Mehr als Musik – Neue Bach-Quellen aus Leipzig: Stadtarchiv verlängert Sonderausstellung bis 7. Mai 2026
Aufgrund des großen Zuspruchs wird die Sonderausstellung zu den neu entdeckten Schriftstücken von Bach, Gottsched und Telemann verlängert, teilt das Stadtarchiv Leipzig mit. Alle Interessierten haben nun noch bis zum 7. Mai 2026 Gelegenheit, die im Stadtarchiv Leipzig gezeigten Zeugnisse Leipziger Musikgeschichte zu bestaunen. Ausgestellt sind Briefe und Bewerbungsschreiben Leipziger Studenten, die neue Erkenntnisse zur Organisation von Johann Sebastian Bachs Kantatenaufführungen liefern.
Erstmals belegen die Quellen, dass der Leipziger Rat studentische Sänger und Instrumentalisten gezielt durch Stipendien förderte: „Die Leipziger Kirchenmusik beruhte nicht allein auf künstlerischer Exzellenz, sondern auf einer funktionierenden kommunalen Förderstruktur“, so Musikwissenschaftler Dr. Bernd Koska, dem die sensationelle Entdeckung gelungen ist. Die Funde gelangen im Rahmen des Forschungsprojekts „Forschungsportal Bach“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig mit Sitz am Bach-Archiv Leipzig.
Als herausragendes Schriftstück gilt ein bislang unbekanntes Zeugnis Johann Sebastian Bachs von 1740 für seinen bevorzugten Bassisten Gottlob Friedrich Türsch. Zudem fanden sich das älteste erhaltene Bewerbungsschreiben Georg Philipp Telemanns sowie ein Zeugnis Johann Christoph Gottscheds für Johann Friedrich Doles.
Sonderausstellung „Mehr als Musik – Neue Bach-Quellen aus Leipzig“, Stadtarchiv Leipzig (Straße des 18. Oktober 42), während der Öffnungszeiten zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
SOEP-Auswertung des DIW zur Altersvorsorge: Neues Altersvorsorgedepot wird die Probleme der Riester-Rente nicht lösen
Schon die Riester-Rente hat gerade denen, die auf eine kärgliche staatliche Rente auch noch zusätzlich ansparen wollten, nichts gebracht. Doch eine Bundesregierung nach der anderen versucht, das Rentenproblem in Deutschland dadurch zu lösen, dass sie die Bürger zur privaten Altersvorsorge bringen will. Nur: Dummerweise können das ausgerechnet diejenigen nicht, die ohnehin schon mit einer Armutsrente rechnen müssen. Den faulen Zauber mit der propagierten Altersvorsorge hat jetzt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) einmal unter die Lupe genommen.
Der Bundestag hat vor wenigen Wochen ein neues Altersvorsorgedepot beschlossen, das die Riester-Rente ersetzen soll. Ziel ist es auch diesmal wieder, die private Altersvorsorge zu stärken und breiter in der Bevölkerung zu verankern. Neue Auswertungen auf Basis des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) unterstreichen nun zwar, dass der Bedarf dafür tatsächlich groß ist.
Altersvorsorge über die Absicherung durch die gesetzliche Rentenversicherung hinaus ist in Deutschland bislang trotzdem wenig verbreitet und unterscheidet sich stark zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Besonders selten sorgen Geringverdienende sowie Personen mit unterbrochenen Erwerbsbiografien zusätzlich vor.
„Ergänzende private Altersvorsorge erreicht bislang längst nicht alle Bevölkerungsgruppen gleichermaßen und verstärkt bestehende Ungleichheiten im Alter eher, als dass sie diese ausgleicht“, sagt Peter Haan, Leiter der Abteilung Staat im DIW Berlin. Er hat die Studie gemeinsam mit Johannes Geyer und Marcus Borlinghaus erstellt.
Es profitieren wieder Menschen mit höherem Einkommen
Unter den heutigen Rentner/-innen spielt die private Altersvorsorge bislang nur eine geringe Rolle. Weniger als zehn Prozent beziehen eine private Zusatzrente, bei der betrieblichen Altersvorsorge ist es etwa ein Drittel. In der Erwerbsbevölkerung ist die Verbreitung von privat abgeschlossenen Riester-Verträgen deutlich höher, hat sich seit Mitte der 2010er Jahre aber nicht mehr erhöht und ist zuletzt sogar gesunken.
Gleichzeitig bestehen deutliche Unterschiede zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen: Personen mit höherem Einkommen, höherer Bildung und ohne Migrationshintergrund verfügen deutlich häufiger über eine zusätzliche Altersvorsorge. Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede – Frauen sorgen eher zusätzlich für das Alter vor als Männer.
Die betriebliche Altersvorsorge ist insgesamt zwar weiter verbreitet als die private. Allerdings zeigen bestehende Studien und die verfügbaren Daten auch hier deutliche Unterschiede: Beschäftigte in größeren Unternehmen sowie in bestimmten Branchen nutzen entsprechende Angebote deutlich häufiger als Beschäftigte in kleinen Betrieben. Zudem bestehen Unterschiede nach Geschlecht und Region.
Mit dem neu beschlossenen Altersvorsorgedepot sollen die Anreize für private Vorsorge verbessert werden. Einzelne Elemente, etwa renditestärkere Anlagestrategien oder ein staatliches Standardprodukt, könnten die Attraktivität zwar tatsächlich erhöhen. Gleichzeitig bleiben den Studienautoren zufolge aber zentrale strukturelle Probleme bestehen.
