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Im „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de.

Freya-Maria Klinger (Linke): Crystal-Welle erhöht Suchthilfebedarf in Sachsen

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    Anlässlich der heutigen Landtagsdebatte zu Crystal und Anträgen von Linken ("Das sächsische Suchthilfesystem überprüfen - auf das Drogenphänomen ,Crystal? (Metamphetamin) umgehend reagieren!", Drucksache 5/11169) und der Grünen ("Crystal - Sofortprogramm zur Stärkung der ambulanten Suchtberatung in Sachsen", Drucksache 5/10944), erklärt Freya-Maria Klinger, Fraktion Die Linke, drogenpolitische Sprecherin (Redeauszüge): Das was unsere Gesellschaft von den Menschen fordert und Crystal ihnen für kurze Zeit gibt, nämlich permanente Leistungsbereitschaft, Durchhaltevermögen, und Belastbarkeit, können die Abhängigen oft über viele Jahre nicht mehr bringen.

    Der Abstieg geht schnell. Der Weg zurück in ein halbwegs normales Leben ist dafür umso länger. Das ist ein langer Weg, der die Hilfesysteme stark fordert. Das ist ein Weg, der eine vielschichtige, engmaschige Begleitung und Betreuung und das oft über viele Jahre braucht.

    Die hohe Neurotoxizität von Methamphetamin führt zu starken Aufmerksamkeits-, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, zu besonders vielen drogeninduzierten Psychosen und anderen schweren psychischen Störungen sowie zu starken Schäden an Zähnen und der Haut. Die Grenzen und Wahrnehmung zwischen Nähe und Distanz verschwimmen, die normalen Regeln des Zusammenlebens können nicht mehr eingehalten werden, und der regelmäßige Konsum führt häufig zu hoher Aggressivität und Gewaltbereitschaft.

    Täglich erreichen uns unzählige Meldungen aus Leipzig, Sachsen und darüber hinaus, die nicht immer gleich oder nie Eingang in den redaktionellen Alltag finden. Dennoch sind es oft genug Hinweise, welche wir den Lesern der „Leipziger Internet Zeitung“ in Form eines „Informationsmelders“ nicht vorenthalten möchten …

    Da das Personal der Suchtberatungs- und Behandlungsstellen schon vor dem derzeitigen massiven Anstieg an Crystal-Konsumenten knapp war und der empfohlene Betreuungsschlüssel von 1 Suchtberater/in auf 20.000 Einwohner/innen nur in den drei Großstädten erreicht wird, ist ein Sofortprogramm zur Aufstockung des Personals, wie es im Antrag der Grünen gefordert wird, sinnvoll. Aber das reicht unserer Meinung nach nicht aus: Die gesamte Suchthilfestruktur und angrenzende Hilfestrukturen müssen sich den neuen Gegebenheiten anpassen.

    Auch in der Jugendhilfe, Familienhilfe und anderen Einrichtungen der sozialen Daseinsfürsorge sorgt die aktuelle Crystal-Welle für erhöhten Arbeits- und Betreuungsaufwand. Die Prävention, die in der klassischen Form polizeilicher Präventionsarbeit kaputt gespart wird, muss ausgebaut und weiterentwickelt werden. Wir brauchen eine breite Palette von vielfältigen Zielgruppen- und Lebensweltspezifischen Angeboten. Diese Arbeit können nur erfahrene freie Träger der Jugend- und Suchthilfe leisten – aber dazu müssen sie eben entsprechend ausgestattet sein.

    Sachsen hat die Aufgabe – die für andere auch eine Chance bedeuten kann – ein Vorreiter im Umgang mit dem Drogenphänomen Crystal und einer Suchthilfepolitik im Sinne einer modernen, an die Erfordernisse des 21. Jahrhunderts angepassten Sozialpolitik zu werden.

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