Vom Horror des Alltags und Kinderbüchern: Ein nicht ganz altersgerechter Besuch auf der Leipziger Buchmesse

Kann der nicht mal zu Seite gehen? Da kommt man gar nicht an die Bücher von Lola, Pipi Langstrumpf, Penny oder die "Drei Fragezeichen" ran. "Papa, mach dich nicht so dick, wir wollen auch was angucken", meint Kathi genervt und schubst ihren Erzeuger, nämlich mich, zur Seite.

Gut, zugegeben, Kinder haben im Kinderbuchladen der Buchmesse das natürliche Vorrecht. Aber was, wenn auch ein schon angegrauter Papa auf nicht gerade altersgerechte Literatur steht? Ganz einfach. Dann geht er mit seinen Töchtern zu Buchmesse…

Angesichts des nicht gerade überraschenden Gedränges auf der Buchmesse an einem sonnendurchfluteten Sonnabend macht man es mit den zwei Töchtern am Besten wie die Elefanten es machen, nur eben ohne Rüssel. Schön in „Kette“ gehen, damit niemand verloren geht in den unüberschaubaren Massen.

Problem nur, wenn die „Kleine“, abgelenkt vom Trubel und den ganzen kunterbunten Gestalten auf der Messe, zwischendurch mal die falsche Hand erwischt und plötzlich in eine ganz andere Richtung abdriftet. Als ständig wachsamer Erziehungsberechtigter ist man mit Argusaugen ausgestattet und reißt das Kind aus der Hand der Mutter, die wiederum ihr eigenes Kind an der Hand wähnte.
Die Komödie der Irrungen war schnell beendet und in der Ferne waren endlich die Schilder zu sehen, die ins Comic- Manga- und Kinderbuchland luden. Während sich die Mädels, na klar, um Bücherstände drückten, die Mädelsthemen „und so“ behandelten oder zumindest dem entsprachen, was man in dem Alter so liest, zog es den etwas zu groß geratenen Leser an einen Stand mit eher dubiosem bis fragwürdigen Inhalt, jedenfalls von der Warte desjenigen betrachtet, der sich auf der Messe nach sogenannter „ernsthafter“ Literatur umschaut. Aber erstens leben wir bekanntermaßen in einer Scheindemokratie, in der jeder scheinbar frei entscheiden kann und zweitens kennt der bekennende Comic-Sammler und Fan von Gruselgeschichten keine Schamgrenze.

Oder sollte keine kennen. Also hinein ins Getümmel und her mit den Schinken, die so wunderbar gezeichnete Cover haben mit Monstern, die zweifelsohne von denen geklaut wurden, die sie auch erfunden haben. Nämlich zum Beispiel bei einem gewissen Howard Phillips Lovecraft, dessen 75. Todestag passender Weise auf den Eröffnungstag der Leipzger Buchmesse fiel. Gespenstisch? Mag sein. Oder besser, und wie. Jedenfalls erinnert mich das tentakelbewehrte Monster auf dem Cover der Serie „House of Fear“ mit dem Titel „Gott des Grauens“ verblüffend an den unaussprechlichen „Cthulhu“, der von besagtem Gruselautoren erfunden wurde. „Igitt,“ tönt es von etwas weiter unter mir.
„Was liest du denn da? Gehört das überhaupt in eine Kinderbuchhandlung?“ Abschätzig schürzt meine jüngere, neunjährige Tochter die Lippen. Ich versuche gegenüber diesem noch minderjährigen und natürlich noch in vielen Dingen unbedarften Wesen die meinem Alter angemessene Würde und Milde zu bewahren und antworte weise: „Diese Serie ist erstens nicht ‚igitt‘ und zweitens eine durchaus hübsch auf das Alter der Leser zugeschriebene Gruselgeschichte mit Abenteuereinschlag.“

Zum Beweis zeige ich diesem neunmalklugen Geschöpf mit den scheinbar unschuldig blauen Augen die Altersempfehlung auf dem Buchrücken. Offenbar nicht sonderlich beeindruckt rümpft sie die Nase und zeigt auf das wunderschöne krakengesichtige Monster, das türmenden Meereswellen entsteigt und einen Ozeanriesen mit vielen, vielen entsetzten Touristen an Bord in die Tiefe zu reißen droht. Offenbar hatte der Autor beim Verfassen noch nichts vom Kapitän der Costa Concordia gewusst, sonst hätte er diesen statt des Krakenungetüms dämonisierend verwursten können. „Ist albern“, kommt es trocken zurück, während ich noch in möglichen Katastrophenszenarien schwelge.