„Wir wissen aus der Forschung, dass freiwillige Systeme zur zusätzlichen Altersvorsorge nicht die erforderliche Verbreitung erreichen, weil vor allem diejenigen vorsorgen, die ohnehin über ausreichende Ressourcen verfügen“, sagt DIW-Rentenexperte Johannes Geyer. Auch die neue Ausgestaltung der Förderung sei kritisch zu sehen, da sie tendenziell Haushalte mit höheren Einkommen begünstige. „Die Förderung hängt stark davon ab, wie viel eingezahlt wird – dadurch profitieren Menschen mit höherem Einkommen überproportional“, so Geyer.
Es sind strukturelle Reformen erforderlich
Aus Sicht der Studienautor/-innen wäre eine stärkere strukturelle Verankerung der ergänzenden Altersvorsorge erforderlich, um alle Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Sinnvoll sei etwa ein verpflichtendes kapitalgedecktes System, das stärker an bestehenden Modellen der betrieblichen Altersvorsorge ansetzt und kollektive Elemente enthält, bei denen Risiken nicht allein individuell getragen werden, sondern innerhalb eines Jahrgangs teilweise ausgeglichen werden können. Dadurch lassen sich Renditeschwankungen und unterschiedliche Erwerbsbiografien besser abfedern als in Systemen mit strikt individuellen Vorsorgekonten.
Gleichzeitig gibt es offenbar eine breite gesellschaftliche Unterstützung für eine zentrale Rolle des Staates bei der Sicherung des Lebensstandards im Alter. Rund 60 Prozent der im SOEP Befragten befürworten eine überwiegend staatliche Verantwortung, während nur eine kleine Minderheit eher jede/-n Einzelne/-n in der Verantwortung sieht.
Denn die Erhebung zeigt nun einmal auch, dass gerade jene Teile der Bevölkerung, die aufgrund geringer Einkommen auch mit Niedrigrenten rechnen müssen, deutlich seltener einen Riester-Sparvertrag abgeschlossen haben. Was die Erhebung nicht zeigt, ist, mit welchem Budget die einzelnen Sparer agieren. Und auch nicht, ob sich der Abschluss für die Betroffenen überhaupt lohnt.
Denn dass jetzt ein neues Altersvorsorgedepot die Versorgungslücke schließen soll, passiert ja auch deshalb, weil die Riester-Rente „teuer und unrentabel“ ist, wie eine Verbraucher-Allianz zuletzt 2020 kritisierte.
Und auch das DIW stellt fest, dass bei der neuen Lösung zentrale Probleme bestehen bleiben. Man kann Bevölkerungsgruppen, die keinen Euro zum Ansparen übrig haben, nicht mit einer Rentenvorsorge beglücken, die sie schlicht nicht finanzieren können.
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Kabinett stärkt Gewaltschutz in Sachsen – Gesetzentwurf zur Anhörung freigegeben
Die Sächsische Staatsregierung hat in ihrer heutigen Kabinettssitzung den Entwurf eines Sächsischen Gewalthilfegesetzes zur Anhörung freigegeben. Ein zentraler Bestandteil des Gesetzes ist der Ausbau und die Absicherung der bestehenden Schutz- und Beratungsstrukturen. Das Gewalthilfesystem ist, gemäß den Anforderungen des Bundes, in der Fläche auszubauen, sodass in jedem Landkreis, bzw. Kreisfreier Stadt bedarfsgerechte Schutz- und Beratungskapazitäten eingerichtet werden.
Das Gesetz bezieht dabei auch männliche Betroffene von häuslicher Gewalt in den Anwendungsbereich ein und sichert damit einen umfassenden Schutz aller Betroffenen.
Staatsministerin Petra Köpping: „Die heutige Kabinettsentscheidung ist der erste Schritt für die Umsetzung des Gewalthilfegesetzes in Sachsen. Mit der Umsetzung der Vorgaben des Bundes als erstes Bundesland ebnen wir den Weg zum Schutz aller Betroffenen. Geschlechtsspezifische und häusliche Gewalt stellen ein immenses gesellschaftliches Problem in ganz Deutschland und auch in Sachsen dar. Die Lagebilder des Landeskriminalamtes weisen seit Jahren steigende Fallzahlen aus. Dem kann nur mit einem entschiedenen Handeln entgegengetreten werden.
Ziel des Gesetzesentwurfs ist es daher, den Betroffenen ein bedarfsgerechtes und flächendeckendes Hilfesystem zur Verfügung zu stellen. Damit setzen wir nicht nur die Vorgaben des Gewalthilfegesetzes um, sondern erfüllen auch maßgebliche Forderungen der Istanbul-Konvention, der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt und des Landesaktionsplans in Umsetzung der Istanbul-Konvention in Sachsen.“
Die bestehenden 21 Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen sowie Männerschutzeinrichtungen sollen zunächst bis 2028 von aktuell 208 Plätzen um 19 Plätze auf 227 Plätze ausgebaut werden. Dies entspricht einem Aufwuchs von 9,1 Prozent. Zusätzlich erhalten die Schutzeinrichtungen je nach Einrichtungsgröße Personalstellen für die Beratung der mitbetroffenen Kinder und Jugendlichen.
Die Personalressourcen in den Beratungsstellen zu häuslicher oder zu geschlechtsspezifischer Gewalt, zu Menschenhandel sowie zur Täterberatung sollen sich an der Einwohnerzahl bemessen, so dass auch für die Großstädte angemessene Ressourcen durch das Sozialministerium finanziert werden. Die Beratungsstrukturen bekommen bis 2028 insgesamt 11 Prozent mehr Stellen. Aktuell sind es 66,9 Stellen.
