Kostbare Berufe (10): Rotlicht muss auch mal sein

Jeder in Leipzig hat Michael Jana wohl schon einmal verflucht, obwohl ihn kaum einer kennt. Doch zusammen mit seinen Mitarbeitern ist er fast schon omnipräsent, wenn wir auf der Straße auch nur 50 Schritte gehen. 423 Mal wird seine Abteilung im gesamten Stadtgebiet manifest und eigentlich sollte sie für ihre Arbeit nicht verflucht werden.

Sie ist nicht nur tatsächlich überlebenswert wichtig, sondern auch komplexer als man sich während der Wartezeit so denkt.

„Wann wird denn endlich mal Grün hier?“ Fußgänger, Fahrrad-, Motorrad-, oder Autofahrer sind sich auf der Straße gelegentlich spinnefeind, doch ein Feindbild haben sie gemein: das rote Ampelmännchen. Ungeliebt, immer wieder einsam und so einfach, so zweidimensional, ohne Tiefgang. Dabei steckt hinter dem roten Mann richtig viel Arbeit, sicher nicht viel körperliche, aber viel geistige.

Michael Jana hat als Abteilungsleiter der Abteilung Straßenverkehrsbehörde / Verkehrsmanagement Leipzig täglich mit dem roten Mann und seinem grünen Bruder zu tun. 423 Lichtsignalanlagen befinden sich im Stadtgebiet – es scheint, als ob Jana alle kennt. Zur Unterstützung seiner Erklärungen zur Arbeit mit den Anlagen lässt er immer wieder seine Hände über eine große, ungewöhnliche Karte in seinem Büro im Technischen Rathaus streifen. Auf der Karte der Stadt Leipzig fehlen die Farben grün und blau, die Wald, Parks oder Gewässer zeigen. Es gibt die Farben grau, beige und ganz viele rote und blaue Kreise. Lichtsignalanlagen.

Jede einzelne der Stadt und jede einzelne hat ihre Besonderheiten. „Jede Ampel wird über ein extra für sie entwickeltes Programm gesteuert“, so Jana, „denn bei jeder Ampel müssen verschiedene Parameter beachtet werden.“ Und jedes Jahr kommen neue Ampeln dazu, 1989 gab es gerade mal 98 Stück in Leipzig. „Die Entwicklung folgt immer einem Trend. Der aktuelle richtet sich ganz stark nach Sicherheitsbedürfnissen.“Jede neue Ampel wird von Jana und seinen Mitarbeitern in das bestehende Netz integriert, aber das ist gar nicht so einfach, denn jede verändert den bestehenden Verkehrsfluss. „Bei der Aufteilung der Ampelphasen haben wir je nach Situation verschiedene Anforderungen, die wir erfüllen müssen. Meist geht es zuerst nach dem ÖPNV. Doch das hat Rückwirkungen auf den Autoverkehr, denn grüne Welle und ÖPNV schließen sich eigentlich aus.“

Jana greift zum Stift, um seinen Satz zu erläutern. „Denn durch die unterschiedlichen Geschwindigkeiten der beiden Verkehrsmittel erreichen sie auf derselben Strecke zu unterschiedlichen Zeiten die nächste Ampel.“ Trotzdem gibt es in Leipzig Strecken, auf der das Amt eine grüne Welle ermöglichen konnte, beispielsweise auf der Prager Straße. „Wo es möglich ist, versuchen wir auf den Hauptrichtungen auch sogenannte Koordinierungen, also eine grüne Welle einzubauen, doch die hört naturgemäß irgendwo auf.“

Garantieren, dass es klappt, kann sowieso niemand. Um eine grüne Welle und damit den Verkehr gleichmäßig ins Rollen zu bringen, müssen Jana und Mitarbeiter zunächst eine Analyse der Verkehrssituation machen. Wo ist die Hauptrichtung, was die Nebenrichtung, wer hat Priorität, wo brauchen wir Ampeln? Aktuelles Beispiel hierzu: Die Semmelweisstraße zwischen Altenburger Straße und Philipp-Rosenthal-Straße. Wer an der Altenburger Straße startet, wird, egal welche Geschwindigkeit er fährt, nur zufällig die Grünphase an der Ecke Zwickauer Straße schaffen, denn diese richtet sich nach der Tram „16“, die auf die Straße trifft und drei Ecken weiter wieder die Hauptrichtung verlässt.
Heißt gleichzeitig: Schaltet die Ampel an der Zwickauer Straße auf grün, schaffen zumindest die vorderen Autofahrer auch die Grünphase an der Philipp-Rosenthal-Straße. Wer bei einer Autoschlange an der Zwickauer Straße ganz hinten steht, wird trotzdem Mühe haben, die Grünphase zu schaffen. „Das sind eben auch die Grenzen all unserer Planungen, denn die Geschwindigkeit der Autofahrer beträgt nicht durchgängig 50 Kilometer pro Stunde, irgendjemand bremst immer und dann wird wieder rot.“

Rein technisch ist es so, dass die Ampel zwischen Zwickauer und Philipp-Rosenthal-Straße über ihr eingebautes und programmiertes Steuergerät miteinander kommunizieren und die relevante Information: „Wo ist die Bahn?“ weitergeben. Danach richtet sich, ob das grüne oder das rote Ampelmännchen im Dienst ist. Mehrere Ampeln nacheinander sind also auf „grüne Welle“ programmierbar. Um diese auch zu nutzen, muss man allerdings auch auf der entsprechenden Richtung sein. Autofahrer, die von der Riemannstraße auf die Harkortstraße Richtung Floßplatz einbiegen, haben an der Fußgänger-Ampel Floßplatz immer rot. „Das liegt daran, dass sich diese Fußgänger-Ampel wie jede Ampel zwischen Wundtstraße und Promenadenring an der Hauptrichtung orientiert“, so Jana. „So wird der Verkehr optimal im Fluss gehalten.“

