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Museum Schloss Merseburg zeigt 2018 gleich zwei Mal die Auswirkungen des 1. Weltkriegs in Sachsen-Anhalt

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    Für FreikäuferDa ist man so leidlich ins Jahr 2018 hineingeschlittert, einem Jahr, das eigentlich voller Jubiläen steckt. Aber im Leipziger Jubiläumskalender tauchen sie nicht auf. Es interessiert sich scheinbar niemand von denen dafür, die in Leipzig die Jubiläen organisieren. Karl Marx hat's irgendwie noch mit einem halben Bein geschafft mit seinem 200. Geburtstag. Das Ende des 1. Weltkriegs, das sich zum 100. Mal jährt, sucht man hingegen vergeblich.

    Genauso übrigens wie den Ausbruch des 30jährigen Krieges (400 Jahre), 50 Jahre Prager Frühling, 50 Jahre Sprengung der Paulinerkirche oder 100 Jahre Novemberrevolution. Alles keine leichten Themen, aber viel aufregender als das, was dann als großes Jubiläum im Leipziger Kalender steht: 275 Jahre Gewandhausorchester und 25 Jahre Städtepartnerschaft Leipzig Houston.

    Die Oper feiert fast heimlich wieder (wie vor 25 Jahren) ihr Jubiläum 325 Jahre Oper in Leipzig.

    Dass sich niemand gefunden hat, sich in den ganzen vier Jahren seit 2014 intensiver mit den Auswirkungen des 1. Weltkrieges in Leipzig zu beschäftigen (2014 gab es wenigstens noch ein paar kleine Alibi-Ausstellungen), verblüfft schon. Denn dieser Krieg fegte ja bekanntlich das alte Kaiserreich hinweg und ermöglichte erst die Gründung der Weimarer Republik und des Freistaates Sachsen. Und das nach einer wirklich revolutionären Situation.

    Die ihre Gründe hatte, denn auch das Hinterland litt spätestens ab 1916 massiv unter diesem Krieg. Und die Soldaten waren richtig kriegsmüde nach diesem ersten großen Materialkrieg der Geschichte.

    Aber was in Leipzig nicht zu sehen ist, zeigt das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg ab dem 17. Februar.

    Dann eröffnet dort die Ausstellung „Heimat im Krieg 1914/18 – Spurensuche in Sachsen-Anhalt“.

    Sie zeigt, was die üblichen Kriegsbücher zum Thema selten erzählen und was Forscher ungern genauer untersuchen: Wie tief so ein Krieg ins Leben der Menschen weit hinter der Front eingreift, wie das ganze Land regelrecht eingespannt wird in die Fütterung des Kriegsungeheuers.

    „Der Erste Weltkrieg, in den zwischen 1914 und 1918 insgesamt 40 Länder verwickelt waren und der Millionen von Toten zählte, veränderte die globale politische und geistige Landkarte grundlegend“, stellt denn auch die Einladung für die Wanderausstellung fest. „Um an dieses einschneidende Ereignis zu erinnern, geben Stadt- und Regionalmuseen aus Sachsen-Anhalt in einer Wanderausstellung Einblicke in den Kriegsalltag weit hinter der Front. Objekte und Dokumente aus den jeweiligen Beständen der Einrichtungen berichten über das damalige Geschehen und machen die lokale Perspektive der Auswirkungen des Krieges sichtbar.

    Es sind Dokumente und Exponate, die allein deshalb bedeutsam sind, da es kaum noch Zeitzeugen gibt, die aus erster Hand berichten könnten.

    Das Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg legt den Fokus dieser Wanderausstellung auf die Thematik der Kriegsgefangenenlager und des Alltagslebens der Menschen vor Ort, das trotz der vermeintlich weit entfernt Kriegsfronten erheblich beeinflusst wurde.“

    Es ist die sechzehnte Station der Wanderausstellung „Heimat im Krieg 1914/18 – Spurensuche in Sachsen-Anhalt“. Zu sehen ist sie in Merseburg vom 17. Februar bis zum 8. April. Wobei es nicht bleibt. Am 18. August folgt dann noch die Sonderausstellung „Merseburg im Ersten Weltkrieg. Einwohner – Soldaten – Kriegsgefangene“.

    Da kann man fast froh sein, dass sich wenigstens Leipziger Verlage dem Thema 1. Weltkrieg nicht verschlossen und in den letzten Jahren eindrucksvolle Bücher zu dieser großen Katastrophe des 20. Jahrhunderts vorlegten.

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