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Tanners Interview mit dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Kai Hofmann im Museum für Druckkunst

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    Irgendwann kommt jeder empathiefähige Literaturenthusiast auf Kafka. Da führt kein Weg vorbei. Und wer dann Kafka für sich entdeckt, bleibt ein Leben lang an ihm kleben. Im Leipziger Museum für Druckkunst gibt es nun demnächst eine extrem interessante Ausstellung zum Thema - inklusive Zugang für Freunde der Graphic Novels. Tanner fragte nach.

    Am 22.01. wird es im Museum für Druckkunst in der Nonnenstraße 38 zur Vernissage für „K: KafKa in KomiKs“ kommen. Klar, dass große K in der Schreibweise bezieht sich auf den großen Kafka. Aber wie kommt es, dass ihr diese Ausstellung – die ja eigentlich vom Literaturhaus Stuttgart initiiert wurde – nach Leipzig bringt?

    Zum Literaturhaus Stuttgart hat der Kulturmanager und Ausstellungsverantwortliche Ludwig Henne schon langjährige Kontakte. Das Literaturhaus Stuttgart hat gemeinsam mit ihm und dem Verlag Voland & Quist mehrere Ausstellungssorte für die Ausstellung Alois Nebel betreut, so zum Beispiel im Museum für Druckkunst Leipzig im Jahre 2013. Auf dieser Zusammenarbeit aufbauend entwickelte sich auch eine Kooperation für die Kafka-Ausstellung, die nun auch durch Deutschland touren wird.

    Am 05.02.2016 gibt es während der Ausstellung eine ComicLesung. Wie soll das denn funktionieren? Wenn ich meiner Tochter einen Comic vorlese, klappt das ja, da kann sie ins Buch hineinschauen und ich zeige immer auf das Bild. Aber was macht ihr bei 150 Gästen?

    Die Veranstaltung im Museum wird durch Max Baitinger vom Organisationsteam des „The Millionaires Club“ betreut. Er hat schon zahlreiche Comic-Lesungen durchgeführt und mir mal erzählt, wie so was abläuft: Die Inhalte der Arbeiten erscheinen so groß wie möglich auf einer Leinwand vor dem Publikum. Hier ist vom Zeigen einzelner Panels bis hin zu ganzen Seiten alles möglich. Dazu wird z.B. der Text vorgelesen oder Geräusche und Musik abgespielt. Genau wie beim Zeichnen haben Comic-Künstlerinnen und -Künstler auch beim Präsentieren ihrer Arbeiten einen ganz eigenen Stil – wir dürfen also gespannt sein.

    Bei Lesungen greifen aber alle auf zusätzliche Medien zurück, die die Druckausgabe ergänzen, um so auch ein größeres Publikum teilhaben zu lassen. Apropos 150 Gäste – das wäre natürlich ein Riesenerfolg für uns. Zur Lesung stellen übrigens fünf zeitgenössische Illustratoren ihre aktuellen Arbeiten vor: Jan Soeken (Hamburg), Gregor Hinz (Kiel), Anna Haifisch, James Turek und Max Baitinger (alle Leipzig).

    Und wer ist dieser ominöse The Millionaires Club?

    „The Millionaires Club“ ist ein jährlich in der GfzK (Galerie für zeitgenössische Kunst Leipzig) stattfindendes 3Comic- und Grafikfestival zur Buchmesse Leipzig. Also kein bestimmter Ort oder Verein, wie die Bezeichnung „Club“ auf den ersten Blick vermuten lässt. Ein wichtiges Anliegen der Organisatoren ist es, so Max Baitinger, vor allem kleineren Verlagen und selbst verlegenden KünstlerInnen die Chance zu geben, ihre Arbeiten zu präsentieren – zum Festival, wie auch zu kleineren Veranstaltungen wie Ausstellungen und Lesungen. Für das kommende Event sind Gregor Hinz und Jan Soeken eingeladen.

    Informationen und Eindrücke gibt es im Internet unter: http://themillionairesclub.tumblr.com

    Foto: Museum für Druckkunst
    Foto: Museum für Druckkunst

    Von welchen Künstlern kommen denn Kafka-Comics zur Anschau?

    Drei Graphic Novels bilden die Grundlage für die Ausstellung: Kafkas „Prozess“, illustriert von der französischen Comic-Autorin Chantal Montellier, „Das Schloss“, gezeichnet vom tschechischen Maler und Sänger Jaromír 99, und „Introducing Kafka“ des amerikanischen Illustrators Robert Crumb. Szenen aus den Büchern werden raumfüllend präsentiert, es kann also mitten in das Geschehen eingetaucht werden.

    Und Du selber, Kai, was ist ansonsten Dein Tun und Lassen im Druckkunst Museum?

    Eine wichtige Aufgabe als „Wissenschaftlicher Mitarbeiter“ im Museum für Druckkunst Leipzig ist die Vermittlungsarbeit. Egal ob jung oder alt, klein oder groß – in Führungen erkläre ich alles rund um die „Schwarze Kunst“. Geschichte, Technik und Zusammenhänge – fast 600 Jahre Druckgeschichte gibt’s als Überblick während eines gemeinsamen Rundgangs durch Museum. Und wer möchte, kann in verschiedenen Workshop das eine oder andere gleich selbst ausprobieren.

    Auch hinter den Kulissen warten interessante Dinge auf mich: vieles rund ums Ausstellungsgeschehen, Webseite aktuell halten, neue Bücher in die Bibliothek aufnehmen und wenn mal ein Foto benötigt wird, habe ich auch meistens irgendeine Kamera „schussbereit“.

    Ist die Ausstellung denn permanent begänglich? Und gibt es einen Katalog zum Mitnachhausenehmen?

    Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten (Mo – Fr 10 – 17 Uhr, So 11 – 17 Uhr) besucht werden. Sonderregelungen zur Buchmesse und zu Ostern stehen unter http://www.druckkunst-museum.de/Adresse.html

    Einen Katalog zur Ausstellung gibt es leider nicht. Allen Interessierten möchte ich aber an dieser Stelle die drei oben genannten Bücher wärmstens empfehlen.

    Danke für die Antworten.

    Auch Dir vielen Dank für das Interview sowie am Interesse an der Ausstellung. Komm doch einfach mal im Museum vorbei – die Ausstellung ist bis zum 3. April 2016 zu sehen.

    Museum für Druckkunst Leipzig
    Nonnenstraße 38
    04229 Leipzig

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