„Ich bin so lange wütend, bis Herr Spahn und Frau Reiche für ihre Korruption in den Knast gegangen sind. Danach können wir wieder respektvolle Demokratie machen […]“ So formulierte es ein Leser in der Kommentarspalte eines ZEIT-Interviews. Der Titel des Interviews mit dem Soziologen Matthias Quent könnte dazu kaum passender sein – „Demokratien nehmen Gefühle nicht ernst genug“.

Zwar enthält unser Eingangskommentar eine ungeprüfte Anschuldigung, aber dennoch bündelt er genau jene Gefühle und Emotionen, die in vielen aktuellen Debatten sichtbar werden und große Zustimmung erfahren – Empörung, Misstrauen und den Wunsch nach politischer Verantwortung.

Warum wenden sich Menschen von der Politik ab – und manchmal auch von der Demokratie selbst? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Wissenschaft, sondern auch viele andere Menschen zunehmend. Die Gründe sind sicher vielfältig.

Ein Blick in die Kommentarspalten der deutschen Medien zeigt jedoch: Viele Kommentierende zweifeln dort weniger an der Demokratie an sich als an politischer Kommunikation und konkreten Entscheidungen. Und dennoch wird die Demokratie im Sog dieser Politikablehnung oft mitgerissen.

Auch wenn Kommentarspalten keinen repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung darstellen, liegt in solchen Foren ein Erkenntnisschatz für Politik, Wissenschaft und Gesellschaft. Denn hier hinterlassen wir unsere Stimmungen – als eine Form politischer Beteiligung, die mitunter genauso aufschlussreich sein kann wie die Artikel selbst.

Eine ‚Normenklatur‘ für Gurken-Kommentare

Kommentarspalten funktionieren ein wenig wie die Sortierung von Gurken im Handel. Ein Teil der Beiträge entspricht den Normen sachlicher und respektvoller Kommunikation – gerade, glatt und problemlos vermarktbar. Andere Kommentare sind krumm: polemisch, emotional oder ungerecht.

In vielen Debatten werden sie schnell aussortiert. Doch wie bei den krummen Gurken gilt auch hier: Ihr Wert verschwindet nicht. Gerade in diesen Beiträgen zeigen sich oft Frustration, Misstrauen und Erfahrungen politischer Ohnmacht – Hinweise darauf, wo die Verbindung zwischen Politik und Gesellschaft schwindet.

Interessanterweise lassen sich in solchen Kommentarspalten sogar jene krummen Typen wiederfinden, die der Soziologe Matthias Quent in seiner Studie beschreibt: die Kämpfenden, die argumentieren und widersprechen; die Flexiblen, die abwägen und relativieren; die Resignierten, die ihre Politikmüdigkeit formulieren; und die Ohnmächtigen, deren Beiträge vor allem Wut oder Ungerechtigkeit ausdrücken.

Und dann gibt es noch eine fünfte Gruppe – Quents „Unsichtbare“. Sie schreiben keine Kommentare. Man merkt nur indirekt, dass sie fehlen.

Ein Vergleich von Leser/-innen-Kommentaren der Leipziger Zeitung und Die ZEIT

Für diese Analyse wurden rund zweihundert Kommentare unter sechs Artikeln (2026) aus zwei sehr unterschiedlichen Debattenwelten untersucht: aus der Leipziger Zeitung (LZ) und aus Die ZEIT. Die eine ist lokal und ostdeutsch geprägt, die andere stärker auf bundesweite analytische Debatten ausgelegt.

Die Länge der Kommentare unterscheidet sich deutlich. Die hier untersuchten ZEIT-Leserkommentare sind mit durchschnittlich rund 50 Wörtern meist kürzer, nur jeder siebte Beitrag überschreitet 150 Wörter. Die ausgewerteten LZ-Leserkommentare liegen dagegen im Schnitt bei rund 170 Wörtern und wirken insgesamt deutlich ausführlicher und argumentativer.

Die Tonlagen der Diskussion ähneln sich stärker, als man angesichts der unterschiedlichen Medien vermuten könnte. Der größte Teil der Beiträge argumentiert sachlich oder versucht zumindest, politische Positionen zu begründen.

Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Kommentare arbeitet mit polemischen Zuspitzungen, Ironie oder Zynismus. Klare Hasskommentare im engeren Sinne, also Beiträge mit entmenschlichender Abwertung oder Gewaltfantasien, bleiben in dieser Stichprobe dagegen die Ausnahme.

Die Kommentarspalten beider Medien zeigen ähnliche Erwartungen: Leserinnen und Leser wünschen sich vor allem Vertrauen, nachvollziehbare Entscheidungen und echte Beteiligung. Wo diese Erfahrungen fehlen, entsteht ein Gefühl politischer Ohnmacht.

In dieser Betrachtung erscheint die aktuelle Demokratiekrise auch als Kommunikations- und Selbstwirksamkeitskrise – und nicht nur als Folge ökonomischer Unsicherheit, kultureller Konflikte oder sozialer Ungleichheit, also jener Problemlagen, die parteipolitische Debatten meist in den Vordergrund stellen.

Vertrauen als zentraler Konflikt

Bereits die Leipziger Kommentare machen deutlich, dass sich viele politische Auseinandersetzungen neben spezifischen Themen vor allem um eine grundlegende Frage drehen: Können wir politischen Akteuren noch vertrauen?

„Offensichtlich ist, dass den Parteien, die seit 1990 die Regierungen stellten, die Basis abhanden gekommen ist“, so skizziert ein LZ-Kommentator den langfristigen und systemischen Vertrauensverlust gegenüber etablierten Parteien.

Ein anderer LZ-Kommentar ist besonders interessant, da er Vertrauen in die fachliche Expertise legt, jedoch die politische Loyalität dazu anzweifelt. „Sehr viele Bürger spüren, dass fachliches Wissen durchaus vorhanden ist, aber politisch nur sehr selektiv genutzt wird. Dies erzeugt meist den Eindruck von Inszenierung und Vorentscheidung, statt offener Abwägung. Wenn dann noch ‚Alternativlosigkeit‘ bemüht wird, anstatt Konflikte und Sachfragen nachvollziehbar zu erklären, geht weiter Vertrauen verloren.“

Dieses Motiv taucht auch in den ZEIT-Kommentaren deutlich auf. Dort wird zwar häufiger über Populismus, Medien oder Desinformation diskutiert, doch auch hier kehrt immer wieder das Thema Glaubwürdigkeit zurück.

Der Einstiegs-Kommentar in diesen Artikel fordert etwa politische Verantwortung für mutmaßliches Fehlverhalten einzelner Politiker/-innen. Solche Beiträge spiegeln eine verbreitete Erwartung: Erst wenn politische Verantwortung sichtbar übernommen wird, könne man zu einem respektvollen demokratischen Umgang zurückkehren.

Die konkreten Beispiele unterscheiden sich – einmal geht es um wirtschafts- und sozialpolitische Entscheidungen, häufig jedoch auch um mögliche Lobby- und Interessenkonflikte. Doch die zugrunde liegende Erwartung bleibt dieselbe: Wir wollen Politik und Demokratie als fair und ehrlich erleben.

Kommunikationspsychologisch ist das ein entscheidender Punkt. Vertrauen entsteht eben nicht durch Appelle, sondern durch wiederholte Erfahrungen von Verlässlichkeit.

Ohnmacht – ein gemeinsames Gefühl

Ein zweites Motiv verbindet beide Kommentarwelten noch stärker: das Gefühl politischer Ohnmacht.

In den Leipziger Kommentaren äußert sich dies häufig als Resignation über langfristige gesellschaftliche Fehlentwicklungen. Manche Beiträge lesen sich wie kleine Essays über Wirtschaftspolitik, Globalisierung oder Sozialstaat. Trotz unterschiedlicher politischer Perspektiven verbindet sie ein gemeinsamer Ton: Politik erscheine vielen Bürgern zunehmend als etwas, das über sie hinweg geschieht.

