Was darf Kunst? Wo beginnt ihre Freiheit – und wo gerät sie unter Druck? Diesen Fragen widmet sich in diesem Jahr der bundesweite Schreibwettbewerb „Die Freiheit, die ich meine…“. Am 3. Oktober startete die inzwischen fünfte Runde des Wettbewerbs, der seit 2022 jedes Jahr ein demokratisches Freiheitsrecht in den Mittelpunkt stellt. Nach Meinungs-, Versammlungs-, Gewissens- und Pressefreiheit geht es diesmal um die Kunstfreiheit.
Der Wettbewerb hat sich längst über Leipzig hinaus etabliert. Jahr für Jahr beteiligen sich Hunderte Menschen aus ganz Deutschland – Schülerinnen und Schüler ebenso wie junge Erwachsene und erfahrene Schreibende. Eingereicht werden literarische, essayistische und journalistische Texte. Was die Teilnehmenden verbindet, ist die Auseinandersetzung mit Freiheit und der Frage, was sie für den Einzelnen und für eine demokratische Gesellschaft bedeutet.
Ausgangspunkt des diesjährigen Themas ist Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes: „Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.“ Doch was heißt das heute konkret? Wie frei darf Kunst provozieren, widersprechen oder verstören? Was geschieht, wenn Künstlerinnen und Künstler angefeindet werden, wenn über Programme, Ausstellungen oder Förderungen gestritten wird? Und warum braucht eine offene Gesellschaft Räume, in denen Kunst gerade auch unbequem sein darf?
„Kunstfreiheit klingt zunächst vielleicht abstrakt, betrifft aber ganz konkrete Fragen: Was darf Kunst? Was muss eine Gesellschaft aushalten? Und was passiert, wenn Künstlerinnen und Künstler in ihrer Arbeit unter Druck geraten? Wir sind sehr gespannt, welche Antworten unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer darauf finden“, sagt Bernd Oettinghaus, Vorsitzender der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“.
Drei Kategorien und 4.500 Euro Preisgeld
Die Ausschreibung startet traditionell am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit. Teilnehmen können Schreibbegeisterte aus ganz Deutschland.
Der Wettbewerb wird in drei Kategorien ausgeschrieben: für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe, für Jugendliche und junge Erwachsene von 16 bis 26 Jahren sowie für Teilnehmende über 26 Jahre. Zusätzlich wird ein Publikumspreis vergeben, über den in einem Online-Voting abgestimmt wird.
Der Schreibwettbewerb ist mit insgesamt 4.500 Euro dotiert. Welche Texte ausgezeichnet werden, entscheidet nach Ende der Einreichungsfrist die Jury.
Jury verbindet Kunst, Wissenschaft, Journalismus und Kommunikation
Auch die Jury stellt sich für die fünfte Wettbewerbsrunde in großen Teilen neu auf. Neu hinzu kommen Henrietta Bilawer, Journalistin, Autorin und Kulturvermittlerin, die seit vielen Jahren in Portugal lebt und einen internationalen Blick auf Demokratie, Freiheit und Kultur einbringt; Beat Toniolo, Schweizer Künstler, Performer und Kulturvermittler, der heute in Sachsen lebt und sich mit seiner Arbeit für demokratische Werte und gesellschaftlichen Dialog engagiert; Thomas Köhler, Journalist der Leipziger Zeitung (L-IZ.de), sowie Kathrin Grün, Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden.
Ihre Arbeit in der Jury setzen fort: Anja Mutschler, Kunsthistorikerin und Politologin, Wissenschaftlerin und Kommunikationsexpertin, Galeristin und Kuratorin von 20blue.arts; Bernd Oettinghaus, Vorsitzender von „3. Oktober – Deutschland singt und klingt e. V.“, sowie Susanne Tenzler-Heusler, Inhaberin der Agentur brandvorwerk-pr und Projektleiterin des Schreibwettbewerbs.
Preisverleihung in der Leipziger Buchmessewoche
Die Gewinnerinnen und Gewinner werden am 19. März 2027 in Leipzig ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet damit mitten in der Leipziger Buchmessewoche statt. Bei der öffentlichen Veranstaltung werden die prämierten Texte vorgestellt und ihre Autorinnen und Autoren geehrt.
Mehr Informationen, die Ausschreibung und die Teilnahmebedingungen findet man unter www.3oktober.org/schreibwettbewerb
So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:








Keine Kommentare bisher