Mile Stojics Gedichte über den Krieg, das Exil und die verwundete Heimat: Cherubs Schwert

Seit dem Barock hat sich in der europäischen Kultur ein etwas kindisches Verhältnis zu den Cherubim, den Engeln Gottes, eingeschlichen. Sie haben sich in kleine, pummlige Wesen verwandelt, die über Altäre flattern und Poesiealben verschönern. Sie haben nichts mehr mit den Cherubim der Bibel zu tun, die etwa als Sendboten Gottes Adam und Eva aus dem Garten Eden vertreiben. Streng und unerbittlich.
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Wenn der bosnisch-herzegowinische Dichter Mile Stojic sie in einem seiner Gedichte benennt, meint er genau diese strengen Sendboten Gottes, die ungerührt der Vertreibung des ersten Menschenpaares zusehen. Die auch später immer wieder auftauchen als Strafgericht, das Gott über die Erde schickt. Sie lassen sich nicht rühren. Und sie stehen auch für die Unausforschlichkeit der göttlichen Ratschlüsse – und damit auch für die Ratlosigkeit, mit der Menschen ihrem Schicksal und den großen Katastrophen gegenüber stehen.

Und für den 1955 geborenen Mile Stojic war diese Katastrophe logischerweise der Bosnienkrieg, der mit den neuen Kriegen des 21. Jahrhundert fast schon wieder in Vergessenheit geraten ist. 1992 bis 1994 war das, als Bosnien-Herzegowina seine Unabhängigkeit erklärte und Sarajevo, die Hauptstadt, mitten hinein in den entflammenden Bruderkrieg geriet, in dem die Stadt 1.425 Tage lang von den Truppen der damaligen bosnisch-serbischen Armee belagert und beschossen wurde.
Stojic – schon damals einer der wichtigsten Dichter im zerfallenden Vielvölkerstaat Jugoslawien – ging ins Exil nach Wien. Wo er in der alten, berühmten Buchhandlung „Gerold“ das Aufblühen der bosnisch-herzegowinischen Dichtung miterlebte: als Blüte im Schaufenster. Denn auf einmal schien sich ganz Europa für die Literatur der Dichter aus dem vom Krieg zerfetzten Bosnien-Herzegowina zu interessieren. Das ist lange her. Auch dieser Ruhm ist verblasst. Andere Kriege haben die Dichter anderer Regionen in die Schaufenster gespült.

Umso wertvoller die Übersetzungsarbeit von Cornelia Marks, die hier vor allem die Gedichte aus Stojics 2009 und 2010 erschienenen Gedichtbänden „Zwischen verfeindeten Völkern“ und „Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit“ vorlegt. Darin enthalten auch viele Gedichte aus den 1990er Jahren, in denen Stojic den Untergang seiner alten Heimat Sarajevo schildert, die Leiden des Krieges und die Heimatlosigkeit. Eine Heimatlosigkeit, die er ja auch mit anderen Dichtern des zerfallenden Jugoslawiens teilte, auch mit serbischen Dichtern, die vor dem aufflammenden Nationalismus in Serbien flohen. Den Stojic auch schon mal einen kleinen Faschismus nennt.

Man merkt seine Wut und seine Ohnmacht diesen Strippenziehern gegenüber, die mit dem Zerfall der Föderation in die Machtpositionen drängten. Glücklich jene neuen Republiken, in denen die neuen Machthaber noch ein bisschen Kultur und Menschlichkeit hatten. Das konkrete Leid erfuhren die Betroffenen dann so, wie es Stojic immer wieder schildert: als Walten der finsteren Cherubim. Unter den Schlägen der Kriegsmaschinerie sind sie ohnmächtig, müssen den Verlust ihrer Besitztümer, ihrer Familie, ihrer Zukunft ertragen lernen.

Und auch Stojic, der in Wien Zuflucht fand, verliert seine Heimat. Das Sarajevo, das er nach dem Krieg besucht, ist ein anderes, als das, in dem er zu Hause war. Mehrere Essays sind dem Band beigefügt, in denen Stojic sehr plastisch schildert, wie fremd ihm das Land ist, in das er mit dem Bus reist, weil auch fünf Jahre nach dem Krieg alle Schienenverbindungen zerstört sind. In Wien freilich fand er auch die Wurzeln des kulturellen Reichtums, der die einstigen Völker der Österreichisch-Ungarischen Monarchie verband. Ein Reichtum, der auch Wien bereicherte. Im Café Central sitzt Stojic an den Tischen, an denen einst zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Avantgarde der österreichischen Literatur saß. Bis sie ein Karriere-Österreicher aus dem Land und ins Exil jagte. Was Stojic nicht ganz zufällig auch in die poetische Nähe der Vertriebenen bringt. Stefan Zweig wird ihm zu einem Begleiter in eine neue Zeit der Vertreibung, in der auch das klassische Wien nach und nach verloren geht und die Filialen der internationalen Ketten in die Altstadt drängen.