Damit verbunden ist eine gesicherte Finanzierung der Einrichtungen, die das Hilfesystem tragen. Der Bund verpflichtet sich bis 2036 die Länder zu unterstützen, so dass Sachsen für 2027/2028 insgesamt 11,8 Millionen Euro erhält. Daneben muss der Freistaat Sachsen für das Gewalthilfesystem in den nächsten zwei Jahren insgesamt Landesmittel in Höhe von 27,3 Mio. Euro einplanen.
Gleichzeitig werden die Kommunen entlastet, da deren Kofinanzierungsanteile das Land übernimmt. Auf diese Weise kann der Freistaat Sachsen dem ab 2032 geltenden Rechtsanspruch auf Schutz und Beratung gerecht werden. Daneben soll auch eine zentrale landeseigene Koordinierungsstelle, eine sogenannte nach Landesrecht zuständige Stelle, neu geschaffen werden, die die Weitervermittlung von Betroffenen unterstützt, die eine Schutzunterkunft benötigen. Die Koordinierungsstelle übernimmt zudem die Absprachen mit anderen Bundesländern, wenn Betroffene außerhalb Sachsens untergebracht werden müssen.
Staatsministerin Köpping abschließend: „Das Ziel besteht darin, dass wirklich jede Frau den notwendigen Schutzplatz erhält, nicht mehrere Einrichtungen abtelefonieren muss und nicht mehr abgewiesen wird. Gleichzeitig ist es mit der Absicherung und dem Ausbau des Hilfesystems nicht getan. Die Gesellschaft insgesamt muss sich der Gewalt in ihrer Mitte stellen.“
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Polizei sucht nach Eigentümern von sichergestellten Gegenständen
Bei einer Durchsuchung am Ostersonntag in Delitzsch wurden über 100 Gegenstände aufgefunden, die mutmaßlich gestohlen wurden. Nun sucht die Polizei nach den rechtmäßigen Eigentümern.
Anfang April kam es zu einem Einbruch in eine Bar in der Stadt Delitzsch, bei dem ein Spielautomat aufgebrochen und die darin befindlichen Geldkassetten gestohlen wurden. Es konnte rasch ein Tatverdächtiger (40, deutsch) ermittelt werden.
Die Ermittlungen in diesem Fall führten die Beamten schnell in eine Kleingartenanlage nördlich der Stadt. Die von dem Tatverdächtigen genutzte Parzelle wurde auf Anordnung eines Richters durchsucht. In ihr konnten zahlreiche Gegenstände gefunden werden, die offensichtlich gestohlen waren, darunter Mopeds, Werkzeuge, elektrische Geräte, Schlüssel, Maschinen und vieles mehr. Einige der Gegenstände konnten bereits rechtmäßigen Eigentümern zugeordnet werden.
Die Delitzscher Polizei sucht nun mit der Veröffentlichung der Bilder von den sichergestellten Gegenständen nach weiteren Eigentümern. Sie könnten von Baustellen, aus Kleingärten aber auch aus Kellern oder ähnlichem gestohlen worden sein. Mögliche Tatorte müssen sich nicht nur in Delitzsch, sondern können sich auch im näheren Umfeld der Stadt befinden.
Sollten Sie Gegenstände auf den Bildern als Ihr Eigentum wiedererkennen, so wenden Sie sich bitte an das Polizeirevier Delitzsch, am besten mit einer Email an: gs.pr-tz@polizei.sachsen.de – unter Angabe der Nummer auf dem Bild. Für das Verfahren ist es wichtig, dass der Eigentumsanspruch, wenn möglich mit einem Eigentumsnachweis, glaubhaft gemacht wird.
Die Bilder der sichergestellten Gegenstände können hier eingesehen werden (PDF): https://www.medienservice.sachsen.de/medien/medienobjekte/610090/download
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Rund ums Fahrrad: Bürgersprechstunde und Fahrradcodierung im und am UiZ
Ums Fahrradfahren geht’s am Dienstag, 28. April, im und am Umweltinformationszentrum der Stadt Leipzig (UiZ) in der Prager Straße. In der Bürgersprechstunde „Wozu Fahrradstraßen?“ steht Dr. Christoph Waack, der Radverkehrsbeauftragte der Stadt Leipzig, von 15:30 bis 17 Uhr, interessierten Bürgerinnen und Bürgern Rede und Antwort. Parallel ist vor dem UiZ von 14 bis 17 Uhr die kostenlose Fahrradcodierung möglich.
Aktuell sind in Leipzig zwölf Straßen, teilweise nur abschnittsweise, als Fahrradstraßen ausgewiesen. Die Einrichtung einer solchen Fahrradstraße wirft viele Fragen auf, die vom Radverkehrsbeauftragten beantwortet werden: Wann wird eine Straße zur Fahrradstraße? Welche Ziele werden damit verfolgt? Was bedeutet das für Verkehrsteilnehmerinnen und Anwohner? Wo sind weitere Fahrradstraßen zu erwarten? Wie verhält man sich richtig in einer Fahrradstraße?
Parallel wird vor dem UiZ vom Bürgerdienst LE des Kommunalen Eigenbetriebes Leipzig-Engelsdorf die Fahrradcodierung angeboten. Interessierte Leipzigerinnen und Leipziger können ihr Fahrrad so besser gegen Diebstahl schützen.
Das UiZ ist ebenerdig und mit dem Rollstuhl erreichbar. Weitere Infos gibt es unter Tel. 0341 123-6711 und auf www.leipzig.de/uiz sowie 0341 659-4816 und www.kee-leipzig.de oder dienstags 14 bis 17 Uhr persönlich im UiZ, Prager Straße 118-136, Haus A.II.
