Werden unsere Angehörigen aufgrund ihres Alters oder einer Erkrankung pflegebedürftig, können sie den Alltag oftmals nicht mehr ohne fremde Hilfe bestreiten. Dennoch kommt ein klassisches Pflegeheim für viele nicht infrage, denn dies bedeutet auch, dass man sie aus ihrem gewohnten Umfeld reißt.

Was spricht gegen ein klassisches Pflegeheim?

Zwar kann ein Pflegeheim in einigen Situationen durchaus sinnvoll sein, etwa, wenn eine selbstständige Lebensweise in keiner Weise mehr möglich ist. Gleichwohl sollte man sich über eine geeignete Alternative zum Pflegeheim informieren, um dem pflegebedürftigen Angehörigen die bestmögliche Versorgung zu bieten.

Altenpflegeheime sind häufig mit einem schlechten Ruf behaftet. Das liegt unter anderem daran, dass diese als Ort für das „Warten auf den Tod“ gelten. Viele Angehörige fühlen sich „abgeschoben“ und von ihrer eigenen Familie unerwünscht. Darüber hinaus fehlt es in Pflegeheimen an einer individuellen Betreuung, wodurch die teilweise sehr hohen Kosten für die Pflege nicht gerechtfertigt sind.

Alternative Pflegemöglichkeiten

Da die Preise für Plätze in Pflegeheimen immer weiter steigen und diese ohnehin eher als trostlose und wenig heimelige Umgebung gelten, beschäftigen sich immer mehr Menschen mit alternativen Pflegemöglichkeiten. So möchten die meisten auch im Alter in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.

1. Alternative: 24-Stunden-Pflege

Eine beliebte Alternative zum Pflegeheim ist die 24-Stunden-Pflege. In diesem Fall bleibt der Pflegebedürftige in seinem Zuhause wohnen, zusammen mit einer ausgebildete Betreuungs- oder Pflegekraft. Jegliche Tätigkeiten von der Grundpflege bis zur hauswirtschaftlichen Versorgung sowie der Gesellschaft und Unterhaltung werden durch die betreuende Person gewährleistet.

Überdies ist diese jederzeit vor Ort, sodass der Pflegebedürftige auch im Notfall nicht allein ist. Besonders beliebt für die 24-Stunden-Pflege sind ausländische Pflegekräfte, da diese meist günstiger sind als eine Unterbringung im Altenpflegeheim.

Enkel und Oma wohnen unter einem Dach. Foto: PublicDomainPictures via pixabay

2. Alternative: Pflege im eigenen Heim

Die Pflege zu Hause bietet sich ebenfalls für Senioren an, die ihr gewohntes Umfeld nicht verlassen möchten. Grundsätzlich können sie entweder von einem pflegenden Angehörigen oder einem ambulanten Pflegedienst betreut werden. Ein ambulanter Pflegedienst kümmert sich an festen Terminen um die Belange des Pflegebedürftigen.

Hierbei werden diese in der Regel bei der Grundpflege, der Vergabe von Medikamenten oder hauswirtschaftlichen Tätigkeiten unterstützt. Bei diesem Pflegemodell sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Haus oder die Wohnung des Pflegebedürftigen entsprechend gestaltet und damit barrierefrei ist.

3. Alternative: Betreutes Wohnen

Beim betreuten Wohnen leben Senioren in eigenen, altersgerecht gestalteten und barrierefreien Wohnungen. Durch ein spezielles Hausnotrufsystem können Pflegebedürftige die Hilfe des Betreuungsservices bei Bedarf in Anspruch nehmen. Ansonsten können sie ihren Alltag frei nach ihren Wünschen gestalten.

Weiterhin können soziale Kontakte in den Gemeinschaftsräumen oder bei Veranstaltungen gepflegt werden. Ferner werden je nach Serviceumfang spezielle medizinische Dienste, die Reinigung der Wohnung und Wäsche, eine Verpflegung sowie Fahrdienste angeboten.

4. Alternative: Senioren-WG

Aufgrund der steigenden Mieten können sich nicht alle Senioren einen Platz im Betreuten Wohnen oder eine eigene Wohnung leisten. Daher entscheiden sich immer mehr dazu, in eine Senioren-WG zu ziehen. Der Vorteil: Jeder hat seinen eigenen Rückzugsort und dennoch muss niemand einsam sein.

Räume wie die Küche oder das Wohnzimmer können als Treffpunkt für Gesellschaft und gemeinsame Gespräche genutzt werden. Die Miete und die Nebenkosten werden unter allen Bewohnern aufgeteilt – wie in jeder anderen WG auch.

Für Pflegebedürftige ist diese Form des Wohnens im Alter jedoch eher weniger geeignet, da eine hohe Selbstständigkeit vorausgesetzt wird und keine Pflegekraft oder Betreuung zur Verfügung steht.

5. Alternative: Tagespflege

Bei der Tagespflege handelt es sich um eine teilstationäre Betreuung und Pflege. Hier können Pflegebedürftige für mehrere Stunden oder Tage in einer Pflegeeinrichtung betreut werden. Am Abend kehren die Senioren wieder nach Hause zurück und können die Nacht in ihrem gewohnten Umfeld verbringen.

Diese Alternative zum vollstationären Pflegeheim eignet sich vor allem für Pflegebedürftige, die tagsüber nicht auf eine kontinuierliche Betreuung verzichten können, ihr Zuhause jedoch nicht vollständig verlassen möchten oder müssen.

Pflegeform ist auch abhängig vom Typ

Welche Alternative zum Pflegeheim letztlich am besten geeignet ist, hängt maßgeblich von den individuellen Wünschen, Bedürfnissen und der gesundheitlichen Situation eines Seniors ab. So ist eine 24-Stunden-Pflege für Menschen interessant, die entweder nicht allein sein möchten oder eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung benötigen.

Der Einzug in eine Senioren-WG hingegen dient hauptsächlich dem Sparen von Mietkosten. Sollten Senioren zu Hause wohnen bleiben, ist ein rechtzeitiger barrierefreier Umbau maßgeblich.

Quellen: Pflegix, Azonline, AOK und Focus

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