Benn ist ihm nah. Auch in seinem fast fatalistischen Blick auf das Wüten der Zeit. Und Ingeborg Bachmann macht er sich zur Geliebten und Gefährtin – erst recht, als ein Peter Handke anfängt, ein öffentliches Loblied auf den serbischen Nationalismus zu singen. Ein Nationalismus, der auch in seiner bosnischen Spielart bei Stojic keinen Platz findet. Warum auch? Als Dichter weiß er doch, welche Folgen diese Borniertheit hat. Sarajevo steht dafür exemplarisch. Hier fand 1914 das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Ferdinand statt, das den Anlass gab für die Entzündung des Ersten Weltkrieges. Das Attentat und seine Opfer tauchen mehrfach auf in seinen Texten. Auch als Sinnbild dafür, wie leicht der künstlich geschürte Hass zwischen Völkergruppen missbraucht werden kann, egal, ob es die Sprache ist oder die Religion, die sie trennt.
Es geht nie um Religion. Es geht immer um den Größenwahn und die Machtgier einer kleinen, rücksichtslosen Gruppe, die weiß, wie man die Ängste und Hoffnungen der Menschen missbrauchen kann. Mafiöse Gestalten, die Stojic eher beiläufig erwähnt, denn sie sind ja noch da, haben sich neue Burgen und Imperien gebaut. Und das ist nicht einmal neu. Im Gedicht „Zwischen verfeindeten Völkern“ spannt Stojic den Bogen bis ins alte Mesopotamien.

In „Staub“ schildert er die Unmöglichkeit, über die Zerstörung der Heimat zu erzählen. „Über den Krieg erzählen besser die Toten als die Überlebenden …“ Doch werden die Toten erzählen? – 70 Postangestellte sind bei der Verteidigung der Sarajevoer Post ums Leben gekommen, Plaketten erinnern an diese jungen Männer. Doch die so lukrative Post soll verkauft werden. Bald wird eine Glasfassade den stolzen Bau verschönern – und die Plaketten werden verschwunden sein. Und die Drahtzieher dieser „Privatisierung“? – Man kennt sie. Nennt sie aber nicht.

Man begegnet in diesen Gedichten, die man ja ohne die Arbeit von Cornelia Marks nie kennengelernt hätte, Vielem, was man so auch aus der deutschen Selbstgerechtigkeit kennt. So verschieden ist der Umgang mit der Vergangenheit nicht. In „Die Grenze“ schildert er, wie schnell die Teilung der Welt durch eine großherrliche Grenzziehung dazu führt, dass das eigene Land auf einmal voller Feinde ist – bis in die Bibliothek hinein, die auf einmal voller feindlicher Bücher steht. Wäre das alles 200, 300 Jahre her, man könnte fast sagen: Da haben wir was draus gelernt. Doch wenn Bosniaken vom Krieg sprechen, ist das ein Krieg, der erst vor 17 Jahren endete. Und Stojics Gedichte erzählen davon, wie anfällig auch das heutige Europa ist für die nationalistischen Zündler und Kriegsstifter.

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Cherubs Schwert
Mile Stojic, Leipziger Literaturverlag 2011, 24,95 Euro

Sarajevo ist wirklich nicht weit weg. Mile Stojic hat es mittlerweile geschafft, dort wieder Fuß zu fassen. Er gehört wieder zu den anerkannten Künstlern seines Landes. Doch man merkt beim Lesen auch, dass ihn das Exil verändert hat und dass er dem Frieden des Tages nie wieder trauen wird. Denn die Krater der Einschüsse sind nur hinter dem Putz verschwunden. Er braucht keine Attitüden, keine moderne Wortakrobatik, um all diese Dinge mit größtem Skeptizismus und immer mitklingender Trauer zu erzählen. Man kann eintauchen in diese Gedichte. Sie strahlen keinen „besonderen Zauber“ aus, wie der Klappentext verheißt. Dieser Zauber ist vertraut. Das ist der Klang der großen europäischen Dichtung, wenn auch die Blickrichtung so gewohnt nicht ist: von Südosten her. Aber auch das ist Europa. Wir blenden es nur gar zu gern aus.


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