Zwei Premieren und volles Programm: Oper Leipzig feiert Lortzing
Die Oper Leipzig ehrt den Komponisten, Sänger und Schauspieler Albert Lortzing zu seinem 225. Geburtstag und 175. Todestag mit einem Festival. „Lortzing 26“ findet vom 24. April bis zum 3. Mai 2026 im Rahmen der jährlichen Festtage der Stadt Leipzig statt. In Leipzig wurden nicht nur zahlreiche seiner Spielopern uraufgeführt, sondern der Schöpfer von „Zar und Zimmermann“ stand auch selbst auf der Bühne und gestaltete das musikalische und politische Geschehen seiner Zeit streitlustig und volksnah mit.
Während der zehn Festivaltage „Lortzing 26“ sind im Opernhaus und in der Musikalischen Komödie zehn Aufführungen zu erleben, darunter gleich zwei Premieren: Albert Lortzings populäre Spieloper „Der Waffenschmied“, eine Verwechslungskomödie um Liebe und Status, und seine große Revolutionsoper „Regina“ – das Gewandhausorchester dirigiert von Constantin Trinks, die Regie in den Händen von Bernd Mottl.
Neben Repertoirewerken wie „Zar und Zimmermann“ und „Undine“ ist ein großes Konzert in Kooperation mit dem Internationalen Festival für Vokalmusik „a cappella“ und dem Ensemble amarcord zu erleben – „An den Frühling. Albert Lortzing und die deutsche Romantik“. Für Kinder gibt es zudem „Der kleine Zar“, eine von Jury Tetzlaff eigens entwickelte Version von „Zar und Zimmermann“.
Das vielseitige Rahmenprogramm umfasst über Kammer- und Chorkonzerte und ein Symposium der Musikwissenschaft hinaus auch einen Tanz in den Mai sowie ein Biedermeier-Frühstück mitsamt einer Open Stage für Chöre auf dem Augustusplatz – und ganz im Sinne des Tausendsassa Lortzing wird gefeiert!
Tobias Wolff, Intendant der Oper Leipzig, sagt zu diesem ganz besonderen Musikfest: „Albert Lortzing war über mehr als 100 Jahre einer der meistgespielten Opernkomponisten im deutschsprachigen Raum. Das war kein Zufall: Er war nah am Publikum wie nur wenige. In Leipzig hat er seine wichtigsten Werke geschrieben.
Mit unserem Festival wollen wir zeigen, wie viel Kraft, Witz und Gegenwart in seinen Werken bis heute steckt – mit vier großen Bühnenproduktionen, Bekanntem und Unbekanntem, einem wissenschaftlichen Symposium und offenen Formaten bis hin zur Open Stage. Besonders freue ich mich über die Kooperation mit dem a-cappella Festival.“
Wer ist Albert? Ausstellung und Vita
Vor fast 180 Jahren musste Albert Lortzing Leipzig verlassen, doch seine Musik ist untrennbar mit der Stadt verbunden. Hier lebte und arbeitete der Komponist, Librettist, Schauspieler, Sänger und Dirigent am längsten und erschuf die meisten seiner Werke. Lortzing nahm rege am gesellschaftlichen Leben der Stadt teil, sei es in den Freimaurerlogen oder gemeinsam mit Robert Blum bei der Wiederentdeckung des Leipziger Schillerhauses.
„Lortzing 26“ wirft ein Licht auf seine Wirkungsstätten und erinnert im Programm auch mit einem Audiowalk an verschwundene Lortzing-Orte, wie zum Beispiel das „Alte Theater“ auf dem heutigen Richard-Wagner-Platz. Eine Ausstellung in der Garderobenhalle des Opernhauses und eine kleine Installation in der Musikalischen Komödie spiegeln die Bedeutung des Ausnahmekünstlers für Leipzig und die Gesellschaft seiner Zeit.
Geboren am 23.10.1801 in Berlin, wuchs Gustav Albert Lortzing in einer Theaterfamilie auf. Schon als Jugendlicher avancierte er zum Publikumsliebling. Gemeinsam mit seiner 1824 geheirateten Kollegin Rosina Regina Ahles gehörte er ab 1826 zum Ensemble des Hoftheaters Detmold, das auch Münster und Osnabrück bespielte. Im November 1833 zog Albert Lortzing dann mit seiner wachsenden Familie nach Leipzig, da ihm dort eine Stelle als Schauspieler und Sänger am Stadttheater angeboten worden war.
Er feierte Erfolge vor allem in Komödien und engagierte sich politisch und gesellschaftlich – als Mitglied im Geselligkeitsverein „Tunnel über der Pleiße“, in dem sich die politische Opposition während des Vormärz traf, und in der Leipziger Freimaurerloge „Balduin zur Linde“.
Während seiner Leipziger Zeit komponierte Lortzing u. a. acht Opern, darunter auch seine wohl erfolgreichste Komposition „Zar und Zimmermann“, die 1837 am damaligen Stadttheater Leipzig ihre Uraufführung erlebte. Lortzing hatte auch das Libretto verfasst und spielte selbst Peter Iwanow. 1844 schließlich zum Kapellmeister ernannt, wurde er schon ein Jahr danach aus vermutlich finanziellen und persönlichen Gründen entlassen, vorgeschoben wurde eine rheumatische Erkrankung.
Nach verschiedenen Stationen in Wien und Berlin sowie einigen Gelegenheitskompositionen starb er verarmt am 21. Januar 1851 im Alter von erst 49 Jahren. Eine Aufführung seiner Revolutionsoper „Regina“ hat er nicht mehr erlebt, auch danach kam sie selten und nur zensiert auf die Bühne. Die erste unzensierte Aufführung fand 1998 in Gelsenkirchen statt.