Die Alptraumblase zerplatzt an der nüchternen Realitätsmauer meiner Tochter. Sie hält mir ein Buch hin. Stirnrunzelnd lese ich den Titel „Lola macht Schlagzeilen“. „Und?“, versuche ich kurz und intellektuell zu kontern.“Das, Papa, beschreibt das wahre Leben.“ – „Aha“, meine ich, während ich das Gruselbuch etwas verschämt zur Seite halte, weil mich irgendeine Mutti schmaläugig mustert und meiner Tochter zunickt. „So, so“, antworte ich bedächtig, um eine passende Antwort zu finden, da besagte Mutti offenbar ein Interesse an unserem Dialog gefunden hat.

„Und was ist Deiner Meinung nach das wahre Leben?“ – „Es ist so, wie es in diesen Büchern erzählt wird. Ganz einfach. Da gibt es die Sorgen der Eltern mit den Kindern und umgekehrt, Schulprobleme, all das Zeug, so wie der Alltag eben ist. Kann man eine ganze Menge lernen. Was soll man da schon fürs Leben lernen…“, sie schielt dabei hinter meinen Rücken, wo ich den Horrorschmöker verstecke. Diese etwas penetrante Mutti versucht meiner Tochter nachzuschielen.

„Gut, das mag sein. Für dich ist es ja auch noch wichtig, den Alltag kennenzulernen. Ich hingegen habe ihn so gut kennengelernt, dass ich ihn inzwischen meistere und und in- und auswändig kenne, Deshalb bin ich auf der Suche nach einer gewissen phantasievollen Ablenkung.“

Meine größere Tochter, im ‚besten‘ Teenie-Alter, hat sich inzwischen dazu gesellt. Mit schwant nichts Gutes. Und ich soll recht behalten: „Du redest heute aber geschwollen daher. Wolltest du dich nicht nach etwas für deine riesige Comic- und Horrorsammlung umsehen?“ Die mir viel zu neugierige Mutti zieht die Augenbrauen hoch, wie Sherlock Holmes, der einen Schwerverbrecher überführt hat, schnappt ihren kleinen Sohnemann bei der Hand und zieht ihn von mir weg, als hätte ich eine ansteckende Krankheit. Ich atme auf. „So,“ brumme ich, „Jetzt hört mal zu. Jeder schaut sich jetzt das an, was er am liebsten mag und in einer Stunde treffen wir uns gleich gegenüber beim Chinesen und futtern was Leckeres. Ich bezahle es auch.“

Ungeteilte Zustimmung wird mir zuteil, wie sie der Würde eines erfahrenen Familienoberhauptes angemessen ist. Eine gesunde Demokratie bedarf eben ab und an eines kleinen Impulses von unten. Ein kurzer Rundblick, ob ich auch wirklich sicher bin vor allzu konservativen und engstirnigen alleinerziehenden Müttern und ich entfliehe dem schnöden Alltag, dem so genannten wirklichen Leben. Schließlich muss ich unbedingt wissen, ob diese entsetzliche, den Tiefen des Pazifik entstiegene Ausgeburt dunkler Phantasien tatsächlich das Kreuzfahrtschiff mit all den unglücklichen Passagieren an Bord ins Verderben reißt. Hinab in dunkle, feuchte, unauslotbare und und unermesslich kalte Tiefen.

Ein angenehmer Schauer bemächtigt sich meiner. Froh, dem Horror des Alltags entronnen zu sein, beginne ich zu lesen…


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