„Die Leute sind abgelöscht. Die Politiker sind es längst. Deren und der Leitmedien Hypermoralisieren muss ein Ende finden. Wie man Herz in die Politik zurückbringen könnte, dafür gibt es tausend Wege, das muss ein Politiker oder eine Politikerin schon selbst wissen. Oder scheitern.“

Auch unter dem ZEIT-Interview taucht dieses Gefühl auf. Hier wird zusätzlich auf Erfahrungen aus Arbeitswelt und Alltag verwiesen. Ein Kommentar mit besonders hoher Zustimmung beschreibt etwa viele Betriebe als Orte der Unterordnung und Hilflosigkeit.

„Gerade viele Industrie- und Dienstleistungsbetriebe, in denen übrigens ein großer Teil aus den genannten Gruppen der Ohnmächtigen und Resignierten arbeitet, sind Lehrstätten der Unfreiheit, der Unterordnung, der Hilflosigkeit.“

Aus solchen Erfahrungen entsteht ein starkes Bedürfnis nach Selbstwirksamkeit – dem Gefühl, mit eigenem Handeln tatsächlich etwas verändern zu können. Demokratietheoretisch ist dieser Punkt wichtig. Das demokratische System bleibt nur stabil, wenn wir uns als Bürgerinnen und Bürger nicht als bloße Zuschauer erleben, sondern als handelnde Teilnehmer.

Was Bürger von Demokratie erwarten

Aus beiden Kommentarwelten ergibt sich ein überraschend klares Bild. In den analysierten Beiträgen tauchen immer wieder ähnliche Erwartungen auf: Ehrlichkeit in politischer Kommunikation, faire Regeln für alle Beteiligten, sichtbare Verantwortungsübernahme für Fehler, mehr Möglichkeiten zur echten Beteiligung und eine politische Sprache, die erklärt statt moralisiert.

Das sind keine radikalen Forderungen. Es sind Grundbedingungen demokratischer Kultur.

Gerade aktuelle politische Debatten zeigen, wie stark sich rechtliche und politisch-moralische Verantwortung unterscheiden. So wurde Anfang der Woche ein strafrechtliches Verfahren im Zusammenhang mit der Maskenaffäre eingestellt. Juristisch mag damit ein Vorgang abgeschlossen sein. Politisch und moralisch ist er für viele Bürgerinnen und Bürger jedoch keineswegs erledigt.

In den Kommentarspalten zeigt sich immer wieder die Erwartung, dass politische Verantwortung über die reine Rechtslage hinausgeht – etwa durch transparente Aufarbeitung, persönliche Konsequenzen oder öffentliche Rechenschaft. Wo dieser Eindruck fehlt, entsteht schnell das Gefühl politischer Ungleichheit.

Das spiegeln aktuell unzählige Leserkommentare wider. „Erinnert sich noch jemand an die Kassiererin, die ihren Job wegen eines Pfandbons verloren hat? Es stellen sich grundlegende Gerechtigkeitsfragen in Bezug auf den faktischen Rechtsstatus reicher Menschen.“ – Ein tausendfach gelikter Leserkommentar auf den ZEIT-Artikel „Verfahren gegen Jens Spahn wegen Maskenkäufen eingestellt“.

Ebenfalls mit großer Resonanz: „2–11 Mrd. Euro versenkt durch überhöhte Kaufpreise und falsche Vergabeverläufe, und durch Nachforderungen vor Gericht stehen im Raum. Spahn kommt damit durch und darf hetzen. Das macht mich politikmüde.“

Kommentarspalten enthalten keineswegs überwiegend den oft beschworenen Hass. Sie machen vielmehr sichtbar, welche Emotionen, Erwartungen und Erfahrungen Bürgerinnen und Bürger mit Politik verbinden. Für viele Menschen sind Kommentare ein niedrigschwelliges Mittel der Beteiligung.

Gerade deshalb zeigen sie, wo Vertrauen in demokratische Institutionen verloren geht – und unter welchen Bedingungen Menschen bereit sind, in demokratische Räume zurückzukehren und sich wieder einzubringen.