Dennoch: Zwischen 1835 und 1850 war Albert Lortzing der bedeutendste deutsche Opernkomponist, und bis weit in die Nachkriegszeit hinein gehörten seine Opern zu den meistgespielten Werken auf deutschsprachigen Bühnen. Nicht sein einziges Vermächtnis! Die heutige Großfamilie Lortzing, seine direkte Nachkommenschaft, wird zur Premiere von »Regina« nach Leipzig anreisen.
Das volle Programm zu „Lortzing 26“ findet man hier.
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Polizeibericht 21. April: Zeugenaufruf nach Raub, Busfahrer überwältigen Tatverdächtigen, Brand auf der Kleinmesse
Busfahrer überwältigen Tatverdächtigen
Ort: Leipzig (Grünau-Mitte), Lützner Straße, Zeit: 20.04.2026, gegen 16:15 Uhr
Am Montagnachmittag konnten drei Busfahrer einen Tatverdächtigen (22) überwältigen, der zuvor versucht hatte, einen der Busfahrer (43) mit einem Beil zu berauben. Bei der Auseinandersetzung verletzten sich ein Busfahrer (40) und der Tatverdächtige.
Gegen 16:15 Uhr fragte ein 22-Jähriger (deutsch) zunächst einen Busfahrer (43) an der Haltestelle Schönauer Ring nach einer Zigarette. Als der 43-Jährige dies verneinte, bedrohte der junge Mann ihn mit einem Beil. Mithilfe von zwei weiteren Busfahrern (43, 40) konnte der Tatverdächtige zu Boden gebracht werden. Wobei sich ein 40-jähriger Busfahrer und der 22-Jährige verletzten. Auch das Beil konnte durch einen 36-jährigen Passanten in Verwahrung genommen werden.
Hinzu gerufene Polizeibeamte nahmen den Tatverdächtigen vorläufig fest. Aufgrund seiner Verletzungen musste er in ein Krankenhaus gebracht werden und wurde anschließend bewacht. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Leipzig wurde die vorläufige Festnahme des 22-Jährigen nicht bestätigt, sodass er im Krankenhaus aus den strafprozessualen Maßnahmen entlassen wurde.
Der 40-jährige Busfahrer wurde ambulant medizinisch betreut. Teil der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei wegen eines versuchten schweren Raubdeliktes ist auch, ob sich der Tatverdächtige in einer psychischen Ausnahmesituation befand.
Brand auf der Kleinmesse
Ort: Leipzig (Altlindenau), Cottaweg, Zeit: 20.04.2026, gegen 17:50 Uhr
Am frühen Montagabend kam es zum Brand eines Schaustellerstandes am Cottaweg, wobei niemand verletzt wurde, aber ein hoher Schaden entstand. Aus bisher unbekannter Ursache brannte gegen 17:50 Uhr ein Stand auf der Leipziger Kleinmesse. Die Schaustellergeschäfte waren zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Brandes geschlossen, aufgrund des Ruhetages.
Durch das Feuer wurde der Stand vollständig zerstört. Ein in der Nähe befindlicher Wohnanhänger wurde durch die Hitzeentwicklung beschädigt. Die Feuerwehr Leipzig löschte den Brand, bei dem niemand verletzt wurde. Der entstandene Schaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf mehrere Hunderttausend Euro. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und prüft den Einsatz eines Brandursachenermittlers.
Zeugenaufruf nach Raub
Ort: Leipzig (Anger-Crottendorf), Zweinaundorfer Straße/ S-Bahn-Brücke, Zeit: 20.04.2026, gegen 20:00 Uhr
Am Montagabend wurde ein 12-Jähriger auf der Zweinaundorfer Straße, in Höhe der S-Bahn-Brücke von mehreren Unbekannten bedrängt und geschlagen. In der weiteren Folge forderten sie ihn auf, seine Taschen zu leeren und Tabak sowie Kleidung zu übergeben. Anschließend flüchteten die Täter mitsamt dem Diebesgut vom Ort. Der Wert der gestohlenen Gegenstände wurde mit knapp über 60 Euro beziffert.
Einer der Unbekannten konnte wie folgt beschrieben werden:
- circa 1,80 Meter
- 16-17 Jahre
- normale Statur
- braune wellige mittellange Haare
- Bekleidung: schwarze Jacke, blaue Jeans, dunkle Schuhe
Die Kriminalpolizeiinspektion hat die Ermittlungen wegen eines Raubdeliktes aufgenommen und sucht Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise zu der Auseinandersetzung an der Bahnunterführung oder zu den Unbekannten geben können. Diese werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei, Dimitroffstraße 1 in 04107 Leipzig, Tel. (0341) 966 4 6666 zu melden.
Im Bereich „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Welche damit stets durchgehende Zitate der namentlich genannten Absender außerhalb unseres redaktionellen Bereiches darstellen.
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Warmwasser-Unterbrechung in Teilen der Stadtbezirke Mitte und Süd
Vom 31. Mai bis zum 5. Juni 2026 muss die Fernwärmeversorgung in einzelnen Straßen der Stadtbezirke Mitte und Süd wegen technisch notwendiger Bauarbeiten unterbrochen werden. Im Stadtbezirk Mitte sind insbesondere die Postleitzahlen 04103 und 04107 betroffen. Dazu zählen vor allem Zentrum-Südost und Zentrum-Süd. Im Stadtbezirk Süd betrifft die befristete Abstellung insbesondere die Postleitzahlen 04275, 04277 und 04279. Dazu gehören vor allem Südvorstadt, Connewitz, Marienbrunn sowie Teile von Lößnig und Dölitz-Dösen.
