Wildkatze des BUND Sachsen.

    Häufig werden die grau-getigerten Wildkätzchen für Nachwuchs verwilderter Hauskatzen gehalten. „Insbesondere junge Wildkatzen sehen Hauskatzen zum Verwechseln ähnlich“, erläutert Warnk weiter. „Wenn sie älter werden, verblasst die Fellzeichnung und sie sind durch ihren kräftigen Körperbau und den buschigen Schwanz mit stumpfer, schwarzer Spitze als Wildkatze besser zu erkennen.“

    Wildkatzenvorkommen. Quelle: Die Projektoren / BUND
    Wildkatzenvorkommen. Quelle: Die Projektoren / BUND

    Da die Europäische Wildkatze unter strengem Schutz steht, empfiehlt der BUND, im Zweifel die Tiere immer in Ruhe zu lassen. „Wir raten dazu, die Tiere nur aus großer Entfernung zu beobachten“, sagt Theresa Warnk. „Die Haltung von Wildkatzen in Privathaushalten ist außerdem verboten. Mitgenommene Tiere landen dann bestenfalls in Schutzstationen. Auswilderungen zurück in die freie Natur klappen leider nicht immer. Daher gilt: bitte nicht anfassen oder stören.“ Wenn Spaziergänger unsicher sind, ist es sinnvoll, den BUND zu kontaktieren und die Stelle mitzuteilen, an der die Kätzchen gesichtet.

    Die größte Bedrohung für die Europäischen Wildkatzen ist die Zerschneidung ihres Lebensraums. Beim Überqueren von Straßen kommt es häufig zu Todesfällen. Weite ausgeräumte Ackerflächen stellen zudem ein unüberwindbares Hindernis dar, weil die Wildkatze hier keine Deckung findet.

    Damit können sie nicht zwischen verschiedenen Wäldern hin und her wandern. Es drohen Inzucht und genetische Verarmung. Deshalb sind die Europäischen Wildkatzen – und mit ihr viele andere Waldtierarten – auf ein Netzwerk aus Wäldern angewiesen. Der BUND engagiert sich darum für einen Waldverbund in Sachsen und ganz Deutschland.

    Mehr Informationen:

    www.bund-sachsen.de/wildkatze

    Vereinzelte Wildkatzennachweise gibt es im Vogtland und der Dübener Heide. Eine kleine Population lebt im Leipziger Auwald.

    Wer Wildkatzenjunge gesehen hat, kann dies dem Wildkatzenbüro des BUND Sachsen e.V. melden: https://www.bund-sachsen.de/wildkatzenmeldung/

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