Neben Janas Büro befindet sich eine Art Überwachungsraum, in dem sich über Computerprogramme live nachvollziehen lässt, was welche Ampel im Stadtgebiet gerade macht. Natürlich ist es auch an diesem Tag so, dass die Fußgänger-Ampel am Floßplatz auf Rot springt, wenn die Nebenrichtung Mozartstraße Grün zeigt. Frau Baumann führt das Programm vor. Sie ist ein sogenannter Laufendhalter, der sich mit den aktuellen Problemen rund um die Lichtsignalanlagen der Stadt beschäftigt.

„Uns erreichen täglich Anfragen oder Beschwerden, dass eine Ampel zu kurz Grün zeigt oder zu lange Rot hat, außerdem gibt es Nachfragen zu bestimmten Ampelschaltungen zu einer bestimmten Zeit am Vortag oder davor“, so Baumann. Jana ergänzt: „Kollegen wie Frau Baumann passen laufend die Signalprogramme an die Erfordernisse an. Das kann im einfachsten Fall durch die Veränderung von Parametern erfolgen und bedeutet bei komplexen Veränderungen die Erstellung komplett neuer verkehrstechnischer Programme und möglicherweise auch veränderte Fahrstreifenaufteilung, um ständig einen optimalen Verkehrsablauf und optimale Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhalten. Außerdem müssen meine Kollegen regelmäßig bei Gericht als Zeuge aussagen, wie die Ampeln zum Unfallzeitpunkt geschaltet waren“, ergänzt Jana, der direkt nachschiebt: „Oftmals wird behauptet, beide Ampel hatten grün, aber das ist ausgeschlossen.“
Die 423 Ampeln der Stadt sind unter den Laufendhaltern aufgeteilt. Frau Baumann ist unter anderem zuständig für Ampelanlagen in Hartmannsdorf und in der Nähe des BMW-Werks, die sie selbst regelmäßig nach ihrem Programmablauf überprüft, indem sie selbst mal vorbei fährt. „Keine Technik kann die Verkehrsbeobachtung ersetzen“, unterstreicht Jana die Wichtigkeit dieser „Ausfahrten“.

Jana studierte einst an der Verkehrshochschule „Friedrich List“ in Dresden Bauingenieurwesen / Verkehrswegebau mit den Vertiefungsrichtungen Straßenbau und Verkehrsplanung. Seinen Abschluss machte er, als die Hochschule bereits in die TU Dresden überführt worden war, wo man seither Verkehrsingenieurwesen oder Verkehrssystemtechnik studieren kann. Lust auf Mathe und Physik und logisches Denken sollten vorhanden sein, um später zur sinnvollen Verkehrsregelung beitragen zu können. Aber Jana, dessen Abteilung unter anderem auch Konzepte für Umleitungen erstellt, weiß auch, dass sich der Sinn der Ausbildung nicht allen Verkehrsteilnehmern erschließen wird: „Im Zweifel ist für die Autofahrer die Ampel sowieso falsch geschaltet.“

Damit Ampeln überhaupt eine sinnvolle Schaltung erhalten, erstellen Verkehrsingenieure anhand der Verkehrssituation am jeweiligen Knotenpunkt, also der Kreuzung, einen Programmablaufplan für die Lichtsignalanlage, der wiederum von Ingenieurbüros über ein Computerprogramm umgesetzt wird, was den Ampeln mittels Steuergerät implantiert wird. Für den Programmablauf werden zunächst verschiedene Verkehrsszenarien durchgespielt und auch genauestens darauf geachtet, dass sich Teilnehmerwege nicht lebensgefährlich kreuzen.

„Es gibt bestimmte Parameter, die immer stimmen müssen. Dazu gehört beispielsweise auch, dass erst eine bestimmte Anzahl von Sekunden vergehen muss, bis nach dem Ende einer Grünphase eine andere Ampel auf Grün schaltet. Sollten diese Parameter nicht eingehalten werden, würde sich die Ampelanlage automatisch ausschalten.“ Inhalt des Programmentwurfs ist auch eine sogenannte Wochenprogrammuhr, die für den ampeltechnischen Rhythmus verantwortlich ist. So fährt jede Ampel bei der vorhergesehenen Verkehrslage jeden Tag denselben Rhythmus. Tritt das Vorhergesehene nicht ein, können einige Ampeln mittels Bodenschleife oder Kamera von den Programmvorgaben abweichen und die Ampelphasen für Verkehrsteilnehmer bei Bedarf automatisch verlängern, um den Verkehrsfluss in Gang zu bringen.

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Doch auch das wird nicht immer den Verkehr ins Rollen bringen. Jana weiß: „Wir können den Verkehrsfluss nur bestmöglich steuern, aber alle Überlegungen sind nur Theorie und die hat ihre Grenze.“ Ein kleiner Trost für alle Fluchenden: Die Richtlinie für Lichtsignalanlagen (RiLSA) regelt Mindestzeiten für Grünphasen, an die muss sich Jana halten.


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