Betroffen sind rund 3.000 Haushalte mit schätzungsweise insgesamt 6.500 bis 7.500 Personen. Während der Unterbrechung stehen dort kein warmes Wasser und keine Heizung zur Verfügung. Verbrauchskosten fallen in dieser Zeit demnach nicht an.
Die Trinkwasserversorgung ist gewährleistet. Sie ist zu keiner Zeit beeinträchtigt.
Anbindung des neuen Fernwärme-Netzes an das bestehende
Die befristete Abschaltung ist notwendig, um die Südvorstadt West an das bestehende Fernwärmenetz anzuschließen. „Damit schaffen wir die Grundlage für eine langfristig stabile, zuverlässige und zunehmend klimafreundliche Wärmeversorgung in diesen Quartieren“, sagt Lars Ziegler, Betriebsingenieur Fernwärme der Netz Leipzig, einer Tochterfirma der Leipziger Stadtwerke.
„Wir nutzen die Gelegenheit, mehrere notwendige Arbeiten gleichzeitig durchzuführen. So reduzieren wir mögliche zukünftige Unterbrechungen und verkürzen die Gesamtdauer der Maßnahme. Wir wissen um die entstehende Beeinträchtigung, bitten alle davon Betroffenen um Verständnis und tun unser Bestes dafür, die Einschränkungen so gering und kurz wie möglich zu halten.“
Hintergrund: In der Südvorstadt West wird derzeit das Fernwärmenetz erweitert. Das neu entstehende Netz muss an das Bestandsnetz angeschlossen werden. Die Anbindung erfolgt an die zentrale Versorgungsachse, über die Wärme aus dem Süden in die Stadt transportiert wird.
Tim Burghardt, Projektleiter der Leipziger Stadtwerke, begründet den gewählten Zeitpunkt: „Viele Varianten wurden geprüft, diese ist die beste. Die Maßnahme findet bewusst im Frühsommer statt – also direkt nach der Heizperiode. In dieser Zeit ist der Wärmebedarf in der Regel gering, sodass die Auswirkungen für viele Betroffene reduziert werden. Gleichzeitig ist ein späterer Zeitpunkt nicht möglich, da sich im Jahresverlauf weitere Maßnahmen im Netz ergeben, die auf diesen Arbeiten aufbauen.“
Technische Notwendigkeit und langfristiger Nutzen
Der Eingriff ist technisch notwendig. Für die Anbindung an die neue Fernwärme-Zubringer-Leitung wird eine neue Armatur in Form eines T-Stücks in die bestehende Leitung integriert. Dafür muss das betroffene Leitungssystem einige Tage vollständig außer Betrieb genommen und entleert werden.
Diese Abschaltung wird gezielt genutzt, um weitere Modernisierungsmaßnahmen durchzuführen, die ebenfalls nur im entleerten Zustand möglich sind.
Ziel des gebündelten Vorgehens ist es, das Netz nur einmal zu entleeren, Mehrfacheingriffe zu vermeiden und die Versorgungssicherheit nachhaltig und langfristig zu erhöhen.
Umfangreiche Infos und Erreichbarkeit für Kunden sowie Zusatz-Angebot für Betroffene
„Die Leipziger Stadtwerke und Netz Leipzig sind sich der spürbaren Einschränkungen für die Betroffenen bewusst“, sagt Lars Ziegler. Deshalb informierten sie frühzeitig und umfassend per Kundenanschreiben, Aushängen sowie gebündelter Informationsseite, inklusive umfangreichem Fragen-Antworten-Katalog, auf der Website der Leipziger Stadtwerke. Dort ist auch ein Überblick aller betroffenen Objekte zu finden. Zusätzlich stehen den Kunden Informations- und Kontaktangebote telefonisch und online zur Verfügung. Die Hotline für Mieter ist ab dem 22. April (Mo-Fr von 8-18 Uhr über 0341/121 5965) erreichbar.Â
Zur Erleichterung schaffen die Stadtwerke mit ihrem Schwesterunternehmen Leipziger Sportbäder ein Zusatz-Angebot: Jeder betroffene Haushalt wird die Möglichkeit bekommen, im Unterbrechungszeitraum Sportbäder-Gutscheine zu nutzen.
Erhöhtes Augenmerk gilt Kunden und Einrichtungen mit besonderem Versorgungsbedarf, also beispielsweise Objekte der Pflege oder des betreuten Wohnens. „Auf diese gehen wir aktiv zu, um individuelle Lösungen, unter anderem mit mobiler Wärmeversorgung, abzustimmen. Wir tun alles dafür, die Auswirkungen der zwischenzeitlichen Unterbrechung so gut wie möglich abzufedern“, sagt Tim Burghardt.
Mit den Arbeiten schaffen die Leipziger Stadtwerke und Netz Leipzig die Voraussetzungen für eine langfristig stabile, zuverlässige und zukunftsfähige Wärmeversorgung im Leipziger Süden und für den weiteren Fernwärme-Ausbau der Stadt.
Mehr Infos: www.L.de/fernwaerme-umbau
Hallo Leipzig: So startet Dienstag, der 21. April 2026 + Update zu Razzia
Die Prinzen-Trennung gibt weiter Rätsel auf, die zu lösen so schwer nicht sein dürfte. Ganz sicher beginnt jedoch heute erst einmal der Vorverkauf für die Abschiedskonzerte. Am späten Nachmittag startet eine queere Tausch-Party, die einen ernsten, historischen Hintergrund hat. Zudem befasst sich am Abend der Verleger Christoph Links mit dem Verschwinden von 150 Buchverlagen zwischen 1945 und 1989. Update: in den Morgenstunden hat die Polizei im Rahmen einer großangelegten Razzia mehrer syrische Staatsbürger festgenommen (siehe letzte Meldung).