Der Autor ist im UferLeben e. V. seit vielen Jahren im ländlichen Sachsen zivilgesellschaftlich aktiv. Aus dieser Praxis – dem Wechsel von Engagement, Frustration und Erholung – entstand das Modell des demokratischen Kommunikationsökosystems. Als Mediziner betrachtet er die Demokratie wie ein erschöpftes System: Diagnosen helfen nur, wenn auch Behandlungsschritte folgen – Vertrauen und Rückkehrfähigkeit sind dabei zentrale Behandlungsziele. Denn Demokratie stabilisiert sich nicht allein politisch, sondern im Zusammenspiel mit den Menschen, die sie tragen. Das Modell verbindet Diagnose und Behandlung: Es beschreibt, was erodiert – und wo Regeneration möglich ist. Damit es wirkt, braucht es Menschen, die es anwenden, übersetzen und weiterdenken.

Beobachtet wurden folgende Kommentardebatten:

AFD setzt sich von der CDU/CSU ab: Das ist ein statistischer Weckruf – Kommentar (LZ 07.01.2026)
Warum die AFD weiter wächst: Ein kommunikationsanalytischer Weckruf und Kommentar (LZ 14.01.2026)
Gastkommentar von Christian Wolff: Altenberg, die AFD und der Auftrag der Kirchen (LZ 29.01.2026)
Drohender demokratischer Burnout: Wer kümmert sich um die Demokratie im Osten? (LZ 08.02.2026)
Demokratien nehmen Gefühle nicht ernst genug (Die ZEIT 07.03.2026)
Verfahren gegen Jens Spahn wegen Maskenkäufen eingestellt (Die ZEIT 09.03.2026)

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Es gibt 4 Kommentare

@Sebastian: Danke für den Hinweis.
Ich sehe als LZ-Autor lediglich die Kontaktmöglichkeit der Kommentatoren unter meinen eigenen Artikeln, damit ich bei Bedarf Diskussionen moderieren oder auf Beiträge reagieren kann. Über diesen Weg habe ich Sie erreicht – Ihre Adresse wird dabei von mir nicht gespeichert oder anderweitig verwendet.
Falls meine Nachricht für Sie unpassend war, bitte ich um kurze Entschuldigung.

Hallo Herr Beutner,
ich hatte diesen Artikel gelesen und mich darüber gefreut, wollte ihn aber ursprünglich nicht kommentieren. Dass Sie mich direkt per Mail anschrieben (eventuell können Sie hier noch mal für die anderen Nutzer schreiben, wie Sie an die Mailadresse gelangten. Übrigens eine Frage ohne Vorwurf, nur der Information halber), hat mich gefreut und nun texte ich doch ein paar Gedanken.

Ein Gedanke:
> “Etwa ein Viertel bis ein Drittel der Kommentare arbeitet mit polemischen Zuspitzungen, Ironie oder Zynismus. Klare Hasskommentare im engeren Sinne, also Beiträge mit entmenschlichender Abwertung oder Gewaltfantasien, bleiben in dieser Stichprobe dagegen die Ausnahme.”
Sie können nicht alle Kommentare über die Jahre lesen. Aber wenn Sie mal etwas Besonderes haben wollen:
https://www.l-iz.de/wirtschaft/mobilitaet/2025/07/falsche-debatte-ein-leserbrief-zum-sz-artikel-schafft-die-goerlitzer-strassenbahn-ab-629987#comments

Das hier ist der einzige Ort, in dem ich “Leserbriefe” schreibe. Bei ZEIT online lese ich täglich, aber dort ist der Ton so derart twittermäßig vergiftet, zugespitzt, rhetorisch verdreht, abgekürzt…die Leute kämpfen nur noch gegeneinander. Und das in einer unmäßigen Menge, dazu offensichtliche Bots oder zumindest Desinformationsagenten. Das ist mir alles zu schrill und sinnlos. Dass trotz der Regeln, die sich die LZ selbst gegeben hat, auch hier viele Kommentare der verlinkten Qualität online erhalten bleiben, ist frustrierend genug. “Die wollen das so”, das ist leider mein Fazit.

Hier kamen Beispiele vom Stadtbezirksrat, und es gibt auch Beispiele von Bürgerinitiativen, wo Leute sich einbringen. Beispiel Bothestraße (der Artikel heißt “Der Stadtrat tagte: Gehwegparken in der Bothestraße wird nicht legalisiert” und auch dort lohnen sich die Kommentare aus Sicht dieses Artikels hier). Anderes Beispiel: “geplanter-ausbau-der-gutshofstrasse-sind-stellplaetze-auf-der-strasse-wichtiger-als-gut-ausgebaute-fusswege”.
Auch dort lokal agierende Leute, also schonmal nicht die Sorte Mensch, die nur am Stammtisch sitzt und schimpft. Sondern jemand, der reguläre Wege sucht, sich einbringt. Die Selbstwirksamkeit, die sich in beiden Beispielen eingestellt hat, dürfte gegen Null gehen; die Kommentare tun ihr übriges.

