Am 22. Mai: Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zeigt das Areal der ehemaligen Leipziger Stasi-Zentrale

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ lädt am 22. Mai 2016 anlässlich des Internationalen Museumstags zu Sonderführungen durch die Dauer- und Sonderausstellung, Rundgängen durch das Gebäudeareal der ehemalige Zentrale der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung und einem geführten Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ ein.

Besucher können sich nicht nur über die Struktur und Arbeitsweise des Ministeriums für Staatssicherheit und die Ereignisse des Herbstes 1989 in Leipzig informieren, sondern auch sonst nicht zugängliche Räume im Gebäudekomplex der ehemaligen Stasi-Zentrale erkunden.

Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist fester Bestandteil der Leipziger Kulturlandschaft

Der Internationale Museumstag wird jährlich vom Internationalen Museumsrat ICOM ausgerufen und findet in diesem Jahr bereits zum 39. Mal statt. Ziel des Aktionstages ist es, auf die thematische Vielfalt der mehr als 6.500 Museen in Deutschland sowie der Museen weltweit aufmerksam zu machen. Das Motto des Internationalen Museumstags 2016 lautet „Museums and cultural landscape“, zu deutsch „Museen in der Kulturlandschaft“.

Die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ ist seit 1990 fester Bestandteil der Leipziger Museenlandschaft. Die Dauerausstellung „Stasi- Macht und Banalität“ informiert über die Staatssicherheit als Garant der SED-Diktatur. Die Ausstellung „Leipzig auf dem Weg zur Friedlichen Revolution“ würdigt die Bedeutung der Stadt beim gewaltfreien Umbruch 1989/90. Darüber hinaus bietet die Gedenkstätte mit Podiumsdiskussionen, Buchpräsentationen und vielem mehr eine Plattform des offenen gesellschaftlichen Diskurses sowie der wissenschaftlichen Aufarbeitung und bereichert so das kulturelle Leben Leipzigs.

Rundgang „Stasi Intern“ durch die Zentrale der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung

In der ehemaligen Bezirksverwaltung des MfS Leipzig im Altbau Dittrichring 24 sowie im Saalbau Goerdelerring 20 befindet sich die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ . Die Gedenkstätte will Geschichte durch den Erhalt authentischer Orte lebendig werden lassen. Im Museum und im ehemaligen Stasi-Kinosaal tragen originale Tapeten, Fußbodenbeläge und Einrichtungsgegenstände dazu bei, Atmosphäre und Wirkung der ehemaligen Räume der Leipziger Stasi-Bezirksverwaltung zu erhalten und erleichtern so den Zugang zu den vermittelten Themen.

Zum Gesamtareal gehörte seit Mitte der 1980er Jahre auch der Neubau Große Fleischergasse 12, der heute durch die Stadt Leipzig als Verwaltungsgebäude genutzt wird. Auch in diesem Gebäude befinden sich noch originale Einrichtungen, wie beispielsweise die Bunkeranlage im 2. Kellergeschoss oder der Wartebereich der Stasi-eigenen Poliklinik in der 1. Etage. Am gleichen Tag wie der Internationale Museumstag jährt sich auch die Geburt Richard Wagners zum 203. mal, dessen Denkmal mit Klingertreppe sich ebenso auf dem Gelände der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung befindet. Die Treppenanlage wurde vor der Errichtung des Neubaus abgerissen und an der Stelle eine burgähnliche Maueranlage gebaut. Erst nach der Friedlichen Revolution konnte die eingelagerte Treppe wieder aufgebaut und das heutige Wagnerdenkmal errichtet werden. Der gesamte Gebäudekomplex ist somit, im übertragenen Sinn, die Kulturlandschaft, in der sich die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ befindet.

Anlässlich des Internationalen Museumstags lädt das Bürgerkomitee Leipzig e.V. ihre Gäste zum Erkunden dieser Kulturlandschaft ein. Um 12.00, 13.00, 13.30 und 14.30 Uhr findet der Rundgang „Stasi intern. Vom Keller zum Boden und anderen Orten des (un)heimlichen Gebäudekomplexes“ statt. Dabei können interessierte Besucher der Öffentlichkeit sonst nicht zugängliche Orte wie beispielsweise die bereits erwähnten „ABC-Schutzräume“ für über 600 Stasi-Offiziere im Keller und die stasi-eigene Kegelbahn erkunden.

Sonderführungen und Stadtrundgang

Um 11.00, 15.00 und 16.30 Uhr lädt die Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke zusätzlich zu Führungen durch die Dauer- und Sonderausstellung ein. Besucher erhalten einen Überblick über die Funktion und Arbeitsweise der Staatssicherheit, wie beispielsweise die Telefon- und Postüberwachung sowie die Tätigkeit Inoffizieller Mitarbeiter und können sich über die Entwicklungen im Vorfeld der Friedlichen Revolution, die Montagsdemonstrationen und den demokratischen Neubeginn informieren. Um 11.00 Uhr findet außerdem der Stadtrundgang „Auf den Spuren der Friedlichen Revolution“ statt, bei dem die Teilnehmer zusätzlich zur „Runden Ecke“ auch die anderen Schauplätze der Ereignisse des Herbstes 1989 kennen lernen.

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