VVK für Tschüssi-Tour startet. Und ein zweiter Prinz wird politisch
Da hat sich am Wochenende mancher die Augen gerieben – die Prinzen, Leipzigs wichtigster Musik-Exportschlager neben Gewandhausorchester und Thomanerchor, legen ihre Krönchen zur Seite und verlassen nach 35 Jahren Paläste und rote Teppiche (LZ berichtete).
Prinz-Sein ist keine Garantie auf ewige Jugend, was auch die Popstars aus der Bachstadt wissen. Offizielle Lesart ist einem nüchternen Facebook-Post zufolge der Gedanke, es wäre vom Gefühl her Zeit, Abschied zu nehmen. Schwer fiele der Mitteilung zufolge der Schritt dennoch. Damit die A-cappella-Stars nicht vereinsamt in den Ruhestand starten, gehen sie dieses und nächstes Jahr noch einmal auf Tournee.
Die Gastspielreise 2027 soll die letzte sein und führt die Band auf 23 Konzerten vom 22. Oktober (Hof/Saale) bis 16. Dezember (Zürich) durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Vorverkauf startete heute Morgen exklusiv auf dem Ticket-Portal EVENTIM.
Für die beiden markantesten und Talkshow-erprobten Köpfe von Deutschlands erfolgreichster und dienstältester Boygroup gibt es wenig Luft, um trotz des Schweigegelübtes nicht doch auf die Trennung angesprochen zu werden. Sebastian Krumbiegel gastiert am 3. Mai im Leipziger Kupfersaal. Er galt über Jahre als der politisch aktivste Protagonist der Band, nicht immer zur Begeisterung aller Fans der gesamten Gruppe, wie sich in verschiedensten Fan-Foren erkennen lässt. Manche Stimme meinte in der Vergangenheit, ein diesbezügliches Ungleichgewicht auszumachen.
Nun zieht es auch Tobias Künzel auf die politische Bühne. Morgen wird er sich als prominenter Unterstützer des unabhängigen Kandidaten Dirk Thärichen für die bevorstehende Wahl des neuen Leipziger Oberbürgermeisters vorstellen. An eine erbetene und im Journalismus hier und da übliche Sperrfrist im Zuge der Medieneinladung hatte sich die Leipziger Volkszeitung am 16. April nicht gehalten.
LZ berichtet über den Auftritt am morgigen Mittwoch.

Mit Liebe gegen Leid
Im Rahmen der jährlichen „Fashion Revolution Week“ findet heute in Leipzig eine extra farbenfrohe Tauschbörse statt. Hier können Interessierte bereits getragenen „gender affirming“ Produkten eine zweite Chance geben und unter den Tausch-Teilen anderer ein neues Lieblingsstück finden.
Der Begriff bezeichnet Kleidungsstücke und Gegenstände, die Menschen dabei unterstützen, ihr empfundenes Geschlecht auszudrücken oder sich im eigenen Körper wohler zu fühlen. Typische Beispiele sind Brustbinder, Brustprothesen oder figurverändernde Kleidungsstücke. Auch wenn es eigentlich im Veranstaltungsnamen steckt, funktioniert das Event auch ganze ohne Tauschlogik. Mitnehmen was, passt, und das Ganze kostenlos. Genauso auch in der anderen Richtung: schenken, was man nicht mehr selbst benötigt.
Diese Form des Warentauschs ist nicht nur praktisch, sondern hat auch einen ernsten Hintergrund. Um den 24. April, den Jahrestag der Katastrophe von Rana Plaza, findet jährlich weltweit die Fashion Revolution Week statt. Rana Plaza, ein Gebäude in Bangladesch, beherbergte eine Reihe von Bekleidungsfirmen, die für viele der weltweit größten Modemarken produzierten. 2013 stürzte es wegen vernachlässigter Sicherheitsvorkehrungen ein.
Seitdem setzen sich internationale Bewegungen für Gesetze ein, die besseren Arbeitsschutz gewährleisten sollen. Die Fashion Revolution Week ist eine davon. Zudem soll die Wiederverwendung getragener Mode den Kreislauf aus immer schnellerer, billigerer Produktion und baldiger Entsorgung auf Müllkippen unterbrechen. Die Tauschparty findet heute von 17 bis 19 Uhr im Juicy-Shop am Wiedebachplatz statt. Eine Anmeldung ist nicht nötig, der Eintritt ist frei.

Verschwundene Verlage
In der damaligen Sowjetischen Besatzungszone hatte die Moskauer Militäradministration nach dem Ende des Krieges 1945 mehr als 200 Genehmigungen zum Betrieb von Buchverlagen erteilt. Als die marode und von Abertausenden verlassene DDR zusammenbrach, gab es davon noch ganze 78.
Christoph Links, selbst Verleger, hat die Entwicklung von 150 dieser abhanden gekommenen Verlage untersucht und geht in seinem aktuellen Buch der Frage nach, aus welchen Gründen sie von der Bildfläche verschwanden. Dabei beleuchtet er unterschiedliche Faktoren wie politische Enteignungen, steuerliche Zwänge, Abwanderungen in den Westen, freiwillige Geschäftsaufgaben oder erzwungene Fusionen.