Einen Aspekt in Ihrem Text kann ich sehr unterstreichen:
“[…]mehr Möglichkeiten zur echten Beteiligung und eine politische Sprache, die erklärt statt moralisiert.”
Sie hatten in Ihrer Mail einen Kommentar von mir zitiert, in dem es um Politiker ging, die sich nicht von Medien treiben lassen sollen. Der Ansatz, dass man als Mensch im Amt möglichst direkt sagt, was machbar ist und was nicht, egal ob die x-te rhetorische Frage “finden Sie nicht…?” kommt, gefällt mir dabei am Besten. Das kann auch mal ein schlichtes “Nö” sein, oder das Weiterreden, während der Interviewer schon wieder ins Wort fällt. Ich hatte damals geschrieben, und denke immernoch:
“Nicht jedes Mikro unter der Nase verdient eine Antwort und nicht jeder Vorfall im Land oder irgendwo außerhalb ein sofortiges Statement.”

Ich habe das im SBB (SW bzw Alt-West) bisher so erlebt: Man trägt sein Begehr vor, es gibt eine Diskussion, der/die “Vorsitzende” schlägt ein Verfahren vor, was i.a. heißt “Sollen wir einen Antrag schreiben?”, die SBB-lerInnen stimmen ab und im Positivfall entsteht daraus ein formaler Antrag, der dann durch die offiziellen städtischen Prozessmühlen gemahlen wird. Also eigtl alles richtig.

Viell haben Sie einfach Pech gehabt, viell auch deshalb, dass die SBBler noch neu im Amt waren? Weil, was Vielen nicht klar ist: SBB und Stadtrat ist Ehrenamt (von Aufwandspauschalen abgesehen) und insb im SBB sitzen Leute wie Sie und ich, teils natürlich schon länger und mit größerer Erfahrung. Allerdings hätte der Vorsitzende (städt. Angestellter) es wissen müssen …

Wie auch immer, evtl muss man auch dran bleiben, aber insg ich würde die SBBs als erste Anlaufstelle für Anliegen vor Ort unbedingt empfehlen und bin sehr dankbar für deren Engagement!

Ansonsten spricht mir der Artikel sehr aus dem Herzen, insb auf höheren und höchsten Deutschen politischen Ebenen. Interessanterweise ist die schlimmste Misswirtschaft eigtl immer dann zu beobachten, wenn die zuständigen Funktionäre justament den Parteien angehören, die Wirtschaftkompetenz für sich beanspruchen.

Danke, lieber Autor, für Ihr Engagement!

Mir fällt ein sehr kleines Beispiel ein, was mich vor dreieinhalb Jahren frustriert hatte: ich ging auf Einladung in eine Sitzung eines der Stadtbezirksbeiräte und schlug die Aufstellung einer Erinnerungstafel vor (Details erspare ich hier). Ich stieß auf markantes Interesse. Alsdann aber erschöpft sich alles Echo in nichts weiter als dem Aushändigen von Telefonnummern und E-Mail-Adressen, da man der Ansicht war, ich möge den Rest selbst mit der Stadtverwaltung ausfechten. Genau das aber konnte ich nicht leisten. Die von der Stadt, die mit in der betreffenden SBB-Sitzung saßen, lebten in der Vorstellung, ich würde mich im Apparat durchbeißen. Genau das war aber gar nicht mein Anliegen: ich wollte eine originelle Anregung geben und lebte in dem Wahn, daß es genug Staff gibt, diese aufzugreifen und zu realisieren. Als ich aber merkte, daß ich auf mich selbst zurückgeworfen werden sollte, habe ich meine zunächst im SBB mit Interesse aufgenommene Idee sofort begraben. Und werde sie auch nie wieder hervorholen (eine hundertjährige Wiederkehr gibt es nur einmal).

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