Im Mittelpunkt steht die grundsätzliche Analyse, mit welchen Mitteln die SED-Führung in der Kulturwirtschaft agierte und wie sie Konkurrenz gezielt zurückdrängte, um ausgewählten Betrieben wirtschaftlich lukrative Monopolstellungen zu sichern.
Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk attestiert Links Arbeit in der taz: „Das Buch ist ein Denkmal für die Verschwundenen, deren Lücken nicht nur bis 1989, sondern im übertragenen Maße bis heute schmerzen.“
Christoph Links stellt seine buchgewordenen Forschungsergebnisse heute Abend um 19:30 Uhr im Haus des Buches (Prager Straße, Ecke Gerichtsweg) im Gespräch mit dem Leipziger Verleger Mark Lehmstedt vor und präsentiert dabei auch besondere Fälle aus der Region. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich, es ist ausschließlich Barzahlung möglich.
Das Buch von Christoph Links rezensiert in Kürze unser Redakteur Ralf Julke.

Razzia in Leipzig und Umgebung
Seit den frühen Morgenstunden läuft in Leipzig und im Umland ein größerer Polizeieinsatz. Das berichtet das News-Portal TAG24 und ließ sich die Nachricht von einem Sprecher der Bundespolizei bestätigen. Den Angaben zufolge begannen die Maßnahmen gegen 6 Uhr, es wurden rund 50 Objekte durchsucht, ein Schwerpunkt lag auf der Leipziger Eisenbahnstraße.
Weitere Durchsuchungen fanden im Stadtgebiet von Leipzig sowie in Eilenburg, Oschatz, Borna und Neukieritzsch statt. Die Groß-Razzia richte sich der Meldung zufolge gegen rund 50 syrische Staatsbürger, denen Missbrauch von Ausweisdokumenten und das Einschleusen von Ausländern vorgeworfen wird. TAG24 berichtet von Festahmen der Beschuldigten.

Lizenzhinweise: Das Foto der eingestürzten Textilfabrik stammt von Sharat Chowdhury und wurde auf Wikimedia Commons zur freien Nutzung lizensiert. Die Aufnahme wurde für die Nutzung auf dieser Seite nicht bearbeitet. Die Abbildung zur Buchmesse 1987 stammt von Waltraud Grubitzsch / ADN und ist vom Bundesarchiv auf Wikimedia Commons zur freien Nutzung lizensiert. Die Fotografie wurde für unsere Veröffentlichung geringfügig beschnitten, jedoch nicht inhaltsverändernd bearbeitet.
Fotografieausstellung im Salon Similde: „Improvisation in Drama“
Am Donnerstag, dem 23. April, um 20:00 Uhr lädt der Salon Similde ein zu einer Veranstaltung mit dem Fotografen Elias Emtanes: „Improvisation in Drama“. Das Drama kann schon an der nächsten Plakatwand beginnen, wie Elias Emantes selbst erzählt: „Auf dem Weg zur Haltestelle schaut eine Fahrradleiche traurig zu dir hoch. Sie wurde zum All-you-can-eat-Büfett vor den Werbetafeln, die dir in nur einem Monat ein neues Selbst versprechen. Jemand hat versucht, die Werbung abzureißen, und damit eine der Bundeswehr zutage gefördert.
Aus den Fenstern des überfüllten Linienbusses siehst du ’SODOM‘-Graffitis vorbeihuschen, sie zieren die hippen Gründerzeitviertel (15€/qm kalt). Neben dir unterhalten sich zwei Jungs über die Jawlines ihrer Mitschüler, ein schick gekleideter Herr scheint aufgeregt Selbstgespräche zu führen.
Du machst die Musik lauter.
20, 20, 24 hours to go
I wanna be sedated
Nothing to do, nowhere to go
I wanna be sedated.
Beim Aussteigen wirst du fast von einem Lastenrad über den Haufen gefahren. Es ist von der SPD. Die Kopfschmerzen werden doller. Enttäuscht stellst du fest, dass dein Lieblingsdönerladen von einem schicken Holzkohlegrill verdrängt wurde. Also hungrig weiterhetzen. Auch die Brache gegenüber, auf der ihr früher raue Mengen Dosenbier getrunken habt, wird bald das Zeitliche segnen. Ein Schild kündigt neue Wertanlagen, also Wohnungen, an.
In deinen Hosentaschen kramst du dein letztes Kleingeld zusammen. Für Zigarrenbörek und ’ne Cola reicht’s gerade so. Immerhin musste auch der Fascho-Laden nebenan dichtmachen. Aufdringlich steckt dir jemand eine Karte zu. Werbung für eine Banksy-Ausstellung, sponsored by LVZ und Radio Energy. ‘Non Authorized Exhibition.’ Den Rest der Strecke gehst du noch hektischer zu Fuß. Es riecht nach geschmolzenem Plastik. Vor der Bauruine hat eine Mülltonne gebrannt, gleichgültig glimmt die schwarze Masse vor sich hin.“
Am Donnerstag, 23. April, zeigt Elias Emtanes im Salon Similde Fotografien: In rund 30 Ansichten geht es um Masken, (kriselnde) Raster und eine allgemeine Verpanzerung, möglicherweise aber auch um etwas ganz anderes.
Entstanden ist die Arbeit „Improvisation in Drama“ als Teil seines Bachelor-Abschlusses an der Burg Giebichenstein in Halle.
Und – so die Einladung des Salons Similde: „Er freut sich, wenn er noch mal mit Leuten ohne Klemmbrett darüber diskutieren kann. Kommt vorbei, wir freuen uns auf euch!“
Elias Emtanes „Improvisation in Drama“, Donnerstag, 23. April, 20:00 Uhr im Salon Similde (Simildenstr. 9).
